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"Moral Hazard" bei Lohnersatz- oder Unterhaltssicherungsleistungen bei Arbeitslosigkeit

Title:  "Moral Hazard"  bei Lohnersatz- oder Unterhaltssicherungsleistungen bei Arbeitslosigkeit

Seminar Paper , 2001 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dr. Michael Krupp (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Der Begriff „Moral Hazard“, welcher ursprünglich aus dem Versicherungswesen kommt, wird mittlerweile auch im Bezug auf den Bereich der sozialen Sicherung verwendet. Zahlreiche Debatten um das sogenannte „Trittbrettfahrer-“ oder „Drückebergerproblem“ schließen darauf, dass die Problematik der Arbeitsunwilligkeit einzelner Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger auch parteiübergreifend wachsende Beachtung findet. Ursache für dieses Interesse liegt sowohl in den stetig steigenden Zahlen der Hilfeempfänger als auch im Absinken ihres Durchschnittsalters.
Die größte Herausforderung, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, die Moral Hazard-Problematik gegebenenfalls auch durch Sanktionierung zu verringern, gleichzeitig aber das Vertrauen in die Sicherheit des sozialen Netzes nicht zu zerstören. Aus einer Perspektive die Zeitlich vor der Einführung der Hartz Gesetze liegt werden die Arten der staatlichen Leistungen und ihre jeweiligen Kritikpunkte vorstellt und darauf aufbauend verschiedene Verbesserungsvorschläge nach ihrer Machbarkeit und ihren Wirkungen bewertet. Abschließend wird die Schaffung eines subventionierten Niedriglohnsektors trotz der schwierigen Umsetzung als möglicheLösung vorgestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aktuelle Regelung zur staatlichen Existenzsicherung

2.1. Arten der staatlichen Leistungen

2.2. Entwicklung der Problematik

2.3. Kritikpunkte und Problemstellung

2.4. Sanktionsmöglichkeiten

2.5. Internationaler Vergleich der Situation

2.6. Rechnerische Lösungansätze

3. Verbesserungsvorschläge

3.1. Bundesvereinigung der Arbeitgeber

3.2. Vorschlag der Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung

3.3. Position des DGB

3.4. Modellprojekte „MoZArt“ und „Pluslohn“

4. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das ökonomische Phänomen des "Moral Hazard" im Kontext der staatlichen Existenzsicherung in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Anreizstrukturen gestaltet sein müssen, um den Übergang von Lohnersatzleistungen in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis zu fördern, ohne das soziale Sicherheitsnetz zu gefährden.

  • Analyse der aktuellen staatlichen Leistungen und deren Auswirkungen auf das Arbeitsverhalten
  • Untersuchung der "Arbeitslosigkeitsfalle" und des Niedriglohnsektors
  • Internationaler Vergleich von Transferleistungen und Erwerbsanreizen
  • Diskussion aktueller Reformvorschläge von Arbeitgebern, Politik und Gewerkschaften

Auszug aus dem Buch

2.3. Kritikpunkte und Problemstellung

In Darstellung der aktuellen Lage der Sozialen Sicherung in Deutschland ist bereits das „Moralische Risiko“ der sozialen Sicherung angeklungen. Sozialhilfeempfänger und Bezieher von Arbeitslosenhilfe sind zwar per Gesetz verpflichtet „zumutbare Arbeit“ anzunehmen. Aber zum einen drängt sich hier die Frage auf, was eigentlich als zumutbar bezeichnet werden kann und zum anderen ob die Annahme einer Arbeitsstelle für den Betroffenen im Einzelfall wirklich eine Verbesserung darstellt. Denn die Sozialhilfe bzw. die Arbeitslosenhilfe erzeugt faktisch einen Mindestlohn der von Arbeitgebern nicht gezahlt wird.

Da der gesamte Verdienst mit Abzug von bestimmten Freibeträgen auf Arbeitslosenhilfe bzw. Sozialhilfe angerechnet wird, ist es bei gegebener Arbeitszeit erst ab einem bestimmten Lohn möglich mehr zu als den Hilfesatz zu verdienen, wie in Abbildung 3 zu sehen ist. ergibt sich bei einem Sozialhilfebedarf (S) und bei Vollanrechnung (a=1) des Erwerbseinkommens (EK) erst ab Punkt A für den Arbeitslosen ein monetärer Anreiz zu arbeiten.

Allerdings kann nicht ab dem Punkt A mit freiwilliger Beschäftigung gerechnet werden. Die Differenz zwischen VE[A] und S stellt die eigentliche Verdienstmöglichkeit dar, da S sowieso bezogen werden kann. Wenn nun eine Freizeitpräferenz unterstellt wird, bei der es eines attraktiven Anreizes bedarf, um von Arbeitslosigkeit in Arbeitstätigkeit überzugehen, wird deutlich, daß ein Lohn gezahlt werden muß mit dem der Sozialhilfebedarf deutlich überschritten wird. Diese „Prämie“ legt eine individuelle Anspruchsgrenze fest, bei deren Überschreitung der monetäre Anreiz groß genug ist um eine Arbeit anzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Begriff "Moral Hazard" im sozialen Sicherungssystem und Erläuterung der Relevanz des Themas im aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs.

2. Aktuelle Regelung zur staatlichen Existenzsicherung: Darstellung der gesetzlichen Grundlagen und Leistungen sowie eine Analyse der statistischen Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug.

3. Verbesserungsvorschläge: Vorstellung konkreter Reformansätze zur Aktivierung von Arbeitskräften, unterteilt nach den Positionen von Arbeitgeberverbänden, Stiftungen und Gewerkschaften.

4. Resümee: Synthese der Lösungsansätze unter Abwägung von Kosten, Nutzen und der Notwendigkeit der sozialen Absicherung.

Schlüsselwörter

Moral Hazard, soziale Existenzsicherung, Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit, Lohnersatzleistungen, Niedriglohnsektor, Arbeitslosigkeitsfalle, Beschäftigungspotential, Sanktionen, Arbeitsmarktpolitik, Kombilohn, Erwerbsanreize, Sozialstaat, Stille Reserve, Transferleistungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des moralischen Risikos (Moral Hazard) innerhalb des deutschen Sozialleistungssystems, insbesondere im Hinblick auf Arbeitslose, die staatliche Unterstützung beziehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen staatlichen Transfers und Arbeitsanreizen, die Gestaltung des Niedriglohnsektors sowie die Suche nach Wegen zur Aktivierung von Langzeitarbeitslosen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie das System reformiert werden kann, um Arbeitsanreize zu erhöhen und die "Arbeitslosigkeitsfalle" zu überwinden, ohne dabei die soziale Mindestsicherung für Bedürftige zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Verfasser nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise unter Einbeziehung ökonomischer Grafiken (Voll- und Teilanrechnung) sowie den Vergleich mit internationalen Systemen.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Analyse der Ist-Situation verschiedene Reformmodelle, wie der "Pluslohn" oder steuerliche Anreize, und deren ökonomische Implikationen diskutiert.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Moral Hazard, Arbeitslosigkeitsfalle, Lohnsubvention und die Aktivierung von Arbeitskraftpotenzialen.

Wie unterscheidet sich die Position des DGB von der der BDA?

Während die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) einen Niedriglohnsektor befürwortet, lehnt der DGB dies strikt ab und fordert stattdessen verstärkte Investitionen in Aus- und Weiterbildung.

Welche Rolle spielen die "MoZArt"- und "Pluslohn"-Projekte?

Diese Modellprojekte dienen als praktische Versuche, die Zusammenarbeit von Behörden zu verbessern und durch finanzielle Anreize den Übergang von Sozialhilfe in den ersten Arbeitsmarkt attraktiver zu gestalten.

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Details

Title
"Moral Hazard" bei Lohnersatz- oder Unterhaltssicherungsleistungen bei Arbeitslosigkeit
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Lehrstuhl für Sozialpolitik)
Course
Aktuelle Probleme der Sozialen Sicherung
Grade
2,0
Author
Dr. Michael Krupp (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V8689
ISBN (eBook)
9783638155960
ISBN (Book)
9783638640633
Language
German
Tags
Moral Hazard Lohnersatz- Unterhaltssicherungsleistungen Arbeitslosigkeit Aktuelle Probleme Sozialen Sicherung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Michael Krupp (Author), 2001, "Moral Hazard" bei Lohnersatz- oder Unterhaltssicherungsleistungen bei Arbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8689
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