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Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg in Deutschland

Title: Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg in Deutschland

Seminar Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Katarina Hoberg (Author)

Sociology - Children and Youth
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In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg in Deutschland. Im Zuge dessen möchte ich gesondert auf die Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund eingehen. Den Aspekt der Lebensform werde ich hingegen nicht explizit behandeln, da dies den Umfang dieser Hausarbeit überschreiten würde. Ich werde versuchen herauszufinden, ob auch im Jahr 2007 noch so stark nach sozialer Herkunft, Bildungsstatus der Eltern und Staatsbürgerschaft selektiert wird, wie dies vor 50 Jahren der Fall war.
Seit dem Jahr 1960 eine hat eine „Bildungsexpansion“ stattgefunden. Der Begriff „Bildungsexpansion“ beschreibt die „Ausdehnung des Bildungswesens (...) insbesondere de(n) Ausbau der Realschulen, der Gymnasien sowie der Fachschulen, Fachhochschulen und der Universitäten“ (Geißler, Bildungsexpansion und Bildungschancen, Zentrale für politische Bildung). Dies ist durch das „immer längere Verweilen im Bildungssystem“ (Geißler, Bildungsexpansion und Bildungschancen, Zentrale für Politische Bildung) zu erklären, da immer mehr junge Menschen mittlere oder hohe Abschlüsse anstreben und diese auch erlangen. Vergleicht man etwa die Abschlussjahrgänge der Jahre 2002 (= 25% AbiturientenInnen) und 1960 (= 6% AbiturientenInnen), lässt sich diese Tendenz unschwer belegen.

Zu Beginn möchte ich hier im Folgenden noch auf den Begriff der „sozialen Herkunft“ eingehen und ihn weitest möglich definieren, um Missverständnissen vorzubeugen. Die soziale Herkunft beschreibt die Verinnerlichung der dem sozialen „Millieu eigentümlichen Möglichkeiten, Beschränkungen, Vorlieben und Abneigungen – den Habitus“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Aufgaben des deutschen Bildungssystems

3. Das schulpolitische Ziel „Chancengleichheit“ in Deutschland und die Realität, belegt durch die „PISA-Studie

4. „Das Sein prägt das Bewusstsein“ - Bildungskarrieren im Hinblick auf die soziale Herkunft

5. Alle sind gleich, doch Einige sind gleicher - Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg in Deutschland, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt. Ziel ist es, zu analysieren, ob auch im Jahr 2007 eine starke Selektion nach sozialem Status, Bildungshintergrund der Eltern und Staatsbürgerschaft stattfindet.

  • Soziale Herkunft und Habitus nach Pierre Bourdieu
  • Aufgaben des deutschen Bildungssystems und das Ideal der Chancengleichheit
  • Einfluss der PISA-Studie auf die bildungspolitische Debatte
  • Bildungskarrieren in Abhängigkeit von verschiedenen Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial)
  • Diskriminierungserfahrungen und strukturelle Benachteiligung von Migrantenjugendlichen

Auszug aus dem Buch

4. „Das Sein prägt das Bewusstsein“(Karl Marx) - Bildungskarrieren im Hinblick auf die soziale Herkunft

„Auf den verschiedenen Formen des Eigentums auf den sozialen Existenzbedingungen erhebt sich ein ganzer Überbau verschiedener und eigentümlich gestalteter Empfindungen, Illusionen, Denkweisen und Lebensanschauungen.“ (Karl Marx, in Burzan, Soziale Ungleichheit, S. 16)

Dies will aussagen, dass die jeweiligen Existenzbedingungen, das Umfeld in dem sich die verschiedenen Individuen bewegen, die Denkweisen, das Empfinden und auch die Lebensanschauung bedeutend prägen. So bestimmt das „gesellschaftliche Sein“ nach Marx das „soziale Bewusstsein“. Das Kind eines Fabrikarbeiters ist also durch eine andere Sicht auf die Welt geprägt, als das Kind eines Akademikers. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Kapitalformen unterschiedlich verteilt sind. „Die zu einem bestimmten Zeitpunkt gegebene Verteilungsstruktur verschiedener Arten (...) von Kapital entspricht der immanenten Struktur der gesellschaftlichen Welt (...) durch die die Erfolgschancen in der Praxis entschieden werden.“ (Bourdieu, Burzan, Soziale Ungleichheit, S. 139)

