Die außenwirtschaftlichen Beziehungen werden nach dem deutschen Außenwirtschaftsgesetz (AWG) in sachlicher Hinsicht in vier Formen unterschieden, die sich am Aufbau der Zahlungsbilanz orientieren:
· Warenverkehr
· Dienstleistungsverkehr
· Kapitalverkehr
· Zahlungsverkehr
Die verschiedenen Formen des Waren- und Dienstleistungsverkehrs werden im Werk ausführlich behandelt.
Der internationale Kapitalverkehr umfasst die Veränderungen von Forderungen und Verbindlichkeiten des Inlands gegenüber dem Ausland (u.a. Direktinvestitionen, Wertpapier- oder Immobilientransaktionen). Kapitalexport liegt vor, wenn der Forderungsbestand von Inländern gegenüber Ausländern zunimmt und/oder der Bestand an Verbindlichkeiten abnimmt. Beim Kapitalimport verhält sich dies in umgekehrter Weise.
Im Rahmen des Kapitalverkehrs wird ausführlich auf die Direktinvestitionen eingegangen, der Handel mit ausländischen Wertpapieren und der int. Kredithandel werden nicht weiter erläutert. Der int. Wertpapierhandel unterscheidet sich durch seine hohe Transparenz sowie die Handelbarkeit sehr vieler Auslandsaktien an inländischen Börsen kaum vom Handel inländischer Papiere. Des weiteren werden die internationalen Immobilientransaktionen, d.h. der Kauf bzw. Verkauf ausländischer Immobilien, nicht berücksichtigt, da diese einen verhältnismäßig geringen Anteil am Außenhandel ausmachen.
In Kapitel 4 werden vorzugsweise die größten und leistungsstärksten Außenhandelsinstitutionen betrachtet.
Gliederung
1. Einleitung
2. Grundformen des Außenhandels
2.1 Export oder Ausfuhr
2.1.1 Direkter Export
2.1.2 Indirekter Export
2.2 Import oder Einfuhr
2.2.2 Direkter Import
2.2.1 Indirekter Import
2.3 Transithandel
3. Sonderformen des Außenhandels
3.1 Veredelungsverkehr
3.2 Lizenzfertigung
3.3 Franchising
3.4 Exportleasing
3.5 Direktinvestitionen
3.6 Kooperationen
3.7 Kompensationsgeschäfte
4. Außenhandelsinstitutionen
4.1 Industrie- und Handelskammern
4.2 IHK-Gesellschaft zur Förderung der Außenwirtschaft
4.3 Außenhandelskammern
4.4 Internationale Handelskammer
4.5 Bundesstelle für Außenhandelsinformation
4.6 Bundesverband des Deutschen Exporthandels
4.7 Deutsche Auslandsvertretungen
4.8 Sonstige Institutionen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die verschiedenen Erscheinungsformen des Außenhandels und stellt Institutionen vor, die deutsche Unternehmen bei Auslandsaktivitäten unterstützen. Ziel ist es, die Komplexität des internationalen Geschäfts zu reduzieren und Unternehmen Entscheidungshilfen bei der Wahl der passenden Handelsform an die Hand zu geben.
- Systematik der Grundformen des Außenhandels (Export, Import, Transithandel).
- Analyse spezieller internationaler Geschäftspraktiken wie Veredelungsverkehr, Lizenzfertigung und Franchising.
- Untersuchung von Direktinvestitionen und Kooperationsmodellen inklusive Joint-Ventures.
- Übersicht über staatliche und private Institutionen zur Förderung der Außenwirtschaft.
Auszug aus dem Buch
Direkter Export
Von direkten Export wird gesprochen, wenn der Exporteur eigenständig Geschäftsbeziehungen zum Importeur im Ausland knüpft und die Ausfuhr der Waren selbst durchführt.
