Die Nationalsozialistischen Erziehungsanstalten (Napola) waren Eliteinternate des nationalsozialistischen Staates, die den Auftrag hatten, Führungsnachwuchs heranzubilden, die das "dritte Reich" tatsächlich zu einem "tausendjährigen Reich" machen sollten. Das wollte man mittels einer totalen Pädagogik erreichen, die in allen Facetten des Alltagslebens der Schüler zu finden war (Schneider, Stillke, Leineweber 1996, S. 11). 1933 wurden in Plön, Köslin und Potsdam die ersten Nationalpolitische Erziehungsanstalten gegründet. Das offizielle Kürzel für die nationalpolitische Erziehungsanstalt lautete NPEA, jedoch setzte sich im Volksmund der Begriff der Napola durch (www.geschichte.schleswig-holstein.de/vonanisz/napola.html).
Der Begriff, Napola, wird in der vorliegenden Arbeit auch weiterhin so benutzt.
Bei Kriegsende gab es 43 Napola, davon waren drei für Mädchen. Diese Arbeit zeigt am Beispiel der Napola in Plön, wie die nationalsozialistischen Erziehungskonzepte in die Tat umgesetzt wurden und wie man versuchte die zukünftige Elite zu erziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Nationalsozialistischen Erziehungskonzepte
3. Die Gründunge der Napola
3.1 Leitung und Aufbau der Napola
3.2 Die Jungmannen
3.3 Die Schulpraxis
3.4 Das Ende der Napola
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht am Beispiel der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NAPOLA) in Plön, wie die nationalsozialistischen Erziehungskonzepte in die Praxis umgesetzt wurden und auf welche Weise der Staat versuchte, eine zukünftige Elite nach seiner Ideologie zu formen.
- Strukturen und pädagogische Konzepte des NS-Erziehungssystems
- Hierarchische Organisation und Alltag der Schüler ("Jungmannen")
- Einfluss der SA und ideologische Indoktrination im Schulwesen
- Methoden der Selektion und Manipulation der Jugendlichen
- Die Rolle der NAPOLA im Kontext der Vorbereitung auf den Krieg
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Jungmannen
Die Schulen fanden großen Zulauf. In Plön gingen nach der Umwandlung 1933 mehr als 1000 Bewerbungen ein. 1934 waren es sogar über 2000 Bewerbungen, allerdings wurden nur 120 zum Aufnahmetest eingeladen und lediglich 70 bestanden dann die zweitägige Prüfung. Einige Schüler wurden aber auch angeworben, indem Erzieher der Napola Plön den Unterricht an der regionalen Volksschule besuchten und einige Unterrichtsstunden beobachteten. Das Schüler in Volkshochschulen gesichtet wurden, spricht eher für eine gezielte Auslese.
Bedingungen zur Aufnahme waren: arische Abstammung, Erbgesundheit, einwandfreie Charaktereigenschaften, körperliche Leistungsfähigkeit und überdurchschnittliche geistige Begabung. Denn schließlich wollte man die Elite erziehen. Die Söhne von alten und bewährten Kämpfern der Bewegung und Frontkämpfern, sowie Söhne aus kinderreichen Familien wurden bei gleicher Tauglichkeit bevorzugt. Die Jungmannen kamen aus fast allen sozialen Schichten, allerdings, im Gegensatz zur offiziellen Propaganda, gab es eine ungleiche Verteilung. Die Söhne aus Beamtenfamilien waren stark überrepräsentiert, wohingegen nur wenige Jungmannen aus Arbeiterfamilien stammten. Viele waren Söhne von ehemaligen Offizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der NAPOLA als Eliteinternat zur Erziehung eines Führungsnachwuchses für das nationalsozialistische Regime.
2. Die Nationalsozialistischen Erziehungskonzepte: Analyse der ideologischen Grundlagen, die auf Umerziehung, Gleichschaltung und der Abwertung humanitärer Werte basierten.
3. Die Gründunge der Napola: Darstellung des institutionellen Übergangs von der Kadettenanstalt zur NAPOLA in Plön unter dem Einfluss der NS-Ideologie.
3.1 Leitung und Aufbau der Napola: Untersuchung der hierarchischen Strukturen, des Einflusses von SA/SS und der Rolle der Erzieher als Vorbilder.
3.2 Die Jungmannen: Erörterung der Selektionskriterien, der sozialen Zusammensetzung und der ständigen Leistungsindoktrination der Schüler.
3.3 Die Schulpraxis: Beschreibung des Schulalltags, der Unterordnung geistiger Bildung unter körperliche Ertüchtigung sowie der wehrsportlichen Vorbereitung.
3.4 Das Ende der Napola: Dokumentation der Auflösung der Anstalt in Plön bei Kriegsende und der anschließenden Entnazifizierung.
4. Zusammenfassung: Fazit über das Scheitern der Elitebildung und die Instrumentalisierung der Schüler als Marionetten des Staates.
Schlüsselwörter
NAPOLA, Plön, Nationalsozialismus, Eliteinternat, Erziehungskonzepte, Jungmannen, Indoktrination, Gleichschaltung, Wehrsport, Selektion, NS-Ideologie, Führungsnachwuchs, Pädagogik, Zweiter Weltkrieg, Volksgemeinschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die pädagogischen Ziele und praktischen Umsetzungen innerhalb der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (NAPOLA) in Plön während der Zeit des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Rekrutierung der Schüler, die ideologische Beeinflussung, die Disziplinierung durch den NS-Staat sowie die Verzahnung von schulischer Ausbildung und militärischer Vorbereitung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das NS-Regime durch eine "totale Pädagogik" versuchte, Jugendliche zu willfährigen Kämpfern zu erziehen, anstatt eine intellektuelle Elite auszubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse basiert, um die historischen Abläufe an der NAPOLA Plön nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen NS-Erziehungskonzepte, die spezifische Gründungsgeschichte der NAPOLA Plön, die Organisation und Auswahl der Jungmannen sowie den Alltag der Schulpraxis.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie "Eliteinternat", "NS-Erziehungspolitik", "Gleichschaltung", "Jungmannen" und "totale Pädagogik" stehen im Zentrum der Untersuchung.
Wie war das Verhältnis zwischen Erziehern und Schülern geprägt?
Das Verhältnis war durch ein hierarchisches Rangordnungsverhältnis und einen geringen Altersunterschied gekennzeichnet, wobei Erzieher als ideologische Vorbilder fungierten, die jedoch keine Sonderstellung innehatten.
Welche Rolle spielte der "Ehrenkodex" an der NAPOLA?
Ein übersteigerter Ehrenkodex diente dazu, die Schüler zur bedingungslosen Pflichterfüllung zu zwingen und kritisches Hinterfragen zu unterbinden, wobei Verstöße teils drastisch sanktioniert wurden.
Warum wurden die Fremdsprachen zugunsten anderer Fächer gekürzt?
Die Kürzung der Fremdsprachen sollte Raum für nationalpolitisch relevante Fächer wie Geschichte und Erdkunde schaffen, um die Weltanschauung des Nationalsozialismus effektiver zu vermitteln.
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- Yvonne Dewerne (Author), 2002, Die Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NAPOLA). Das Beispiel der NAPOLA in Plön, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8700