Legitimität: Eine ausführliche wissenschaftliche Analyse politischer Legitimität in Relation zu Thomas Hobbes, Max Weber und dem Bundesverfassungsgericht


Hausarbeit, 2008

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriffsdefinition
II.1 Einführung in den Begriff „Legitimität“
II.2 Legitmitätskrise

III. Ideengeschichtlicher Ansatz zur Legitimität bei Thomas Hobbes
III.1 Biografie von Thomas Hobbes
III.2 Historische Kontext
III.3 Resolutiv – kompositive Methode
III.4 Leviathan – Der Gesellschaftsvertrag

IV. Einführung
IV.1 Übersicht über die theoretischen Ansätze
IV.2 Biographie von Max Weber

V. Theoretischer Ansatz: Der Begriff der Legitimität in Max Webers Herrschaftssoziologie
V.1 Zentrale Aussagen
V.2.1 Die drei Legitimitätstypen
V.2.2 Legal-rationale Herrschaft
V.2.3 Traditionelle Herrschaft
V.2.4 Charismatische Herrschaft

VI. Das Bundesverfassungsgericht – Hüter der Verfassung

VII. Die Institution: Bundesverfassungsgericht
VII.1 Die Zuständigkeitsbereiche des BVG
VII.2 Der Aufbau des BVG
VII.3 Das Wahlverfahren

VIII. Die Legitimation
VIII.1 Die Legitimation des BVG
VIII.2 Die Legitimation nach Max Weber
VIII.3 Das Fazit

IX. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

In der nachfolgenden Ausarbeitung zu dem vorgetragenen Referat über Legitimität, werden wir auf die Begriffsdefinition und den Ideengeschichtlichen Ansatz zur Legitimität bei Thomas Hobbes eingehen. Des Weiteren werden wir den Theoretischen Ansatz anhand der drei Legitimitätstypen nach Max Weber beleuchten und in diesem Kontext auf die Legitimation des Bundesverfassungsgerichts eingehen. Darüber hinaus werden signifikante Grundlagen des Bundesverfassungsgerichts vorgestellt.

Wir, die Referenten, haben über den vielleicht im ersten Moment so einfach erscheinenden Begriff Legitimität referiert. Schnell haben wir bemerkt, dass dieser Terminus allein in der Politikwissenschaft ziemlich komplex ist. Sicherlich ist es in diesem Rahmen nicht möglich Legitimität in all seinen Facetten zu beleuchten, dennoch haben wir versucht unser Referat sowie dieses Ausarbeitung so präzise wie möglich und ausführlich wir nötig zu gestalten.

II. Begriffsdefinition

II.1 Einführung in den Begriff „Legitimität“

Vorstellungen und Begriffe politischer Legitimität sind einem historischen Wandel unterzogen. Es ist nun von Bedeutung sich einmal zu fragen, wo Legitimität Ausdruck findet. Hierbei spiegelt sich dieser Terminus in Mythos, Philosophie, sowie in der Wissenschaft und der Religion wieder. Vom lateinischen „legitimitas“ bedeutet er Anerkennung bzw. Rechtsmäßigkeit (vgl. Nohlen 1995, S.383). Der politische Begriff Legitimität bezeichnet also den Glauben an, bzw. das Vertrauen auf die Rechtsmäßigkeit politischer Herrschaft. Jede Form politischer Herrschaft, also jede Regierungsform basiert nicht nur auf dem Herrschaftsanspruch, sondern auch auf der Bereitschaft der Beherrschten, genauer gesagt auf die Bereitschaft des Volkes zur Anerkennung der Herrschaftsbeziehung. Soll die Herrschaft hierbei nicht nur durch Willkür und Zwang, wie Diktatur, aufrechterhalten werden, so muss sie die Grundsätze formeller Rechtsmäßigkeit (Legalität) beachten und auf dem Vertrauen an die Rechtsmäßigkeit der Herrschaft, zumindest beim überwiegenden Teil der Beherrschten beruhen.

Da die Legitimität moderner Demokratien auf den Grundsätzen der Souveränität des Volkes, der Rechtsstaatlichkeit und der sozialen Gerechtigkeit beruht, verlangt das Kriterium „demokratische Legitimität“ , dass politische Entscheidungen die Bedürfnisse, Interessen, sowie Meinungen und Präferenzen aller Einzelnen möglichst weitgehend wiedergeben (vgl. Nohlen 1995, S. 384).

II.2 Legitmitätskrise

Der unter Punkt II.1 beschrieben Terminus Legitimität, kann durchaus in eine Misere geraten. Der hier abzielende Begriff Legitimitätskrise wird dann relevant, wenn (große) Teile der Bevölkerung an den Grundwerten oder an der Rechtsmäßigkeit des Handelns der Herrschenden zweifeln.

