Im Rahmen des Seminars „Sprachvermittlung Deutsch als Zweitsprache-Probleme der Wortschatzarbeit“ beschäftige ich mich mit der Anwendung von Lernstrategien und der Förderung von autonomem Lernen bei der Aneignung von Wortschatz. Zunächst muss dabei die Bedeutung von Wortschatz geklärt werden, bevor gezielt die einzelnen Lernstrategien erläutert und mit einer praktischen Umsetzung transparent gemacht werden. Hierfür ist es für die Lehrkraft immens wichtig, dass er die Schüler hinsichtlich des Lerntyps analysiert und verschiedene, je nach Lerntyp passende Lernstrategien anbietet. Diese Lernstrategien spielen für den gesamten Zusammenhang des autonomen Lernens eine große Rolle. Bei der Durchsicht der Fachliteratur wurde deutlich, dass das autonome Lernen besonders im Zweit- und Fremdsprachenbereich essentiell ist, da hier mit intrinsischer Motivation erfolgreiches Lernen erreicht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Verständnis von Wortschatz
3. Lernstrategien für den Unterricht
3.1. Direkte kognitive Strategien
3.1.1. Gedächtnisstrategien
3.1.2. Sprachverarbeitungsstrategien
3.2. Indirekte Strategien
3.2.1. Strategien zur Regulierung des eigenen Lernens
3.2.2. Affektive Lernstrategien
3.2.3. Soziale Lernstrategien
3.3. Sprachgebrauchsstrategien
4. Autonomes Lernen
5. Veränderte Anforderungen an den Lehrer
6. Die Bedeutung von Lehrmaterialien für das autonome Lernen
7. Methoden und Übungsgrundsätze für den Unterricht
8. Die Vermittlung von Wortschatz
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Lernstrategien und autonomem Lernen für die effektive Wortschatzaneignung im Kontext von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und definiert die veränderten Rollenbilder für Lehrkräfte.
- Methoden zur Wortschatzvermittlung bei DaZ-Lernenden
- Klassifizierung und Anwendung von Lernstrategien (kognitiv vs. indirekt)
- Definition und Förderung von Lernerautonomie
- Anforderungen an Lehrkräfte und die Gestaltung autonomieorientierten Unterrichts
- Funktion und Einsatz didaktischer Lehrmaterialien
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Gedächtnisstrategien
Die Gedächtnisstrategie ist eine Kategorie der direkten kognitiven Strategien. Bei der Wortschatzarbeit kann es für Deutsch als Zweitsprache Lerner (DaZler) hilfreich sein, mentale Bezüge herzustellen und die Fülle an Informationen in Ordnungssysteme zu bündeln. „Ziel dieser Aufgabe ist es, den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zum systematischen Ordnen vorzustellen, sie diese erproben und bewerten zu lassen.“ Bei der Gedächtnisstrategie gibt es jede Menge Möglichkeiten und Methoden, die für jeden Lerntypen ansprechend sein kann, wie z.B. das Verwenden von Bildern und Lauten bei der Einführung von neuen Vokabeln, das gezielte Visualisieren, das systematische Zuordnen und das Verwenden von Wortnetzen und Wortigeln. Dadurch, dass mehrere Strategien präsentiert werden, können die Schüler für sich passende Strategien auswählen.
„Der analytische Typ versucht, die strukturellen Gesetzmäßigkeiten anhand der selbst erstellten Tabellen zu verstehen und kann sie dann überhaupt erst behalten. Der visuelle Typ wird sie sich durch Markierungen, durch farbiges Einkreisen und Unterstreichen besonders gut merken. Der auditive Typ hingegen ist dankbar für die Reime, denn sie wird er ständig im Ohr behalten.“ Zur Sicherung und Speicherung des neuen Wortschatzes muss regelmäßig und gut geplant wiederholt werden. Hierbei hat sich z. B. die Verwendung einer Vokabelkartei bewährt. Die Schüler schreiben auf der Vorderseite die fremdsprachliche Vokabel und auf der Rückseite die muttersprachliche Bedeutung und können diese im Kontext und mit Hilfe von Bildern etc. näher beschreiben. Diese Vokabelkarteien können nun entweder alphabetisch oder nach Wortfeldern und Themen geordnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Seminar „Sprachvermittlung Deutsch als Zweitsprache“ ein und begründet die Notwendigkeit von Lernstrategien sowie autonomem Lernen für den Wortschatzerwerb.
