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Der Bertelsmann Transformation Index - Innovation oder nur ein weiterer quasi-objektiver Ansatz?

Title: Der Bertelsmann Transformation Index - Innovation oder nur ein weiterer quasi-objektiver Ansatz?

Seminar Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kristina Scheuermann (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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„Noch ist die Entwicklungspolitik mit ihrem vorrangigen Fokus auf Bedürftigkeit zu wenig auf weltweite Demokratisierungstrends bezogen. Good governance muss stärker gefördert werden…“ So kritisiert der BTI einerseits direkt das bisherige Zuteilungsvorgehen der Entwicklungshilfe und indirekt empfiehlt er sich Regierungen, für die zukünftige Art und Weiße der Zuteilung, an die Hand. Zu beobachten ist auch, laut Bertelsmann Stiftung, dass immer mehr Medien, Internationale Organisationen und Regierungen den BTI nutzen. Die deutsche Bundesregierung bezeichnet ihn sogar als „bedeutende Innovation“.
In meiner Hausarbeit über den Bertelsmann Transformation Index werde ich der Frage nachgehen, ob der BTI tatsächlich die Innovation ist als die er sich feiern lässt. Um dies beantworten zu können, werde ich zum Vergleich zwei weitere Demokratieindices heranziehen und zwar Freedom House und den World Bank Governance Indicator. Ich werde den Vergleich für den Untersuchungszeitraum 2005 ansetzen, d.h. Freedom in the world 2006 und den BTI 2006 nutzen und die Governance matters VI Studie für den Untersuchungszeitraum 2005.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Indizes

2.1 Freedom House

2.2 World Bank Governance Indicators (WBI)

2.3 Der Bertelsmann Transformation Index (BTI)

3. Schwächen des BTI und Kritikansätze

4. Korrelation

4.1 Korrelation des Status Index mit World Governance Indicators

4.2 Korrelation des Management Index mit World Governance Indicators

4.3 Korrelation des Status Index Demokratie mit dem Freedom House Indicator

5. Aus den Korrelationen resultierende Schlussfolgerungen

6. Bollens sechs konventionelle Standards

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Bertelsmann Transformation Index (BTI) hinsichtlich seines Anspruchs, eine innovative Methode zur Erfassung demokratischer und marktwirtschaftlicher Transformationsprozesse zu sein. Durch einen Vergleich mit anderen etablierten Demokratieindices wie Freedom House und den World Bank Governance Indicators wird analysiert, ob der BTI einen tatsächlichen Mehrwert bietet oder lediglich ein weiterer quasi-objektiver Ansatz in der Demokratiemessung ist.

  • Methodischer Vergleich des BTI mit Freedom House und WBI.
  • Analyse der Validität des BTI durch statistische Korrelationsberechnungen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der normativen Verknüpfung von Demokratie und Marktwirtschaft.
  • Qualitative Überprüfung des BTI anhand von Bollens Standards für Demokratiemessungen.

Auszug aus dem Buch

3. Schwächen des BTI und Kritikansätze

Die häufigste Kritik der sich der BTI in der Vergangenheit stellen musste, war der Vorwurf, dass er nur Transformations- und Entwicklungsländer analysiert und konsolidierte Demokratien auslässt. Dies hat den Nachteil, dass der Vergleich zwischen den Transformationsländern und z.B. westeuropäischen Demokratien nicht gezogen werden kann und diese Beziehung beim BTI entfällt. (Pickel/Pickel 2006: S.233) Doch wird in Zukunft diese Kritik wohl verstummen, da die Bertelsmann Stiftung derzeit einen „Bertelsmann Reform Index“ (BRI) erarbeitet. Dieser Index soll über den BTI hinaus die Regierungsarbeit detaillierter untersuchen, im OECD- Raum vergleichen und eine zusammenfassende Bewertung zulassen. Er soll im Frühjahr 2008 zum ersten Mal veröffentlicht werden und diese Lücke dann schließen. (Brusis 2007: Internetlink)

Ein weiteres Problem des Indexes sind die Ländergutachten. Die Analyse der Länderexperten wird durch einen meist einheimischen Experten gegengelesen und er gibt eine unabhängige Bewertung ab. Dies kann jedoch die Interkoder-Reliabilität, also die Zuverlässigkeit, einschränken. „So ist anzunehmen, dass kulturspezifische Unterschiede die nationalen Experten zu einer länderspezifischen Subjektivität führen, die bei einer externen Bewertung so nicht gegeben sind.“ (Pickel/Pickel 2006: S.233) Dies ist äußerst kritisch für den BTI, da die Qualität dessen mit den Ländergutachten steht und fällt. (Schmidt 2006: Internetlink)

Drittens ist fraglich inwiefern die Vermischung der Messung von politischer und marktwirtschaftlicher Transformation für die Demokratiemessung sinnvoll ist. Denn durch diese Vermischung könnten politische Entwicklungen eher verdeckt werden, als dass sie zum Vorschein kommen. In der Demokratietheorie ist umstritten, ob Marktwirtschaft ein unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden Demokratie sein muss. Unbestritten sind zwar die positiven Effekte einer guten marktwirtschaftlichen Entwicklung auf die demokratische Transformation, jedoch als hinreichende Bedingung konnte sie nicht identifiziert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage, ob der BTI als Innovation in der Demokratiemessung betrachtet werden kann, und stellt das methodische Vorgehen mittels Vergleich zu anderen Indizes dar.

