Die Didaktik als die Wissenschaft vom Unterricht befaßt sich mit dem Zusammenspiel von Lerninhalt, Lehrer und Schüler im didaktischen Dreieck. Aus dieser Allgemeinen Didaktik leitet sich eine spezielle Mediendidaktik ab, welche gezielt den Aspekt des Medieneinsatzes im Unterricht betrachtet.
Unter kognitiven Medien werden Medienkonzeptionen verstanden, welche dem Lernenden nicht nur die Fähigkeit bieten, den Lernprozeß selbst zu steuern und zu kontrollieren, sondern auch diese Medien zu beeinflussen . Um dies zu ermöglichen ist eine besondere Gestaltung der Lerninhalte im jeweiligen Kontext des Lernarrangements für die Lernsoftware erforderlich. Da der Erfolg eines computerunterstützten Lernens maßgeblich von der didaktisch durchdachten Programmgestaltung sowie einer entsprechenden Darstellung der Bilder und Texte abhängig ist, soll dies in den folgenden Ausführungen besonders berücksichtigt werden.
In dieser Arbeit wird ein selbst konzipiertes Lernmodul diskutiert, das den Computer als Medium nutzt und mit dessen Hilfe sich der Schüler selbständig Lerninhalte bezüglich Arbeitssicherheit und Unfallverhütung anhand geeigneter Darstellungen in einer multimedialen Lernumgebung erarbeitet. Hierbei wird die Thematik unter zweierlei Aspekten analysiert : Welche Möglichkeiten ergeben sich für den Lehrer hinsichtlich des Einsatzes des Lernprogrammes im Unterricht und welchen Nutzen und Chancen ergeben sich für die Schüler ?
Zuerst werden die unterrichtlichen Potentiale, die computerunterstützte Lernprogramme prinzipiell bieten, sowie die Gestaltungsgrundlagen untersucht und die fachwissenschaftlichen Hintergründe zur Arbeitssicherheit beleuchtet. In der didaktischen Analyse wird vor allem der Bildungsplan hinsichtlich Themen und Aussagen zur Arbeitssicherheit betrachtet und die methodische Zielsetzung des Moduls erläutert. Nachfolgend wird der Aufbau sowie der Umgang mit dem Programm erläutert und der Testlauf im Unterrichtseinsatz geschildert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation und Zielsetzung
2. Didaktische Vorbetrachtung
2.1 Veranschaulichung
2.2 CUL oder CBT?
2.2.1 Computerunterstütztes Lernen (CUL)
2.2.2 Arten von Lernprogrammen
2.2.3 Möglichkeiten von CUL
2.2.4 Gestaltung von Lernprogrammen
2.3 Forderungen der Arbeitswelt
3. Fachwissenschaftliche Vorbetrachtung
3.1 Aufgabe und Ziel des Arbeitsschutzes
3.2 Bezüge zu Rechtsnormen und Verordnungen
3.3 Bezüge zu Verordnungen und Vereinbarungen der beruflichen Ausbildung
3.4 Umsetzung von Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
3.4.1 Das TOP – Modell des Arbeitsschutzes
4. Aufbau des Programmes
4.1 Anforderungen an das Lernprogramm
4.1.1 Modularer Aufbau
4.1.2 Benutzerfreundlichkeit
4.1.3 Visualisierung
4.1.4 Erweiterbarkeit
4.1.5 Einsetzbarkeit
4.2 Installation und Start
4.3 Bedienung des Programmes
5. Didaktische Analyse
5.1 Aussagen des Bildungsplanes
5.1.1 Inhaltliche Gesichtspunkte zur Arbeitssicherheit im Fach Technologie
5.1.2 Inhaltliche Gesichtspunkte zur Arbeitssicherheit im Fach Technologiepraktikum
5.1.3 Inhaltliche Gesichtspunkte zur Arbeitssicherheit in der Fachpraxis
5.2 Schülersituation
5.3 Abstraktionsgrad und Problemgehalt
6. Unterrichtseinsatz
6.1 Lernziele
6.2 Formulierung der Teilziele
6.3 Formulierung der Feinlernziele
6.4 Unterrichtsmethoden und -formen
6.5 Planung des Unterrichtsablaufes
7. Ergebnisse und Auswertung
8. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Evaluation eines multimedialen Lernmoduls zur Vermittlung von Inhalten der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung im Berufsfeld Metalltechnik, um schülerorientiertes, selbstständiges Lernen zu fördern.
- Konzeption und Entwicklung eines computergestützten Lernprogramms
- Didaktische Analyse des Lernprogramms unter Berücksichtigung von Bildungsplänen
- Untersuchung der Potenziale von Computerunterstütztem Lernen (CUL)
- Erprobung und Evaluation des Lernprogramms im Berufsschulunterricht
- Förderung von Fach- und Schlüsselqualifikationen durch multimediale Lernumgebungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Veranschaulichung
Ohne Anschauung wird Unterricht schnell abstrakt und für Schüler unverständlich. Der Lehrer wird auf diese Weise zu Monologen, beziehungsweise Erklärungen und Darbietungen von Lehrinhalten gezwungen. Die Auswahl geeigneter Anschauungsmittel sorgt hier nicht nur für eine Entlastung des Lehrers in sprachlicher Hinsicht, sondern läßt Unterricht lebendiger werden.