2. Das Verständnis von Wortschatz: Es wird geklärt, dass Wortschatz kein Selbstzweck ist, sondern der Kommunikation dient, wobei zwischen Verstehens- und Mitteilungswortschatz unterschieden wird.
3. Lernstrategien für den Unterricht: Dieses Kapitel systematisiert direkte kognitive sowie indirekte Lernstrategien, die den Lernprozess für DaZ-Lernende erleichtern sollen.
4. Autonomes Lernen: Basierend auf theoretischen Modellen (Holec, Little) wird die Lernerautonomie als Fähigkeit definiert, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.
5. Veränderte Anforderungen an den Lehrer: Die Rolle der Lehrkraft verschiebt sich von der Steuerung hin zur beratenden Unterstützung und Begleitung der Schüler.
6. Die Bedeutung von Lehrmaterialien für das autonome Lernen: Es wird aufgezeigt, wie Materialien wie Lerntagebücher oder „Steinbruchmaterialien“ die Eigenaktivität und Autonomie fördern können.
7. Methoden und Übungsgrundsätze für den Unterricht: Kapitel über die methodische Gestaltung von Wortschatzübungen unter Berücksichtigung von Metakognition und unterschiedlichen Lerntypen.
8. Die Vermittlung von Wortschatz: Die Arbeit beschreibt die Integration von DaZ-Lernenden in Regelklassen durch einen mehrstufigen Prozess der Wortschatzarbeit.
9. Fazit: Die wesentlichen Ergebnisse zur Bedeutung von autonomem Lernen und Lernstrategien für eine gelingende sprachliche Integration werden zusammenfassend gewürdigt.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Lernstrategien, Lernerautonomie, Wortschatzarbeit, Wortschatz, Metakognition, Lehrerrolle, Selbststeuerung, Sprachvermittlung, Lerntypen, Sprachlernbewusstheit, Integration, Lehrmaterialien, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anwendung von Lernstrategien und die Förderung von Autonomie bei DaZ-Lernenden, um eine erfolgreiche Wortschatzaneignung und Integration in den Regelunterricht zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen Lernstrategien, den Begriff der Lernerautonomie, die veränderte Rolle der Lehrkraft sowie die Gestaltung von Wortschatzübungen und die Verwendung spezifischer Lernmaterialien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch den Erwerb von Lernstrategien und die Förderung ihrer Autonomie ihren eigenen Lernprozess effektiver steuern können, um den Wortschatz in einer Zweitsprache zu festigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse namhafter Fachdidaktiker und Sprachlehrforscher sowie auf offizielle Lehrplanrichtlinien zur Förderung von DaZ-Schülern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Lernstrategien, die Definition von Lernerautonomie, die neuen pädagogischen Anforderungen an Lehrkräfte sowie praktische methodische Grundsätze für den Wortschatzunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Lernerautonomie, Metakognition, Lernstrategien sowie die systematische Wortschatzarbeit.
Warum spielt das Lerntagebuch laut der Autorin eine besondere Rolle?
Das Lerntagebuch dient als Gedächtnisstütze und Werkzeug zur Selbstreflexion, das es Schülern ermöglicht, ihre Lernfortschritte zu dokumentieren und Lehrern eine Basis für die individuelle Beratung bietet.
Inwieweit unterscheiden sich die „drei Etappen“ der Sprachvermittlung?
Die drei Etappen beschreiben den Weg von der Vorbereitung in speziellen Klassen (Basisgrundlagen) über die stufenweise Integration (Aufbauwortschatz) bis hin zur vollständigen Teilhabe am Regelunterricht.
Welche Rolle spielt der Lerntyp bei der Vermittlung von Wortschatz?
Da Schüler unterschiedliche kognitive Voraussetzungen haben, müssen Lehrkräfte laut der Arbeit diverse Strategien (visuell, auditiv, analytisch etc.) anbieten, damit jeder Lernende eine für ihn passende Methode zur Wortschatzerschließung findet.
- Quote paper
- Claudia Dorsic (Author), 2007, Lernstrategien und die Bedeutung von autonomen Lernen für die Aneignung von Wortschatz im Bereich Deutsch als Zweitsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87207