III. Ideengeschichtlicher Ansatz zur Legitimität bei Thomas Hobbes

III.1 Biografie von Thomas Hobbes

Thomas Hobbes ist 1588 in Westport, England geboren und verstarb 1679 in Hardwick Hall. Er studierte in Oxford und reiste später durch Italien und Frankreich. Hobbes war Erzieher und Sekretär einer Adelsfamilie und betrieb selbst naturwissenschaftliche Studien. Er war ein englischer Mathematiker. Staatstheoretiker und Philosoph der frühen Neuzeit, der durch die in seinem Hauptwerk Leviathan begründete Theorie des Gesellschaftsvertrages bekannt ist. Bevor ich jedoch näher auf den Leviathan eingehe, der den Ideengeschichtlichen Ansatz zur Legitimität bei Hobbes veranschaulicht, wird der von Hobbes zeitgenössisch historische Kontext beleuchtet.

III.2 Historische Kontext

Thomas Hobbes, der zur Zeit der Englischen Revolution ins Exil nach Frankreich geflohen ist, hat dort sein bedeutendes Werk `Leviathan´ geschrieben, welches 1651 in London publiziert wurde. Kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648, kam es zu einem Machverlust der Monarchie und somit 1649 zu einer Abschaffung des Königtums in England. Darüber hinaus konnte man eine Expansion von religiösen Sekten beobachten. Hobbes schreibt und lebt in einer Zeit in der religiöse Bürgerkriege und die damit eng verknüpften Auseinandersetzungen zwischen Krone und Parlament um die Macht Familien spalten und dazu führen, dass Brüder in verschiedenen Herren gegeneinander kämpfen. Er tritt in seinen politischen Schriften für einen theoretischen und methodischen Neuanfang ein und reflektiert die Bedingungen, unter denen ein Phänomen wissenschaftlich begriffen werden kann.

III.3 Resolutiv – kompositive Methode

„Wenn man, so Hobbes, etwas wirklich verstehen wolle, so müsse man den Untersuchungsgegenstand zunächst in seine Bestandteile zerlegen und dann wieder zusammenfügen[…]. Was bei einer Uhr funktioniert oder einer beliebigen anderen Maschine

das funktioniert auch bei einem Gebilde wie dem Staat (Hofmann, Dose, Wolf 2007, S.60).“

Diese hier dargelegte Methode nennt Hobbes die resolutiv-kompositive Methode. Diese Arbeitsweise besagt, dass der Staat eine Maschine sei, deren Bauplan man erst begriffen hat, wenn man sie zerlegen und wieder zusammensetzen kann. Dabei sind die kleinsten Baueinheiten des Staates Individuen. Betrachtet man sich das Titelbild des Leviathans, so wird durch die Grafik die resolutiv-kompositive Methode deutlich.

III.4 Leviathan – Der Gesellschaftsvertrag

Der Begriff Leviathan stammt aus der Bibel und trägt bei Hiob, Kaptitel 3 Vers 8, die Bedeutung Seemonster. Betrachtet man sich die Überschrift auf der Titelseite des Werkes von Hobbes, so findet man auch diese bei Hiob wieder. Übersetzen kann man sie mit den Worten -Menschen streben nach ihren eigenen Vorteil. Der auf der Titelseite zu sehende Leviathan stellt einen Monarchen da, der aus einer Vielzahl von Individuen besteht.

Im Folgenden werde ich nun der Frage nachgehen, wie durch den Ideengeschichtlichen Ansatz bei Hobbes der Statt legitimiert werden kann und in welchem Kontext die grafische Darstellung des Leviathan dazu steht.

Hobbes geht von einem Naturzustand der Menschen aus, indem es keine Kultur und Zivilisation gibt (vgl. Hofmann, Dose, Wolf 2007, S.61). In diesem Naturzustand strebt jedes Individuum nach seinen eigenen Bedürfnissen und Vorteilen. Somit verhalten sich die Menschen irrational, da sie nicht kontinuierlich nach Frieden streben. Laut Hobbes, sind Menschen von Leidenschaften gesteuert. „ Der Mensch ist des Menschen Wolfs […] und somit ist es ein [...] Krieg eines jeden gegen jeden (Strünck 2007, Folie 18 ff).“

Der Mensch befindet sich somit von Natur aus in einem Kriegszustand mit allen anderen Menschen um die knappen Güter der Welt. „Dieser Zustand ist zwar kein echter Krieg, aber ein Zustand, in dem permanent allen Gewalt droht (ebd.).“

Nach Hobbes gilt es jetzt aus diesem schlechten Naturzustand zu fliehen. Das kann der Mensch schaffen, da er neben der offiziellen natürlichen Aggressivität auch über Vernunft verfügt. Diese Vernunft soll einen Übergang zu einem staatlichen Zustand mittels eines Gesellschaftsvertrags gewährleisten, der „[…] durch die Einsicht nachfolgender Regeln ermöglicht wird (Hofmann, Dose, Wolf 2007, S.61)“. „Jedermann hat sich um Frieden zu bemühen […], jedermann soll freiwillig, wenn andere ebenfalls dazu bereit sind, auf sein Recht auf alles zu verzichten […] (Hofmann, Dose, Wolf 2007, S.61).“ Diese

Grundprinzipien müssen in den bestehenden Verträgen eingehalten werden.

