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Fragmente der Wandmalerei in der Karolingerzeit

Titel: Fragmente der Wandmalerei in der Karolingerzeit

Hausarbeit , 2007 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Myriam Konrad (Autor:in)

Kunst - Malerei
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das karolingische Reich existierte seit der Mitte des 8. Jahrhunderts bis ins späte 10. Jahrhundert hinein. Es umfasste das Frankenreich und das Landobardenreich in Oberitalien. In dieser Zeit wurden viele Gebäude errichtet, wobei der Bau aus Stein jedoch überwiegend nur Sakralbauten und Adelssitzen vorbehalten war. Heutige Funde, die sich größtenteils im Alpenraum und in Oberitalien befinden, belegen, dass die Sakralbauten ursprünglich mit großflächigen Gemälden ausgestaltet waren. Betrachtet man die Gesamtheit der erhaltenen Gemälde, zeigt sich, dass die Wandmalerei der Karolingerzeit eine Vielzahl von unterschiedlichen Gestaltungsarten aufweist. Jedoch ist nur noch ein Bruchteil der Ausmalungen erhalten, da viele Malereien in späteren Epochen übermalt oder unsachgemäß freigelegt wurden, wodurch ein großer Anteil verloren ging bzw. schlecht erhalten wurde. Somit kann das gesamte Ausmaß dieser Kunst nur noch erahnt werden.
In vorliegender Arbeit werden die verschiedenen Dekorationstypen vorgestellt, wobei zu beachten ist, dass sich die vorgenommene Einteilung nur auf die vorhandenen Funde stützen und daher nicht als repräsentativ für die gesamte karolingische Wandmalerei gelten kann. Stellvertretend für diese Typen werden anhand von Beispielfunden auch die Spezifika des jeweiligen Dekors erläutert. Um einen differenzierten Überblick über die Arten der Ausmalungen zu geben, wird neben der Einteilung in Gruppen auch eine chronologische Gliederung vorgenommen. Diese spiegelt die Zeiträume wider, in die die vorhandenen Funde datiert werden können. Es ist jedoch zu beachten, dass dies nicht explizit einschließt, dass der angegebene Dekorationstypus nur in dieser Zeitspanne verwendet wurde. Dennoch wird in der Forschung heute eine Entwicklung hin zur figürlichen Dekoration angenommen.
Die folgenden Ausführungen stützen sich hauptsächlich auf die Schriften von Matthias Exner, der wichtige Untersuchungen zu diesem Themenfeld durchgeführt und veröffentlicht hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE VERSCHIEDENEN DEKORATIONSTYPEN

3. ERLÄUTERUNG DER DEKORATIONSTYPEN

3.1. ORNAMENTALE DEKORATIONSSYSTEME

3.2. SCHLICHTE DEKORATIONSSYSTEME UND BILDERLOSE RAUMFASSUNGEN

3.3. MEHRZONIGE BILDERWÄNDE

3.4. DEKORATIONSSYSTEM IN WESTFRANKEN

3.5. DEKORATIONSSYSTEME IN ITALIEN

3.6. ENTWICKLUNG IN SPÄTKAROLINGISCHER ZEIT

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Vielfalt der Wandmalerei in der Karolingerzeit anhand erhaltener Funde zu systematisieren und die verschiedenen Dekorationsformen kunsthistorisch einzuordnen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Identifikation und Charakterisierung unterschiedlicher Dekorationstypen sowie deren möglicher chronologischer Entwicklung.

  • Systematik karolingischer Dekorationstypen
  • Analyse ornamentaler und figürlicher Gestaltungselemente
  • Untersuchung regionaler Unterschiede (Westfranken, Italien, Alpenraum)
  • Betrachtung von Bildaufbau und Raumfassungen
  • Einordnung spätkarolingischer Entwicklungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Ornamentale Dekorationssysteme

Ein Beispiel für unfigürliche Ausmalung ist in der Ringkrypta von St. Emmeram in Regensburg zu finden. Die Entstehung dieser Malereien kann auf ca. 800 n. Chr. datiert werden. Die Ausschmückung ist hier ein ausschließlich ornamentaler Dekor (unter anderem Flechtband- und Rankenfriese), der mit Inschriften ergänzt wurde. Rot, weiß und grau ablinierte Friese begleiten sowohl Wölbungsansatz als auch Fensterlaibungen. Die sich dabei findenden Motive sind Flechtornamente am Gurtbogen und im Ringgang selber, sowie gerahmte Schriftbänder am äußeren Wölbungsansatz und Rankendekor im Vorjoch. Die genannte Flechtornamentik wird zudem teilweise von einer mit tierähnlichen Figuren ergänzten Rankenmalerei abgelöst. Betrachtet man die Gesamtheit der in St. Emmeram auftretenden Flechtornamentik, so kann eine Einteilung in drei Motivgruppen vorgenommen werden. Zum einen zeigen sich Ornamente, die einer Kette aus fünf verflochtenen formverschiedenen zentrierten Bändern gleicht. Um die Bänder untereinander zu differenzieren, sind diese durch eine farbige Mittellinie voneinander abgegrenzt oder in unterschiedlichen Farbtönen gestaltet.

