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Bewusstsein bei Luhmann - was psychische Systeme erkennen und wie sie sich reproduzieren

Title: Bewusstsein bei Luhmann - was psychische Systeme erkennen und wie sie sich reproduzieren

Term Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Robert Landwirth (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Dieser Aufsatz soll als Einführung in Luhmanns Vorstellung von psychischen Systemen und deren Erkenntnismöglichkeiten dienen, und diesbezüglich eine weitere Orientierung in seinem Werk erleichtern. Dabei werde ich mich in meinen Darstellungen den Schwerpunkt auf Denkfiguren legen, die auch für das Verständnis sozialer Systeme relevant sind. Der Aufsatz ist in vier Teile geteilt: Einen kurzen allgemeinen Teil über Luhmanns theoretische Absichten, einige Überlegungen zu seinem Erkenntnistheoretischen Standpunkt, eine Abhandlung über die spezifische Arbeitsweise von Bewusstseinssystemen und ein Schlusswort in dem ich auf einige Eigenheiten Luhmanns Theoriekonzeption aufmerksam machen will, die vor allem bei Anfängern für Verständnisprobleme sorgen könnten.

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Inhaltsverzeichnis

VORÜBERLEGUNGEN

EINLEITUNG

SYSTEMTHEORIE ALS ABGEKLÄRTE AUFKLÄRUNG

PSYCHISCHE UND SOZIALE SYSTEME

2. WIE SYSTEME ERKENNEN

KONSTRUKTIVISTISCHE ANNAHMEN

DIE FORM DER UNTERSCHEIDUNG

MEDIUM UND FORM

REALITÄT ALS PROZESS

3. DER AUFBAU PSYCHISCHER SYSTEME

CONDITIO CONSCIENTIA

SELBST- UND FREMDREFERENZ

PARADOXIE

AUFBAU VON STRUKTUREN

SELBSTREFLEXION

FREIER WILLE

4. SCHLUSSÜBERLEGUNGEN

REZEPTIONSPROBLEME

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit gibt eine systematische Einführung in die soziologische Systemtheorie nach Niklas Luhmann, mit besonderem Fokus auf die Arbeitsweise psychischer Systeme. Ziel ist es, dem Leser die zentralen Denkfiguren – wie Komplexitätsreduktion, autopoietische Geschlossenheit und Beobachtung zweiter Ordnung – zugänglich zu machen, um die theoretischen Hürden beim Einstieg in Luhmanns komplexes Werk zu senken.

  • Erkenntnistheoretische Grundlagen und der operativer Konstruktivismus
  • Die Rolle der Unterscheidung als basale Operation des Systems
  • Die Autopoiesis von Bewusstseinssystemen und die Letztelemente (Gedanken)
  • Der Umgang psychischer Systeme mit Paradoxien und Selbstreferenz
  • Die Rekonstruktion von Identität und freiem Willen als Systemleistung

Auszug aus dem Buch

Die Form der Unterscheidung

„Sie (die konstruktivistische Erkenntnis - RL) beginnt mit der Unterscheidung und sie endet mit Unterscheidungen, wohlwissend, daß dies ihre Sache ist und nicht aufgenötigt durch das, was sich ihr als Außenwelt entzieht.“

„Draw a distinction“ heißt es bei zu Beginn in Spencer Browns „Laws of Form“ und so beginnt auch die Systemtheorie: Das System ist die Differenz. Spencer Brown hat versucht ein Kalkül zu finden, um das zweiwertige Schema der booleschen Algebra mit der Arithmetik zu verknüpfen. Ein Kalkül, das ist ein Set von Regeln durch die sich aus gewissen Grundfiguren neue Figuren formen lassen. Spencer Brown möchte für sein Kalkül nur ein Zeichen verwenden, seine Grundfigur nennt er „Form“.

So sieht Spencer Browns Form aus. Die Form ist also eine Operation die eine Unterscheidung trifft. Sie würde das Projekt mit einer ersten Unterscheidung starten und mit anschließenden Unterscheidungen immer weiter voran treiben. Genau wie unsere gesuchte Erkenntnisoperation. Tatsächlich sind Spencer Browns Form bestimmte logische Eigenschaften und Probleme zu Eigen, die Luhmann für seine Theorie übernimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

VORÜBERLEGUNGEN: Einführung in Luhmanns Theoriekonzeption und die Notwendigkeit der Komplexitätsreduktion als Form der Aufklärung.

2. WIE SYSTEME ERKENNEN: Analyse der konstruktivistischen Basis, bei der Realität nicht abgebildet, sondern durch systeminterne Unterscheidungsoperationen konstruiert wird.

3. DER AUFBAU PSYCHISCHER SYSTEME: Untersuchung der Autopoiesis des Bewusstseins, wobei Gedanken als flüchtige, selbstreferenzielle Ereignisse das System reproduzieren.

4. SCHLUSSÜBERLEGUNGEN: Reflexion über die eigene Lektüreerfahrung und Hinweise für Einsteiger zum Umgang mit der logischen Abstraktion in Luhmanns Werk.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Konstruktivismus, Autopoiesis, Bewusstseinssysteme, Beobachtung, Komplexitätsreduktion, Differenz, Selbstreferenz, Paradoxie, Sinn, Struktur, Unterscheidung, psychische Systeme, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in Niklas Luhmanns Systemtheorie, wobei der Schwerpunkt auf der Funktionsweise psychischer Systeme (Bewusstsein) liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die operative Geschlossenheit von Systemen, die Entstehung von Realität durch Unterscheidungen sowie der Aufbau von Strukturen durch Selbstreferenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Anfängern die komplexen Konzepte Luhmanns durch die Erläuterung der zugrunde liegenden „Denkfiguren“ verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Analyse und die Rekonstruktion von Begriffen auf Basis der Arbeiten von Niklas Luhmann, ergänzt durch Bezüge zum mathematischen Kalkül Spencer Browns.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert, wie Bewusstseinssysteme Realität konstruieren, wie sie autopoietisch operieren, mit Paradoxien umgehen und über Selbstreflexion eine Identität bilden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Autopoiesis, Konstruktivismus, Beobachtung, Differenz, Selbstreferenz und psychische Systeme.

Was bedeutet es, dass Bewusstsein „operativ geschlossen“ ist?

Operative Geschlossenheit bedeutet, dass das Bewusstsein keine direkten Informationen aus der Umwelt aufnehmen kann, sondern alles Wissen über die Welt ausschließlich durch eigene, systeminterne Operationen produziert.

Wie erklärt Luhmann den „freien Willen“?

Luhmann deutet den freien Willen nicht als metaphysische Freiheit, sondern als eine notwendige Vorstellung, die das System entwickelt, um sein eigenes, intern determiniertes Verhalten als Urheberleistung zu interpretieren.

Warum fällt der Einstieg in Luhmanns Werk vielen Lesern schwer?

Aufgrund des interreferentiellen Begriffsrepertoires und der hohen Abstraktionsebene, die oft den Übergang zwischen empirischen Beobachtungen und rein logischen Problemen nicht explizit markiert.

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Details

Title
Bewusstsein bei Luhmann - was psychische Systeme erkennen und wie sie sich reproduzieren
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Course
Lektürekurs Niklas Luhmann
Grade
1,3
Author
Robert Landwirth (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V87007
ISBN (eBook)
9783638009706
Language
German
Tags
Bewusstsein Luhmann Systeme Lektürekurs Niklas Luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Landwirth (Author), 2008, Bewusstsein bei Luhmann - was psychische Systeme erkennen und wie sie sich reproduzieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87007
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