Die schulische Hinterbühne ist ein schlüssig konstruiertes Modell, das einen bestimmten Aspekt des schulischen Alltags beschreibt. Mit ihm werden Phänomene greifbar, die, einzeln betrachtet, wohl vielen bekannt, aber schlecht greifbar sind. Isoliert finden diese Phänomene zwar immer wieder Beachtung, nicht zuletzt deshalb, weil sie in bestimmten Ausprägungsformen oft zum schlechten Klima einer Schule beitragen. Bei der Betrachtung des Innenlebens der Institution Schule aus soziologischer Sicht kann man sie jedoch gut aufschlüsseln und als bestimmten Typus des alltäglichen Schulverhaltens in das Gesamtbild der Institution einfügen.
Trotzdem wird das schulische Hinterbühnengeschehen als solches schulpädagogisch wie schulpolitisch wenig beachtet. Ich möchte daher im Folgenden beschreiben, worum es sich dabei handelt und welches die Bedingungen sind, die solch eine Hinterbühne entstehen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die schulische Hinterbühne
3. Worin besteht die Problematik des Hinterbühnengeschehens?
4. Was ist die „just community“?
5. Inwiefern kann das “just community” – Modell hilfreich sein?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der „schulischen Hinterbühne“ als Ausdruck von Frustration und fehlender Mitsprache bei Schülern und Lehrern. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob durch das Modell der „just community“ (Gerechte Gemeinschaft) die Spaltung zwischen Schülern und Lehrern überwunden, das Hinterbühnengeschehen eingedämmt und ein positiveres, demokratisches Schulklima etabliert werden kann.
- Phänomenologie der schulischen Hinterbühne
- Ursachen von Schüler-Lehrer-Konflikten und Subkulturen
- Analyse der Schüler-Lehrer-Interaktion
- Das Konzept der „just community“ von Lawrence Kohlberg
- Demokratisierung der Schule als pädagogische Handlungsstrategie
Auszug aus dem Buch
Die schulische Hinterbühne
Die schulische Hinterbühne ist ein schlüssig konstruiertes Modell, das einen bestimmten Aspekt des schulischen Alltags beschreibt. Mit ihm werden Phänomene greifbar, die, einzeln betrachtet, wohl vielen bekannt, aber schlecht greifbar sind. Isoliert finden diese Phänomene zwar immer wieder Beachtung, nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihren Ausprägungsformen oft zum schlechten Klima einer Schule beitragen. Bei der Betrachtung des Innenlebens der Institution Schule aus soziologischer Sicht kann man sie jedoch gut aufschlüsseln und als bestimmten Typus des alltäglichen Schulverhaltens in das Gesamtbild der Institution einfügen.
Trotzdem wird das schulische Hinterbühnengeschehen als solches schulpädagogisch wie schulpolitisch wenig beachtet. Ich möchte daher im Folgenden beschreiben, worum es sich dabei handelt und welches die Bedingungen sind, die solch eine Hinterbühne entstehen lassen.
Gemeint ist mit der Bezeichnung „Hinterbühne“ all jenes Geschehen, was sich jenseits des öffentlichen, institutionell vereinbarten oder festgesetzten Rahmens abspielt.
Der öffentliche Rahmen umfasst alles, was gemeinsam von Lehrern und Schülern in einer mehr oder weniger öffentlichen Form durchgeführt wird und aus dem Sinn und Zweck der Schule entsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Modell der schulischen Hinterbühne und Aufwerfen der Frage, ob Demokratisierung das Problem lösen kann.
2. Die schulische Hinterbühne: Detaillierte Analyse der Entstehung von Hinterbühnenaktivitäten als Abspaltung von der offiziellen Vorderbühne des Unterrichts.
3. Worin besteht die Problematik des Hinterbühnengeschehens?: Erörterung der destruktiven Folgen, wenn das Hinterbühnengeschehen das Schulklima durch Frustration und Machtlosigkeit dominiert.
4. Was ist die „just community“?: Vorstellung des von Lawrence Kohlberg entwickelten Konzepts der „Gerechten Gemeinschaft“ zur moralischen Erziehung.
5. Inwiefern kann das “just community” – Modell hilfreich sein?: Untersuchung des Potenzials zur Einbindung von Schülern in demokratische Prozesse zur Konfliktlösung.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Vorteile einer aktiven Auseinandersetzung mit der Schulstruktur durch Demokratisierung.
Schlüsselwörter
Schulische Hinterbühne, Demokratisierung der Schule, Just Community, Schulklima, Schüler-Lehrer-Verhältnis, Moralentwicklung, Subkultur, Institution Schule, Partizipation, Konfliktlösung, Machtlosigkeit, Vorderbühne, Gerechte Gemeinschaft, pädagogisches Handeln, Mitspracherecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologisch-pädagogischen Analyse von informellen, oft subversiven Verhaltensweisen von Schülern und Lehrern an Schulen, die als „Hinterbühne“ bezeichnet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen offiziellen Schulregeln und inoffiziellen Subkulturen, die Dynamik von Frustration und Machtlosigkeit sowie Konzepte der schulischen Mitbestimmung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob durch die Implementierung eines demokratischen Schulklimas, wie es im „just community“-Modell gelebt wird, die negativen Auswüchse des Hinterbühnengeschehens reduziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse soziologischer Modelle (insbesondere Zinnecker) und die vergleichende Betrachtung von Konzepten der moralischen Erziehung und Partizipation (Kohlberg) zur Bewertung der schulischen Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Hinterbühne, die Analyse der zugrunde liegenden Problematik (Ohnmachtsgefühle, Distanzierung) und die Diskussion der „just community“ als Lösungsansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Hinterbühne, Demokratisierung, Just Community, Partizipation und Schulklima.
Wie unterscheidet sich das Verhalten auf der „Hinterbühne“ vom offiziellen Unterrichtsgeschehen?
Während auf der „Vorderbühne“ (Unterricht) offizielle Normen und Rollen stabilisiert werden, dienen Hinterbühnenbereiche wie Pausen oder unbeobachtete Orte als Rückzugsräume zur Ausagierung von Frustration und zur Entwicklung eigener, oft gegensätzlicher Regeln.
Warum spielt das Gefühl der Machtlosigkeit bei Schülern eine so große Rolle?
Die Arbeit argumentiert, dass das Fehlen von Mitspracherechten bei der Gestaltung ihres Schullebens Schüler frustriert, was sie in eine „Abwehrhaltung“ treibt, in der sie sich als machtlos gegenüber den Institutionen empfinden.
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- Anne Burkhardt (Autor), 2002, Das Problem der "schulischen Hinterbühne", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8669