Pflege gibt es seit Menschengedenken. Seit Jahrhunderten werden Menschen gepflegt, sei es von Familienangehörigen oder professionell. Die Unterstützung der Pflegekraft, die eine Beziehung mit dem Kranken aufbaut und ihm dabei hilft zu genesen ist wichtig.
Besonders in den USA begann man frühzeitig theoretische Grundlagen der Pflege zu untersuchen und zu professionalisieren.
In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit zwei Pflegetheoretikerinnen aus den USA auseinandersetzen, die grundlegende Meilensteine für die Theorie der Krankenpflege gesetzt haben. Ich werde auf die Theorie und den historischen Hintergrund der Bedürfnistheoretikerin Virginia Henderson und der Interaktionstheoretikerin Hildegard Peplau eingehen (Klassifikation nach Meleis 1999, S.302) Anschließend werde ich mich mit den verschiedenen Aussagen über die Metaparadigmen auseinandersetzen, die Theorie in der Ausbildung darstellen und wichtige Kritikpunkte beider Theorien hervorheben.
Beide Theoretikerinnen sind Pioniere der Pflegetheorie. Sie haben sich als eine der Ersten mit den Fragen. Was ist Pflege? und Wie wird gepflegt? auseinandergesetzt. Beide nähern sich von unterschiedlichen Ausgangspunkten dem Phänomen Pflege und gelangen durch die verbundene Schwerpunktsetzung zu unterschiedlichen Modellen. Ich habe sie ausgewählt um verschiedenen Ansätze der Pflegetheorie zu untersuchen und um die verschiedenen Sichtweisen zu betrachten..
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Virginia Henderson
2.1 Historische Hintergründe
2.2 Theorie
3. Hildegard Peplau
3.1 Historische Hintergründe
3.2 Theorie
3.2.1 Das Konzept der Wechselseitigkeit
3.2.2 Das Konzept der Phasenbezogenheit
3.2.3 Bedürfnisse und Stufen der Angst
3.2.4 Das Konzept des Interpersonalen Lernens
4. Metaparadigmen im Vergleich Henderson-Peplau
4.1 Person
4.2 Gesundheit
4.3 Umgebung
4.4 Pflege
5. Abstraktionsniveau und Ziel
6. Pflegeausbildung
7. Kritische Aspekte
8. Schlussbetrachtung
8.1 Virginia Henderson
8.2 Hildegard Peplau
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist der theoretische Vergleich der Pflegemodelle von Virginia Henderson und Hildegard Peplau, um deren Ansätze zur Bedürfnisorientierung bzw. psychodynamischen Krankenpflege gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.
- Historische Einordnung beider Pflegetheoretikerinnen.
- Analyse der zentralen Konzepte (Bedürfnisse bei Henderson, interpersonale Beziehungen bei Peplau).
- Vergleich der theoretischen Metaparadigmen Person, Gesundheit, Umgebung und Pflege.
- Diskussion zur Bedeutung der Theorien für die Pflegeausbildung und aktuelle pflegerische Praxis.
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und Grenzen beider Ansätze im modernen Krankenhausalltag.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Das Konzept der Wechselseitigkeit
Peplau beschrieb die Beziehung zwischen den Interaktionsteilnehmern als den Kern einer Pflegesituation. Menschen streben auf das Ziel hin, sich im Sinne eines Reife- und Bildungsprozess zu entwickeln und ein Maximum an Produktivität zu entwickeln (vgl. Peplau 1995, S.101).
Diese Aussage bezieht sie sowohl auf das Pflegepersonal, als auch auf den Patienten, wobei beide Parteien unterschiedliche Rollen, den Situationen angepasst, einnehmen. Im wechselseitigen Austausch lernen und reifen beide Seiten in einer gelungenen Pflegesituation. Die Rollen der Pflegekraft werden durch ihr professionelles Wissen bestimmt.
