Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Über die Entstehung des Weltstaates, seinen Geist und den Übergang bzw. die Befreiung desselben zum Gottesstaat bei Augustinus

Title: Über die Entstehung des Weltstaates, seinen Geist und den Übergang bzw. die Befreiung desselben zum Gottesstaat bei Augustinus

Term Paper , 2000 , 9 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl.-Soz.-Wiss. Mirko Strauß (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Augustinus „Zwei-Reiche-Lehre“, das himmlische und das irdische Reich, impliziert eine Entwertung der Weltlichkeit. Der irdische Frieden wird für die Gläubigen zwar als nützlich angenommen, jedoch ist dieser Zustand nicht primär erstrebenswert. Vielmehr postuliert Augustinus einen „himmlischen Frieden“, welcher über die Erlösung des Einzelnen erreicht werden kann. Die irdische Existenz dient lediglich als Übergang zum Reich Gottes. Hierbei werden der Weltstaat und die entsprechenden Institutionen als Instrumente genutzt. Augustinus Vorstellung vom Übergang des Weltstaates zum Gottesstaat durchbricht das platonische Kreisdenken und bringt eine lineare Geschichtsdeutung zum Ausdruck. Dabei wurden entscheidende Impulse für ein Denken in Fortschrittskategorien gesetzt, womit Geschichte als ein „fortschreitender Prozess“ interpretierbar wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des Weltstaates

3. Der Geist des Weltstaates

3.1 Die Bedeutung des Geistes des Weltstaates für den Gottesstaat

4. Der Übergang des Weltstaates zum Gottesstaat

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert Augustinus' Konzept der Zwei-Reiche-Lehre, um die Entstehung, den Charakter und die finale Transformation des Weltstaates in den Gottesstaat zu untersuchen und dessen Bedeutung für die geschichtstheologische Entwicklung darzulegen.

  • Struktur der Entstehung des Weltstaates
  • Die geistige Verfasstheit des Weltstaates
  • Die funktionale Rolle des Weltstaates für den Gottesstaat
  • Transformation und das Ende der Geschichte
  • Augustinische Geschichtsdeutung im Übergang zur Mittelalterphilosophie

Auszug aus dem Buch

3. Der Geist des Weltstaates

Der Geist des Weltstaates artikuliert sich im Besonderen durch die herrschenden Normen und Werte, der diesen Staat bildenden Individuen. Diese Normen und Werte sind demnach ein Abbild der Bedürfnisse jener Gemeinschaft, welche von materieller und genussorientierter Natur sind. Ruhmsucht und Herrschbegierde - weitere Attribute dieses Geistes – sind nach Augustinus die Folge der Verehrung und Nachahmung falscher Götter. Dementsprechend kommen in großgesellschaftlichen Einrichtungen, also in Staaten im modernen Sinne, viele Charakterzüge des Weltstaates zum Ausdruck.

„Die Verehrer und Liebhaber der Götter, deren Verbrechen und Schandtaten sie mit Freude nachahmen, kümmert es nicht im geringsten, wenn der Staat hässlich und abscheulich ist.“4

Es wird deutlich, dass der Geist des Weltstaates somit ständig auf die Rechts- und Ordnungs und Hierarchiestrukturen von Staatengebilden und Gemeinschaften einwirkt. Je nach Stärke seines Potenzials, das Augustinus in einem Staat vorzufinden glaubt, spricht dieser sogar vom „Teufelsstaat“ (civitas diaboli), und umreißt somit den Begriff „Weltstaat“ semantisch schärfer. Der Geist des Weltstaates beherrscht damit jene Genossenschaft, deren Vorherbestimmtheit die einzige Strafe durch den Teufel ist. Im Gegensatz hierzu steht die Vorherbestimmtheit der Mitglieder des himmlischen Staates, die in Ewigkeit mit Gott verweilen sollen. Augustinus Geist vom Weltstaat repräsentiert das Böse schlechthin. Im Kontext der Weltgeschichte steht ihm diametral der Geist des Gottesstaates gegenüber, deren Verschiedenheit als die Triebkraft im Kampf des Reiches Gottes gegen das Reich Satans dient. Ihn zu erkennen und zu widerstehen ist die wesentliche Aufgabe der christlichen Gemeinde, womit das eigentliche Motiv seiner Existenz verdeutlicht wird: Im Kampf zwischen Gut und Böse die Gruppe der Erwählten per kollektiver Abgrenzung vom Weltstaat zu sammeln, um ihnen schließlich ein gemeinsames Leben am Tage des Gerichts zuteil werden zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die methodische Herangehensweise und die Zielsetzung der Arbeit, die augustinische Weltanschauung sowie deren Bedeutung für den Übergang von der Antike zum Mittelalter verständlich darzulegen.

