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Sprache als Medium der Verständigung, der Täuschung und Selbsttäuschung im 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg

Title: Sprache als Medium der Verständigung, der Täuschung und Selbsttäuschung im 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Crone (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Ich habe mich in meiner Arbeit für das Thema „Sprache als Medium der Verständigung, der Täuschung und Selbsttäuschung“ entschieden, da es mich beim Lesen der Lektüre fasziniert hat, in welch vielfältiger Weise Gottfried von Straßburg seine Hauptgestalten Sprache einsetzen lässt.
Gottfried von Straßburg gehört zu den bedeutendsten Dichtern des hohen Mittelalters. Er schafft es, in sein Werk so viel Gefühl einfließen zu lassen, dass die Geschichte den Leser vollkommen in ihren Bann zieht.
Ich möchte in meiner Arbeit aufzeigen, wie die Liebenden Sprache als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung einsetzen. Schon beim erstmaligen Lesen ist mir aufgefallen, dass die List als ständiger Begleiter der Hauptgestalten fungiert und sich wie ein roter Faden durch das Werk zieht.
Zu Beginn meiner Arbeit werde ich kurz auf den Autor des Epos und die Entstehungszeit eingehen. Des Weiteren möchte ich auf die problematische Beziehung zwischen Tristan und Isolde mit der höfischen Gesellschaft hinweisen, um dann auf die anfänglichen Hinterhalte einzugehen, die Marke für seine Frau Isolde präpariert. Darauf folgend werde ich zusätzlich auf die eingesetzte Körpersprache eingehen, um zu zeigen, dass die Figuren nicht nur durch Wortsprache täuschen. Es wird sich zeigen, dass alle Hauptfiguren Sprache als Mittel zur Täuschung einsetzen. Für mich als Leser scheint es, besonders in den Bettgesprächen so, als würden die Figuren in einen Wettstreit geraten, wer Sprache besser einsetzen kann und sie sich so darin verlieren, dass sie sich oft selbst täuschen.
Es kann wohl nicht bezweifelt werden, dass in Gottfrieds „Tristan“ die Liebe, die die beiden Hauptfiguren Tristan und Isolde aneinander kettet, Achse und Mittelpunkt darstellt, um die das ganze Geschehen sich dreht. Diese Liebe, die eigentlich nicht sein darf, treibt die beiden Liebenden in eine nicht enden wollende Spirale aus Täuschung und List.
Über den Autor des vor allem aus neuzeitlicher Sicht wohl berühmtesten Tristanromans des europäischen Mittelalters ist nichts bekannt. Seine Person ist weder in zeitgenössischen Urkunden nachweisbar, noch nennt der Autor in der Dichtung selbst seinen Namen, zumindest dann nicht, wenn man die berechtigten Zweifel daran teilt, dass es sich bei dem ersten Buchstaben des von Gottfried kunstvoll in seinen Text integrierten Akrostichons um eine bescheiden abgekürzte und getarnte Selbstnennung des Autors handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gottfrieds „Tristan“

2.1 Zum Autor

2.2 Die Entstehungszeit

3. Die höfische Gesellschaft

4. Die Bettgespräche

4.1 Markes erste List

4.2 Markes zweite List

4.3 Markes dritte List

4.4 Die Rolle von Brangäne und Majodo

5. Das praktische Experiment

5.1 Der Hinterhalt Melots

5.2 Der Hinterhalt im Ölbaum

6. Die Minnegrotte

7. Tristan und Isolde Weißhand

8. Die Fortsetzungen von Türheim und Freiberg

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Sprache als Instrument der Verständigung, Täuschung und Selbsttäuschung im Epos „Tristan“ von Gottfried von Straßburg. Dabei liegt der Fokus darauf, wie die Protagonisten Sprache sowie Körpersprache einsetzen, um in einer restriktiven höfischen Gesellschaft zu überleben und ihre geheime Liebe zu verbergen.

  • Sprache als strategisches Mittel zur Täuschung am Hof.
  • Die dialektische Spannung zwischen öffentlicher Sphäre und heimlicher Liebe.
  • Analyse der Bettgespräche und der damit verbundenen rhetorischen List.
  • Bedeutung der Körpersprache als ergänzendes Element der Täuschung.
  • Der Einfluss von Vermittlerfiguren wie Brangäne und Marjodo auf das Handlungsgeschehen.

