In der vorliegenden Arbeit wird eine Kinderzeichnung (6 Jahre) analysiert. Die Analyse des Entwicklungsstandes bezieht sich dabei auf gängige Entwicklungsstufen nach Widlöcher, Lowenfeld usw... Der Soll- und Ist-Zustand werden geklärt und Fördermaßnahmen angeboten.
Inhaltsverzeichnis
1. Individuelle Situation des Kindes
2. Thematik des Bildes/ Inhalte
3. Der Soll- Stand der bildnerischen Entwicklung zum Schuleintritt
4. Der Ist- Zustand der bildnerischen Entwicklung von Julia
5. Vergleich
6. Notwendige Fördermaßnahmen
7. Quellenverzeichnis:
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der exemplarischen Analyse einer Kinderzeichnung, um den aktuellen Stand der bildnerischen Entwicklung einer sechsjährigen Schülerin zu evaluieren und mit entwicklungspsychologischen Standards abzugleichen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit das Kind entwicklungstypische Merkmale des Schuleintrittsalters aufweist und welche gezielten Fördermaßnahmen zur Weiterentwicklung seiner zeichnerischen Fähigkeiten abgeleitet werden können.
- Analyse der bildnerischen Entwicklung bei Kindern im Schuleintrittsalter
- Untersuchung von Schemaphasen und Räumlichkeitsdarstellungen in Kinderzeichnungen
- Interpretation von Röntgen- und Transparentzeichnungen
- Ableitung individueller, spielerischer Förderansätze zur Steigerung der Detailtreue
- Vergleich von individuellem Entwicklungsstand und psychologischen Richtwerten
Auszug aus dem Buch
3. Der Soll- Stand der bildnerischen Entwicklung zum Schuleintritt
Kinder in Julias Alter befinden sich kognitiv in der „Präoperationalen Phase“, in der sie intuitiv vorgehen und handeln. Ihr lebhaftes Vorstellungsvermögen und ihre Fantasie beeinflussen ihre Zeichnungen.
Es gibt bis heute unterschiedliche Ansichten über die bildnerische Entwicklung eines Kindes und ihre Einteilung in Phasen. Die meisten Altersangaben sind deswegen nur als Richtwerte zu betrachten. Auch kann eine genaue Zuordnung zu einer der Phasen umständlich sein. Je nach ihrer Kultur, den Anregungen der Umwelt oder den Vorbildern entwickeln sich die Kinder sehr individuell. Dennoch lassen sich allgemeine entwicklungstypische Merkmale festmachen. Da die Kinder noch in ihrer Entwicklung stecken, ist ihre Mitteilungs-, Ausdrucks- und Darstellungsqualität noch nicht komplett ausgeprägt.
Die Entwicklungsphase in der sich Kinder zur Zeit ihres Schuleintritts befinden sollten, wird von verschiedenen Entwicklungspsychologen beschrieben. Nach Widlöcher wird die Phase als „Kindlicher Realismus“ bezeichnet. ,Ab hier zeichnet das Kind mit der Absicht etwas darzustellen.’ ,Das Kind zeichnet nach Luquet im „Intellektuellen Realismus“ in diesem Alter alles was es weiß und nicht nur, was es sieht.’ So entstehen sogenannte Röntgenbilder oder Transparentbilder, in denen Kinder dieses Alters häufig das Innere eines Hauses oder den Körper unter der Kleidung sichtbar machen. Nach Schuster gibt es mehrere Gründe für diese Darstellungen: ,die Malreihenfolge, sich berührende Gegenstände oder ein spezielles System der Tiefendarstellung.’
Zusammenfassung der Kapitel
1. Individuelle Situation des Kindes: Vorstellung des Kindes Julia, ihres familiären Umfelds und der praktischen Rahmenbedingungen, unter denen die analysierte Zeichnung entstand.
2. Thematik des Bildes/ Inhalte: Detaillierte Beschreibung der Entstehung und der inhaltlichen Komponenten des gezeichneten Urlaubsbildes.
3. Der Soll- Stand der bildnerischen Entwicklung zum Schuleintritt: Theoretische Einordnung der kindlichen Entwicklung in die präoperationale Phase sowie Erläuterung entwicklungspsychologischer Fachbegriffe wie Röntgenbilder und Schemaphase.
4. Der Ist- Zustand der bildnerischen Entwicklung von Julia: Analyse von Julias spezifischer Zeichnung im Hinblick auf Raumdarstellung, Menschendarstellung und Farbwahl.
5. Vergleich: Gegenüberstellung der beobachteten Merkmale mit dem Soll-Stand der bildnerischen Entwicklung, um den individuellen Stand von Julia einzuordnen.
6. Notwendige Fördermaßnahmen: Vorschläge für pädagogische Interventionen zur Auflösung von Schemata und zur Steigerung der Beobachtungsgabe und Detailgenauigkeit.
7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und weiterführender Internetquellen.
Schlüsselwörter
Kinderzeichnung, bildnerische Entwicklung, Schemaphase, Schuleintritt, Intellektueller Realismus, Röntgenbilder, Transparentzeichnungen, Räumlichkeitsdarstellung, Lokalfarben, Prägnanztendenz, Förderung, Vorschulpädagogik, Kindlicher Realismus, Kreativität, künstlerische Entwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse einer spezifischen Kinderzeichnung, um den Entwicklungsstand eines sechsjährigen Kindes hinsichtlich seiner bildnerischen Ausdrucksfähigkeiten zu beurteilen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die frühkindliche Entwicklung der bildnerischen Fähigkeiten, die Bedeutung von Schemata, die Rolle von Farbe und Raumdarstellung sowie die psychologischen Grundlagen des kindlichen Zeichnens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Überprüfung, ob das Kind Julia den entwicklungstypischen Anforderungen beim Schuleintritt entspricht und wie dieses Wissen für gezielte pädagogische Förderung genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Einzelfallanalyse durchgeführt, bei der ein konkretes Produkt (Kinderzeichnung) qualitativ anhand psychologischer Fachliteratur und entwicklungspsychologischer Phasenmodelle bewertet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den Soll-Ist-Vergleich der bildnerischen Entwicklung, die detaillierte inhaltliche Analyse der Zeichnung und die Ableitung konkreter, altersgerechter Förderempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kinderzeichnung, Schemaphase, intellektueller Realismus, Fördermaßnahmen und bildnerische Entwicklung.
Warum malt Julia trotz ihres Alters Menschen ohne Ohren oder Mund?
Dies deutet auf eine Konzentration auf andere Bildelemente (wie Palmen) hin oder zeigt eine entwicklungsbedingte Vereinfachung, bei der Julia Details zugunsten einer schnelleren Darstellung vernachlässigt.
Welche Bedeutung haben die Herzen auf Julias Bild?
Die Herzen dienen als symbolische Darstellung ihrer Zuneigung zur Familie und zum erlebten Urlaub, womit Julia über die reine gegenständliche Darstellung hinaus emotionale Aspekte einfließen lässt.
Wie lässt sich Julias Neigung zu „Röntgenbildern“ pädagogisch steuern?
Durch gezielte Aufgabenstellungen, wie das Zeichnen von bekleideten Figuren, soll ihr bewusst gemacht werden, dass Kleidung das Darunterliegende verdeckt, um eine Weiterentwicklung des Schemas zu fördern.
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- Anja Uhlitzsch (Author), 2007, Kinderzeichnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87489