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Die Sprache in "Das Menschenfleisch" von Marcel Beyer - Kommunikation zwischen Taubstummen und Blinden

Title: Die Sprache in "Das Menschenfleisch" von Marcel Beyer - Kommunikation zwischen Taubstummen und Blinden

Term Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„[...] man [muß] sprechen, wie Taubstummer und Blinder sich miteinander verständigen[...]“
Marcel Beyer entwirft in „Das Menschenfleisch“ eine einzigartige Analyse über das Verhältnis von Sprache, Liebe und Wirklichkeit. Diese Analyse ist zu vergleichen mit Günther Eichs Versuch, durch Sprache die Wirklichkeit zu finden. Günther Eich geht davon aus, dass man nur das kennt, was man liebt. Marcel Beyer entwickelt daraus ein poetisches Geflecht, indem die Sprache zu einer Art Liebeskonzept wird. Die Sprache ist dabei ein Körper, denn eine Kommunikation zwischen Taubstummen und Blindem kann nur auf Berührungen basieren.
Die Struktur des Romans wird durch eine klar gekennzeichnete Intertextualität unverkennbar. Neben dieser Intertextualität spielt Marcel Beyer mit einer ausgeprägten Motivik, die er in seinen Kontext einbindet.
Das erste Kapitel wird sich mit dem Liebeskonzept auseinandersetzen. Zuerst wird der Idee nachgegangen innerhalb einer Partnerschaft eine neue Sprache zu konstruieren. Diese Neufindung der Sprache ist bedeutend, weil der Mensch die Sprache zur Kommunikation benötigt, jedes Wort, das in der Beziehung fällt, jedoch bereits vorkodiert ist. Die vollkommene Verbundenheit in der Beziehung besteht somit in der Abgrenzung durch eine eigene Sprache. Danach wird das Verständnis von Sprache als Körper betrachtet.
Im zweiten Kapitel wird genauer auf den unabtrennbaren Aspekt der Wirklichkeit eingegangen. Marcel Beyer spielt damit, die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu verwischen und somit den Leser zu irritieren. Dabei wird zuerst die Romanschreibung als Bewusstseinsstrom betrachtet. Dann wird verdeutlicht, wie die Eifersucht sowohl sprachlich, als auch im Bezug auf die Wirklichkeit verarbeitet wird. Bei der Analyse wird vornehmlich von der Primärquelle „Das Menschenfleisch“ ausgegangen. Außerdem wird sich auf die Rede Günther Eichs vor den Kriegsblinden bezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Sprache als Liebeskonzept

1.1 Neufindung von Sprache

1.2 Sprache als Körper

2 Verwischung von fiction und non-fiction

2.1 Bewußtsseinstrom

2.2 Eifersucht

3 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Marcel Beyers Roman „Das Menschenfleisch“ hinsichtlich der komplexen Verschränkung von Sprache, Liebe und Wirklichkeitskonstruktion. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Protagonisten durch die Erschaffung einer eigenen, körperzentrierten Sprache versuchen, einen exklusiven Mikrokosmos zu bilden und wie dieser Prozess sowie die damit einhergehende Eifersucht die Wahrnehmung von Fiktion und Realität beeinflussen.

  • Die Konstruktion einer individuellen Sprache als Liebesbeweis und Abgrenzungsmechanismus.
  • Die Analogie zwischen Sprache als Zeichensystem und der menschlichen Haut als Körperhülle.
  • Die erzähltechnische Umsetzung des Bewusstseinsstroms und die Verwischung der Grenzen zwischen Fiktion und Realität.
  • Die Rolle der Eifersucht als zerstörerische Kraft innerhalb des konzipierten Beziehungs-Mikrokosmos.
  • Die intertextuelle Einbettung literarischer und theatertheoretischer Motive.

Auszug aus dem Buch

1.2 Sprache als Körper

Marcel Beyer führt die Idee Roland Barthes aus den „Fragmenten einer Sprache der Liebe“ weiter. Roland Barthes stellt die These auf, dass die Sprache eine Haut sei. Dadurch entsteht eine Gleichstellung von Haut und Text. Beide sind für den Menschen lebensnotwendig. Für ein glückliches Leben benötigt der Mensch zudem Liebe. Das Ich setzt sich mit seiner Liebe durch die Sprache und Haut auseinander. Die Haut und die Sprache verbinden verschiedene Momente. Beide stehen in einer Wechselbeziehung. Die Haut nimmt bei einer Berührung nicht nur das Berührte wahr, sondern fühlt gleichzeitig die Berührung des Berührten. Auch die Sprache ist selbstreferenziell und nimmt sich selbst wahr.