Auszug aus dem Buch

4.2 Markes zweite List

Marke und Marjodo planen eines Nachts die weitere Vorgehensweise, um Isolde zu überlisten. Nachdem Marke beklagt hat, dass ihn sein Abschied von ihr schier um den Verstand bringt, übernimmt Isolde sogleich die Initiative, indem sie ihm entgegnet, dass sie Markes Absichtserklärung nicht ernst genommen hat und sie bestürzt darüber ist, dass er tatsächlich verreisen will. Von der Maske der Tränen unterstützt, kann sie alsbald Markes Misstrauen vertreiben. Ihren Kummer demonstriert sie mit der Dialektik von ‚ellende’ und ‚liep’: Markes Liebe hat sie in die Fremde nach Cornwall gelockt. Wenn er sie nun allein lässt, wird offenbar, dass seine Liebe nur geheuchelt ist. Sie aber bleibt freudlos und allein unter Fremden. Marke lenkt das Gespräch daraufhin auf Tristan: Sie ist Königin und gebietet über Land und Leute und darüber hinaus wird ihr Tristan zur Seite stehen, dem sie schließlich zugetan ist. Das ist das Signal für Isoldes große Denunziation Tristans: Aus Angst vor ihrem Hass, aufgrund des Mordes an ihrem Oheim, umwirbt Tristan sie und versucht heuchlerisch ihre Gunst zu erwerben. Sie erzählt Marke, dass Tristans Liebe ihr gegenüber nur gespielt ist. Während Isolde hier die Wortsprache als Mittel der Täuschung einsetzt, behauptet sie, dass Tristan durch seine Sprache täuscht. Sie gibt an, dass sie nicht als eine Frau gelten will, die ihres Mannes Freunde hasst, und dies sei der einzige Grund, warum sie Tristan gegenüber so freundlich ist. Sie geht noch weiter und behauptet schließlich, dass sie auf keinen Fall unter Tristans Obhut stehen will. Stattdessen soll sich Marke ihr annehmen und sie mit auf die Reise nehmen. Mit dieser Erklärung gelingt es Isolde jeglichen Argwohn Markes zu beseitigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus der Untersuchung auf die vielfältigen Möglichkeiten, wie die Figuren Sprache als Werkzeug der Täuschung nutzen.

2. Gottfrieds „Tristan“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Autor sowie die wahrscheinliche Entstehungszeit des Epos um 1210.

3. Die höfische Gesellschaft: Die Analyse beleuchtet das problematische Verhältnis des Helden zum Hof, das Tristan und Isolde zu einer Doppellebensführung zwingt.

4. Die Bettgespräche: Hier werden die rhetorischen Auseinandersetzungen zwischen Marke und Isolde untersucht, in denen Sprache primär der Täuschung dient.

5. Das praktische Experiment: Dieser Abschnitt beschreibt den Übergang von der verbalen Prüfung hin zu realen Hinterhalten durch den Zwerg Melot.

6. Die Minnegrotte: Die Szene in der Grotte wird analysiert, wobei besonders die Körpersprache als Instrument der Irreführung für den betrachter Marke hervorgehoben wird.

7. Tristan und Isolde Weißhand: Das Kapitel widmet sich Tristans innerer Zerrissenheit und der Selbsttäuschung im Umgang mit der zweiten Isolde.

8. Die Fortsetzungen von Türheim und Freiberg: Eine Betrachtung darüber, wie in den Fortsetzungen die Täuschung mittels Sprache schließlich den tragischen Tod der Liebenden besiegelt.

9. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die ständige Täuschung und Selbsttäuschung die Liebenden nur in eine Spirale aus Kummer und Leid treibt, aus der es kein glückliches Entkommen gibt.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, Isolde, höfische Gesellschaft, Sprache, Täuschung, Selbsttäuschung, List, Bettgespräche, Körpersprache, Marke, Brangäne, Marjodo, Ehebruch, Minnegrotte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strategische Verwendung von Sprache als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung durch die Hauptfiguren in Gottfried von Straßburgs Tristan.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konflikte zwischen individueller Liebe und gesellschaftlichen Erwartungen sowie die rhetorischen Taktiken in den Bettgesprächen und Hinterhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sprache und Körpersprache gezielt eingesetzt werden, um die Wahrheit über die Liebesbeziehung zu verbergen und den Verdacht des Königs zu zerstreuen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen Analyse des Epos unter Einbeziehung der Forschungsliteratur zur mittelalterlichen Literatur und Rhetorik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Bettgespräche, die verschiedenen praktischen Hinterhalte des Königs sowie die psychologische Situation Tristans im Umgang mit Isolde Weißhand.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Tristan, Isolde, Sprache, Täuschung, höfische Gesellschaft und die List als ständiger Begleiter der Handlung.

Welche Rolle spielt der Zwerg Melot bei den Täuschungsversuchen?

Melot fungiert als Handlanger des Königs, der durch eigene Intrigen und Hinterhalte versucht, die Liebenden zu überführen und ihre Körpersprache zu deuten.

Wie verändert sich die Sprache der Liebenden in den Fortsetzungen von Türheim und Freiberg?

In diesen Fortsetzungen führt die manipulative Nutzung der Sprache schließlich unmittelbar zum tragischen Tod der Protagonisten, als die Täuschung über die Segelfarbe das Schicksal besiegelt.

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Details

Title
Sprache als Medium der Verständigung, der Täuschung und Selbsttäuschung im 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg
College
University of Mannheim  (Seminar für Deutsche Philologie)
Course
Gottfried von Straßburg: Tristan
Grade
1,3
Author
Rebecca Crone (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V86432
ISBN (eBook)
9783638020992
Language
German
Tags
Sprache Medium Verständigung Täuschung Selbsttäuschung Tristan Gottfrieds Straßburg Gottfried Straßburg Tristan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Crone (Author), 2006, Sprache als Medium der Verständigung, der Täuschung und Selbsttäuschung im 'Tristan' Gottfrieds von Straßburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86432
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