Alle vernünftigen Individuen schließen freiwillig untereinander einen Gesellschaftsvertrag ab. Hierbei tritt jede natürliche Person einen Teil ihrer Freiheitsrechte ab, jedoch unter der permanent herrschenden Bedingung, dass der Oberherr, genauer: der Souverän sie schütz und auf die Einhaltung des Vertrages achtet. Wichtig ist es an dieser Stelle zu betonen, dass die Individuen keinen Vertrag mit dem Souverän, also den Leviathan eingehen, vielmehr schließen sie einen Gesellschaftsvertrag untereinander ab. Dem Vertrag, der auf dieser Grundlage geschlossen wird, liegt also eine Reihe von rationalen Überlegungen zugrunde, die darauf hinauslaufen, dass im Interesse eines jeden im Naturzustand sein muss, diesen durch einen staatlichen Zustand zu ersetzen. Dies geschieht unter der Voraussetzung, dass alle den Frieden suchen und dafür bereit sind, auf ihr natürliches Recht auf alles zu verzichten und sich an die damit verbundenen Abmachungen auch zu halten. Die rationalen Egoisten des Naturzustandes schließen, wie oben schon beschrieben, miteinander einen Vertrag. Dadurch verzichten sie auf ihr natürliches Recht und geben alle ihre politische Macht an den Staat ab. Damit wird der Staat errichtet und es entsteht „[…] ein sterblicher Gott […]“, dem an Machtfülle kein anderes sterbliches Wesen gleichkommt (Strünck 2007, Folie 28). Indem jeder mit jedem einen Vertrag schließt, der hauptsächlich eine Verzichtserklärung darstellt, entsteht eine neue Person im Souverän, dem die Vertragschließenden das Recht zur Regierung übertragen. Genauer bedeutet das, dass die Untertanen alle Handlungen des Souveräns als die ihren ansehen. Der Souverän, der seine Bürger in den politischen Handlungen vertritt, nachdem ihm alle Rechte übertragen worden sind, tritt so sehr an die Stelle der Vertretenen, dass auf Ihrer Seite gar keine politischen Rechte mehr übrig bleiben. Alles was ab nun in der Politik geschieht, geschieht durch den Souverän und muss von denjenigen, die seiner Herrschaft unterworfen sind, als eigene Handlung verstanden werden und ist somit gleichzeitig legitim. Da die Individuen nur durch den Staat eine Einheit bilden, würde das Gebilde des Gemeinwesens ohne die Existenz des Staates wieder in seine Zustand der Natur zerfallen, indem es kein Recht im eigentlichen Sinne und keine staatliche Ordnungsgewalt gab. Die aus dem Vertrag entstandene Souveränität ist unumschränkt oder ohne Bedeutung. Aus diesem Grunde kann sie auch nicht geteilt werden. „Für Hobbes ist jede Form der Teilung stattlicher Gewalt unsinnig und der erste Schritt in den Bürgerkrieg (ebd.)

Rekapituliert man noch einmal den historischen Kontext zu Lebzeiten Hobbes und richtet sein

Augenmerk auf die Abschaffung der Monarchie, kristallisiert sich für mich die Frage heraus, weshalb Thomas Hobbes der Meinung ist, dass die souveräne Gewalt am besten durch einen einzelner Herrscher ausgeführt werden könnte, um so den Staat zu legitimieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Legitimität: Eine ausführliche wissenschaftliche Analyse politischer Legitimität in Relation zu Thomas Hobbes, Max Weber und dem Bundesverfassungsgericht
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V87177
ISBN (eBook)
9783638013802
ISBN (Buch)
9783638917384
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr verständliche und für das Publikum ausgerichtete Hausarbeit über Legitimität.
Schlagworte
Legitimität, Eine, Analyse, Legitimität, Relation, Thomas, Hobbes, Weber, Bundesverfassungsgericht
Arbeit zitieren
Silvio Geßner (Autor), 2008, Legitimität: Eine ausführliche wissenschaftliche Analyse politischer Legitimität in Relation zu Thomas Hobbes, Max Weber und dem Bundesverfassungsgericht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87177

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