Eine der schwerwiegendsten und aktuellsten Veränderungen im Bereich landwirtschaftlicher Subventionen stellt die Zuckermarktreform vom Nov. 2005 dar. Der Zuckerpreis in der EU entsprach bis zum Jahr 2006 fast dem 7,5 fachen Wert des Weltmarktpreises für 1999. Im Zuge dieser Veränderungen wird die Subvention des Zuckers, die hauptsächlich durch hohe Verbraucherpreise getragen wurde, schrittweise abgebaut.
„Durch die Reform werden die Wettbewerbsfähigkeit und die Marktorientierung des Zuckersektors in der Europäischen Union erhöht, seine langfristigen Zukunftsperspektiven gesichert und die Verhandlungsposition der EU bei der derzeitigen Runde der Welthandelsgespräche gestärkt. Damit wird ein seit nahezu 40 Jahren weitgehend unverändertes System dem restlichen Teil der reformierten Gemeinsamen Agrarpolitik angeglichen.“
In dieser Untersuchung geht es um die Interdependenz zwischen der wirtschaftlichen Situation der Landwirte und der EU Agrarpolitik am Beispiel dieser Reform. Ich werde, am Beispiel der EU-Zuckermarktreform vom Nov. 2005, die Auswirkungen der EU Agrarsubventionspolitik auf die wirtschaftliche Lage landwirtschaftlicher Betriebe untersuchen. Die Zuckermarktreform vom Nov. 2005 wirkt sich nicht nur auf die Zuckererzeuger aus, sondern auch auf alle anhängigen Wirtschaftszweige.
Inhaltsverzeichnis
Definitionen
I. Einleitung
II. Historie der Zuckerherstellung
III. Historie der Zuckermarktordnungen
IV. Aufbau der Zuckermarktordnungen
IV.1 Das Quotensystem
IV.2 Das Preissystem
IV.3 Import und Export
V. Die EU-Zuckermarktreform vom November 2005
V.1 Die Preissenkung
V.2 Die Restrukturierung
V.3 Verordnung (EG) Nr. 318/2006 des Rates vom 20. Februar 2006
V.4 Verordnung (EG) Nr. 319/2006 des Rates vom 20. Februar 2006
V.5 Verordnung (EG) Nr. 320/2006 des Rates vom 20. Februar 2006
VI. Die Auswirkungen der Zuckermarktreform in Zahlen
VI.1 Methodische Unterschiede bei der Berechnung des Deckungsbeitrages
VI.2 Beispielbetrieb Hildesheimer Börde
VI.3 Beispielbetrieb Mecklenburg-Vorpommern
VI.4 Vergleich des Betriebs in Mecklenburg-Vorpommern mit dem in der Hildesheimer Börde
VI.5 Der bundesdeutsche Zuckermarkt und beeinflussende Faktoren
VI.6 Der Zuckermarkt in der EU
VI.7 Import und Export von Zucker
VI.8 Forschungsinteresse: „Die Auswirkungen der EU Zuckermarktreform auf die wirtschaftliche Lage von Zuckerrüben anbauenden landwirtschaftlichen Betrieben in der Köln-Aachener Bucht.“
VI.9 Die Hypothesen
VII. Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der Auswirkungen der EU Zuckermarktreform vom Nov. 2005 auf landwirtschaftliche Betriebe
VII.1 Probleme bei der Konzeption
VII.2 Entwicklung des Fragebogens
VII.3 Der Fragebogen
VIII. Befragung der Landwirte
IX. Auswertung der Befragung
IX.1 Erster Teil des Fragebogens: Struktur des landwirtschaftlichen Betriebs
IX.2 Zweiter Teil des Fragebogens: Finanzen und Zuckermarktreform
IX.3 Dritter Teil des Fragebogens: Fruchtfolgen und Erträge
IX.4 Vierter Teil des Fragebogens: Maschinenpark
X. Statistische Auswertung mit SPSS Kreuztabellen
X.1 Erklärung des Auswertungsverfahrens
X.2 Allgemeine Auswertungen
X.3 Auswertungen zum Bereich der Investition
X.4 Auswertungen zu finanziellen Aspekten
X.5 Auswertungen zur Betriebsaufgabe
XI. Auswertungen und Ergebnisse
XII. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen der EU-Zuckermarktreform von 2005 auf die wirtschaftliche Situation landwirtschaftlicher Betriebe, speziell in der Region Köln-Aachener Bucht, und analysiert dabei die Anpassungsstrategien sowie das Investitionsverhalten der Landwirte.
