Das nationalstaatliche System wird durch die veränderten Rahmenbedingungen einer globalisierten Welt vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt. Heimat- und Gastländer von ausländischen Investitionen sind auf einen internationalen Rahmen angewiesen, weil die globalen Strategien der multinationalen Unternehmen (MNU) von ihnen oftmals nicht effizient behandelt werden können. Deshalb versucht eine Vielzahl von internationalen Institutionen versuchen „oberhalb“ des Nationalstaates eine neuartige Regelungsebene zu institutionalisieren. Bemühungen um internationale Regulierungen sind wesenhaft durch Deregulierungsbemühungen auf supranationaler Ebene gekennzeichnet. Einige Bereiche wie der Investitionsschutz werden aber gleichzeitig stärker reguliert als je zuvor. Dabei stehen die MNU im Zentrum der Betrachtung, denn sehen sich diese bestimmten Investitionshemmnissen, z.B. einem unzureichenden Rechtsschutz gegenüber, dann können sie von ihren Vorteilen aus der Handelsliberalisierung nicht gänzlich Gebrauch machen. Diese Ausarbeitung stellt dar, welche Formen die internationalen Bemühungen auf dem Gebiet der internationalen Investitionen und deren Schutzes, besonders beim Schutz des geistigen Eigentums, der im weiteren Sinne auch zum internationalen Investitionsschutz gehört, bisher angenommen haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Internationaler Investitionsschutz
2.1 Investitionen, Investitionsschutz und Abkommen
2.2 Multilaterale Bemühungen über Abkommen im Bereich der Investitionen
2.3 Multilateral Agreement on Investment der OECD
3 Schutz des geistigen Eigentums
3.1 Rechte des geistigen Eigentums
3.1.1 Begriff
3.1.2 Auswirkungen am Beispiel des Patentschutzes
3.2 Agreement on Trade-Related Intellectual Property Rights der WTO
4 Aussicht auf künftige Abkommen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die internationalen Rahmenbedingungen für Investitionen und den Schutz geistigen Eigentums, mit einem Fokus auf die Rolle multinationaler Unternehmen (MNU) sowie die Herausforderungen multilateraler Regulierungsbemühungen.
- Multilaterale Bemühungen im Bereich des internationalen Investitionsschutzes
- Die Analyse des gescheiterten Multilateral Agreement on Investment (MAI) der OECD
- Die ökonomische Bedeutung und Problematik des Schutzes geistigen Eigentums
- Das WTO-Abkommen TRIPS als globaler Standard
- Perspektiven für zukünftige internationale Investitionsabkommen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Begriff
Der Begriff des geistigen Eigentums ist eine Übersetzung des englischen Ausdrucks „intellectual property“, und steht für die Gesamtheit der Immaterialgüterrechte (vgl. WEIß/HERRMANN 2003, S. 391). Das geistige Eigentum wird in dieser Ausarbeitung wie im TRIPS definiert. Folglich umfasst der Begriff des geistigen Eigentums das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte, Marken, geographische Angaben, gewerbliche Muster und Modelle, Patente, Layout-Designs (Topographien) integrierter Schaltkreise und auch den Schutz nicht offenbarer Informationen (vgl. Artikel 1 Absatz 2 TRIPS; alle nachfolgend mit „TRIPS“ aufgeführten Artikel sind dem Abkommen zu entnehmen, vgl. dazu WTO 1994).
