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Die Privatisierung des Krieges - Private Military Companies

Title: Die Privatisierung des Krieges - Private Military Companies

Term Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Björn Merse (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Summary Excerpt Details

Privatleute als Erbringer militärischer Dienstleistungen sind in der Kriegsgeschichte nicht unbekannt, im Gegenteil: schon in der Antike kämpften Söldner in Kriegen für die Durchsetzung der Interessen ihrer zahlenden Auftraggeber.
Im 20. Jahrhundert waren Söldner hauptsächlich in Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent eingebunden, diverse Brutalitäten in diesen Auseinandersetzungen zogen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und lösten eine allgemeine Empörung über Söldner und all jene aus, die in diesem Geschäft tätig waren.
Doch seit dem Beginn der 1990er Jahre zeichnet sich eine Trendwende ab: in immer stärkerem Ausmaß werden Leistungen, für deren Erbringung in der Vergangenheit das Militär ausgebildet und vorgesehen war „outgesourced“ und von privaten Militärfirmen (Private Military Companies - PMCs1) erbracht. Ein Paradebeispiel hierfür stellt die „Operation Iraqi Freedom“ dar: hier stellen PMCs mit 66.000 stehenden Mitarbeitern nach den US- Amerikanern das zweitstärkste Kontingent. Umfasste diese Entwicklung zunächst Unterstützungsleistungen wie Post-, Telekommunikations-, Ver- und Entsorgungs- sowie Personenbeförderungsdienste, so ist sie mit der Erweiterung der „Produktpalette“ der PMCS um die Möglichkeit der Durchführung von Kampfoperationen, die Übernahme von Polizei- und Wachdiensten sowie Beratung und Training von Streitkräften inzwischen auch bis in das staatliche Gewaltmonopol vorgedrungen, wo das Angebot der PMCS vor der Hintergrund der durch sie ermöglichten Kostenersparnis und Effizienzsteigerung oft auf fruchtbaren Boden fällt. Die vorliegende Arbeit wird versuchen, einen Problemaufriss des Entwicklungstrends zur Privatisierung militärischer Dienstleistungen zu liefern. Dabei soll zunächst der Begriff der PMCS geklärt und die Frage beantwortet werden, ob die in der öffentlichen Debatte oft vorgenommene Gleichsetzung der PMCS mit den negativ besetzen Begriff des Söldners in dieser Form zutreffend ist. Nachfolgend wird untersucht, warum PMCs in den letzten Jahren einen derart starken Aufschwung erfahren konnten. Kapitel vier wird die aus dem Einsatz privater Militärdienstleister zur Erbringung von Aufgaben, deren Erfüllung nach klassischem Verständnis eigentlich dem staatlichen Gewaltmonopol obliegt erwachsende Problematik aufzeigen, um so schließlich die Kernfrage dieser Arbeit: „Die Privatisierung des Krieges - Der Sündenfall oder die Antwort auf neue Herausforderungen?“ zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Renaissance des Söldnertums?

3. Boombranche Sicherheit

3.1 Der Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung und seine Folgen

3.2 Wertewandel

3.3 „Shrinking the State“

3.4 Attraktives Angebot der PMCs

4. Problembranche PMCs

5. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zunehmenden Trend zur Privatisierung militärischer Dienstleistungen durch private Militärfirmen (PMCs) vor dem Hintergrund veränderter globaler Sicherheitsstrukturen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob diese Entwicklung eine notwendige Antwort auf neue Herausforderungen darstellt oder als gefährlicher "Sündenfall" zu werten ist.

  • Historische Einordnung des Söldnerwesens und Abgrenzung zum modernen PMC-Begriff.
  • Analyse der Ursachen für den Aufschwung privater Sicherheitsanbieter nach dem Ende des Kalten Krieges.
  • Typisierung unterschiedlicher PMC-Geschäftsmodelle und deren spezifische Leistungsspektren.
  • Untersuchung der rechtlichen Grauzonen und Risiken, die mit der Auslagerung staatlicher Gewaltmonopole einhergehen.
  • Diskussion um Legitimität und Kontrolle in einem rechtsfreien Raum.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Privatleute als Erbringer militärischer Dienstleistungen sind in der Kriegsgeschichte nicht unbekannt, im Gegenteil: schon in der Antike kämpften Söldner in Kriegen für die Durchsetzung der Interessen ihrer zahlenden Auftraggeber. Seit dem späten 17. Jahrhundert, als die europäischen Herrscher mit der Aufstellung stehender Heere begannen, führte das Söldnerwesen in Europa eher ein Schattendasein. Im 20. Jahrhundert waren Söldner hauptsächlich in Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent eingebunden, diverse Brutalitäten in diesen Auseinandersetzungen zogen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und lösten eine allgemeine Empörung über Söldner und all jene aus, die in diesem Geschäft tätig waren.

