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Selbstverletzung bei Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung des Ritzens

Title: Selbstverletzung bei Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung des Ritzens

Term Paper , 2002 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jessica Kiss (Author)

Social Work
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Welche Umstände bringen junge Menschen dazu, sich auf diese Weise auszudrücken?
Aus welchen Gründen müssen sie täglich mit solchen Gedanken und Gefühlen leben?
Warum werden die Zahlen der selbstverletzenden Jugendlichen immer größer?

All dies sind Fragen, die mich seit längerer Zeit beschäftigen, nicht zuletzt deshalb, weil zwei meiner Freunde davon betroffen sind. Leider wird in der Öffentlichkeit kaum über dieses Thema berichtet, obwohl die Gruppe der sich selbst verletzenden Jugendlichen immer größer wird. Dazu muss man sagen, dass es in der Geschichte der Menschheit zu jeder Zeit Personen gegeben hat, die sich selbst Schaden zufügten, meist jedoch im Stillen. Entdeckungen wurden entweder verurteilt oder totgeschwiegen. Heute gibt es immerhin Ansätze, dieses gesellschaftliche Problem ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Verständnis für die betroffenen Jugendlichen zu wecken. Wenn ich von Jugendlichen spreche, beziehe ich mich auf junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren, wobei ich mein Interesse fast ausschließlich weiblichen Betroffenen widme. Es gibt zwar auch junge Männer, die sich selbst verletzen, diese bilden jedoch eher die Ausnahme.

In dieser Arbeit möchte ich mich genauer mit den Ursachen, dem Vorgang und der Psychodynamik von selbstverletzendem Verhalten bei Jugendlichen auseinandersetzen.
Den Schwerpunkt möchte ich dabei auf das Phänomen des "Ritzens", also des Verletzens der eigenen Haut legen.
Ich hoffe, mit dieser Arbeit das Bewusstsein und auch das Verständnis des Lesers für dieses sehr aktuelle Thema zu wecken und auch ein wenig zum Nachdenken anzuregen, denn es muss sich in unserer Gesellschaft dringend etwas ändern, wenn wir in Zukunft nicht verstärkt mit diesen oder ähnlichen, neuen oder bekannten Problemen konfrontiert werden wollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung

2.1 Selbstverletzendes Verhalten allgemein

2.2 „Ritzen“ im Besonderen

3 Ritzen – erste Auseinandersetzung

3.1 Betroffene Personen und Bedeutung des Ritzens

3.2 Gefühle vor, während und nach dem Ritzen

3.3 Umgang mit dem eigenen Problem, nachahmendes Verhalten

3.4 Auslösesituationen

4 Ursachen und Umfeld

4.1 Das Problem des „Erwachsenwerdens“ / Pubertät

4.2 Besondere Bedeutung der Menstruation

4.3 Autonomie – Abhängigkeitskonflikt

4.4 Mögliche familiäre Ursachen

4.5 Gesellschaftliche Ursachen

4.6 Ritzen in sozialen Einrichtungen

5 Motivation Ritzen betreffend

6 Absicht oder Zwangsverhalten?

6.1 Bewusstheit und Selbstkontrolle

6.2 Selbstentfremdung

6.3 Spaltung zwischen Körper und Selbst

6.4 Intention

7 Ausblick / Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Ursachen, den Vorgang und die Psychodynamik von selbstverletzendem Verhalten, insbesondere des "Ritzens", bei weiblichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren. Ziel ist es, das Bewusstsein für dieses Phänomen zu schärfen, Hintergründe wie Traumata oder Identitätskonflikte aufzuzeigen und ein besseres Verständnis für die emotionalen Beweggründe der Betroffenen zu wecken.

  • Phänomenologie und Ausprägungen des selbstverletzenden Verhaltens
  • Psychodynamische Ursachen in der Pubertät und Adoleszenz
  • Einfluss familiärer Hintergründe und gesellschaftlicher Erwartungen
  • Die Rolle des "Ritzens" als Kommunikationsmittel und Strategie zur Angstabwehr
  • Herausforderungen in sozialen Einrichtungen und Therapiemöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

3.2 Gefühle vor, während und nach dem Ritzen

Bevor junge Menschen sich selbst verletzen, befinden sie sich in einem Zustand extremer innerer Anspannung und Unruhe. Aufgrund der ständigen Verdrängung aller schmerzlichen Gefühle entsteht ein Gefühl von Taubheit, innerer Leere und Haltlosigkeit. In einer Situation absoluter Verzweiflung haben die Betroffenen trotzdem keine Möglichkeit mit anderen Menschen zu reden, sie fühlen sich verlassen und verloren und haben große Angst verrückt zu werden oder sich selbst zu verlieren. Es ist kaum bis überhaupt keine Selbstwahrnehmung mehr vorhanden. Sie werden von der scheinbaren Ausweglosigkeit der Situation erdrückt und geraten in eine Art Handlungszwang, in diesem Falle sich selbst zu schneiden. Durch das Zufügen von Schmerzen und das Sehen / Beobachten des eigenen Blutes, können sie sich wieder selbst spüren und in die Realität zurückfinden.