Anhand von Anschauungsmaterialien ist es möglich, Schüler selbsttätig technische Sachverhalte vermuten und erklären zu lassen. Gerade im Fach Technologie kann auf diese Weise ein Teil des beruflichen Alltags in den Klassenraum geholt werden. Die Schüler werden hierdurch dort abgeholt, wo sie stehen, an einem aktiven Unterricht beteiligt und zur Mitgestaltung aufgefordert.
„Anschauung ist das Fundament allen Verstehens und Behaltens, denn nichts ist im Gedächtnis, was nicht den Weg über die Sinne genommen hat (vgl. Skript Döbber, 2002)“. Hierbei ist es von Bedeutung, möglichst alle Sinne eines Lerners anzusprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung der Arbeitssicherheit und stellt die Zielsetzung sowie die Motivation für die Entwicklung des Lernprogramms dar.
2. Didaktische Vorbetrachtung: Analysiert den Einsatz von Medien im Unterricht, insbesondere die Vorteile des Computerunterstützten Lernens (CUL) gegenüber anderen Formen.
3. Fachwissenschaftliche Vorbetrachtung: Beleuchtet die theoretischen Grundlagen des Arbeitsschutzes, relevante Rechtsnormen sowie das TOP-Modell.
4. Aufbau des Programmes: Erläutert die Anforderungen, die technische Umsetzung, Installation und Bedienung des entwickelten Lernmoduls.
5. Didaktische Analyse: Untersucht die Verankerung der Arbeitssicherheit im Bildungsplan, analysiert die Schülersituation und den angestrebten Abstraktionsgrad.
6. Unterrichtseinsatz: Beschreibt die praktische Umsetzung des Lernprogramms im Unterricht, die Lernziele sowie die methodische Planung.
7. Ergebnisse und Auswertung: Dokumentiert den Verlauf des Unterrichtsversuchs und wertet das Feedback der Schüler zum Lernmodul aus.
8. Schlußbetrachtung: Zieht ein Fazit über den Nutzen des Lernprogramms und diskutiert Perspektiven sowie notwendige Voraussetzungen für den effektiven Einsatz.
Schlüsselwörter
Arbeitssicherheit, Unfallverhütung, Computerunterstütztes Lernen, CUL, Multimediales Lernmodul, Berufsfeld Metalltechnik, Fachdidaktik, Mediendidaktik, Selbstgesteuertes Lernen, Berufsschulunterricht, Arbeitsschutzgesetz, Bildungsplan, Schlüsselqualifikationen, Unterrichtsmethoden, Evaluation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines multimedialen Lernprogramms zur Vermittlung von Arbeitssicherheitsvorschriften für Auszubildende im Bereich der Metalltechnik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Arbeitssicherheit, die Didaktik computerunterstützten Lernens sowie die praktische Gestaltung und Erprobung von Lernsoftware im beruflichen Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Lernprogramm zu erstellen, das den Schülern ermöglicht, sich selbstständig und handlungsorientiert mit dem Thema Unfallverhütung auseinanderzusetzen, und den Lehrer bei der Unterrichtsgestaltung zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Analyse vorgenommen, gefolgt von einer praktischen Erprobung in einer Berufsschulklasse sowie einer Evaluation durch Evaluationsbögen der Schüler.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in didaktische Vorbetrachtungen, fachwissenschaftliche Grundlagen, die Beschreibung des Programmaufbaus, eine didaktische Analyse sowie die Dokumentation des Unterrichtseinsatzes und dessen Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Arbeitssicherheit, Unfallverhütung, Computerunterstütztes Lernen (CUL), Metalltechnik, didaktische Analyse und selbstgesteuertes Lernen.
Warum wurde das Programm in Microsoft Powerpoint entwickelt?
Powerpoint ermöglicht eine einfache Realisierung dynamischer Verknüpfungen (Links), die eine nicht-lineare Navigation erlauben, was für ein selbstgesteuertes Lernprogramm essenziell ist.
Welche Rolle spielt die Visualisierung in diesem Lernprogramm?
Visualisierung dient als Brücke zwischen Greifen und Begreifen; sie erhöht die Motivation und hilft, komplexe technische Prozesse, die textlich schwer vermittelbar sind, anschaulich zu machen.
Wie reagierten die Schüler auf das Lernmodul?
Die Schüler bewerteten das Lernmodul, die Bedienbarkeit und den methodischen Ansatz des selbstständigen Lernens äußerst positiv.
Gibt es Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Programms?
Ja, es wird empfohlen, vermehrt Videosequenzen einzubinden und das Programm für betriebliche Anforderungen oder durch eine Folienbibliothek für Lehrer zu erweitern.
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- Dipl.-Ing. Stefan Schwarzwälder (Author), 2003, Entwicklung eines Lernprogramms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87373