Peplau benennt folgende Rollen:
- Rolle des Fremden
- Rolle des Unterstützenden
- Rolle des Lehrenden
- Rolle des Führenden
- Ersatzrollen ( fürsorglicher Mutterersatz)
- Beratende Rolle
(Peplau 1995, S. 70-96)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der beiden Pflegetheoretikerinnen und der Intention, ihre Ansätze zur Professionalisierung der Pflege wissenschaftlich zu vergleichen.
2. Virginia Henderson: Beleuchtung der Biografie sowie Darstellung der Theorie der 14 Grundbedürfnisse als Basis für professionelles pflegerisches Handeln.
3. Hildegard Peplau: Analyse des interpersonalen Beziehungsmodells inklusive der Konzepte zur Angstbewältigung und des Lernprozesses.
4. Metaparadigmen im Vergleich Henderson-Peplau: Synoptische Gegenüberstellung der theoretischen Kernbegriffe Person, Gesundheit, Umgebung und Pflege.
5. Abstraktionsniveau und Ziel: Einordnung der Theorien als Middle-Range-Theorien und Reflexion über deren abbildenden Charakter im Sinne der Kartographie.
6. Pflegeausbildung: Darstellung der Bedeutung der Theorien für die praktische Ausbildung und die Persönlichkeitsentwicklung Pflegender.
7. Kritische Aspekte: Auseinandersetzung mit den Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung und den konzeptionellen Grenzen beider Modelle.
8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Würdigung der Pionierleistungen von Henderson und Peplau sowie Fazit zur Notwendigkeit theoretisch fundierten Denkens in der Pflege.
Schlüsselwörter
Pflegetheorie, Virginia Henderson, Hildegard Peplau, Bedürfnisorientierung, psychodynamische Krankenpflege, Interpersonale Beziehung, Pflegeprozess, Grundbedürfnisse, Pflegeausbildung, Gesundheitsverständnis, Professionalisierung, Patientenbetreuung, Pflegeforschung, Pflegewissenschaft, Beziehungsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Pflegetheorien von Virginia Henderson und Hildegard Peplau, zwei prägenden Pionierinnen der US-amerikanischen Pflegewissenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Bedürfnisse des Patienten, die Gestaltung der Patient-Pflegekraft-Beziehung, die Rolle der Pflege im therapeutischen Prozess und die Anwendung dieser Theorien in der Ausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Theorien herauszuarbeiten und deren Relevanz sowie kritische Anwendbarkeit für die moderne professionelle Pflege zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und den systematischen Vergleich von pflegetheoretischen Fachpublikationen, um die Modelle anhand der Pflegemetaparadigmen gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorien, den direkten Vergleich der Metaparadigmen, die Reflexion auf das Abstraktionsniveau sowie die Diskussion der Bedeutung für die Pflegeausbildung und kritische Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Pflegetheorie, Bedürfnisorientierung, interpersonale Beziehung, Pflegeprozess, Professionalisierung und die spezifischen Modelle von Henderson und Peplau.
Inwiefern beeinflussen die 14 Grundbedürfnisse nach Henderson die Pflegepraxis?
Sie dienen als strukturgebendes Instrument, um den Pflegebedarf systematisch zu erfassen und die Unabhängigkeit des Patienten als zentrales Ziel zu definieren.
Welche Rolle spielt die Angst in Peplaus Modell?
Angst wird als zentraler Faktor gesehen, der die Lern- und Handlungsfähigkeit beeinflusst; die Aufgabe der Pflegekraft ist es, den Patienten bei der Bewältigung und Reduzierung von Ängsten zu unterstützen.
Warum wird die praktische Umsetzung von Peplaus Theorie als schwierig eingeschätzt?
Aufgrund des hohen Zeitaufwandes für den intensiven Beziehungsprozess und des hohen Verwaltungsdrucks im modernen Krankenhausalltag wird die Umsetzung oft als unrealistisch für den Pflegealltag empfunden.
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- Yvonne Mocker (Author), 2006, Bedürfnisorientierung und psychodynamische Krankenpflege , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87079