Das Ich nennt seine Partnerin K. Dieses K, könnte für den Körper stehen. Dahinter könnte ein Konzept stehen, dass die Frau mit dem Körper gleichsetzt und den Mann mit dem Geist. Da „Das Menschenfleisch“ als Bewusstseinsstrom (siehe 2.1) vom Ich zu lesen ist, erfahren wir fast nichts von K. Sie kommt dem Leser beinahe nur als beschriebener Körper näher. Das Ich hingegen lässt den Leser an allen Gedanken teilhaben, über seinen Körper erfährt der Leser nur wenig. Somit verkörpert das Ich den Geist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Marcel Beyer Sprache als Liebeskonzept und Mittel zur Wirklichkeitskonstruktion im Roman nutzt.

1 Sprache als Liebeskonzept: Dieses Kapitel thematisiert den Versuch der Protagonisten, durch die Erfindung einer eigenen Sprache eine isolierte Welt zu schaffen und den Körper als primäres Kommunikationsmedium zu begreifen.

2 Verwischung von fiction und non-fiction: Hier wird analysiert, wie die Erzählweise des Bewusstseinsstroms und die Thematisierung von Eifersucht dazu dienen, die Grenzen zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Realität aufzuheben.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Liebeskonzept trotz seiner Intensität an der menschlichen Subjektivität scheitert und Liebe letztlich als eine nicht vollkommen greifbare Illusion verbleibt.

Schlüsselwörter

Marcel Beyer, Das Menschenfleisch, Liebeskonzept, Sprache, Wirklichkeit, Fiktion, Bewusstseinsstrom, Eifersucht, Körperlichkeit, Intertextualität, Identität, Mikrokosmos, Roland Barthes, Günther Eich, Subjektivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Roman „Das Menschenfleisch“ von Marcel Beyer und untersucht, wie Sprache in einer Liebesbeziehung als Mittel zur Wirklichkeitskonstruktion eingesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Konstruktion einer eigenen „Paarsprache“, die Gleichsetzung von Sprache und Körper sowie die Auflösung der Trennung zwischen Realität und literarischer Fiktion.

Welches Ziel verfolgt der Autor der Arbeit mit seiner Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Ich durch eine exklusive Sprache versucht, einen Mikrokosmos mit seiner Partnerin zu bilden, und warum dieses Vorhaben letztlich an der Realität und Eifersucht scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse angewandt?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf Intertextualität, Motivuntersuchung und die Untersuchung erzähltechnischer Strukturen wie dem Bewusstseinsstrom basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Liebeskonzeptes, der körperlichen Dimension von Sprache sowie der kritischen Analyse von Erzählweisen, die zur bewussten Irritation des Lesers zwischen Fiktion und Realität führen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Sprache, Liebe, Wirklichkeit, Bewusstseinsstrom, Eifersucht, Körperlichkeit und Subjektivität.

Inwiefern spielt die Figur der K. eine spezielle Rolle im Roman?

K. wird durch die subjektive Sicht des Ich-Erzählers primär als „beschriebener Körper“ wahrgenommen, während der Erzähler selbst den geistigen Aspekt der Beziehung repräsentiert.

Warum wird im Kontext des Romans von „Sprachverweigerung“ gesprochen?

Die Sprachverweigerung tritt ein, wenn das totalitäre Konzept der exklusiven Paarsprache nicht mehr aufrechterhalten werden kann, was zum Scheitern der Kommunikation führt.

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Details

Title
Die Sprache in "Das Menschenfleisch" von Marcel Beyer - Kommunikation zwischen Taubstummen und Blinden
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V86859
ISBN (eBook)
9783638022026
ISBN (Book)
9783638937986
Language
German
Tags
Sprache Menschenfleisch Marcel Beyer Kommunikation Taubstummen Blinden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Die Sprache in "Das Menschenfleisch" von Marcel Beyer - Kommunikation zwischen Taubstummen und Blinden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86859
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