Familien mit beispielsweise viel ökonomischem Kapital sind häufig auch reich an objektivertem Kulturkapital, da dieses häufig erst durch das Erreichen einer gewissen ökonomischen Stellung und den dadurch vorhandenen Geldfluss zu erwerben ist. Ähnlich sieht es mit Verknüpfungen der anderen Kapitalformen aus. So hängt das Innehaben der verschiedenen Kapitalformen oft wechselseitig von einander ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Forschungsgegenstandes und Einführung in die zentralen Begriffe wie soziale Herkunft und Bildungsexpansion.

2. Die Aufgaben des deutschen Bildungssystems: Erläuterung der Funktionen Sozialisation, Statuszuweisung, Auswahl von Wissensbeständen und Grundkonsenssicherung nach Hradil.

3. Das schulpolitische Ziel „Chancengleichheit“ in Deutschland und die Realität, belegt durch die „PISA-Studie: Kritische Auseinandersetzung mit der ungleichen Verteilung von Bildungschancen und der Relevanz der PISA-Ergebnisse.

4. „Das Sein prägt das Bewusstsein“ - Bildungskarrieren im Hinblick auf die soziale Herkunft: Analyse, wie sozioökonomische Faktoren und Kapitalarten den akademischen Erfolg determinieren.

5. Alle sind gleich, doch Einige sind gleicher - Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen und Diskriminierungen von Jugendlichen mit Migrationsbiografien.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über das Scheitern der Chancengleichheit und Forderung nach strukturellen Reformen wie dem Ausbau von Ganztagsschulen.

Schlüsselwörter

Soziale Herkunft, Bildungserfolg, Bildungssystem, Chancengleichheit, PISA-Studie, Bildungsexpansion, Migrationshintergrund, Kulturelles Kapital, Habitus, Statuszuweisung, soziale Ungleichheit, Bildungspolitik, Integration, Selektion, Bildungsbiografie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg im deutschen Schulsystem und beleuchtet kritisch, ob das Ideal der Chancengleichheit realisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die soziale Stratifikation, die Funktionen des Bildungswesens, die Ergebnisse der PISA-Studien und die spezifischen Hürden für Kinder aus bildungsfernen Haushalten sowie für Migrantenjugendliche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob im Jahr 2007 weiterhin eine starke Selektion nach sozialer Herkunft und Bildungsstatus der Eltern erfolgt, wie dies vor 50 Jahren der Fall war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis soziologischer Literatur (u.a. Bourdieu, Marx, Hradil) und empirischer Studien wie der PISA-Studie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bildungsfunktionen, die Analyse der PISA-Ergebnisse, die Bedeutung der Kapitalformen für den Bildungserfolg und die Situation von Schülern mit Migrationshintergrund.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind soziale Herkunft, Chancengleichheit, Bildungsexpansion, Kapitalarten und Migrationshintergrund.

Welche Rolle spielt der Begriff "Habitus" in der Argumentation der Autorin?

Der Begriff dient dazu, die tiefgreifende Prägung durch das soziale Milieu zu erklären, welche die Möglichkeiten, Vorlieben und Abneigungen eines Individuums beeinflusst und somit den Bildungserfolg mitbestimmt.

Warum betont die Arbeit die Bedeutung von Ganztagsschulen?

Ganztagsschulen werden als Lösung vorgeschlagen, um Schülern aus bildungsfernen Schichten durch Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebote einen Ausgleich für mangelndes häusliches Kapital zu bieten.

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Details

Title
Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg in Deutschland
College
University of Hamburg
Grade
bestanden
Author
Katarina Hoberg (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V86622
ISBN (eBook)
9783638021517
ISBN (Book)
9783638923484
Language
German
Tags
Einfluss Herkunft Bildungserfolg Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katarina Hoberg (Author), 2007, Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86622
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