2. Die Indizes: In diesem Kapitel werden Freedom House, die World Bank Governance Indicators und der BTI hinsichtlich ihrer theoretischen Grundlage, ihres Aufbaus und der Datenerhebung vorgestellt.

3. Schwächen des BTI und Kritikansätze: Hier werden zentrale Kritikpunkte wie der Ausschluss konsolidierter Demokratien, Probleme der Interkoder-Reliabilität bei Ländergutachten und die theoretische Verknüpfung von Marktwirtschaft und Demokratie diskutiert.

4. Korrelation: Dieses Kapitel berechnet statistische Zusammenhänge zwischen den Werten des BTI und den Vergleichsindizes, um die Ähnlichkeit der Messergebnisse zu prüfen.

5. Aus den Korrelationen resultierende Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der Korrelationen werden interpretiert und im Hinblick auf die Validität des BTI sowie die Kritik seiner "quasi-objektiven" Natur bewertet.

6. Bollens sechs konventionelle Standards: Der BTI wird einer qualitativen Prüfung anhand wissenschaftlicher Standards unterzogen, um Transparenz, Theoriebildung und Validität zu hinterfragen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass der BTI zwar methodische Verbesserungen erzielt, aber in der theoretischen Fundierung weiterhin Herausforderungen bestehen.

Schlüsselwörter

Bertelsmann Transformation Index, BTI, Demokratiemessung, Demokratieindex, Freedom House, World Bank Governance Indicators, Korrelation, Marktwirtschaft, Transformationsmanagement, Politische Wissenschaft, Validität, Reliabilität, Ländergutachten, Governance, Transformationstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den Bertelsmann Transformation Index (BTI) und dessen Anspruch, ein innovatives Instrument zur Erfassung von Demokratie und Marktwirtschaft in Transformationsländern zu sein.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die vergleichende Analyse von Demokratiemessungen, die statistische Überprüfung von Indizes sowie die theoretische Debatte über das Verhältnis von marktwirtschaftlicher Entwicklung und Demokratisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob der BTI tatsächlich eine Innovation darstellt oder lediglich einen weiteren quasi-objektiven Ansatz bietet, der stark mit bereits bestehenden Indizes korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Vorstellung der Indizes mit einer statistischen Korrelationsanalyse (nach Pearson) und einer qualitativen Evaluation anhand der Standards von Kenneth A. Bollen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Messinstrumente, die Diskussion ihrer Schwachstellen, die quantitative Korrelationsprüfung von 20 ausgewählten Ländern sowie die normative Einordnung der Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind BTI, Demokratieindex, Transformationsmanagement, Korrelationsanalyse, Freedom House und World Bank Governance Indicators.

Wie unterscheidet sich der BTI laut Autorin von anderen Indizes?

Die Innovation des BTI wird primär in der expliziten Einbeziehung des "Transformationsmanagements" und der normativen Verknüpfung von demokratischer Entwicklung mit einer sozial verantwortlichen Marktwirtschaft gesehen.

Welches Problem identifiziert die Autorin bei den Ländergutachten des BTI?

Die Autorin weist auf die potenzielle Einschränkung der Interkoder-Reliabilität hin, da kulturspezifische Unterschiede der nationalen Experten zu einer gewissen Subjektivität bei der Bewertung führen könnten.

Zu welchem Ergebnis kommt die Arbeit bezüglich der Korrelation?

Die Berechnungen zeigen erstaunlich hohe Korrelationskoeffizienten zwischen dem BTI und den anderen Indizes, was die Autorin dazu veranlasst, die Eigenständigkeit des BTI kritisch zu hinterfragen.

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Details

Title
Der Bertelsmann Transformation Index - Innovation oder nur ein weiterer quasi-objektiver Ansatz?
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
PS: Empirische Demokratieforschung
Grade
1,3
Author
Kristina Scheuermann (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V86589
ISBN (eBook)
9783638021418
ISBN (Book)
9783640673711
Language
German
Tags
Bertelsmann Transformation Index Innovation Ansatz Empirische Demokratieforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Scheuermann (Author), 2007, Der Bertelsmann Transformation Index - Innovation oder nur ein weiterer quasi-objektiver Ansatz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86589
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