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Martha Graham: "Musik ist stets nur Rahmen für den Tanz"

Zur Rolle der Musik bei Martha Graham

Title: Martha Graham: "Musik ist stets nur Rahmen für den Tanz"

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sarah Wendel (Author)

Theater Studies, Dance
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„Each art has an instrument and a medium. The instrument of the dance is the human body; the medium is movement.” Martha Grahams Tanz ist ihr Leben: „Ich strebe danach, mich in der Bewegung darzustellen, nicht in Worten. Es scheint mir, als hätte ich Meilen von Worten durch das Medium Tanz dargestellt.“ Die Abgrenzung von Sprache scheint schnell einsichtig: Grahams Choreographien bleiben wortlos. Die Grenze zu zwei weiteren Künsten jedoch ist weit weniger deutlich zu ziehen. Die Verwendung von Maske, Kostüm, Requisiten und Bühnenbild in Grahams Tänzen weist auf die Verwandtschaft zur Bildenden Kunst; dass die Bewegungen ausschließlich zu Klängen stattfinden, auf die Musik. Das Nebeneinander der Kunstformen ist nach Graham in ihren Tänzen jedoch nicht paritätisch:
"Dance is an absolute. It is knowledge about something, but is knowledge itself. In that sense it is like music. It is independent of service to an idea, but it is of such highly organized activity that it can produce idea."
Der Vergleich mit der Musik mag Anlass sein, sich einmal der Rolle der Musik in Grahams Choreographien zuzuwenden. Es geht in der vorliegenden Untersuchung aber keineswegs um eine eindeutige Bedeutungszuweisung mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Vielmehr werden unterschiedliche Stimmen gesammelt, die dem Verhältnis Grahams zur Musik Ausdruck verleihen. Divergierende Einschätzungen stehen dabei collageartig nebeneinander.
Im nächsten Schritt wird Graham selbst befragt. Nach der Sprache theoretischer Worte soll die Sprache der Musik selbst belauscht werden: Im letzten Teil der Untersuchung wird das Werk Grahams ins Auge gefasst. Der Fokus beschränkt sich exemplarisch auf Martha Grahams Night Journey. Erst danach kann eine Deutung unternommen werden, die aus dem Puzzle der gewonnenen Eindrücke die Rolle der Musik bei Graham zusammensetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Martha Grahams Verhältnis zur Musik im Tanz

2. 1 Der Blick von außen: Das Urteil von Kollegen und Biographen

2. 2 Die Theorie: Louis Horsts Modern Dance Forms

2. 3 Aus Sicht der Künstlerin: Martha Grahams Autobiographie

2. 4 Idee, Musik, Tanz: Vom Werden und Entstehen

2. 5 Die Musik im Probenprozess

3. Wenn die Musik selber spricht: Night-Journey

3. 1 Die Analyse: Melody/ Space

3. 2 Die Analyse: Rhythm/ Rhythm

3. 3 Die Analyse: Harmony/ Texture

3. 4 Interpretation: Die Aufgabe der Musik in Grahams Werk Night Journey

4. Die Rolle der Musik in Martha Grahams Choreographien

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das ambivalente und komplexe Verhältnis zwischen Musik und Tanz im Werk der Pionierin des modernen Tanzes, Martha Graham. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Graham Musik als „Rahmen“ für ihren Tanz definierte und welche methodische Rolle die eigens komponierte Musik in ihren choreographischen Prozessen spielte, um den Tanz als eigenständige Kunstform zu emanzipieren.

  • Analyse von Martha Grahams subjektivem Musikverständnis
  • Untersuchung der musiktheoretischen Ansätze von Louis Horst
  • Darstellung des kreativen Entstehungsprozesses einer Choreographie
  • Detaillierte Analyse des Tanzdramas Night Journey
  • Erörterung der Emanzipation des Tanzes von der Musik

Auszug aus dem Buch

2. 5 Die Musik im Probenprozess

Reed Hansen war seit 1958 Accompagnist an der Juilliard School und seit 1971 an der Martha Graham School of Contemporary Dance. Er bezeichnete die Entstehung von Lucifer (1975) mit Komponist Halim El-Dabh als einen hand-to-hand-process. The composer wrote the music in the front studio while she rehearsed the new work in another studio. He would play what he had writ ten for her, watch the rehearsel for a short time, go away, and add more music. It was an inch-by-inch process. But it seemed to work for her.