Urheberrecht und verwandte Rechte umfassen individuelle künstlerische, literarische oder wissenschaftliche Schöpfungen. Marken weisen auf die Herkunft eines Erzeugnisses hin und garantieren diese dem Verbraucher des gekennzeichneten Produkts. Geographische Angaben geben Auskunft über die territoriale Herkunft eines Gutes aus einer mit einer bestimmten Qualität oder Reputation des Produktes in Verbindung gebrachten Region oder einem Ort der Region (z.B. Wein). Gegenstand der gewerblichen Muster und Modelle sind geschmackliche Besonderheiten oder Merkmale von Gebrauchsgegenständen, die ihr äußeres Erscheinungsbild prägen (z.B. Lila der Milka-Schokolade). Durch Patente werden meist wissensintensive durch hohe Forschung und Entwicklung (FuE) entstandene Güter geschützt. Der Schutz von Topographien integrierter Schaltkreise beinhaltet den Schutz dreidimensionaler Strukturen von Halbleiter-Erzeugnissen bzw. Mikrochips. Doch auch in der unternehmerischen Praxis anwendbare technische oder kommerzielle Informationen und Erfahrungen (Know-how), die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse darstellen, zählen zum geistigen Eigentum (vgl. HOEKMANN/KOSTECKI 2001, S. 275; vgl. SCHANZ 1995, S. 67f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des globalisierten Wirtschaftssystems für multinationale Unternehmen und definiert das Ziel der Arbeit, internationale Investitionsschutzbemühungen und den Schutz geistigen Eigentums zu untersuchen.
2 Internationaler Investitionsschutz: Dieses Kapitel analysiert die Grundlagen des Investitionsschutzes, die Rolle multilateraler Abkommen sowie die Hintergründe und das Scheitern des Multilateral Agreement on Investment (MAI) der OECD.
3 Schutz des geistigen Eigentums: Hier werden die verschiedenen Formen geistiger Eigentumsrechte definiert und deren ökonomische Auswirkungen, insbesondere am Beispiel des Patentschutzes und des TRIPS-Abkommens der WTO, kritisch beleuchtet.
4 Aussicht auf künftige Abkommen: Das abschließende Kapitel diskutiert, ob zukünftige Regulierungen eher in Richtung Bilateralisierung, Regionalisierung oder Multilateralisierung tendieren und bewertet die Eignung der WTO als Institution.
Schlüsselwörter
Multinationale Unternehmen, Investitionsschutz, Globalisierung, geistiges Eigentum, WTO, TRIPS, OECD, MAI, Patentrecht, Direktinvestitionen, Handelsliberalisierung, Investitionsrisiken, Wissensmonopol, Innovationsförderung, Rechtsschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die internationalen Regulierungsbemühungen zum Schutz ausländischer Investitionen und geistiger Eigentumsrechte im Kontext der globalen Strategien multinationaler Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den internationalen Investitionsschutz, die Bedeutung von geistigen Eigentumsrechten für Innovationen sowie die Analyse bestehender und gescheiterter multilateraler Abkommen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ausgestaltung internationaler Bemühungen zum Investitionsschutz und zum Schutz des geistigen Eigentums darzustellen und die Zukunftsperspektiven für entsprechende Abkommen zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung aktueller internationaler Abkommen und institutioneller Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen bilateraler und multilateraler Investitionsabkommen, erläutert das gescheiterte MAI und untersucht detailliert das TRIPS-Abkommen der WTO.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Multinationale Unternehmen, Investitionsschutz, geistiges Eigentum, TRIPS und internationale Handelsliberalisierung geprägt.
Warum scheiterte das MAI der OECD?
Das MAI scheiterte aufgrund von Kritik an der mangelnden Einbeziehung von Entwicklungsländern, Befürchtungen hinsichtlich der Einschränkung staatlicher Souveränität sowie öffentlichem Widerstand gegen befürchtete negative soziale und ökologische Folgen.
Welches Spannungsfeld besteht beim Patentschutz?
Es besteht ein Trade-off zwischen dem Anreiz zur Innovation durch temporäre Monopolrechte und dem Bedürfnis der Allgemeinheit sowie insbesondere der Entwicklungsländer nach kostengünstigem Zugang zu Wissen und modernen Technologien.
- Quote paper
- Dipl-Ök Anna Jankowski (Author), 2005, Internationale Steuerung multinationaler Unternehmen: Investitionsschutz und Schutz geistigen Eigentums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87295