Korrelationsdidaktik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001

16 Seiten, Note: mit gutem Erfolg


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Korrelationsdidaktik
1.1 Schritte der Korrelationsdidaktik

2 Seminararbeit
2.1 Dekodierungs-/Entschlüsselungsversuche
2.2 Differenzdidaktik
2.3 Korrelation durch Thematisierung eines Bildes mittels eines anderen Bildes
2.4 Korrelation und Mythos

3 Korrelatiosdidaktik in der Diskussion
3.1 Georg Reilly
3.2 Rudolf Englert
3.3 Georg Baudler

4 Schlußbetrachtung

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der folgenden Seminararbeit soll der Bogen von unserem Seminar „Symboldidaktik, praktisch“ hin zur theoretischen Betrachtung gezogen werden.

Um dies zu erreichen, soll einerseits beispielhaft die praktische Durchführung der Korrelationsdidaktik vorgestellt werden, andererseits soll aber zusätzlich aus der praktischen Sicht ein Ausblick auf die Zukunft der Korrelationsdidaktik dargestellt werden. Um diesen Ausblick leisten zu können und die Diskussion um den religionspädagogischen Ansatz darzustellen, möchte ich hierzu auch die Ansichten von Georg Baudler, Rudolf Englert und Georg Reilly in meine Betrachtungen mit einbeziehen.

Sicherlich muß es in solch einer Arbeit auch um die geschichtliche und didaktische Bedeutung der Korrelationsdidaktik gehen.

Weiter möchte ich hier den Begriff der Korrelationsdidaktik auf seine Bedeutung hin untersuchen.

Auch die Kritik an der Korrelationsdidaktik, die aus den Reihen der Theologen wie auch von einigen Religionslehrern zu vernehmen ist, soll hier nicht zu kurz kommen.

1 Korrelationsdidaktik

Im Religionsunterricht ist der Korrelationsgedanke als didaktisches Prinzip im Übergang von den 60ern zu den 70er Jahren in der katholischen Kirche entstanden[1].

Der Begriff der Korrelation (lat.) bedeutet das Aufeinanderbezogensein zweier Variablen. Dies kann praktisch bedeuten, daß Bilder oder Texte entweder untereinander oder miteinander zu oder auf bestimmte Themen korreliert werden. Diese sollen aber nicht lediglich um des Korrelierens willen aufeinander bezogen werden, sondern man möchte so einen Mehrwert erreichen.

Dieser Mehrwert entsteht durch Diskussionen über Materialien in der Gruppe, in der Gemeinsamkeiten, Zusammenhänge und Unterschiede bzw. Widersprüche der Materialien nach und nach heraus gearbeitet werden. Hierbei sind oft, wie wir auch im Seminar feststellen konnten, die Widersprüche und Unterschiede viel fruchtbarer als die Gemeinsamkeiten.

Die Materialien sollten jeweils aus der Glaubenswelt und der Erfahrungswelt stammen. Es können so die Traditionen der damaligen Welt mit denen der heutigen Welt korreliert werden.

Den Schülern muß die Möglichkeit gegeben werden die Glaubensüberlieferungen nicht nur zu pauken, sondern vor allem zu hinterfragen. Dies ist wichtig, um auch ihr eigenes Dasein und ihre Lebenserfahrungen kritisch aber offen zu betrachten.

Schließlich können sich die Schüler auf der Grundlage ihrer Erfahrungen mit religiösen Themen beschäftigen und daraus vielleicht sogar Antworten und Anregungen für ihr eigenes Leben ziehen.

Korrelationsdidaktik stellt als gleichberechtigte Quellen der Theologie gegenwärtige Erfahrungen und Glaubensüberlieferungen einander gegenüber, um stets die Glaubensüberlieferungen neu zu hinterfragen und vielleicht in ein anderes Licht zu rücken. Im Gegenzug soll bei den Schülern das Nachdenken über neue Lebenserfahrungen angeregt werden.

1.1 Schritte der Korrelationsdidaktik

Im Seminar haben wir vier Schritte im Verlauf der Entwicklung der Korrelationsdidaktik festgestellt. Diese sind:

- Dekodierungs-/Entschlüsselungsversuche:

Das ausgesuchte Material wird miteinander verglichen. Es wird versucht gemeinsame Merkmale zu entdecken, um eine Gesamtaussage herauszufinden.

Fragestellung: Was haben beide Materialien in ihrer Aussage gemeinsam?

- Differenzdidaktik:

In diesem Schritt wird nun nicht mehr auf die Gemeinsamkeiten, sondern auf die Unterschiede der Materialien geschaut.

Fragestellung: Worin liegt der Unterschied der Materialien? Worin unterscheidet sich die Aussage des Materials?

- Korrelation:

In diesem Schritt wird danach gefragt, ob die Aussage eines Materials durch die thematische Konzentrierung des zweiten oder der weiteren Materialien eine weitergehende Deutung erhält.

Fragestellung: Wenn ich das eine Material isoliert vom anderen betrachte, sagt es dann etwas anderes aus, als unter Einbeziehung des weiteren Materials?

- Mythos:

Die Korrelation zielt auf ein grundsätzliches Geschehen, den Mythos, ab. Was ist der didaktische Mehrwert? Was lernen wir im Großen aus der Korrelation des Materials? Wie könnte man das Entdeckte allgemein formulieren?

Diese Schritte werde ich im folgenden Teil anhand von Beispielen der Seminarsitzung, welche Ergebnisse unserer Gruppenarbeit waren, nachvollziehen. Abschließend sollen diese dann mit Ansichten zur Korrelationsdidaktik verglichen werden.

2 Seminararbeit

2.1 Dekodierungs-/Entschlüsselungsversuche

Begonnen haben wir unsere Korrelationsversuche mit dem einfachsten Schritt, dem Dekodieren. Hierbei werden lediglich Gemeinsamkeiten der Materialien herausgesucht.

In der Seminarsitzung begannen wir in Kleingruppen damit, ein Clownbild und die Geschichte von Kain und Abel aus 1.Mose 4, 1-16 miteinander zu vergleichen.

Anfänglich versuchten wir, die Personen der Bibelgeschichte auf das Bild zu übertragen. Um uns dies zu erleichtern, versuchten wir die Handlungen aus der Geschichte in das Bild hinein zu interpretieren, um einen möglichen Zusammenhang zu finden.

Die Clowns interpretierten wir sehr schnell als Kain und Abel.

Wir ordneten dem linken Clown auf dem Bild Kain zu, da er in der Geschichte auf seinen Bruder wütend ist. Dies resultiert in der Geschichte daraus, daß er bzw. sein Opfer nicht genügend (von Gott) gewürdigt wird.

Demnach ist dann der rechte Clown Abel, der im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Zuschauer bzw. Gottes steht.

[...]


[1] vgl. Reilly, G.: Süß aber bitter. Ist die Korrelationsdidaktik noch praxisfähig?, in: G.Hilger/G.Reilly (Hrsg.): Religionsunterricht im Abseits. 1993. S.17f

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Korrelationsdidaktik
Hochschule
Universität zu Köln  (Seminar für Theologie und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Symboldidaktik Praktisch
Note
mit gutem Erfolg
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V8731
ISBN (eBook)
9783638156257
ISBN (Buch)
9783640156870
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korrelationsdidaktik, Differenzdidaktik, Georg Reilly, Rudolf Englert, Georg Baudler
Arbeit zitieren
Michael Hinkel (Autor:in), 2001, Korrelationsdidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8731

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