Der Mensch braucht Energie. Ohne Energieversorgung ist unser Leben undenkbar.
Es gäbe kein warmes Wasser, kein Fernsehen, keine Autofahrt, keine Disko, kein
Internet. Die Energie, die wir als Wärme, Strom oder Kraftstoff benötigen, muss aus
Primärenergieträgern erzeugt werden.
In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst die unterschiedlichsten
Primärenergieträger vorgestellt werden, um ihre Bedeutung für die Energieerzeugung
zu erklären, um dann zu untersuchen wie sie über die deutsche Tagespresse
kommuniziert werden.
Es soll herausgefunden werden, ob und in wieweit die Printmedien in Deutschland
durch ihre Art der Berichterstattung Primärenergieträgern gegenüber technikfeindlich
eingestellt sind. Selbstverständlich kann die folgende Untersuchung aufgrund des
Umfanges der deutschen Printmedien keinen Vollständigkeitscharakter erfüllen. Es
soll anhand exemplarisch ausgewählter Tageszeitungen ein allgemeiner Trend
entwickelt werden. Der Begriff Primärenergie bezeichnet die zuallererst „gefundene“ Energie in Form
von Rohstoffen. Sie ist die „Eingangsgröße“ bei der Betrachtung des Energieflusses,
welcher die Energienutzung durch den Menschen beschriebt (s. Abb.: 1).
Wissenschaftlich wird als Primärenergie der Energieinhalt von Energieträgern, die
noch keiner Umwandlung unterworfen worden sind, bezeichnet. Primärenergieträger
sind z.B.:
• Fossile Energieträger (Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Erdöl, Uran)
• Geothermische Energieträger (Erdwärme)
• Erneuerbare Energieträger (Sonne, Wind, Wasser)
Fossile Energieträger sind im Wesentlichen Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran. Ihre
Vorräte sind beschränkt und ihre Lagerstätten müssen oft mit großem Aufwand
gefunden und durch Bohrungen in Bergwerken oder im Tagebau erschlossen
werden. Die fossilen Energieträger sind in Millionen von Jahren aus Pflanzenresten
entstanden. Diese Pflanzenreste wurden auf den Grund urzeitlicher Meere im Sand
luftdicht eingeschlossen und durch geologische Bewegungen in die Tiefe gerissen.
Dort sorgten chemische Prozesse unter Druck und Temperatur allmählich für die
Bildung der energetischen Hauptbestandteile der fossilen Energieträger. Dazu
gehören Kohlenstoff, Kohlenwasserstoffe und Methan.
Die ursprüngliche Energiequelle für die fossilen Energieträger ist die Sonne. Sie
machte die Photosynthese der Pflanzen möglich. Durch diesen chemischen
Umwandlungsprozess wurde die Biomasse gebildet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsklärung Primärenergie
1.1. Primärenergieträger Kohle
1.2. Primärenergieträger Erdöl und Erdgas
1.3. Primärenergieträger Uran
1.4. Primärenergieträger Wasser
1.5. Primärenergieträger Wind
1.6. Primärenergieträger Sonne
1.7. Primärenergieträger Erdwärme
1.8. Fazit
2. Inhaltsanalyse
2.1. Codebuch
2.2. Tabellen
2.3. Auswertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Inhaltsanalyse von Artikeln aus vier überregionalen Tageszeitungen, ob die Berichterstattung in deutschen Medien eine technikfeindliche Grundhaltung gegenüber der Nutzung verschiedener Primärenergieträger aufweist.
- Grundlagen der Primärenergiegewinnung und deren technologische Aspekte
- Empirische Untersuchung der medialen Darstellung von Energieformen
- Analyse und Kategorisierung der Berichterstattung durch ein systematisches Codebuch
- Vergleich der medialen Wahrnehmung von fossilen und regenerativen Energiequellen
- Evaluierung der Forschungsfrage zur vermuteten Technikfeindlichkeit in der Tagespresse
Auszug aus dem Buch
1.1. Primärenergieträger Kohle
Kohle wird im Tage- oder Untertagebau gefördert, abhängig von der Tiefe der Kohlelagerstätten. Steinkohlen, welche sich durch eine hohe Festigkeit und hohen Kohlenstoffgehalt auszeichnen, werden z.B. in Deutschland im Untertagebau gefördert. In der Vergangenheit war das Abschlagen von Kohle Handarbeit, ebenso der Transport durch die verschiedenen Stollen bis zum Schacht. Trotz moderner Maschinen, die die Produktivität wesentlich erhöhen, ist der Abbau von Kohle auch heute noch ein aufwendiges Unterfangen. Kann Steinkohle im Tagebau gefördert werden, ist der Aufwand deutlich geringer. Dies ist bei den heutigen Haupt Kohleexporteuren der Fall und ein Grund dafür, weshalb in Deutschland im Untertagebau geförderte Kohle nur durch massive staatliche Subventionen konkurrenzfähig gehalten werden kann. Sie verliert damit zunehmend an Bedeutung.
Braunkohlelagerstätten findet man in deutlich geringerem Abstand zur Erdoberfläche, nach ihnen kann man großflächig graben. Dabei kommen gigantische Baggermaschinen zum Einsatz, die oft viele Quadratkilometer große Gruben in die Erdoberfläche „fressen“. Braunkohle wird üblicherweise im so genannten Tagebau gefördert. Dabei unterliegt die Qualität des natürlichen Rohstoffes großen Schwankungen. Der Aufwand zur Steinkohleförderung in Deutschland ist wesentlich höher als der zur Braunkohleförderung, wird aber gerechtfertigt durch den etwa doppelt so hohen Brennwert der Steinkohle. Diese kann im Gegensatz zur Braunkohle ohne aufwendige Behandlung in Öfen verbrannt werden.