- Analyse der EU-Agrarpolitik und der Zuckermarktreform
- Empirische Untersuchung der betriebswirtschaftlichen Auswirkungen
- Auswertung der Investitionsbereitschaft und Maschinenparks
- Betrachtung von Fruchtfolgen und Deckungsbeiträgen
- Ableitung betriebsindividueller Anpassungsstrategien
Auszug aus dem Buch
II. Historie der Zuckerherstellung
Die Geschichte der Zuckerherstellung und des Zuckerrohranbaus beginnt ca. 8000 Jahre vor Christi Geburt. Einige Quellen datieren erste Funde von angebautem Zuckerrohr sogar bis auf 15000 v. Chr. zurück. In Polynesien wurden die ältesten Funde von angebautem Zuckerrohr gemacht. Sie stellen damit den ältesten belegten Anbau von Zuckerrohr dar. Von der nördlich von Australien gelegenen Inselgruppe Melanesien breitete sich das Zuckerrohr über Ostasien bis nach Indien und Persien aus, wohin es ca. 6000 v.Chr. gelangte. Dort wurde aus dem Zuckerrohr jedoch noch kein Zucker gewonnen, sondern es diente in unverarbeiteter Form als Nahrungsmittel.
Auch das Wort Zucker entwickelte sich im Indischen Raum; auf Sanskrit eine frühe Sprache der Inder, ähnlich dem Lateinischen, hieß Zucker „sarkura“ bzw. verkürzt „sakura“. Daraus entwickelte sich im Arabischen das Wort „sakkara“ und später „sukkar“. In der Spätantike war Zucker als „saccharum“ bekannt.
Erst 600 v. Chr. wurde die Gewinnung von Zucker aus Zuckerrohr durch die Perser entdeckt. Zur Gewinnung von Zucker wurde Zuckerrohrsaft in Holz- oder Tonkegel gefüllt, die unten ein Loch hatten. Nach dem Auskristallisieren des Zuckers, wurde der restliche Zuckerrohrsaft durch ein Loch in der Spitze abgelassen. Wenn man den Kegel umdrehte fiel ein Zuckerhut heraus. Dieses Verfahren wurde in Indien erst seit 300 n. Chr. angewandt. In der Spätantike wurde Zucker, der aus Persien und Indien importiert wurde, als luxuriöses Gut von Patriziern geschätzt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einordnung der EU-Zuckermarktreform von 2005 als bedeutende agrarpolitische Veränderung und Definition der Forschungsfrage für die Köln-Aachener Bucht.
II. Historie der Zuckerherstellung: Überblick über die historische Entwicklung von der Entdeckung des Zuckerrohrs bis zur Etablierung des Rübenzuckers in Europa.
III. Historie der Zuckermarktordnungen: Erläuterung der gesetzlichen Regulierungen des Zuckermarktes auf nationaler und europäischer Ebene bis zur Reform 2006.
IV. Aufbau der Zuckermarktordnungen: Beschreibung des Quotensystems, Preissystems sowie der Import- und Exportregelungen vor und während der Reform.
V. Die EU-Zuckermarktreform vom November 2005: Detaillierte Darstellung der vier Reformpfeiler: Quotenanpassung, Preissenkung, Restrukturierung und Verordnungen.
VI. Die Auswirkungen der Zuckermarktreform in Zahlen: Analyse von Beispielbetrieben und Marktdaten, um die ökonomischen Folgen der Reform quantitativ greifbar zu machen.
