Die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen mit neuen Herausforderungen von Seiten des Marktes, der Kunden oder der Investoren konfrontiert werden, hat sich in den letzen Jahren merklich erhöht. Sichtbar wird diese Entwicklung u.a. durch abnehmende Produkt- und Innovationszyklen oder eine steigende Anzahl von Restrukturierungsmaßnahmen.
Dabei erscheint es nicht verwunderlich, dass Unternehmen in dynamischen Wettbewerbssituationen zunehmend ihre Geschäftsprozesse anpassen, um effizienter und effektiver agieren zu können. Das Ziel ist eine Verbesserung unter qualitativen, monetären und zeitlichen Aspekten. Dies kann durch den Einsatz von Workflowmanagement und Workflowmanagementsystemen erreicht werden, da es sich hier um einen allumfassenden Ansatz handelt, der personelle Ressourcen, Informationen, Computer-Systeme und organisatorische Prozesse integriert . Diese Arbeit soll einen Überblick über die Thematik des Workflowmanagement und des Workflowmanagementsystems geben.
Gliederung
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Definitorische Grundlagen
3. Gegenstand des Workflowmanagements
3.1 Anforderungen an Prozesse innerhalb des Workflowmanagements
3.2 Die Systemarchitektur eines Workflowmanagementsystems
4. Vom Geschäftsprozess zum Workflow
4.1 Pre-Modellierungsphase
4.2 Modellierungsphase
4.3 Post-Modellierungsphase
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Grundlagen des Workflowmanagements sowie den Einsatz von Workflowmanagementsystemen (WFMS) in Unternehmen. Sie verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über den Implementierungsprozess von Workflows zu geben, wobei der Schwerpunkt auf der Modellierungsphase liegt, um Geschäftsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten.
- Grundlegende Definitionen und Abgrenzung von Geschäftsprozess und Workflow
- Architektur und Funktionsweise von Workflowmanagementsystemen
- Anforderungen an Geschäftsprozesse für die Workflow-Unterstützung
- Phasenmodell der Workflow-Implementierung (Pre-Modellierung, Modellierung, Post-Modellierung)
- Chancen und Risiken bei der Einführung von Workflow-Lösungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Systemarchitektur eines Workflowmanagementsystems
Zur systemseitigen Verwaltung und Steuerung von geeigneten Workflows ist ein WFMS notwendig. Zur Darstellung der Architektur eines WFMS soll nachfolgend das „Workflow Reference Model“ der Workflow Management Coalition (WfMC) herangezogen werden, welches die Anforderungen an WFMS standardisiert. Abbildung 2 zeigt das allgemeine architektonische Rahmenwerk und identifiziert Schnittstellen, die fünf Bereiche zwischen einem WFMS und seiner Umwelt aufzeigen. Der zentrale Aspekt in diesem Modell übernehmen die Workflow Engines, die zusammen mit Datenbanken die Ausführungskomponenten darstellen. Dabei kommt es zu einem Austausch von Datenströmen mit anderen Systemumgebungen, bei denen auch benötigte Prozesse angestoßen werden (Interface 4). Applikationen, die z.B. Office-Anwendungen oder Host-Applikationen umfassen und für das Ausführen von Aktivitäten benötigt und aufgerufen werden, werden über Interface 3 in Form der Invoked Applications dargestellt. Eine Schnittstelle zwischen User und den Workflow Engines wird über Interface 2 aufgezeigt. Die dabei von den Usern verwendeten Programme werden als Workflow Client Applications bezeichnet. Interface 5 über-nimmt die Auf-gabe, dass System gegenüber Prüfungs- und War-tungsarbeiten offen zu halten und Prozessabläufe zu justieren oder statistische Daten aus-werten zu können. Interface 1 ermöglicht den Einsatz von „externe[n] Werkzeuge[n] zur Definition von Geschäftsprozessen [sowie ein damit verbundener] Austausch von Prozessinformationen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Das Kapitel führt in die Notwendigkeit von Workflowmanagement in dynamischen Märkten ein und definiert den Fokus auf die Modellierungsphase.
2. Definitorische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe Geschäftsprozess, Workflow, Workflowmanagement und Workflowmanagementsysteme voneinander abgegrenzt.
3. Gegenstand des Workflowmanagements: Dieses Kapitel erläutert, welche Kriterien einen Prozess für das Workflowmanagement qualifizieren und wie die Systemarchitektur gemäß dem Workflow Reference Model aufgebaut ist.
4. Vom Geschäftsprozess zum Workflow: Das Kernkapitel beschreibt das Phasenschema der Implementierung, unterteilt in Pre-Modellierungs-, Modellierungs- und Post-Modellierungsphase.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Potenziale zur Effizienzsteigerung zusammen und weist auf die sozio-kulturellen sowie technischen Risiken bei der Einführung hin.
Schlüsselwörter
Workflowmanagement, Workflowmanagementsystem, WFMS, Geschäftsprozess, Prozessmodellierung, Workflow-Schema, Workflow-Referenz-Modell, Prozessoptimierung, Implementierung, Effizienz, Transparenz, Business Process Reengineering, Modellierungsphase, Workflow-Engine, Automatisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die konzeptionellen und technischen Grundlagen des Workflowmanagements sowie deren praktische Umsetzung mittels Workflowmanagementsystemen (WFMS) in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Publikation ab?
Die zentralen Themen sind die Definition von Geschäftsprozessen, die Systemarchitektur von WFMS, die methodische Vorgehensweise bei der Prozessmodellierung und die Implementierungsphasen eines Workflow-Projektes.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über den gesamten Lebenszyklus eines Workflow-Projektes zu geben, mit besonderem Fokus auf die Modellierungsphase als Basis für eine erfolgreiche Automatisierung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Referenzmodellen (z.B. WfMC-Referenzmodell) sowie der exemplarischen Darstellung von Phasenmodellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Gegenstandes des Workflowmanagements und die detaillierte Beschreibung der Phasen: Pre-Modellierung, Modellierung und Post-Modellierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Workflow-Schema-Modell, Prozessmodellierung, Automatisierbarkeit, Workflow-Engine und Prozessbeteiligte.
Welche Rolle spielt die Workflow Management Coalition (WfMC) im Dokument?
Das WfMC-Referenzmodell dient als Standard für das architektonische Rahmenwerk, welches beschreibt, wie ein WFMS mit seiner Umwelt und den verschiedenen Systemkomponenten interagiert.
Warum wird im Modellierungsprozess zwischen direkter und indirekter Vorgehensweise unterschieden?
Während der direkte Weg unmittelbar auf dem betrieblichen System basiert, ermöglicht der indirekte Weg durch ein vorgelagertes Geschäftsprozessmodell eine höhere fachliche Modellierungssicherheit und bessere Übersicht.
- Quote paper
- Andreas Reschke (Author), 2007, Workflowmanagement und Workflowmanagementsysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87113