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Die Geschwisterehe von Ptolemaios II. und Arsinoë II.

Eine göttliche Verbindung?

Titre: Die Geschwisterehe von Ptolemaios II. und Arsinoë II.

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2007 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Stefanie Heidel (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Nach jahrelanger Fremdherrschaft durch die verhassten Perser wurde Ägypten im Jahr 332 v.Chr. von einem Makedonier erobert, der es schaffte, dem Land ein Stück seines ursprünglichen Glanzes zurückzugeben: Alexander der Große. Er spielte sich nicht als Eroberer auf, wie die Perser es getan hatten, sondern akzeptierte die Religion der Ägypter und wurde sogar zum ,,Sohn des Amon“ erklärt. Doch ein Jahr später verließ Alexander Ägypten, das trotz allem nur eine Kolonie des Makedoniers war, und setzte einen sog. Satrap als Vizekönig ein. Über ein Jahrzehnt hinweg wurde Ägypten auf diese Weise regiert. Im Jahr 323 v.Chr. hatte Ptolemaios das Amt des Satrapen inne. In diesem Jahr starb Alexander der Große und seine Generäle teilten sein riesiges Imperium unter sich auf. Ptolemaios blieb weiterhin der Satrap von Ägypten. Erst achtzehn Jahre später erklärte sich Ptolemaios zum Alleinherrscher, dem Pharao Ägyptens, und nahm den Namen Ptolemaios I. Soter an. Er brachte den Wohlstand und das Ansehen nach Ägypten zurück, denn er förderte die Künste und war ein kluger Stratege. So begann er z.B. mit dem Bau des Pharos Leuchtturms in Alexandria und holte den bekannten Intellektuellen Demetrios von Phaleron an seinen Hof. Mit seinen zwei Frauen Berenike und Eurydike hatte er zahlreiche Kinder. Unter ihnen Ptolemaios II., der im Jahr 282 v.Chr. Alleinherrscher über Ägypten wurde. Er war ein Freund der Kunst und der Wissenschaften und setzte die Pläne seines Vaters fort. Einige Jahre später kam es zu einem Ereignis, das einen Skandal bei den Griechen hervorrief: Ptolemaios II. heiratete seine Vollschwester Arsinoë II. In den darauf folgenden Jahren nahmen der Einfluss und die Macht Arsinoës II. stetig zu. Man sagt Ptolemaios II. war vielmehr ,,ein Schöngeist, der sich lieber dem Luxus und den Sinnesfreuden widmete als den Regierungsgeschäften “. Doch auf seine Weise verehrte Ptolemaios II. seine Frau und Schwester. Bereits zu Lebzeiten baute er einen göttlich-mystischen Kult um sie auf und nach ihrem Tod ließ er sie als ,,bruderliebende Göttin“ anbeten. Doch obwohl ,,Theokrit ihre Schönheit mit jener Aphrodites und Helenas [verglich]; Kallimachos […] ihre posthume Erhebung in den Olymp [beschrieb] und Poseidippos […] sie als Schützgöttin dar[stellte] “, beschreiben die Forschungen Anfang des 20. Jahrhunderts sie als gemeine Intrigantin, die nur auf ihren Vorteil bedacht war und über Leichen ging um ihre Ziele zu erreichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben Arsinoës II. und Ptolemaios II. vor ihrer Hochzeit

2.1 Arsinoë II.

2.2 Ptolemaios II.

3. Die Hochzeit

4. Die Rolle der Geschwisterehe zu ptolemäischer Zeit

4.1 Der Osiris-Mythos und der Kampf zwischen Horus und Seth

4.2 Isis-Osiris vs. Arsinoë-Ptolemaios

5. Der Kult der Arsinoë

6. Fazit

7. Anhang

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Legitimation der Geschwisterehe zwischen Ptolemaios II. und Arsinoë II. im ptolemäischen Ägypten. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit politische Kalküle, religiöse Traditionen oder persönliche Motive diesen Schritt beeinflussten und wie das historische Bild von Arsinoë II. zwischen der Darstellung als machthungrige Intrigantin und göttlich verehrte Herrscherin einzuordnen ist.

  • Biografische Analyse von Ptolemaios II. und Arsinoë II.
  • Die historische Rolle und Akzeptanz der Geschwisterehe in Ägypten
  • Einfluss des Osiris-Mythos auf die dynastische Selbstinszenierung
  • Religiöse Legitimation durch den Kult der Arsinoë
  • Wissenschaftliche Rezeption der historischen Persönlichkeit Arsinoës II.

