Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Miscellaneous

Das islamische Bankwesen

Title: Das islamische Bankwesen

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Seda Demir (Author)

History - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung
In den islamischen Ländern spielt die Religion eine große Rolle. Der Islam ist keine Religion, die nur auf das Jenseits gerichtet ist. Es gibt keine Trennung zwischen dem Weltlichen und dem Geistlichen. Sie ist vielmehr eine Weltanschauung, die für alle Lebensbereiche Autorität beansprucht. Somit beeinflusst sie nahe zu alle Lebensbereiche des Alltagslebens seiner Anhänger. Dies wirkt sich auch auf das wirtschaftliche Leben bzw. auf das islamische Bankwesen aus. Der Islam ist sozusagen mit der Wirtschaft verbunden. Die islamische Rechtsauffassung, basierend auf dem islamischen Schari’a - Recht, gilt als das oberste bzw. ideale Gesetz. Auf Grund dessen stellt das göttlich verstandene Gesetz die gesamten Normen eines islamischen Geistes dar. Die islamischen Banken versuchen ihre Leistungen adäquat dem islamischen Recht durchzuführen, um so im Einklang damit zu stehen. Das bedeutet vor allem, ohne Zinsen zu operieren. Daher ist in den islamischen Ländern eine andere Bankenwelt vorzufinden, als in westlichen Ländern.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die islamischen Banken im Einklang mit dem islamischen Recht operieren. Zudem wird ein Blick darauf geworfen, ob der Islam bzw. das Bankwesen sich als Hemmnis für wirtschaftliche Entwicklung auswirkt.
Dabei wird zunächst kurz auf die Entstehung des islamischen Bankwesens bzw. auf den historischen Kontext eingegangen. Im folgenden werden die rechtlich - institutionellen Grundlagen herausgearbeitet, und dabei genauer auf den Islam und seine Staats- und Rechtsauffassung eingegangen. Im Anschluss daran werden die Institutionen, die sich im Laufe der Geschichte aus diesem islamischen Recht gebildet haben, dargestellt. Darauf folgend wird deren Einfluss und Bedeutung für das Bankwesen erläutert. Weiterhin wird die Charakteristik des Bankwesens, mit ihren wichtigsten Finanzinstrumenten aufgezeigt, die ihren Ursprung in der Religion und den zuvor erläuterten Institutionen hat. Dabei wird kurz aufgezeigt, ob islamische Banken ihre Finanzinstrumente in der Praxis islamisch islamkonform anwenden. Die Auswirkung des Islams auf die Wirtschaft bzw. das Bankwesen, wird zum Schluss kurz erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

3. Die rechtlich – institutionellen Grundlagen

3.1. Der Islam

3.2. Der islamische Staat

3.3. Das islamische Recht

4. Institutionen

4.1. Eigentum

4.2. Zakat

4.3. Horten von Kapital

4.4. Riba - Verbot

4.5. Bedeutung der Institutionen für das Bankwesen

5. Charakteristik des islamischen Bankwesens

5.1. Formen islamischer Finanzierungsarten

5.1.1. Musharaka und Mudaraba

5.1.2. Murabaha

5.2. Islamischer Banken in der Praxis

6. Auswirkungen des Islams auf die Wirtschaft bzw. das Bankwesen

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des islamischen Bankwesens unter besonderer Berücksichtigung des Scharia-Rechts. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern islamische Banken zinsfrei operieren können und ob religiöse Vorgaben eine Barriere für wirtschaftliche Entwicklung darstellen.

  • Historische Entwicklung des islamischen Bankensystems
  • Rechtlich-institutionelle Rahmenbedingungen (Scharia)
  • Zentrale Finanzinstrumente wie Musharaka, Mudaraba und Murabaha
  • Das Zinsverbot (Riba) und seine Auswirkungen auf Bankpraktiken
  • Die Spannung zwischen religiöser Norm und ökonomischer Realität

Auszug aus dem Buch

5.1.1. Musharaka und Mudaraba

Musharaka und Mudaraba sind Beteiligungsfinanzierungsarten, auf die alle anderen Beteiligungsfinanzierungsarten zurückgeführt werden können. Zudem ist zu sagen, dass Mudaraba lediglich eine Sonderform des Musharaka ist.43

