Schon das Thema der Homosexualität an sich bietet der Öffentlichkeit immer noch Anlass zu regen Diskussionen und zwiespältigen Meinungen.
Doch vor allem im Rahmen des vor gut sieben Jahren in kraft getreten Lebenspartnerschaftsgesetzes, gilt es sich auch mit der homosexuellen Elternschaft auseinanderzusetzen, denn diese Form des Zusammenlebens wird durch die gesetzliche Regelung zu einer, zwar nicht komplett neuartigen Familienform, aber dennoch zu einer, die mehr und mehr aus dem Verborgenen an die Öffentlichkeit tritt.
Die meisten Menschen gehen bei homosexuellen Paaren davon aus, sofern sie nicht aus einer vorangegangenen heterosexuellen Ehe Kinder mitbringen, dass sie in ihrer Partnerschaft kinderlos bleiben.
Lesbische Mütter werden hier zumeist aber noch eher von der Gesellschaft akzeptiert als schwule Väter, die schon generell als alleinerziehende Väter mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben.
Im Folgenden wird sich mit verschiedenen Aspekten rund um die homosexuelle Elternschaft beschäftigt.
Begonnen wird mit einigen Zahlen und Definitionen. Auch soll das Lebenspartnerschaftsgesetz etwas näher erörtert werden, da es die rechtliche Basis, auch für eine homosexuelle Elternschaft, beschreibt.
Des Weiteren werden allgemeine Wege zur Elternschaft aufgezeigt, bevor einzeln auf homosexuelle Mütter und Väter eingegangen wird. Der Schwerpunkt wird hierbei auf die schwulen Väter gelegt, da sie wohl die von der Gesellschaft am wenigsten akzeptierte Gruppe darstellen.
Auch die in der Gesellschaft existierenden Vorbehalte und die damit verbundene Stigmatisierung homosexueller Eltern und deren Kinder sollen nicht unerwähnt bleiben.
Das Ziel ist es, zu widerlegen, dass homosexuelle Elternschaft, vor allem für die Kinder, nachteilig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen und Daten
2.1 Aktuelle Zahlen
2.2 Definition von Familie
2.3 Sozialisationsleistungen
2.4 Konstellationen gleichgeschlechtlicher Elternschaft
3. Das Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG)
4. Gleichgeschlechtliche Elternschaft
4.1 Lesbische Mütter
4.2 Homosexuelle Väter
4.2.1 Wege zur Vaterschaft
4.2.2 Studienergebnisse
5. Stigmatisierung von Homosexuellen
6. Exkurs: Gewalt und Gewaltprävention in der Schule
7. Mögliche Vorbehalte zur homosexuellen Elternschaft
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Lebensrealität von gleichgeschlechtlichen Elternschaften. Ziel ist es, Vorurteile gegenüber dieser Familienform kritisch zu hinterfragen und die wissenschaftliche Befundlage zur Eignung von homosexuellen Eltern für eine erfolgreiche Kindererziehung darzulegen.
- Rechtliche Grundlagen der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft (LPartG)
- Differenzierung der Wege zur Elternschaft für Lesben und Schwule
- Analyse der Stigmatisierungsprozesse in der Gesellschaft und Schule
- Widerlegung von Vorbehalten hinsichtlich der kindlichen Entwicklung
- Vergleich der Erziehungsfähigkeit von gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Paaren
Auszug aus dem Buch
4. Gleichgeschlechtliche Elternschaft
Erst mit Beginn der der 80er Jahre wurden homosexuelle Familien auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.
In den 90er Jahren schien sich dann immer mehr ein zwiespältiges Verhältnis zwischen der Gesellschaft und homosexuellen Familien herauszukristallisieren.
Einerseits sahen sich immer mehr Menschen mit der Legitimation von „Regenbogenfamilien“ einverstanden und akzeptierten es, wenn sich Homosexuelle vor Gericht für das Sorgerecht ihrer Kinder einsetzten, doch andererseits erhielten sie genau hier, nämlich vor Gericht, mit die meisten Rückschläge, insbesondere, wenn es um Sorgerechtsentscheidungen ging.
Für Schwule und Lesben, die sich erst nach ihrem Coming-out für Kinder entscheiden sollten, oder aus einer evtl. vorangegangenen heterosexuellen Ehe keine Kinder mit in die Partnerschaft bringen, gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten zur Elternschaft:
Zum Einen die des äußerst selten bis gar nicht praktizierten „Co-parentings“, bei dem alle möglichen Formen des Zusammenlebens vorstellbar sind, wie z.B. die Konstellation Lesbe – homosexueller Mann oder Lesbe- heterosexueller Mann. Eine Variante davon wäre auch die sogenannte „Vierfach-Elternschaft“ (quadra-parenting). Hierbei tun sich je ein lesbisches und ein schwules Pärchen zusammen. Jeweils ein Partner aus den beiden bestehenden Partnerschaften zeugt mit einem der Partner des anderen (befreundeten) Pärchens ein oder mehrere Kinder. Die Kinder leben dann entweder abwechselnd bei dem schwulen oder dem lesbischen Pärchen, oder, falls mehrere Kinder gezeugt werden, ausschließlich bei einem Paar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das kontrovers diskutierte Thema der homosexuellen Elternschaft ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Vorurteile abzubauen.
2. Definitionen und Daten: Dieses Kapitel erläutert aktuelle statistische Zahlen zu homosexuellen Familien und reflektiert über einen modernen, erweiterten Familienbegriff.
3. Das Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG): Das Kapitel beschreibt den rechtlichen Status quo durch das LPartG, welches gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften weitgehend der Ehe angleicht.
4. Gleichgeschlechtliche Elternschaft: Hier werden spezifische Lebenswege von lesbischen Müttern und schwulen Vätern sowie internationale Studienergebnisse zu deren Elternschaft betrachtet.
5. Stigmatisierung von Homosexuellen: Es wird analysiert, wie gesellschaftliche Stigmata die Lebensrealität von Homosexuellen prägen und zu Diskriminierung führen.
6. Exkurs: Gewalt und Gewaltprävention in der Schule: Dieser Exkurs thematisiert Mobbing gegen Kinder aus Regenbogenfamilien und diskutiert Präventionsstrategien im schulischen Umfeld.
7. Mögliche Vorbehalte zur homosexuellen Elternschaft: Das Kapitel greift häufige Vorurteile auf und widerlegt diese auf Basis existierender Studien.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Erziehungsfähigkeit nicht vom Geschlecht der Eltern abhängt und die Gesellschaft in der Pflicht steht, diese Familienform anzuerkennen.
Schlüsselwörter
Homosexualität, Elternschaft, Regenbogenfamilien, Lebenspartnerschaftsgesetz, Stigmatisierung, Erziehungsfähigkeit, Diskriminierung, Coming-out, Familienform, Kindeswohl, Gleichgeschlechtliche Partnerschaft, Vorurteile, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Anerkennung und den Lebensbedingungen von gleichgeschlechtlichen Elternpaaren in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind rechtliche Rahmenbedingungen wie das LPartG, die verschiedenen Wege zur Elternschaft sowie die gesellschaftliche Stigmatisierung und deren Widerlegung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu widerlegen, dass homosexuelle Elternschaft für Kinder nachteilig ist und Vorurteile gegenüber dieser Familienform abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die verschiedene sozialwissenschaftliche Studien und rechtliche Dokumente auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, die spezifische Situation von lesbischen Müttern und schwulen Vätern, die Analyse von Diskriminierung sowie einen Exkurs zu Gewaltprävention in der Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Regenbogenfamilien, Stigmatisierung, Erziehungsfähigkeit und gesellschaftliche Normen.
Welchen Stellenwert nimmt die Rolle der schwulen Väter ein?
Die Arbeit legt einen Schwerpunkt auf schwule Väter, da diese in der Gesellschaft als die am wenigsten akzeptierte Gruppe innerhalb der homosexuellen Elternschaft angesehen werden.
Wie wirkt sich laut der Arbeit das Coming-out auf die Elternschaft aus?
Das Coming-out wird als emotionaler Prozess beschrieben, der oft mit Trennungen verbunden ist, aber auch der Ausgangspunkt für die bewusste Umsetzung eines Kinderwunsches sein kann.
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- Sarah Suchy (Author), 2007, Familienform und Erziehungsleistung – Gleichgeschlechtliche Elternschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86920