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Konzepte der Jungenarbeit

Title: Konzepte der Jungenarbeit

Presentation (Elaboration) , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Timo Arnold (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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„Wann ist ein Mann ein Mann?“ fragt Herbert Grönemeyer nicht ohne Grund, wie zahlreiche Publikationen, welche sich mit der Sozialisation von Männern beschäftigen, bestätigen. Längst nicht jeder männliche Erwachsene kann diese Frage für sich beantworten. Kann demnach von Jugendlichen erwartet werden, eine Antwort auf diese Frage parat zu haben? Kann die männliche Sozialisation unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch gelingen? Wenn dem so ist – ist das „Erfolgsrezept“ übertragbar und für alle Jungen und jungen Männer anwendbar? Die Frage der eigenen Identität kommt keinesfalls aus, ohne den Aspekt der Sexualität mit einzubeziehen. Speziell der Bereich der sexuellen Identität ist überladen von statusbezogenen Barrieren und Rollenkonflikten, die häufig unlösbar scheinen. In Anbetracht des hohen Stellenwertes von Sexualität – vor allem in der Pubertät – zeigt sich in vielen Fällen eine entsprechend hohe psychische Belastung der betroffenen Jungen. Individuelle Strategien, mit dieser Problematik umzugehen, sie vielleicht sogar zu bewältigen, können unter Jungen nicht weitervermittelt werden, ohne die „ungeschriebenen Gesetze der Männlichkeit“ – in diesem Fall das vermeintliche Verbot, über Probleme und Gefühle zu sprechen – zu brechen, was die entworfene Lösungsstrategie wiederum nichtig erscheinen ließe, da sie den neu aufgetretenen Statusverlust nicht zu verhüten in der Lage gewesen wäre.

Dieses Dilemma legt das kritische Hinterfragen dieses Männlichkeitsbildes nahe. Bedeutet das möglicherweise, dass ein neues Leitbild Männlichkeit vonnöten ist? Kann dem Klientel ein weniger problembehaftetes Bild von Männlichkeit diktiert werden? Wer könnte dazu in der Lage sein und wer könnte es überhaupt entwerfen? Wäre es überhaupt möglich, ein solches Leitbild zu entwerfen, ohne die positiven Aspekte des alten Bildes von Männlichkeit mit einzubeziehen oder aber diese sinnvoll in das neue Leitbild Männlichkeit zu integrieren? Würde ein solches Leitbild überhaupt von den Jungen angenommen?

Bei der Diskussion, wie Jungenarbeit auszusehen habe und wie sie durchzuführen sei, werden, dominiert von zwei Pespektiven – der männlichen und der weiblichen bzw. feministischen –, viele unterschiedliche Meinungen geäußert. Die Jungenarbeit und mit ihr das Klientel wird auf diese Weise zur Waffe im Geschlechterkampf und scheinbar gibt es nur eine Interessengruppe, welche ungefragt bleibt: Die Jungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Was Jungenarbeit leisten muss

2.1 Unsicherheiten beim Heranwachsen

2.2 Sozialisation

2.3 Sexuelle Identität

3. Leitbild Männlichkeit

3.1 Braucht Jungenarbeit ein Leitbild Männlichkeit?

3.2 Wie kann/soll ein solches Leitbild aussehen?

3.3 Die Bedeutung von Arbeit für dieses Leitbild

3.4 Die Bedeutung von Sexualität für dieses Leitbild

4. Jungenarbeit im Geschlechterkampf

4.1 Jungenarbeit als Methode der Mädchenarbeit

4.2 Jungenarbeit als Reaktion auf den Feminismus

4.3 Jungenarbeit als Instrument im Geschlechterkampf

5. Jungenarbeit in der Praxis

5.1 Wo findet sie (nicht) statt?

5.2 Wer initiiert sie?

5.3 Wer führt sie (nicht) durch?

5.4 Arbeitsprinzipien der Jungenarbeit

5.5 Wieso fällt die praktische Umsetzung so schwer?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen der Jungenarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit. Dabei steht die kritische Hinterfragung männlicher Sozialisationsprozesse sowie die Suche nach einem zeitgemäßen Leitbild Männlichkeit im Vordergrund, um Jungen bei der Identitätsfindung zu unterstützen.

  • Sozialisationsprozesse und Identitätsentwicklung bei Jungen
  • Die Notwendigkeit und Gestaltung eines Leitbilds Männlichkeit
  • Die Rolle von Sexualität und Erwerbsarbeit im männlichen Selbstbild
  • Methodische Ansätze und praktische Prinzipien der Jungenarbeit
  • Spannungsfelder zwischen Feminismus, Geschlechterkampf und Jungenarbeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Wie kann / soll ein solches Leitbild aussehen?