Die Musharaka ist eine islamische Rechtsform der Partnerschaftsbeteiligung. „Die Musharaka - Partnerschaft war schon vor der islamischen Zeitrechnung bekannt“. 44 Die Banken und ihre Partner bringen gemeinsam das Kapital zur Durchführung eines bestimmten Projekts bzw. einer Unternehmung ein. Das Kapital kann in Form von Geld vergeben werden oder aus Sachgütern bestehen. Dabei investieren die Beteiligten in unterschiedlichen Proportionen. Die Gewinne, der jeweiligen Beteiligten, werden von vorhinein mit einem Prozentsatz frei vereinbart. Der Verlust jedoch „wird nach den Vorschriften des islamischen Rechts im Verhältnis der Kapitalanteile jeder Partner an dem gesamten Kapital aufgeteilt.“45 Da der Partner nur in Höhe seines eingebrachten Kapitals haftet, ist die Haftung des Bankkapitals bei Musharaka - Verträgen begrenzt. Es wird eine Unterscheidung bei der Musharaka vorgenommen. Die Bank kann in ein Unternehmen investieren, dass schon besteht 46 , die idealtypische Partnerschaftsbeteiligung. In der zweiten Variante 47 wird ein Unternehmen neugegründet. Die idealtypische Partnerschaftsfinanzierung kann problematische sein, da die Bank sich mit den bestehenden unternehmerischen Gegebenheiten abfinden muss. Die Bank bringt einen bestimmten Geldbetrag, als Kapitaleinlage, ein. Es wird eine Neubewertung des Unternehmens vorgenommen und die Beteiligungsanteile des Kapitalnehmers ermittelt. Somit richtet sich die Gewinn- Verlustbeteiligung des Unternehmens nach der Höhe der Einlage bzw. der Unternehmensbewertung. 48 Bei der zweiten Form gibt es, hinsichtlich der Gewinn- Verlustanteile, keinerlei Probleme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung von Islam und Wirtschaft sowie Darstellung der Forschungsfragen.

2. Historischer Hintergrund: Überblick über die Entstehung islamischer Banken nach der Unabhängigkeit der islamischen Länder von Kolonialmächten.

3. Die rechtlich – institutionellen Grundlagen: Erläuterung des Islams, des islamischen Staates und des Scharia-Rechts als Basis der Wirtschaftsordnung.

4. Institutionen: Analyse zentraler religiöser Konzepte wie Eigentum, Zakat, dem Verbot des Kapitalhortens und dem Riba-Verbot.

5. Charakteristik des islamischen Bankwesens: Vorstellung der verschiedenen Finanzierungsarten (Musharaka, Mudaraba, Murabaha) und deren Anwendung in der Praxis.

6. Auswirkungen des Islams auf die Wirtschaft bzw. das Bankwesen: Diskussion, ob der Islam als Religion eine ökonomische Hemmschwelle darstellt.

7. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Einhaltung religiöser Prinzipien im modernen Bankalltag.

Schlüsselwörter

Islam, Bankwesen, Scharia, Zinsverbot, Riba, Musharaka, Mudaraba, Murabaha, Wirtschaft, Finanzierung, Zakat, Kapital, Islamisches Recht, Partnerschaftsbeteiligung, Investitionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Funktionsweise von Banken, die ihre Geschäftstätigkeit auf islamischen Prinzipien und dem Scharia-Recht aufbauen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Neben der historischen Genese islamischer Banken liegt der Fokus auf der Vereinbarkeit von religiösen Normen mit modernen Finanzmarktinstrumenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, wie weit islamische Banken tatsächlich im Einklang mit islamischem Recht operieren und ob dieses System ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf Literaturrecherchen zu islamischen Finanzprinzipien und deren historischer Einordnung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Grundlagen, eine Analyse der zentralen Institutionen sowie eine detaillierte Betrachtung spezifischer Finanzierungsprodukte und deren Umsetzung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Scharia, Riba-Verbot, Beteiligungsfinanzierung und die Balance zwischen Kapitalrentabilität und sozialer Verpflichtung.

Was unterscheidet Murabaha-Verträge von anderen Finanzierungsformen?

Murabaha ist eine Form der Handelsfinanzierung, bei der die Bank als Zwischenhändler auftritt und die Ware mit einem Gewinnaufschlag an den Kunden weiterverkauft.

Gibt es in der Praxis Abweichungen vom idealen islamischen Recht?

Ja, laut Autorin gibt es in der Praxis häufig Ansätze, die durch Umgehungen oder "Schlupflöcher" versuchen, traditionelle Zinsmodelle in die islamische Rechtsform zu integrieren.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Das islamische Bankwesen
College
Bielefeld University  (Geschichte)
Course
Islam und Kapitalismus
Grade
2,7
Author
Seda Demir (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V87276
ISBN (eBook)
9783638022378
Language
German
Tags
Bankwesen Islam Kapitalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Seda Demir (Author), 2004, Das islamische Bankwesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87276
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint