Psychologische Aspekte der Projektarbeit


Hausarbeit, 2007
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Projektarbeit als ganzheitlicher Problemlösungsansatz
2.1. Mehrdimensionalität als Voraussetzung für die systemische Problemlösung
2.1.1. Kategorie Verstand
2.1.2. Kategorie Gefühl
2.1.3. Kategorie Intuition
2.2. Konsequenzen des mehrdimensionalen Ansatzes für die Projektarbeit

3. Schlüsselkompetenzen für die erfolgreiche Mitgestaltung von Projekten
3.1. Teamfähigkeit
3.2. Kommunikationsfähigkeit
3.3. Eigenverantwortlichkeit
3.4. Konfliktfähigkeit
3.5. Lernfähigkeit
3.6. Kreativität

4. Kommunikation als Basis in der Projektarbeit
4.1. Beteiligte am Kommunikationsprozess
4.2. Funktion der Kommunikation im Arbeitsprozess
4.2.1. Netzwerkaufbau und Beziehungspflege
4.2.2. Beziehungsgestaltung
4.2.3. Konfliktmanagement
4.3. Kommunikation als Voraussetzung für Teamentwicklung

5. Psychologische Phänomene im Zusammenhang mit Störungen im Projektverlauf
5.1. Widerstände
5.2. Kreativitätsblockaden

6. Reflexion

7. Literatur

1. Einleitung

Objektivität und Sachlichkeit gelten als Schlüsselkompetenzen für das erfolgreiche Umsetzen von Zielen in einer von Rationalität und Verstand dominierten Arbeitswelt. Eigenschaften wie Emotionalität und Intuition werden häufig mit Schwäche assoziiert und deshalb im Berufsleben als deplatziert erachtet. Stattdessen wird die Existenzberechtigung des Gefühlsbereichs ausschließlich innerhalb der Privatwelt verortet.

Auch menschlichen Beziehungen wird im Arbeitssektor vorwiegend eine eher instrumentelle Funktion zugeschrieben, wie z.B. dem Transfer von know-how, als Strategie innerhalb von Geschäftsverhandlungen etc.

In den vergangenen Jahren hat diesbezüglich jedoch ein Umdenkungsprozess eingesetzt:

Zunehmend erkennen Führungskräfte, dass neben der Sachorientierung noch andere Komponenten wichtig für erfolgreiches Arbeiten sind. Innerhalb der Fachliteratur und in entsprechenden Fortbildungsangeboten sind zunehmend Begriffe zu finden wie z.B. „emotionale Intelligenz“, „value-action-leadership“ etc. Diese deuten auf eine Erweiterung des Denkens in Richtung auf den bewussten Einbezug der Gefühls- und Beziehungsdimension innerhalb von Arbeitsprozessen hin.

Im Folgenden wird der Frage nachgegangen, wie sich solche psychologischen Aspekte auf die Arbeitsweise innerhalb von Projekten auswirken.

Zunächst werden die Chancen und Konsequenzen des mehrdimensionalen Denkens für eine systemische Problemlösung, wie sie innerhalb von Projekten stattfindet, diskutiert. Daran schließt sich eine Beschreibung von Kompetenzen an, die für die Mitgestaltung des Problemlösungsprozesses innerhalb von Projekten unerlässlich sind. Des weiteren wird Kommunikation als basales Instrument innerhalb von Projektarbeit thematisiert und ihre Funktion für die Teamarbeit näher beleuchtet. Abschließend werden Phänomene fokussiert, die sich häufig störend auf den Projektverlauf auswirken und entsprechende Lösungsansätze besprochen.

2. Projektarbeit als ganzheitlicher Problemlösungsansatz

Jedes Projekt setzt sich aus den Komponenten Mensch (Projektgestalter) und dem Projektgegenstand zusammen. Aus der funktionierenden Interaktion von den am Projekt beteiligten Subjekten (Projektleiter, Projektmitarbeiter, Auftraggeber etc.) und dem Projektobjekt (Problemgegenstand, Sachzusammenhänge etc.) resultiert der Erfolg eines Projekts. Dieses muss folglich stets als systemischer Problemlösungsprozess betrachtet werden und darf nie auf eine objektivierende Betrachtungsweise reduziert werden. (vgl. Daenzer, W.F./Huber, F., 282-284)

2.1. Mehrdimensionalität als Voraussetzung für die systemische Problemlösung

Die Einflussgröße des Subjekts auf den Problemlösungsprozess setzt sich aus drei verschiedenen Dimensionen menschlichen Denkens zusammen. Gehirnforscher haben herausgefunden, dass diese durch die jeweiligen Hirnregionen bestimmt werden, in denen sie lokalisiert sind. (vgl. Müri, P. Band 1, 41-43)

In den Jahrhunderten nach der Aufklärung war das menschliche Denken stark von der Dimension des Verstandes bestimmt. Emotionalität und Spiritualität waren zwar nach wie vor genauso präsent, fanden aber besonders innerhalb des Wissenschafts- und Wirtschaftssystems nahezu keine Beachtung mehr. Infolge dieses Verdrängungsvorgangs wirkten sie dann unkontrolliert an Planungs- und Entscheidungsabläufen mit, ohne dass der Mensch sie bewusst wahrnehmen und steuern konnte, was sich häufig destruktiv auf das Ergebnis auswirkte. (vgl. Daenzer, W.F./Huber, F., 288)

Für die effektive Arbeit innerhalb eines Projekts resultiert folglich die Notwendigkeit, sich die Mehrdimensionalität menschlichen Denkens und Handelns bewusst zu machen und die jeweiligen Kategorien konstruktiv für den Problemlösungsprozess zu nutzen.

