Die Meinungen über den Begriff Controlling sind durchaus kontrovers. Sie reichen von „Modewort“ über „Antwort des Rechnungswesens auf das Vordringen des Marketing“ sowie „Überfunktion des Rechnungswesens“ bis hin zur Einstufung als „existenz- oder zielorientierungssichernde Unternehmensphilosophie“. Der erste Themenkomplex dieser Arbeit beschäftigt sich näher mit dem Controlling. Es soll Aufschluss über die Entstehung und Entwicklung, die Funktionen und Aufgabenbereiche sowie die Einordnung und Existenzberechtigung des Controlling als betriebliche Funktion gegeben werden.
Im zweiten Teil wird die Nutzwertanalyse behandelt. Sie kann als ein Instrument des Controlling zur Alternativenauswahl, z.B. im Rahmen von Investitionsprozessen, gekennzeichnet werden. Neben der Erklärung und Durchführung schließt das Kapitel eine Bewertung dieser Technik ein. Der Begriff „Nutzwert“ bezeichnet den zahlenmäßigen Ausdruck für den subjektiven Wert einer Investition hinsichtlich des Erreichens vorgegebener Ziele.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Controlling
2.1 Ursprung und Entwicklung
2.2 Funktionen und Aufgaben
2.3 Theoretische Fundierung
2.4 Funktionale Einordnung und Teilsysteme
3. Nutzwertanalyse als Instrument des Controlling
3.1 Entstehung der Nutzwertanalyse
3.2 Erklärung und Vorgehensweise
3.3 Beispiel einer Nutzwertanalyse
3.4 Beurteilung
4. Abschließende Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle der Nutzwertanalyse als Entscheidungsinstrument innerhalb des betrieblichen Controllings, um neben monetären Faktoren auch qualitative Kriterien systematisch bewertbar zu machen.
- Historische Entwicklung und theoretische Fundierung des Controllings
- Aufgaben und funktionale Einordnung von Controllingsystemen
- Methodik und Prozessschritte der Nutzwertanalyse
- Anwendung der Nutzwertanalyse anhand eines Unternehmensbeispiels
- Kritische Würdigung der Nutzwertanalyse im Vergleich zu Wirtschaftlichkeitsrechnungen
Auszug aus dem Buch
3.4 Beurteilung
Die Nutzwertanalyse ist keine in sich geschlossene Entscheidungsrechnung, sondern stellt nur einen Rahmen von Entscheidungsinformationen dar. Sie sollte immer nur als eine die Verfahren der Wirtschaftlichkeitsrechnung ergänzende Bewertungsmethode von Investitionsprojekten, jedoch nicht als sie ersetzende Analyse verstanden werden. Sie ist geeignet, den Entscheidungsfindungsprozess bei nicht ausschließlich monetär erfassbaren Bewertungskriterien transparenter zu gestalten.
In ihrer Anwendung ist die Nutzwertanalyse nicht unproblematisch, da sie beispielsweise aufgrund ihrer Rechentechnik unterstellt, dass die einzelnen Bewertungspunkte problemlos addiert werden können, d.h. alle Bewertungskriterien gegeneinander austauschbar sind. Da dies meist nicht der Fall ist, sollte zusätzlich mit K.O.-Mindestvorgaben gearbeitet werden, welche das Ausscheiden einer Alternative zur Folge haben, wenn ein Zielkriterium in keiner Weise erreicht wird.
Es ist auch zu berücksichtigen, dass der bewertende Vergleich von Alternativen nicht allein auf Grund von objektiven Informationen erfolgt, sondern in erheblichem Umfang auf subjektiven Beurteilungen und Einschätzungen basiert, z.B. in bezug auf Kriteriengewichte und Teilnutzen. Dieses kann leicht zu Fehlurteilen führen. Der Dateninput für die Rechentechnik der Nutzwertanalyse ist deshalb so zu regeln, dass es nicht zu einseitigen Interessenverschiebungen zugunsten einzelner Personen oder Organisationseinheiten im Unternehmen kommt. Darüber hinaus werden in der Nutzwertanalyse oft vorschnell Kriterien qualitativ berücksichtigt, die auch monetär zu quantifizieren sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Themenfeld Controlling und die Relevanz der Nutzwertanalyse als Instrument zur Alternativenauswahl.
2. Controlling: Darstellung der historischen Wurzeln, der modernen Funktionsbereiche sowie der theoretischen Fundierung durch die Systemtheorie.
3. Nutzwertanalyse als Instrument des Controlling: Detaillierte Erläuterung der Methode, ihrer Entstehung, der praktischen Durchführung und eine kritische Beurteilung.
4. Abschließende Zusammenfassung: Resümee über die Eignung der Nutzwertanalyse zur Unterstützung komplexer Entscheidungsprozesse unter Einbezug nicht-quantifizierbarer Faktoren.
Schlüsselwörter
Controlling, Nutzwertanalyse, Investitionsrechnung, Entscheidungsvorbereitung, Führungsteilsystem, Alternativenauswahl, Zielsystem, Nutzwert, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Systemtheorie, Zielkriterien, qualitative Faktoren, Management, Bewertungsmatrix, Unternehmenssteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Controlling als Führungsinstrument und analysiert insbesondere die Nutzwertanalyse als Methode zur fundierten Entscheidungsfindung bei komplexen, nicht rein monetär messbaren Investitionsprojekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Controlling-Verständnis, die theoretische Fundierung von Führungsteilsystemen sowie die methodische Vorgehensweise und Kritik der Nutzwertanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Nutzwertanalyse Entscheidungsträger im Controlling dabei unterstützen kann, subjektive und qualitative Faktoren transparent in Investitionsentscheidungen einfließen zu lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der expliziten Darstellung eines mathematisch-logischen Bewertungsverfahrens (Scoring-Modell) der Nutzwertanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Controllings, dessen Aufgaben sowie die fünf Schritte der Nutzwertanalyse inklusive ihrer praktischen Anwendung anhand eines Unternehmensbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Controlling, Nutzwertanalyse, Entscheidungsvorbereitung, Alternativenauswahl, Zielsysteme und Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Warum ist die Nutzwertanalyse keine vollständige Entscheidungsrechnung?
Sie dient lediglich als ergänzender Rahmen für Entscheidungsinformationen, da sie subjektive Einschätzungen beinhaltet und nicht alle wirtschaftlichen Faktoren rein monetär erfassen kann.
Welche Rolle spielt die subjektive Bewertung bei der Nutzwertanalyse?
Subjektive Bewertungen bei der Gewichtung von Kriterien oder der Ermittlung des Teilnutzens können zu Fehlurteilen oder Manipulationsmöglichkeiten führen, weshalb sie durch objektive Informationen ergänzt werden sollten.
- Citar trabajo
- Frank Schreiner (Autor), 2002, Die Nutzwertanalyse als Instrument des Controlling, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8681