2. Die Entstehung des Weltstaates: Dieses Kapitel beschreibt den Weltstaat als historisch einmaligen Prozess, der durch das Prinzip der Selbstliebe begründet wird und im Geist des Kains seine symbolische Verkörperung findet.

3. Der Geist des Weltstaates: Das Kapitel analysiert die auf materiellen Bedürfnissen und falschen Göttern basierenden Werte des Weltstaates, welche als „civitas diaboli“ dem Gottesstaat diametral gegenüberstehen.

3.1 Die Bedeutung des Geistes des Weltstaates für den Gottesstaat: Hier wird untersucht, wie der Gottesstaat den irdischen Weltstaat instrumentalisiert, um seine religiöse Ewigkeitsaufgabe im Rahmen der Pilgerschaft zu erfüllen.

4. Der Übergang des Weltstaates zum Gottesstaat: Dieses Kapitel thematisiert die lineare Geschichtsauffassung Augustinus' und den endzeitlichen Sieg des Guten, der die Befreiung der Auserwählten aus der weltlichen Sphäre markiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Entwertung der Weltlichkeit durch die Zwei-Reiche-Lehre zusammen und unterstreicht die Bedeutung Augustinus' für die Etablierung linearer Fortschrittskategorien in der Geschichtsdeutung.

Schlüsselwörter

Augustinus, Weltstaat, Gottesstaat, Zwei-Reiche-Lehre, Civitas Dei, Civitas Diaboli, Geschichtsphilosophie, Pilgerschaft, Mittelalter, Lineare Geschichte, Erlösung, Kain und Abel, Weltanschauung, Herrschaft, Glaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Theologie des Augustinus, speziell mit seinem Verständnis von der Entstehung des Weltstaates und dessen Beziehung zum himmlischen Gottesstaat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Charakterisierung des Weltstaates als „irdisches Reich“, die augustinische Lehre von der Pilgerschaft und die Transformation der Geschichte durch das Ende der weltlichen Ordnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die augustinische Weltanschauung und den Übergang zum Gottesstaat von populären Fehlinterpretationen, etwa einer bloßen Rechtfertigung mittelalterlicher Hierarchien, abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologiegeschichtliche und politikwissenschaftliche Analyse, die den Text „De Civitate Dei“ unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Sekundärliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Weltstaates (Kain), die Identifikation seines Geistes als „civitas diaboli“ und die teleologische Ausrichtung der Geschichte auf den Sabbat der Auserwählten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zwei-Reiche-Lehre, lineare Geschichtsdeutung, Erlösung, Opportunismus der Pilgerschaft und die Gegenüberstellung von Gottes- und Weltstaat geprägt.

Wie unterscheidet Augustinus laut der Arbeit den Weltstaat vom Gottesstaat?

Die Unterscheidung erfolgt über die Willensrichtung: Der Weltstaat gründet auf der Selbstliebe und Abkehr von Gott, während der Gottesstaat auf der Gottesliebe und dem Streben nach ewiger Erlösung basiert.

Warum spielt der „irdische Frieden“ für die Gläubigen eine Rolle?

Der irdische Frieden ist für Augustinus kein Selbstzweck, sondern dient den Gläubigen als notwendiges Instrumentarium, um innerhalb der Welt die eigene religiöse Ewigkeitsaufgabe sicher ausüben zu können.

Excerpt out of 9 pages  - scroll top

Details

Title
Über die Entstehung des Weltstaates, seinen Geist und den Übergang bzw. die Befreiung desselben zum Gottesstaat bei Augustinus
College
University of Duisburg-Essen
Course
Propädeutikum: Was ist Herrschaft?
Grade
1,7
Author
Dipl.-Soz.-Wiss. Mirko Strauß (Author)
Publication Year
2000
Pages
9
Catalog Number
V86610
ISBN (eBook)
9783638021494
Language
German
Tags
Entstehung Weltstaates Geist Befreiung Gottesstaat Augustinus Propädeutikum Herrschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz.-Wiss. Mirko Strauß (Author), 2000, Über die Entstehung des Weltstaates, seinen Geist und den Übergang bzw. die Befreiung desselben zum Gottesstaat bei Augustinus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86610
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  9  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint