Das Ziel der Arbeit war es, Gründe für Akzeptanzprobleme beim Interaktiven Fernsehen aufzuzeigen und daraus Möglichkeiten zu entwickeln, wie Benutzerschnittstellen und Inhalte benutzerfreundlicher gestaltet werden können.
Zunächst war es notwendig, die oft verwendeten, jedoch häufig falsch interpretierten Schlagworte „Interaktives Fernsehen“ und „Medienkonvergenz“ zu klären. Deshalb wurde in der vorliegenden Arbeit zunächst eine Definition des „Interaktiven Fernsehens“ vorgenommen und die tatsächlichen Entwicklungstendenzen der technischen Konvergenz der Medien untersucht. Anschließend wurde das Rezeptionsverhalten der Nutzer verschiedener Medien analysiert, um daraus Rückschlüsse auf Nutzungspräferenzen und Akzeptanz von interaktiven Fernsehinhalten ziehen zu können. Die Untersuchung der Systeme, welche Interaktives Fernsehen ermöglichen, sowie die beispielhafte Analyse eines Pilotprojekts lieferten weitere wichtige Ergebnisse.
Aufgrund der gewonnen Erkenntnisse konnten dann Empfehlungen für die Gestaltung heutiger und zukünftiger Benutzerschnittstellen für Interaktives Fernsehen entwickelt werden. Neben dem Fortbestand des herkömmlichen Fernsehens konnte die Etablierung von Zusatzdiensten mit hohem Nutzwert prognostiziert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Der Untersuchungsgegenstand: Interaktives Fernsehen
2.1 Interaktivität im Fernsehen
2.2 Interaktives Fernsehen als Multimedia-System
2.3 Definition des Interaktiven Fernsehens
2.4 Dienste im Interaktiven Fernsehen
2.5 Technische Voraussetzungen
2.5.1 Digitales Fernsehen
2.5.2 Distributionskanäle für Interaktives Fernsehen
2.5.3 Empfängertechnik
2.5.3.1 Die Set-Top-Box
2.5.3.2 Die Middleware
2.5.3.3 Navigationssoftware
2.6 Politik und die Rolle von Standards
3 Medienkonvergenz und Mediennutzung
3.1 Die konvergierenden Medien
3.1.1 Das Medium Fernsehen
3.1.2 Das Medium Internet
3.1.3 Kommunikationsmedien
3.2 Chancen und Hürden der Nutzungskonvergenz
3.3 Neue Wege der Konvergenz: Narrowcast
3.4 Betrachtungen zur Akzeptanz des Interaktiven Fernsehens
4 Systeme und Angebote für Interaktives Fernsehen
4.1 Anforderungen an Systeme für Interaktives Fernsehen
4.2 Technische Plattformen zur Darstellung Interaktiven Fernsehens
4.2.1 OpenTV
4.2.2 Liberate und ATVEF
4.2.3 Microsoft TV
4.2.4 MHP
4.3 „Interaktives Portal“: Ein Pilotprojekt der Kabel Deutschland GmbH
4.3.1 Das Endgerät
4.3.2 Die Benutzerschnittstelle des Portals
4.3.3 Medienkonvergenz und Zugriff auf Dienste
4.3.4 Personalisierungsmöglichkeiten
5 Benutzerorientierte Gestaltung von Schnittstellen und Inhalten
5.1 Usability – Bedienung des ITV-Angebots
5.1.1 Das „Abholen” des Nutzers
5.1.2 Die Eingabegeräte und Navigation
5.1.3 Alternative Benutzerschnittstellen
5.2 Erfolg durch attraktive Konzepte für ITV
5.3 Informationsarchitektur
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Diplomarbeit untersucht die Gründe für die mangelnde Akzeptanz des Interaktiven Fernsehens (ITV) und entwickelt Konzepte für eine benutzerfreundlichere Gestaltung der Schnittstellen und Inhalte. Im Mittelpunkt steht die Analyse der Medienkonvergenz sowie die Untersuchung technischer Plattformen und praktischer Pilotprojekte, um das Potential für eine benutzerorientierte Mehrwertgenerierung aufzuzeigen.
- Definition und technische Grundlagen des Interaktiven Fernsehens
- Analyse der Medienkonvergenz und des Nutzungsverhaltens
- Bewertung technischer Plattformen und Standards (OpenTV, MHP, etc.)
- Untersuchung von Usability-Anforderungen an ITV-Benutzerschnittstellen
Auszug aus dem Buch
4.3.2 Die Benutzerschnittstelle des Portals
Die grundlegenden Eigenschaften der Bedienung werden bereits durch die oben beschriebenen technischen Voraussetzungen festgelegt. Das Modul zur Darstellung des Portals und der damit verbundenen interaktiven Fernsehinhalte entspricht somit weitestgehend einem speziell angepassten – „Microsoft Internet Explorer“. Da heutige Web-Inhalte sowie Browser für die zeigerbasierte Maussteuerung optimiert sind und sich somit nur umständlich oder zum Teil gar nicht mit Tastaturbefehlen bedienen lassen, wurde auch für die Bedienung des Portals die zeigerbasierte Steuerung beibehalten. Die eingesetzte Fernbedienungseinheit muss neben der Zeigersteuerung auch Texteingaben ermöglichen und darüber hinaus ein übersichtliches Bedienfeld mit verschiedenen Steuertasten bereitstellen. Um die Einheit in Ihren Ausmaßen dennoch zu beschränken, wurde eine aufklappbare Infrarotfernbedienung gewählt. Diese stellt im zugeklappten Zustand eine erweiterte Fernseher Fernbedienung dar und gibt aufgeklappt eine alphanumerische Tastatur preis.
Die Zeigersteuerung steht in beiden Modi zur Verfügung und ist über einen in alle Richtungen kippbaren „Mausteller“ mit zugehöriger „OK“-Taste realisiert. Mit der Stärke des auf den Teller ausgeübten Druckes lässt sich die Geschwindigkeit des Zeigers steuern. Um den unterschiedlichen Bedienmodi der Fernbedienung gerecht zu werden, passt sich die Richtungseinstellung des Maustellers beim Aufklappen der Tastaturbedienung an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Aufbau zur Untersuchung der Akzeptanzprobleme von ITV.
2 Der Untersuchungsgegenstand: Interaktives Fernsehen: Definiert Interaktivität und Multimedia-Systeme im TV-Kontext und erläutert die technischen Voraussetzungen wie digitale Übertragungswege und Set-Top-Box-Architekturen.
3 Medienkonvergenz und Mediennutzung: Analysiert das Zusammenwachsen von TV und Internet sowie die verschiedenen Nutzungsmotive und Hürden bei der Akzeptanz von interaktiven Diensten.
4 Systeme und Angebote für Interaktives Fernsehen: Vergleicht verschiedene technische Plattformen wie OpenTV, Microsoft TV und MHP und analysiert beispielhaft ein Pilotprojekt der Kabel Deutschland GmbH.
5 Benutzerorientierte Gestaltung von Schnittstellen und Inhalten: Erarbeitet Anforderungen an die Usability, Eingabegeräte und Navigationskonzepte, um eine höhere Akzeptanz bei den Nutzern zu erzielen.
6 Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Gestaltung und Zukunftsperspektive des Interaktiven Fernsehens in Deutschland zusammen.
Schlüsselwörter
Interaktives Fernsehen, Medienkonvergenz, Benutzerschnittstelle, Usability, Set-Top-Box, Digitales Fernsehen, Narrowcast, Middleware, Informationsarchitektur, Mediennutzung, Breitbandkabel, Personalisierung, DVB-MHP, Online-Dienste, TV-Portal.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit untersucht die Gründe für die bisher fehlende breite Akzeptanz des Interaktiven Fernsehens (ITV) in Deutschland und entwickelt Ansätze, um interaktive Angebote benutzerfreundlicher und erfolgreicher zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Konvergenz von Fernsehen und Internet, der Analyse bestehender ITV-Plattformen sowie der psychologischen und ergonomischen Gestaltung der Nutzerschnittstellen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin, die Faktoren für eine erfolgreiche, benutzerorientierte Mehrwertgenerierung bei der Zusammenführung von linearem TV und interaktiven Online-Diensten zu identifizieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es erfolgt eine fundierte theoretische Literaturanalyse zu Medienkonvergenz und Nutzerschaft, kombiniert mit einer praxisorientierten Analyse technischer Standards und der empirischen Untersuchung eines spezifischen Pilotprojekts.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Untersuchungsgegenstands, die Analyse der konvergenten Mediennutzung, den Vergleich technischer Plattformen sowie die Ableitung von Usability-Kriterien für ITV-Systeme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Interaktives Fernsehen, Medienkonvergenz, Usability, Set-Top-Box, DVB-MHP und personalisierte Informationsarchitekturen.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der „Digitalen Spaltung“?
Der Autor sieht in der ungleichen Verteilung der Medienkompetenz in der Bevölkerung ein erhebliches Hindernis, da komplexe interaktive Systeme ältere oder technisch weniger versierte Nutzer ausschließen könnten.
Welche Rolle spielen alternative Benutzerschnittstellen?
Da grafische Oberflächen auf dem Fernsehschirm oft den Bildinhalt verdecken oder die Bedienung erschweren, diskutiert der Autor Ansätze wie Sprachsteuerung oder mobile Touch-Terminals als ergänzende Lösungen.
- Arbeit zitieren
- Marcel Langlois (Autor:in), 2002, Interaktives Fernsehen - Benutzerorientierte Mehrwertgenerierung durch Konvergenz von TV und Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8686