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Nukleare Strategie im Kalten Krieg - Die NATO und ihre strategische Ausrichtung in den Jahren von 1949 bis 1990

Title: Nukleare Strategie im Kalten Krieg  -  Die NATO und ihre strategische Ausrichtung in den Jahren von 1949 bis 1990

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Patrick Kreitz (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Die Entwicklung nuklearer Sprengkörper hat ein enormes Zerstörungspotential geschaffen und die Angst vor der Entfesselung dieser verheerenden Kraft hat die Strategie der Kriegsführung so entscheidend beeinflusst, wie wohl kein Waffentyp zuvor. Eine Abwehrmaßnahme gegen diese überdimensionierte Waffe schien es in der Zeit nach ihrem ersten Einsatz 1945 nicht zu geben. Schnell entstand der Gedanke, der Vernichtung durch den Gegner nur dadurch entgehen zu können, wenn man diesem mit der eigenen vollständigen Vernichtung drohte, sollte er einen bewaffneten und möglicherweise nuklearen Konflikt herbeiführen. Diese Denkweise wurde größtenteils in beiden großen politischen Blöcken geteilt, die sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges gebildet hatten.
Wie aber sah die geplante, strategische Vorgehensweise im Konfliktfall genau aus? Gab es tatsächlich nur die Option der totalen Vernichtung des Gegners? Sollte jedem bewaffneten Konflikt mit einer nuklearen Reaktion begegnet werden? Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen möchte die vorliegende Arbeit für das Verteidigungsbündnis der NATO geben. Sie konzentriert sich dabei zeitlich auf die Epoche des sogenannten Kalten Krieges, der den Zeitraum nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion (1990/1991) einnimmt. Inhaltlich soll ein genauerer Blick auf die militärstrategischen Planungen im Bereich des Einsatzes von Nuklearwaffen geworfen werden, die sich durch offizielle Statements der NATO in verschiedene Phasen einteilen lassen.

Der Autor:
Patrick Kreitz, Jahrgang 1983, ist Student der Politischen Wissenschaft und der Germanistik an der RWTH Aachen sowie Freier Mitarbeiter der Tageszeitung "Aachener Nachrichten".
(Stand: Juli 2007)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprung des Nordatlantikpakts

2.1 Der Vertrag von Dünkirchen und der Brüsseler Pakt

2.2. Die Gründung der NATO

3. Grundlegende Strategie der NATO im Konfliktfall

3.1. Bindung an die Vereinigten Staaten

3.2. Generelles strategischesKonzept

4. NATO-Strategien für den Einsatz von Nuklearwaffen

4.1. „Strategisches Bombardement“

4.2. „Massive Vergeltung“

4.3. „Flexible Reaktion“

5. Kritische Betrachtung

5.1. Kritik an der Strategie der „Massiven Vergeltung“

5.2. Kritik an der Strategie der „Flexiblen Reaktion“

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die nuklearstrategische Ausrichtung der NATO im Zeitraum von 1949 bis 1990. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die strategischen Konzepte zur Abschreckung und Verteidigung im Kalten Krieg gestaltet waren, wie sich diese im Zeitverlauf wandelten und welche Kritik sowie Alternativen existierten.

  • Entstehungsgeschichte des Nordatlantikpaktes und der NATO
  • Analyse nuklearer Strategiekonzepte: Strategisches Bombardement, Massive Vergeltung, Flexible Reaktion
  • Kritische Reflexion der Abschreckungsglaubwürdigkeit
  • Diskussion alternativer Sicherheitsmodelle am Beispiel der Raumverteidigung

Auszug aus dem Buch

4.2. „Massive Vergeltung“

Der Strategie des Einsatzes des (amerikanischen) Strategischen Bomberkommandos im Kriegsfall folgte einige Jahre später die Strategie der „Massiven Vergeltung“; der entsprechende englische Begriff lautete „massive retaliation“. Dabei handelte es sich eigentlich nicht um eine völlig neue Richtlinie, sondern eine konsequente Fortsetzung der Idee des Strategischen Bombardements in umfangreicherer Form. Initiiert wurde diese Vorgehensweise durch die US-Regierung von Präsident Eisenhower, die diese Strategie für die USA im Jahr 1953 mit der Direktive NSC 162/2 festlegte. Trotz einer aufgrund der erdrückenden sowjetischen Überlegenheit Anfang der 50er Jahre beschlossenen konventionellen Aufrüstung der NATO-Truppen führte in den Vereinigten Staaten der Wunsch nach „maximum deterrent at a bearable cost“ zu einer erheblichen nuklearen Aufrüstung bei gleichzeitiger Abrüstung konventioneller Streitkräfte, da letztere als zu kostenintensiv betrachtet wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Bedrohung durch nukleare Waffen und skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der strategischen Vorgehensweise der NATO während des Kalten Krieges.