Direkter Export ist nur dann anzuraten, wenn eine eigene Exportabteilung mit einem gewissen Kenntnisstand zu Verfügung steht oder aufgebaut wird, weil ständig Veränderungen der rechtlichen und marktmäßigen Bedingungen berücksichtigt werden müssen. Dies macht meist ein häufiges Bereisen des Auslandsmarktes notwendig. Dem gegenüber steht jedoch der Vorteil, dass der direkte Handelsweg i.d.R. billiger ist als der indirekte, da die Handelsspanne des Zwischenhändlers entfällt. Außerdem wird der direkte Kundenkontakt als vorteilhaft angesehen. Der direkte Kontakt gilt als wichtige Größe für die Kundenbindung und stellt somit einen Wettbewerbsvorteil dar. Des weiteren ist das Image des Unternehmens und seiner Produkte auf dem Auslandsmarkt bei direkter Marktrepräsentanz besser zu beeinflussen.
Der direkte Export wird über ein werkseigenes oder werksgebundenes Vertriebssystem durchgeführt. Dies geschieht durch den Einsatz von Vertragshändlern, über Werksvertretungen, Franchisenehmer, Handelsvertreter oder Verkaufskommissionäre. Viele Großunternehmen unterhalten eigene Auslandsvertretungen bzw. Niederlassungen mit ausländischen Angestellten, die die Geschäftspartner entsprechend den ausländischen Bedingungen betreuen. Der Handel mit Rohstoffen und Massengütern wird oft über einen Makler durchgeführt, der die Abschlüsse vermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die außenwirtschaftlichen Beziehungen nach dem Außenwirtschaftsgesetz und grenzt den Untersuchungsgegenstand ab.
2. Grundformen des Außenhandels: Erläutert die Kernbereiche Export, Import und Transithandel als grundlegende Formen internationaler Unternehmenstätigkeit.
3. Sonderformen des Außenhandels: Analysiert spezialisierte Handelsmodelle wie Veredelung, Lizenzvergabe, Leasing, Direktinvestitionen und Kooperationen.
4. Außenhandelsinstitutionen: Stellt Akteure wie IHKs, die Internationale Handelskammer und staatliche Stellen vor, die Unterstützung bei Auslandsgeschäften bieten.
5. Schlussbetrachtung: Fasst zusammen, dass die Wahl der Außenhandelsform stark von betrieblichen Rahmenbedingungen abhängt und durch Institutionen sowie Internetinformationen erleichtert wird.
Schlüsselwörter
Außenhandel, Export, Import, Transithandel, Direktinvestitionen, Lizenzfertigung, Franchising, Außenhandelsinstitutionen, IHK, Außenhandelskammern, Internationale Handelskammer, Marktbearbeitung, Kooperationen, Kompensationsgeschäfte, Außenwirtschaftsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen operativen Möglichkeiten für Unternehmen, am internationalen Handel teilzunehmen, und identifiziert Institutionen, die diesen Prozess beratend begleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung der Export- und Importformen, den Transithandel, verschiedene Sonderformen der internationalen Kooperation sowie eine Übersicht der unterstützenden Außenhandelsinfrastruktur in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, deutschen Unternehmen einen fundierten Überblick über Handelsoptionen zu geben, damit sie basierend auf ihren betrieblichen Gegebenheiten die geeignete Strategie für den Markteintritt im Ausland auswählen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Fachpublikationen sowie offiziellen Quellen der Außenhandelsinstitutionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: die Erläuterung der klassischen Grundformen, die Beschreibung komplexer Sonderformen wie Direktinvestitionen oder Franchising sowie eine detaillierte Auflistung relevanter Institutionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Export, Import, Direktinvestition, Außenhandelsförderung und internationale Kooperation charakterisieren.
Wie unterscheiden sich direkter und indirekter Export?
Beim direkten Export pflegt der Hersteller die Kundenbeziehungen im Ausland selbst, beim indirekten Export wird ein spezialisierter Zwischenhändler zwischengeschaltet.
Warum sind Direktinvestitionen für mittelständische Unternehmen oft eine Herausforderung?
Sie erfordern in der Regel ein hohes Kapital, detaillierte Marktkenntnisse und eine langfristige strategische Ausrichtung, was sie für viele kleinere Unternehmen risikoreich macht.
Welche Rolle spielt die Internationale Handelskammer (ICC)?
Sie ist eine wichtige privatrechtliche Institution, die weltweit Standards setzt, wie etwa die INCOTERMS, um die Abwicklung von internationalen Verträgen zu vereinheitlichen.
- Citar trabajo
- Frank Schreiner (Autor), 2001, Grundformen des Außenhandels und Institutionen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8682