Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Person Alfred Adler.
Im ersten Kapitel stelle ich dar, in welchem Umfeld der junge Adler aufgewachsen ist und welche wichtigen Stationen er in seinem Leben durchlaufen hat, um schließlich Begründer und Förderer der Individualpsychologie zu werden.
Die Individualpsychologie ist eine Lehre, die sich mit dem Menschen als Individuum beschäftigt und konkretes, praktisch anzuwendendes Wissen vermittelt. Sie ist ein einheitliches und vollständiges System, das auch den Bereich der Psychosen, Neurosen und des kriminellen Verhaltens umschließt.
Im zweiten Kapitel beschreibe ich das Verhältnis, die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Alfred Adler und Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse.
Die Psychoanalyse konzentriert sich im Gegensatz zur Individualpsychologie auf die psychisch unbewussten Vorgänge im Menschen.
Das Kapitel handelt von einem, meiner Ansicht nach, spannenden Thema, dessen Inhalt ich nur oberflächlich anschneiden werde, da es nicht hauptsächlicher Gegenstand meiner Hausarbeit ist.
Im dritten Kapitel gebe ich den Text „Der Aggressonstrieb im Leben und in der Neurose“ ausführlich wieder, um die Arbeitsweise und Ansichten Alfred Adlers, sowie mein Verständnis dieses Textes zu verdeutlichen.
Meine Hausarbeit beschäftigt sich im Wesentlichen mit der folgenden Fragestellung: „Wer war Alfred Adler und was verstand er unter dem von ihm entwickelten Begriff „Aggressionstrieb?“
Im vierten Kapitel kommentiere ich Adlers Text „Der Aggresionstrieb im Leben und in der Neurose“, gebe die Antwort auf meine Fragestellung und ziehe aus den gewonnenen Erkenntnissen entsprechende Schlussfolgerungen.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Das Leben Alfred Adlers
2. Sigmund Freud und Alfred Adler
3. Der Aggressionstrieb im Leben und in der Neurose
4. Kritik an Adlers Methodik und Lehre
5. Resümee
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Biografie von Alfred Adler nachzuzeichnen, sein Verhältnis zu Sigmund Freud zu beleuchten und insbesondere sein Konzept des "Aggressionstriebs" detailliert darzulegen und kritisch zu hinterfragen.
- Biografische Stationen und Entwicklung von Alfred Adler
- Vergleich zwischen Individualpsychologie und Psychoanalyse
- Theoretische Grundlagen des Aggressionstriebs bei Adler
- Sublimierungsprozesse und neurotische Fehlentwicklungen
- Kritische Analyse der adlerschen Methodik und Theorien
Auszug aus dem Buch
Der Aggressionstrieb
Adler hat jedem Organ einen Trieb zugeordnet. Doch er entwickelte zusätzlich die Theorie, daß es über diesen spezifischen Trieben noch einen Organ unabhängigen Trieb geben muß, der dem Überbau angehört und als eine Art psychisches Feld die Primärtriebe verbindet. Adler bezeichnet diesen Trieb als Aggressionstrieb.
Der Aggressionstrieb wird durch das Gemeinschaftsgefühl gehemmt (ebd. 1928, 38). Dadurch erfährt der Aggressionstrieb die gleichen Sublimierungen wie die Primärtriebe.
Durch die oft verhinderte Befriedigung der Triebe – zum Beispiel durch kulturelle Triebhemmung – kommt es zu einem Ungleichgewicht in der Psyche, das der Aggressionstrieb ausgleicht, in dem die unbefriedigten Erregungen der Primärtriebe auf ihn abgeleitet werden (Affektverschiebung) und durch seine Entladung Befriedigung erlangen (ebd. 1928, 38).
Die gesunde Psyche wird immer wieder durch die Leistung des Aggressionstriebes, Erregung und Entladung, bewahrt.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Person Alfred Adler und seine Lehre sowie die zentrale Fragestellung zum Begriff des Aggressionstriebs zu untersuchen.
1. Das Leben Alfred Adlers: Dieses Kapitel beschreibt den Lebensweg Adlers, von seiner Kindheit in Wien über sein Studium und seinen Werdegang bis hin zum Bruch mit Freud und der Emigration.
2. Sigmund Freud und Alfred Adler: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Denkern, ihre fachliche Divergenz und die Entstehung der Individualpsychologie analysiert.
3. Der Aggressionstrieb im Leben und in der Neurose: In diesem Teil wird Adlers Trieblehre erläutert, insbesondere die Definition des Aggressionstriebs, seine Sublimierung und Rolle im Zentralnervensystem.
4. Kritik an Adlers Methodik und Lehre: Der Autor übt Kritik an der wissenschaftlichen Vorgehensweise Adlers, bemängelt die mangelnde Stringenz und beleuchtet Widersprüchlichkeiten in der Theoriebildung.
5. Resümee: Das Schlusskapitel beantwortet die Ausgangsfrage und reflektiert die Schwierigkeiten bei der Arbeit mit der verwendeten Fachliteratur.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Alfred Adler, Individualpsychologie, Psychoanalyse, Aggressionstrieb, Minderwertigkeitskomplex, Triebsublimierung, Zentralnervensystem, Gemeinschaftsgefühl, Sigmund Freud, Neurose, Psychose, Affektverschiebung, Sozialmedizin, Trieblehre, Charakterkunde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Person Alfred Adler und dessen theoretischem Konzept des Aggressionstriebs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie Adlers, dem Vergleich zur freudschen Psychoanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit der individualpsychologischen Trieblehre.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, wer Alfred Adler als Person war und wie er den von ihm geprägten Begriff des Aggressionstriebs definierte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, wobei primär Texte von Adler sowie sekundäre Quellen (Ellenberger, Rattner) herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Darstellung, einen Vergleich der Lehren von Adler und Freud sowie die inhaltliche und methodische Analyse von Adlers Schrift über den Aggressionstrieb.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Individualpsychologie, Aggressionstrieb, Minderwertigkeitsgefühl, Gemeinschaftsgefühl und die Abgrenzung zur Psychoanalyse.
Wie unterscheidet sich der Aggressionstrieb nach Adler von anderen Trieben?
Er fungiert laut Adler als eine Art psychisches Feld, das über den organgebundenen Primärtrieben steht und als Ausgleichsorgan für unbefriedigte Erregungen dient.
Warum übt die Autorin Kritik an Adlers Arbeitsweise?
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die teils unzureichende Begründung von Thesen, die von Adler als unumstößliche Fakten dargestellt werden, sowie gegen vorkommende inhaltliche Widersprüche.
- Quote paper
- Nadine Toboldt (Author), 1999, Alfred Adler und der Aggressionstrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87488