Der Biographie Grahams sind einige Gewohnheiten bezüglich des musikalischen Arbeitens zu entnehmen. Häufig ging Graham die Kompositionen beim ersten Lesen der Partitur mit dem Komponisten/Pianisten durch, um die einzelnen Instrumentenwechsel zu bezeichnen. Am liebsten arbeitete sie mit der reduzierten Fassung der Orchesterversion, dem Klavierauszug. „Gelegentlich entwerfe ich auch ganz ohne Musik, entwerfe Bewegungsskizzen, bevor ich eine Musik finde; manchmal klappt diese Arbeitsweise, manchmal auch nicht, dann muß ich Passagen weglassen.“

Vor den Proben hörte sich Martha Graham die Komposition so lange an, bis sie die Musik verinnerlicht hatte. So kann eine natürlich Phrasierung, die nicht einem Taktmaß unterworfen ist, entstehen. „Kein mir bekannter Tänzer lernt, indem er zählt. Er phrasiert, das muß jeder Tänzer lernen, und er paßt diese Phrasen dann an seine Körperbewegungen an.“ Diese natürlich Relation von Bewegung und Musik suchte Graham auch ihre Schülern zu vermitteln: „Das wichtigste ist, daß meine Schüler sich in Rhythmus und Zeit begreifen lernen und nicht etwas ausführen, was keinerlei Bezug zu anderen Tänzen oder der Musik hat.“ Das erfordert allerdings diszipliniertes Training. „Technik ist eine Sprache, die die Anstrengung beim Tanzen ausschließen soll. Anschließend hat der Tänzer dann alle Freiheiten.“ Hier zeigt sich eine Wesensverwandtschaft von Musik und Tanz: Beide können erst dann zur Freiheit führen, wenn sie beherrscht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Einleitung etabliert die Fragestellung zur Rolle der Musik bei Martha Graham und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie den Fokus auf das Werk Night Journey.

2. Martha Grahams Verhältnis zur Musik im Tanz: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Perspektiven auf Grahams Musikalität, von den Urteilen ihrer Biographen über Louis Horsts Tanztheorie bis hin zu Grahams eigenen Äußerungen und ihrem spezifischen, intensiven Arbeitsstil mit Komponisten.

3. Wenn die Musik selber spricht: Night-Journey: Anhand einer detaillierten Analyse von Melody, Rhythm und Harmony/Texture wird das Tanzdrama Night Journey als Fallbeispiel für Grahams Verwendung von Musik als symbolischen Rahmen untersucht.

4. Die Rolle der Musik in Martha Grahams Choreographien: Das abschließende Kapitel fasst Grahams innovativen Weg zusammen, den Tanz durch eine neue Art der Zusammenarbeit mit Komponisten als eigenständige, von der Musik emanzipierte Kunstform zu etablieren.

Schlüsselwörter

Martha Graham, Musik, Moderner Tanz, Tanztheorie, Louis Horst, Choreographie, Night Journey, Emanzipation des Tanzes, Probenprozess, Symbolsprache, Musikalität, Komposition, Bühnenkunst, Rhythmus, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Verhältnis zwischen Musik und Tanz im Werk von Martha Graham und hinterfragt ihre oft als „stiefmütterlich“ wahrgenommene Einstellung zur Musik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Tanztheorie von Louis Horst, den kreativen Entstehungsprozess bei Graham, die Analyse des Tanzdramas Night Journey und die allgemeine Emanzipation des modernen Tanzes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Grahams bewusster Abgrenzung zur Musik als bloßem Begleiter und ihrer tatsächlichen, intensiven Zusammenarbeit mit Musikern für ihre Choreographien zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine collageartige Sammlung und Analyse zeitgenössischer Aussagen, Biographien, Grahams eigener Autobiographie sowie eine spezifische Werk-Analyse von Night Journey.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Verhältnis Grahams zu ihren musikalischen Mitarbeitern, Louis Horsts Theorien zur Modern Dance Form und die praktische Anwendung dieser Prinzipien im Werk Night Journey.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Martha Graham, Modern Dance, Louis Horst, choreographische Emanzipation, Musik als Rahmen und symbolische Bewegungssprache.

Welche Rolle spielte Louis Horst konkret für Grahams Arbeit?

Horst war über 22 Jahre Grahams persönlicher Musikdirektor, mentor und prägender Theoretiker, der ihre Auffassung von Tanz und Musik maßgeblich beeinflusste.

Warum wird Night Journey als zentrales Fallbeispiel gewählt?

Es dient als stellvertretendes Werk, an dem sich Grahams psychologisierende, archetypische Tanzsprache und die Rolle der Musik als „Rahmen“ für ein dramatisches Geschehen besonders gut analysieren lassen.

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Details

Title
Martha Graham: "Musik ist stets nur Rahmen für den Tanz"
Subtitle
Zur Rolle der Musik bei Martha Graham
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,7
Author
Sarah Wendel (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V86768
ISBN (eBook)
9783638021760
ISBN (Book)
9783638926577
Language
German
Tags
Martha Graham Musik Rahmen Tanz Horst Modern Dance Night Journey Iocaste Ödipus Teiresias
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Wendel (Author), 2007, Martha Graham: "Musik ist stets nur Rahmen für den Tanz", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86768
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