Auszug aus dem Buch

4.2 Isis-Osiris vs. Arsinoë-Ptolemaios

War es politisches Kalkül, tiefe Religiosität oder wahre Liebe die Ptolemaios und Arsinoë dazu trieb diese Ehe einzugehen? Wahrscheinlich von allem etwas. Ptolemaios arrangierte sich mit der ägyptischen Religion, siedelte aber während seiner gesamten Regierungszeit Kleruchen im Land an, also größtenteils Griechen, die ihn auch als Herrscher akzeptieren sollten (siehe Kapitel 5). Es fällt schwer von wahrer Liebe zu sprechen, war der Altersunterschied der beiden mit acht Jahren nicht gerade gering. Bei der Heirat mit ihrem Bruder war Arsinoë II. bereits etwa 37 Jahre alt. Da die Lebenserwartung zu dieser Zeit bedeutend niedriger war als heute, konnte Arsinoë damit schon als ,,alt“ gelten. Bleibt das politische Kalkül. Wie würden die Ägypter reagieren, verpackte man die Ehe als ,,göttlich“? Wie im Osiris-Mythos beschrieben, waren die beiden Vollgeschwister, noch dazu königlichen Blutes. Arsinoë wäre, genau wie Isis bei Osiris, Schwester, Frau und Geliebte von Ptolemaios. Das einfache Volk, noch tief im alten Götterglauben verwurzelt, würde Arsinoë II. mit Isis gleichsetzen und ihr große Zustimmung und Verehrung entgegen bringen: Arsinoë als Assoziation der Isis, mit derselben Hingabe für ihren Gatten und dem Mut und der Kraft, die die Göttin innehatte. Würde diese Denkweise den Hochzeitsentschluss erklären?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Ausgangslage Ägyptens unter ptolemäischer Herrschaft und Vorstellung der Forschungsfrage zur Person Arsinoës II.

2. Das Leben Arsinoës II. und Ptolemaios II. vor ihrer Hochzeit: Detaillierte Betrachtung der familiären Herkunft, politischer Konstellationen und der frühen Lebenswege beider Akteure.

3. Die Hochzeit: Schilderung der Umstände der Eheschließung, der Ausschaltung politischer Konkurrenten und der offiziellen Titulatur der Königin.

4. Die Rolle der Geschwisterehe zu ptolemäischer Zeit: Analyse der gesellschaftlichen Akzeptanz von Geschwisterehen in Ägypten unter Einbeziehung des Osiris-Mythos als Legitimationsmodell.

5. Der Kult der Arsinoë: Beschreibung der bewussten Inszenierung Arsinoës als göttliche Figur zur Festigung der ptolemäischen Herrschaft und Förderung der interkulturellen Identität.

6. Fazit: Kritische Reflexion über das verzerrte historische Bild der Arsinoë II. und Zusammenfassung der Machtdynamiken am ptolemäischen Hof.

Schlüsselwörter

Ptolemaios II., Arsinoë II., Geschwisterehe, Ägypten, Osiris-Mythos, Isis, Philadelphus, Theoi Adelphoi, Herrscherkult, Dynastie, Hellenismus, Machtpolitik, Thronnachfolge, Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Geschwisterehe zwischen Ptolemaios II. und Arsinoë II. im Kontext der ptolemäischen Herrschaft in Ägypten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen dynastische Machtpolitik, antike Ehekonzepte, ägyptische Mythologie und die gezielte Etablierung eines Herrscherkults.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob die Ehe aus politischem Kalkül, religiöser Überzeugung oder persönlicher Zuneigung entstand und wie sie legitimiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die Primärquellen (z.B. Mendesstele) und die historische Forschungsliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Biografien vor der Hochzeit, die mythologische Einbettung der Geschwisterehe sowie die spätere kultische Verehrung von Arsinoë.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ptolemaios II., Arsinoë II., Geschwisterehe, Osiris-Mythos, Herrscherkult und Dynastie.

Warum wurde die Ehe zwischen den Geschwistern von der griechischen Bevölkerung kritisch gesehen?

In der griechisch-makedonischen Gesellschaft galt die Geschwisterehe als Verstoß gegen das normative Paarmodell und wurde als moralisch inakzeptabel empfunden.

Welche Rolle spielte der Osiris-Mythos bei der Legitimation des Königspaares?

Der Mythos von Isis und Osiris bot eine gottgegebene Vorlage für die Ehe unter Geschwistern, wodurch das Paar diese Verbindung als göttlich-traditionell legitimieren konnte.

Warum wurde Arsinoë II. in der Forschung teilweise als "Intrigantin" bezeichnet?

Dieses Bild resultiert vor allem aus der Forschung des frühen 20. Jahrhunderts, die das Handeln einer politisch aktiven und machtbewussten Frau durch ein christlich geprägtes Inzesttabu negativ deutete.

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Résumé des informations

Titre
Die Geschwisterehe von Ptolemaios II. und Arsinoë II.
Sous-titre
Eine göttliche Verbindung?
Université
Technical University of Chemnitz  (Fachbereich: Geschichte)
Cours
Zuhause in einer fremden Welt: Das Ptolemäerreich
Note
1,7
Auteur
Stefanie Heidel (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
18
N° de catalogue
V86832
ISBN (ebook)
9783638027373
Langue
allemand
mots-clé
Geschwisterehe Ptolemaios Arsinoë Zuhause Welt Ptolemäerreich
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefanie Heidel (Auteur), 2007, Die Geschwisterehe von Ptolemaios II. und Arsinoë II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86832
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Extrait de  18  pages
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