Die Förderung von Kohle bedeutet einen massiven Eingriff in die Natur mit regionalen und überregionalen Auswirkungen. Zum einen entstehen bei der Steinkohleförderung im Untertagebau Hohlräume, die wenn sie nicht entsprechend verfüllt werden zusammenbrechen können, was Auswirkungen bis zur Erdoberfläche haben kann. Zum anderen sind in der Kohlemasse Gase eingeschlossen, die durch den Bergbau zumindest teilweise in die Erdatmosphäre freigesetzt werden und somit zum Treibhauseffekt beitragen. Die Kohleförderung im Tagebau benötigt zudem große Flächen Land, wobei je nach Region ganze Ortschaften weichen müssen. Außerdem führt die massive Entfernung von Material zu einer Entlastung der Erdkruste, was unter bestimmten geologischen Vorraussetzungen zu einer Erhöhung der Erdbebenwahrscheinlichkeit führen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit von Primärenergieträgern für die moderne Gesellschaft und definiert das Ziel der Untersuchung hinsichtlich der medialen Technikfeindlichkeit.
1. Begriffsklärung Primärenergie: Dieses Kapitel definiert Primärenergie wissenschaftlich und erläutert die verschiedenen Arten fossiler sowie erneuerbarer Energieträger.
1.1. Primärenergieträger Kohle: Beschreibt die Förderungsmethoden von Stein- und Braunkohle sowie die damit verbundenen ökologischen Auswirkungen und ökonomischen Herausforderungen.
1.2. Primärenergieträger Erdöl und Erdgas: Erläutert die Suche, Förderung und den Transport dieser fossilen Energieträger sowie deren Risiken für die Umwelt.
1.3. Primärenergieträger Uran: Behandelt die Gewinnung von Kernbrennstoffen, deren Transportlogistik und die politische Problematik der Kernenergienutzung.
1.4. Primärenergieträger Wasser: Analysiert das Potenzial und die Funktionsweise der Wasserkraft als regenerative Energiequelle in Deutschland.
1.5. Primärenergieträger Wind: Untersucht die historische Entwicklung und die aktuellen Bedingungen für eine effiziente Nutzung der Windenergie.
1.6. Primärenergieträger Sonne: Beschreibt die direkte und indirekte Nutzung der Sonnenstrahlung und bewertet deren wirtschaftliche Umsetzbarkeit in Deutschland.
1.7. Primärenergieträger Erdwärme: Stellt Geothermie als innovative und zuverlässige regenerative Energiequelle vor.
1.8. Fazit: Fasst die Notwendigkeit eines ausgewogenen Energiemixes zusammen und leitet zur Inhaltsanalyse über.
2. Inhaltsanalyse: Legt die empirische Methodik dar, die zur Beantwortung der Frage nach der technikfeindlichen Berichterstattung in deutschen Zeitungen genutzt wurde.
2.1. Codebuch: Definiert die Kategorien für die Auswertung, anhand derer die Artikel bewertet wurden.
2.2. Tabellen: Präsentiert die Rohdaten der durchgeführten Inhaltsanalyse der Tageszeitungen.
2.3. Auswertung: Fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
Schlüsselwörter
Primärenergie, Energieversorgung, Inhaltsanalyse, Medienforschung, Tagespresse, Technikfeindlichkeit, Fossil, Erneuerbare Energien, Kohle, Erdöl, Kernenergie, Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Geothermie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob die deutsche Tagespresse technikfeindlich eingestellt ist, indem sie die Berichterstattung über verschiedene Primärenergieträger untersucht.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Vorstellung der verschiedenen Primärenergieträger (fossile wie erneuerbare) und die empirische Untersuchung ihrer medialen Darstellung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand einer Stichprobe zu prüfen, ob die Berichterstattung in Zeitungen wie BILD, WELT, TAZ und Süddeutsche Zeitung eine Technikfeindlichkeit widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine inhaltsanalytische Methode nach Werner Früh verwendet, um Artikel systematisch zu bewerten und die Darstellungsweise in Kategorien einzuteilen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Energieträger und eine empirische Inhaltsanalyse inklusive Auswertung der Zeitungsartikel.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Primärenergie, Inhaltsanalyse, Medienforschung, Energiewende, Technikfeindlichkeit und journalistische Berichterstattung.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung zwischen den Zeitungen?
Die Analyse zeigt Unterschiede auf; beispielsweise berichtete die Süddeutsche Zeitung eher kritisch über Kernenergie, während die WELT eine positivere Tendenz zeigte.
Welches Fazit ziehen die Autoren bezüglich der Technikfeindlichkeit?
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass von einer generellen Technikfeindlichkeit in der deutschen Tagespresse nicht die Rede sein kann; der Trend ist eher neutral bis positiv.
Warum wurde die Boulevardzeitung "BILD" mit in die Stichprobe aufgenommen?
Die Einbeziehung der BILD-Zeitung war für die Autoren wichtig, um ein repräsentatives Bild der in Deutschland weit verbreiteten Tagesblätter zu erhalten.
- Quote paper
- Helen Liebmann (Author), Florian Bierlein (Author), 2006, Sind die Medien in Deutschland technikfeindlich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87698