Doch seit dem Beginn der 1990er Jahre zeichnet sich eine Trendwende ab: in immer stärkerem Ausmaß werden Leistungen, für deren Erbringung in der Vergangenheit das Militär ausgebildet und vorgesehen war „outgesourced“ und von privaten Militärfirmen (Private Military Companies - PMCs) erbracht. Ein Paradebeispiel hierfür stellt die „Operation Iraqi Freedom“ dar: hier stellen PMCs mit 66.000 stehenden Mitarbeitern nach den US- Amerikanern das zweitstärkste Kontingent. Umfasste diese Entwicklung zunächst Unterstützungsleistungen wie Post-, Telekommunikations-, Ver- und Entsorgungs- sowie Personenbeförderungsdienste, so ist sie mit der Erweiterung der „Produktpalette“ der PMCS um die Möglichkeit der Durchführung von Kampfoperationen, die Übernahme von Polizei- und Wachdiensten sowie Beratung und Training von Streitkräften inzwischen auch bis in das staatliche Gewaltmonopol vorgedrungen, wo das Angebot der PMCS vor der Hintergrund der durch sie ermöglichten Kostenersparnis und Effizienzsteigerung oft auf fruchtbaren Boden fällt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Entwicklung des Söldnerwesens und Darstellung der aktuellen Trends zur Privatisierung militärischer Aufgaben anhand des Beispiels der "Operation Iraqi Freedom".

2. Renaissance des Söldnertums?: Historischer Rückblick auf die Rolle privater Akteure in bewaffneten Konflikten von der Antike bis zum 20. Jahrhundert und Klärung der juristischen Abgrenzung zwischen Söldnern und modernen PMCs.

3. Boombranche Sicherheit: Analyse der treibenden Faktoren für den Aufstieg von PMCs, wie das Ende des bipolaren Weltgefüges, ein gesellschaftlicher Wertewandel und neoliberale Privatisierungsimperative.

4. Problembranche PMCs: Kritische Auseinandersetzung mit den Risiken, Gefahren und Nachteilen des PMC-Einsatzes, insbesondere hinsichtlich mangelnder parlamentarischer Kontrolle und rechtlicher Grauzonen.

5. Konklusion: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit dem Plädoyer für einen völkerrechtlich klaren Rahmen, um trotz fortgesetzter Nutzung von PMCs ein Abrutschen in den "Sündenfall" zu verhindern.

Schlüsselwörter

Privatisierung des Krieges, Private Militärfirmen, PMCs, Söldnerwesen, Gewaltmonopol, Internationale Politik, Sicherheit, Kosteneffizienz, Völkerrecht, Operation Iraqi Freedom, Stellvertreterkriege, Neoliberalismus, Militärische Dienstleistungen, Risikomanagement, Sicherheitsakteure.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die zunehmende Privatisierung militärischer Dienstleistungen und die Rolle privater Militärfirmen (PMCs) in modernen internationalen Konflikten.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die historische Genese privater Gewaltakteure, die ökonomischen und politischen Motive für den Einsatz von PMCs sowie die damit verbundenen rechtlichen und ethischen Probleme.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Privatisierung des Krieges eine Antwort auf moderne Herausforderungen ist oder ob sie einen moralischen und rechtlichen "Sündenfall" darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse und Typisierung von Akteuren unter Einbeziehung relevanter Literatur zur internationalen Politik und Sicherheitspolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wachstumsfaktoren für die Branche, eine detaillierte Typologisierung von PMC-Dienstleistungen sowie eine kritische Risikobetrachtung des Einsatzes solcher Firmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Privatisierung", "Gewaltmonopol", "PMCs", "Sicherheit" und "völkerrechtlicher Rahmen" geprägt.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einem Söldner und einem PMC-Mitarbeiter?

Der Autor führt eine juristische Differenzierung anhand internationaler Normen durch, wobei er betont, dass PMCs aufgrund ihrer Unternehmenseigenschaften und Dienstleistungsbandbreite nicht direkt mit der strafrechtlich sanktionierten Definition des Söldners gleichzusetzen sind.

Warum fällt der Einsatz von PMCs oft in einen rechtsfreien Raum?

Weil das Völkerrecht bisher keine ausreichenden Kontrollinstanzen für private Unternehmen in Konfliktgebieten vorsieht und diese sich oft der direkten parlamentarischen und militärischen Befehlsgewalt entziehen.

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Details

Title
Die Privatisierung des Krieges - Private Military Companies
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Institut für internationale Politik)
Grade
1,7
Author
Björn Merse (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V87033
ISBN (eBook)
9783638011945
Language
German
Tags
Privatisierung Krieges Private Military Companies
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Merse (Author), 2007, Die Privatisierung des Krieges - Private Military Companies, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87033
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