Der Vorgang des Ritzens kann als impulsive Aktion, die einem tranceähnlichen Zustand gleicht, bezeichnet werden. Die Welt um die Betroffenen herum scheint sich aufzulösen, der eigene Körper ist vom Empfinden abgeschnitten, der gesamte Zustand ist psychisch und physisch nahezu gefühllos.

Manche Personen haben vor dem ersten Schnitt ein unangenehmes Gefühl, das überwunden werden muss. Der erste Blutstropfen bedeutet jedoch immer Erleichterung und Entlastung gegenüber dem Chaos der eigenen Gefühle. Es gibt hier keine eindeutige Beschreibung für die Wahrnehmung direkt nach dem Ritzen, klar ist, dass jeglicher emotionaler Druck wegfällt und Schmerzunempfindlichkeit besteht. Die Betroffenen spüren zwar sehr wohl etwas dabei, jedoch bezeichnen sie dies als angenehmes Gefühl und nicht als Schmerz.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation der Autorin und Einführung in die Thematik des selbstverletzenden Verhaltens bei Jugendlichen.

2 Begriffsklärung: Definition und Abgrenzung des Begriffs Selbstverletzung sowie Erläuterung der verschiedenen Schweregrade autoaggressiven Verhaltens und des spezifischen Phänomens "Ritzen".

3 Ritzen – erste Auseinandersetzung: Analyse der betroffenen Zielgruppe, der psychischen Verfassung vor, während und nach dem Akt sowie der sozialen Komponente des Verhaltens.

4 Ursachen und Umfeld: Untersuchung prägender Faktoren wie Pubertät, familiäre Hintergründe, gesellschaftlicher Druck, Menstruation und spezifische Belastungen in sozialen Einrichtungen.

5 Motivation Ritzen betreffend: Beleuchtung der inneren Beweggründe, insbesondere der Wunsch nach Spürbarkeit, Identitätsbeweis und Angstabwehr.

6 Absicht oder Zwangsverhalten?: Diskussion darüber, inwieweit das Ritzen bewusste Kommunikation oder unbewusster Zwang ist, sowie Betrachtung von Selbstentfremdung und Körperbild.

7 Ausblick / Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der Problematik und Plädoyer für mehr Toleranz und kompetente Unterstützung der Betroffenen.

Schlüsselwörter

Ritzen, Selbstverletzung, Jugendliche, Autoaggression, Identitätsentwicklung, Psychodynamik, Pubertät, Körperwahrnehmung, Traumata, Angstabwehr, emotionale Entlastung, familiäre Ursachen, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Psychodynamik und den Ursachen von selbstverletzendem Verhalten, insbesondere dem sogenannten "Ritzen", bei weiblichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die psychologischen Hintergründe, die Bedeutung des Körpers bei der Identitätsfindung, familiäre Einflüsse sowie die Rolle der Gesellschaft und sozialer Einrichtungen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung dieses Verhaltens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, Verständnis für die Hintergründe der Selbstverletzung zu wecken, das Stigma der Betroffenen zu mindern und auf die Notwendigkeit einer differenzierteren Auseinandersetzung und Therapie hinzuweisen.

Welche methodische Herangehensweise wird in der Arbeit verfolgt?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Thematik, die auf Basis psychologischer Fachliteratur und Fallbeispielen die Dynamik und Motivation hinter dem Ritzen analysiert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert differenziert die "Auslösesituationen", die Rolle der Pubertät und familiärer Konflikte, sowie die Funktion des Ritzens als Mechanismus zur Angstabwehr und zur Wiedererlangung der Körperwahrnehmung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Text?

Zentrale Begriffe sind neben "Ritzen" und "Selbstverletzung" vor allem "Autoaggression", "Identitätskonflikt", "Angstabwehr", "Selbstentfremdung" und "Traumabewältigung".

Welche Rolle spielt die Menstruation bei den Ursachen für das Ritzen?

Die Autorin diskutiert den gesellschaftlich negativ besetzten Umgang mit der Menstruation, der bei traumatisierten Mädchen zu einer ambivalenten Einstellung gegenüber dem eigenen Körper und dem Ausfließen von Blut führen kann.

Warum wird das Ritzen oft als "Suchtverhalten" eingestuft?

Das Ritzen wird als Suchtverhalten interpretiert, da es als unbewusste Bewältigungsstrategie eingesetzt wird, um bei hohem Leidensdruck und Spannungszuständen schnell emotionale Entlastung und ein Gefühl von Kontrolle zu erzielen.

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Details

Title
Selbstverletzung bei Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung des Ritzens
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,7
Author
Jessica Kiss (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V8738
ISBN (eBook)
9783638156325
Language
German
Tags
Autoaggression; Selbstverletzung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Kiss (Author), 2002, Selbstverletzung bei Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung des Ritzens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8738
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