Die dabei verwendete Zweifarbigkeit kontrastiert die Bänder, indem ein roter oder gelber Farbton jeweils einem weißen gegenübergestellt wird. Dieses Flechtornamentmotiv findet sich an der Gurtbogenlaibung am Übergang vom Ringgang zum südlichen Vorjoch. Das zweite Motiv, das am Wölbungsansatz im Inneren des Ringganges in St. Emmeram zu finden ist, ähnelt dem vorangegangenen weitestgehend. Zu unterscheiden ist jedoch, dass es sich bei dieser kettenartigen Dekoration nicht um formverschiedene Bänder handelt, sondern dass diese sich in ihrer Form nicht unterscheiden. Die Kette besteht aus Gliedern, deren Enden auf der einen Seite eine brezelartige und auf der anderen Seite eine schlaufengleiche Form aufweisen, mit denen die Glieder abwechselnd ineinander verwoben sind. Das dritte unter den Motiven, das am südlichen Ende der äußeren Ringmauer nachgewiesen werden konnte, grenzt sich deutlich von den vorhergehenden ab. Bei diesem handelt es sich nicht um Ketten, sondern um zwei miteinander verflochtene Taue. Wo diese Taue aufeinandertreffen und sich kreuzen befinden sich zudem zentrierte Bänder, die in Kreisen positioniert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Es wird ein Überblick über die Verbreitung der Wandmalerei im karolingischen Reich gegeben und auf die Problematik der fragmentarischen Überlieferung hingewiesen.

2. DIE VERSCHIEDENEN DEKORATIONSTYPEN: Dieses Kapitel gibt eine erste grobe Einteilung der Dekorationsformen, von imitierter Steinverkleidung bis hin zur figürlichen Dekoration.

3. ERLÄUTERUNG DER DEKORATIONSTYPEN: Hier werden die verschiedenen Stile anhand spezifischer Fundorte und ihrer charakteristischen Merkmale detailliert analysiert.

4. FAZIT: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Schwierigkeit einer vollständigen Rekonstruktion und die Varianz der angewandten Systeme.

Schlüsselwörter

Karolingerzeit, Wandmalerei, Ornamentik, Sakralbau, St. Emmeram, Flechtornament, Scheinarchitektur, Müstaïr, Westwerk, spätkarolingische Kunst, Steinverkleidung, figürliche Dekoration, Raumfassung, Fresko, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erfassung und Klassifizierung erhaltener Fragmente karolingischer Wandmalereien, um einen Einblick in die visuelle Gestaltung sakraler Räume dieser Epoche zu geben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die verschiedenen Dekorationssysteme, der Übergang von ornamentalem zu figürlichem Dekor sowie regionale Ausprägungen im karolingischen Reich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die vorhandenen Funde zu systematisieren und die Spezifika der jeweiligen Dekorationstypen anhand von konkreten Beispielen wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und vergleichende kunsthistorische Methode angewandt, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und der Untersuchung spezifischer archäologischer Funde basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der verschiedenen Dekortypen, unterteilt in ornamentale, schlichte und mehrzonige Systeme sowie eine Betrachtung regionaler und zeitlicher Entwicklungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Flechtornamentik, Scheinarchitektur, St. Emmeram, Müstaïr sowie der Wandel in der spätkarolingischen Zeit.

Welche Bedeutung kommt der Klosterkirche St. Johannes in Müstaïr zu?

Sie wird als herausragendes Zeugnis karolingischer Malerei bezeichnet, insbesondere aufgrund ihres erzählerischen Bildreichtums auf mehrzonigen Bilderwänden.

Warum ist die Beurteilung der karolingischen Wandmalerei wissenschaftlich schwierig?

Aufgrund des hohen Alters der Funde, erheblicher Beschädigungen über die Jahrhunderte und teils zweifelhafter Restaurierungsmethoden ist eine vollständige und gesicherte Rekonstruktion kaum möglich.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fragmente der Wandmalerei in der Karolingerzeit
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Kunstgeschichtliches Institut)
Note
1,3
Autor
Myriam Konrad (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V87193
ISBN (eBook)
9783638032766
ISBN (Buch)
9783638929493
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fragmente Wandmalerei Karolingerzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Myriam Konrad (Autor:in), 2007, Fragmente der Wandmalerei in der Karolingerzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87193
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Leseprobe aus  11  Seiten
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