Das allgemein vorhandene Bild von Männlichkeit definiert sich sehr stark über die Darstellung von Männern in den kommerziellen Medien. In dieser Hinsicht herrscht keineswegs ein Mangel an möglichen Vorbildern, doch stellt sich das Problem dar, dass es sich in der Regel um Superhelden handelt, welche alles können, bzw. durch übermenschliches Durchsetzungsvermögen glänzen und somit nicht als reales Vorbild herangezogen werden können (vgl. Lampert, Oelemann, Sturzenhecker (Hg.) 1996, S.68). Die andere Seite der Medaille gibt den Fernsehtrotteln Raum, die Bly thematisierte, welcher in seinem Buch „Eisenhans“ versuchte, eine Art Leitbild herzustellen, welches jedoch auch massiver Kritik ausgesetzt ist, so fordert Reinhard Winter „...fundierte Theorien und keine Kurzschlüsse, die aus beliebigen Ritualen oder ‚Mythen‘, wie z.B. dem Märchen ‚Eisenhans‘ abgeleitet werden“ (Winter, Sturzenhecker (Hg.) 1996, S. 124). Dem hält Liermann jedoch entgegen, Bly liefere zumindest ein „...eindeutiges Modell für die Praxis...“ (Liermann, Sturzenhecker (Hg. 1996, S. 75). Weiterhin führt Winter aus, typische Jungenspielwelten (er nennt HE-MAN als Beispiel) seien eindimensional, schwülstig, grotesk (vgl. Winter, Sturzenhecker (Hg.) 1996, S.125) und holt danach aus, um über die „Vielfalt des Mannseins zu dozieren. Dem regen Interesse an diesen mythologischen Spielwelten entsprechend, liegt der Schluss nahe, dass eben das Interesse an Mythologie und scharf gezeichneten Männlichkeitsbildern ein wichtiger Teil eben dieser Vielfalt ist. Winters Kritik folgt jedoch weder die Idee, dieses rege Interesse für die Jungenarbeit nutzbar zu machen, noch liefert er einen konkreten oder wenigstens vielversprechenden Ansatz, wie das von ihm abgelehnte Leitbild Männlichkeit ersetzt werden könnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Jungenarbeit in Deutschland und die Problematik der "Schuldfrage" bei der Umsetzung von Angeboten.

2. Was Jungenarbeit leisten muss: Analyse der Unsicherheiten von Jungen bei der Identitätsbildung, ihrer Sozialisation und der Bedeutung sexueller Identität.

3. Leitbild Männlichkeit: Diskussion darüber, ob Jungenarbeit ein spezifisches Männlichkeitsbild benötigt und wie Arbeit und Sexualität dieses beeinflussen.

4. Jungenarbeit im Geschlechterkampf: Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Jungenarbeit, Mädchenarbeit, Feminismus und politischen Interessen.

5. Jungenarbeit in der Praxis: Darstellung der Orte, Initiatoren und Methoden sowie der Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung von Jungenarbeit.

Schlüsselwörter

Jungenarbeit, Männlichkeit, Sozialisation, Identitätsfindung, Geschlechterkampf, Pädagogik, Leitbild, Sexualität, Arbeit, Gender Mainstreaming, Jugendarbeit, Rollenkonflikte, Maskulinismus, Feminismus, Vorbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Jungenarbeit in der Sozialen Arbeit, insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen an das männliche Geschlecht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die männliche Sozialisation, die Konstruktion von Männlichkeitsbildern, die Rolle der Sexualität und der Erwerbsarbeit sowie das Spannungsverhältnis der Jungenarbeit zu feministischen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jungen in ihrem Prozess der Identitätsfindung unterstützt werden können und warum die Etablierung eines konzeptionell fundierten Leitbildes Männlichkeit notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer Auseinandersetzung mit theoretischen Konzepten der Männer- und Jungenforschung, um den aktuellen Status der Jungenarbeit in der Praxis kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Notwendigkeit von Männlichkeitsbildern, analysiert die Einflüsse von Medien und Gesellschaft auf das Jungenbild und diskutiert die praktischen Prinzipien der Jungenarbeit in Jugendhilfe und Bildungsarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Jungenarbeit, Identitätsfindung, Männlichkeitsbild, Sozialisation, Geschlechterrollen und pädagogische Praxis.

Welche Rolle spielt die Erwerbsarbeit für das männliche Selbstbild?

Die Arbeit zeigt auf, dass Arbeit für Jungen eine Möglichkeit bietet, sich im Wettbewerb zu beweisen, ihre Fähigkeiten zu erproben und eine Identität aufzubauen, die jenseits medialer Superhelden-Klischees liegt.

Warum wird die praktische Umsetzung von Jungenarbeit als schwierig beschrieben?

Die Umsetzung erschwert sich laut Autor durch den Mangel an einheitlichen Konzepten, eine oft einseitige Schuldzuweisung gegenüber Pädagogen sowie durch die Instrumentalisierung von Jungenarbeit innerhalb von Geschlechterkonflikten.

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Details

Title
Konzepte der Jungenarbeit
College
University of Applied Sciences Koblenz  (Sozialwesen)
Course
Schwerpunktseminar Erziehungssystem - Konzepte der Jugendarbeit im Umbruch
Grade
1,7
Author
Timo Arnold (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V87173
ISBN (eBook)
9783638013772
ISBN (Book)
9783638917209
Language
German
Tags
Konzepte Jungenarbeit Schwerpunktseminar Erziehungssystem Konzepte Jugendarbeit Umbruch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Arnold (Author), 2006, Konzepte der Jungenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87173
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