2.1.1. Kategorie Verstand

Das, was wir gemeinhin unter Verstand verstehen – Denken mit Hilfe von Logik und Systematik - ist in der linken Gehirnhälfte verortet. Dieser Bereich, den man auch als Kopfzentrum bezeichnet, ist zuständig für Rationalität und die Gedanken in Form von Fakten, Begriffen und Ordnungen. Das Kopfzentrum ist in der Lage, die physikalische Welt mit Hilfe von Sinneswahrnehmungen zu begreifen. Auf der wissenschaftlichen Ebene werden ihm insbesondere die Naturwisenschaften zugeordnet. (vgl. Müri, P. Band 1, S. 43-48) Innerhalb des Spektrums der psychologischen Persönlichkeitslehren wird die Verstandesebene bei Freud dem Über-Ich, bei Berne dem Erwachsenen-Ich und bei Jung dem Bewusstsein zugeordnet. (vgl. Müri, P. Band 1, S. 55)

2.1.2. Kategorie Gefühl

Die Gefühlsebene ist nach den Erkenntnissen der Hirnforschung im Zwischenhirn angesiedelt. Erfahrungen und Prägungen werden hier in Form von Emotionen, Werten und Haltungen gespeichert. Seine körperliche Entsprechung hat das Gefühlszentrum im Herzbereich. Das Gefühlsdenken zeichnet sich dadurch aus, dass es Gedankenverbindungen aufgrund von Erlebniszusammenhängen schafft. Gedankengänge entstehen auf der Basis von Gefühlsbahnen, die durch Erlebnisse geprägt wurden. Innerhalb der Wissenschaft ist diese Dimension wenig anerkannt und ihre Methoden gelten als unwissenschaftlich. Der klassische Anwendungsbereich der Gefühlsebene findet sich innerhalb der Kunst und der Volkskultur. (vgl. Müri, P. Band 1, S. 43-48) Im Rahmen der Tiefenpsychologie wird die Gefühlsdimension bei Freud dem Spannungsfeld Es/Über-Ich, dem Wettstreit zwischen Trieb und Kontrollinstanzen zugeschrieben. Bei Bernes Transaktionsanalyse entspricht die Gefühlskategorie dem Eltern-Ich, bei Jung dem persönlichen Unbewussten. (vgl. Müri, P. Band 1, S. 55)

2.1.3. Kategorie Intuition

Die dritte Dimension des menschlichen Denkens, die Kategorie des Intuition, ist in der rechten Gehirnhälfte lokalisiert. Sie beinhaltet die Fähigkeiten, auf denen sich Spiritualität gründet und ist das Zentrum der geistigen Kräfte. Diese schaffen in Form von inneren Bildern, Visionen und Ahnungen neue Einsichten und Erkenntnisse. Landläufig werden sie auch als „Bauchgefühl“ bezeichnet. Wissenschaften wie Theologie und Ethnologie arbeiten mit dieser Denkkategorie. Die Dimension der Intuition ist für viele Menschen nicht bewusst zugänglich und äußert sich oft als schlaglichtartige Eingebung, als plötzliches Wissen mit unbekannter Herkunft. (vgl. Müri, P. Band 1, S. 43-48) In der Psychoanalyse fehlt diese Dimension gänzlich, während sie bei Bernes im Kind-Ich und bei Jung im kollektiven Unbewussten ihre Entsprechung findet. (vgl. Müri, P. Band 1 S. 55)

2.2. Konsequenzen des mehrdimensionalen Ansatzes für die Projektarbeit

In Bezug auf die Projektarbeit lässt sich die mehrdimensionale Betrachtungsweise des menschlichen Denkens in verschiedener Hinsicht nutzen.

Jedes Projekt benötigt eine bestimmte Struktur, die auf den Regeln des Verstandes gründet. Daneben gibt es stets eine bestimmte Atmosphäre, eine Kultur, die sich aus der Kategorie des Gefühls speist. Außerdem entsteht im Laufe des Arbeitsprozesses innerhalb des Projektteams eine gewisse Dynamik, die sich der Steuerung zu entziehen scheint und auf Kräfte zurückgeführt werden kann, die dem Bauchgefühl entspringen. Im Rahmen der Projektarbeit ist es unerlässlich, diese drei verschiedenen Anteile wahrzunehmen und zu fördern. Das heißt innerhalb von Projekten bedarf es einer Struktur-, Kultur- und Dynamik – Pflege. Eine positive Dynamik ergibt sich häufig schon aus der Konstellation gelungener struktureller und kultureller Förderung. (vgl. Daenzer, W.F./Huber, F, S. 289-290) Sowohl seitens der Projektmitarbeiter als auch der Projektleitung ist es

äußerst hilfreich, sich die Existenz der beiden Dimensionen, die über das rein formale Denken hinausführen, bewusst zu machen. Störungen im Projektverlauf resultieren häufig auch aus einer Verdrängung dieser Aspekte, die dann in Form von mangelnder Motivation, destruktiver Konflikte und Kreativitätsblockaden an die Oberfläche drängen.

[...]

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Details

Titel
Psychologische Aspekte der Projektarbeit
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Veranstaltung
Projektmanagement in Non-Profit-Organisationen
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V87615
ISBN (eBook)
9783638022828
ISBN (Buch)
9783638930543
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologische, Aspekte, Projektarbeit, Projektmanagement, Non-Profit-Organisationen
Arbeit zitieren
Birgitta Bernhardt (Autor), 2007, Psychologische Aspekte der Projektarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87615

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