2. Ursprung des Nordatlantikpakts: Dieses Kapitel beschreibt die geopolitischen Hintergründe nach dem Zweiten Weltkrieg, die zur Gründung der NATO und zum Abschluss von Vorläuferverträgen wie dem Brüsseler Pakt führten.

3. Grundlegende Strategie der NATO im Konfliktfall: Hier werden die kommandostrukturellen Voraussetzungen und die starke sicherheitspolitische Bindung an die USA sowie das allgemeine Verteidigungskonzept gegen eine sowjetische Aggression erläutert.

4. NATO-Strategien für den Einsatz von Nuklearwaffen: Das Kapitel erläutert chronologisch die drei maßgeblichen Konzepte: „Strategisches Bombardement“, „Massive Vergeltung“ und „Flexible Reaktion“.

5. Kritische Betrachtung: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Glaubwürdigkeit und den Mängeln der nuklearen Strategien sowie die Darstellung alternativer Konzepte wie der Raumverteidigung.

6. Fazit: Die Schlussbetrachtung würdigt die Bedeutung der Abschreckungsstrategien zur Vermeidung eines globalen Krieges und reflektiert die Rolle des rationalen politischen Handelns.

Schlüsselwörter

NATO, Kalter Krieg, Nuklearstrategie, Abschreckung, Massive Vergeltung, Flexible Reaktion, Nordatlantikpakt, Sowjetunion, USA, Verteidigungsbündnis, Nuklearwaffen, Strategisches Bombardement, Raumverteidigung, Sicherheitsumfeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die militärstrategische Ausrichtung und Entwicklung der NATO-Nuklearstrategien während der Ära des Kalten Krieges (1949–1990).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung der NATO, die verschiedenen nuklearen Doktrinen (Bombardement, Massive Vergeltung, Flexible Reaktion), die Rolle der USA im Bündnis und kritische alternative Verteidigungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie die NATO ihre geplante strategische Vorgehensweise im Konfliktfall gestaltete und ob sie tatsächlich nur die Option der totalen Vernichtung sah.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und politikwissenschaftliche Analyse, die auf offiziellen NATO-Dokumenten und einschlägiger sicherheitspolitischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, die detaillierte Analyse der drei nuklearstrategischen Phasen und eine kritische Betrachtung dieser Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind NATO, Kalter Krieg, Abschreckung, Nuklearstrategie, Massive Vergeltung und Flexible Reaktion.

Warum wurde die Strategie der "Massiven Vergeltung" kritisiert?

Die Kritik entzündete sich an der fehlenden Glaubwürdigkeit und dem extrem hohen Eskalationspotenzial, das bei einem begrenzten Konflikt die totale Vernichtung Europas hätte bedeuten können.

Was versteht man unter dem Modell der Raumverteidigung als Alternative?

Die Raumverteidigung ist ein konventionelles Modell, das auf der Verteidigung des gesamten Staatsgebiets durch kleine, mobile Einheiten basiert, um einen Angreifer ohne massiven nuklearen Einsatz zu zermürben.

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Details

Title
Nukleare Strategie im Kalten Krieg - Die NATO und ihre strategische Ausrichtung in den Jahren von 1949 bis 1990
College
RWTH Aachen University  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Nukleare Proliferation und internationale Sicherheit (Prof. Dr. Ralph Rotte, SS07)
Grade
2,0
Author
Patrick Kreitz (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V86601
ISBN (eBook)
9783638010894
ISBN (Book)
9783638915373
Language
German
Tags
Nukleare Strategie Kalten Krieg NATO Ausrichtung Jahren Nukleare Proliferation Sicherheit Ralph Rotte SS07)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Kreitz (Author), 2007, Nukleare Strategie im Kalten Krieg - Die NATO und ihre strategische Ausrichtung in den Jahren von 1949 bis 1990, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86601
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