VII. Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung der Auswirkungen der EU Zuckermarktreform vom Nov. 2005 auf landwirtschaftliche Betriebe: methodische Herleitung und Konzeption des zur Erhebung verwendeten Fragebogens.
VIII. Befragung der Landwirte: Beschreibung der angewandten Methoden (Face-to-Face und Telefoninterviews) zur Datenerhebung bei den landwirtschaftlichen Betrieben.
IX. Auswertung der Befragung: Deskriptive Analyse der gesammelten Daten, unterteilt in Struktur, Finanzen, Fruchtfolgen und Maschinenpark.
X. Statistische Auswertung mit SPSS Kreuztabellen: Anwendung statistischer Methoden zur Untersuchung von Korrelationen zwischen Reformeinflüssen und betrieblichem Handeln.
XI. Auswertungen und Ergebnisse: Verifizierung der aufgestellten Hypothesen auf Basis der durchgeführten Analysen.
XII. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen und der langfristigen Perspektiven für die Landwirte.
Schlüsselwörter
EU-Zuckermarktreform, Zuckerrübenanbau, Landwirtschaft, Köln-Aachener Bucht, Deckungsbeitrag, EU-Agrarpolitik, Quote, Restrukturierung, Investitionen, Maschinenpark, Rübenzucker, Betriebsstruktur, Agrarsubventionen, Rentabilität, Marktorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit analysiert, wie sich die EU-Zuckermarktreform aus dem Jahr 2005 auf die ökonomische Situation von Landwirten auswirkt, die Zuckerrüben anbauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Analyse agrarpolitischer Rahmenbedingungen, die Untersuchung betriebswirtschaftlicher Auswirkungen auf Einkommen und Investitionen sowie die Erhebung von Daten zur betrieblichen Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die Auswirkungen der Reform speziell auf die wirtschaftliche Lage von landwirtschaftlichen Betrieben in der Köln-Aachener Bucht zu identifizieren und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativ-quantitativer Forschungsansatz gewählt, der eine Literaturanalyse, eine empirische Datenerhebung mittels Fragebögen bei 30 Landwirten sowie eine statistische Auswertung mit SPSS umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Historie und der rechtlichen Reformgrundlagen, die statistische Aufarbeitung der Befragungsergebnisse sowie die Interpretation dieser Daten im Hinblick auf die Investitions- und Anpassungsentscheidungen der Betriebe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zuckermarktreform, Zuckerrübenanbau, Deckungsbeitrag, EU-Agrarpolitik, Restrukturierung, Investitionsverhalten, Maschinenpark.
Wie unterscheidet sich der Betrieb in der Hildesheimer Börde von dem in Mecklenburg-Vorpommern?
Während der Betrieb in der Hildesheimer Börde eine hohe Abhängigkeit vom Rübenanbau aufweist, ist der Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern durch seine Größe und Diversifizierung weitestgehend unabhängig vom Erfolg der Zuckerrübe.
Welche Rolle spielen Maschinengemeinschaften bei der Anpassung an die Reform?
Sie dienen als zentrales organisatorisches Mittel, um die Fixkosten für teure Spezialmaschinen durch eine höhere Auslastung zu senken und somit die wirtschaftliche Effizienz trotz sinkender Zuckerpreise zu erhalten.
Ist eine lineare Kürzung der Quoten durch die Zuckerfabriken wahrscheinlich?
Der Autor schätzt dies als wahrscheinlich ein, falls das Ziel der freiwilligen Quotenzurückgabe durch die Landwirte bis 2010 nicht erreicht wird, was für viele Betriebe erhebliche wirtschaftliche Probleme bedeuten würde.
- Quote paper
- Sebastian Schauff (Author), 2008, Die Auswirkungen der EU Zuckermarktreform auf die wirtschaftliche Lage von Zuckerrüben anbauenden landwirtschaftlichen Betrieben in der Köln-Aachener Bucht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86659