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Aggressives Verhalten als externalisierende Problemverarbeitung männlicher Jugendlicher

Title: Aggressives Verhalten als externalisierende Problemverarbeitung männlicher Jugendlicher

Seminar Paper , 2006 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sophia Stefanidou (Author), Matthias Büren (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Das Jugendalter gilt als eine der schwierigsten Entwicklungsstufen. Zum einen muss ein Kind innerhalb weniger Jahre starke körperliche Veränderungen durchmachen, die aus ihm schließlich einen Erwachsenen machen sollen, und zum anderen macht es natürlich auch innere Entwicklungen durch. Jugendliche in der Pubertät wirken oft sehr eigenwillig, verhalten sich scheinbar seltsam und durchleben extreme Gefühlsschwankungen. Als Rebell erlebt der Jugendliche in seiner Pubertät die so genannte "Sturm und Drang" Zeit. Auch aus diesem Grund sind, nicht nur an den Schulen, zunehmend aggressive Verhaltensweisen zu beobachten.
In Zeiten erhöhter Jugendkriminalität, gestiegener Zahlen gemeldeter Gewalttaten an Schulen, wachsendem Auftreten von organisierten Jugendbanden, hohem Level an gezeigter Gewalt in den Medien und der im Alltag zu spürenden gestiegenen Zahl von gewalttätigen Übergriffen unter Gleichaltrigen im allgemeinen, ergibt sich die Frage nach dem „Warum?“ und damit die Relevanz, sich mit dem Thema Gewalt unter Jugendlichen auseinander zusetzen. Den Hauptanteil gewalttätiger Übergriffe verbuchen dort die männlichen Jugendlichen für sich, wobei die Entwicklung gestiegener Mädchengewalt, auch organisiert an Schulen, auffällt. In dieser Arbeit soll demnach aufgrund der höheren Auftretungsdichte das Hauptaugenmerk auf die Gruppe der männlichen Jugendlichen gelegt werden.
Es ergeben sich also, speziell nach Vorkommnissen wie sie unlängst an der Rütli-Schule in Berlin passierten, folgende Fragen: Wie können wir aggressives Verhalten generell versuchen zu erklären? Welche psychologischen Theorien gibt es, die aggressives Verhalten zu erklären versuchen? Wie äußert sich Jugendgewalt im Alltag? Wie kann man der Ausübung von Gewalt entgegenwirken, bzw. vorbeugen oder wenn der Punkt des „Vorher“ bereits überschritten ist, wie kann man möglichst erfolgreich intervenieren?
In der vorliegenden Arbeit soll sich zusammengefasst mit dem aggressiven Verhalten männlicher Jugendlicher befasst werden, wobei die gewalttätigen Handlungen unter dem Aspekt der externalisierenden Problemverarbeitung betrachtet werden. Unter Heranziehung der verschiedenen Aggressionstheorien soll erörtert werden, in welchem
Maße aggressives Verhalten angeboren, erlernt oder als Verarbeitungsmittel von Frustration benutzt wird.
Zunächst werden die Begrifflichkeiten, mit denen wir uns in dieser Arbeit auseinandersetzen, abgegrenzt definiert und erklärt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Begriffseingrenzungen

2.1 Aggression

2.2 Aggressives Verhalten

2.3 Gewalt

2.4 Zusammenfassung und Weiterführung

3. Diskussion theoretischer Ansätze

3.1 Das triebtheoretische Modell

3.2 Die Frustrations-Aggressions-Theorie

3.3 Lerntheoretische Ansätze

3.4 Zusammenfassung und Weiterführung

4. Empirische Befunde

4.1 Genetische, hormonelle und biologische Erkenntnisse

4.2 Die Gleichaltrigengruppe und spezifisches Rollenverhalten

4.3 Die temporäre Verschiebung gewalttätigen Verhaltens

4.4 Einfluss und Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen

4.5 Zusammenfassung und Weiterführung

5 Prävention und Intervention

5.1 Prävention auf verschiedenen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens

5.1.1 Die intrinsische Einstellung der erziehenden Person

5.1.2 Prävention durch projektbezogene Jugendarbeit

5.1.3 Prävention auf politischer Ebene

5.2 Intervention mittels Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT)

6. Zusammenfassung und abschließendes Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aggressives Verhalten bei männlichen Jugendlichen als eine Form der externalisierenden Problemverarbeitung. Ziel ist es, psychologische Erklärungsansätze für die Entstehung von Gewalt zu analysieren, den Stellenwert von Gleichaltrigengruppen und medialen Einflüssen zu beleuchten sowie pädagogische Interventions- und Präventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen von Aggression und Gewalt
  • Psychologische Erklärungsmodelle (Triebtheorie, Frustrations-Aggressions-Theorie, Lerntheorie)
  • Soziale und biologische Bedingungsfaktoren aggressiven Verhaltens
  • Die Rolle der Gleichaltrigengruppe bei männlichen Jugendlichen
  • Präventionsstrategien und Interventionsformen wie das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)

Auszug aus dem Buch

3.1 Das triebtheoretische Modell

An dieser Stelle sollen zwei wesentliche „triebtheoretische Ansätze zur Erklärung sozial schädlicher Reaktionsbereitschaften“ (BIEDERMANN/PLAUM, 1999, S. 16) vorgestellt werden: der psychoanalytische Ansatz nach SIGMUND FREUD und der ethologische Ansatz nach KONRAD LORENZ.

Triebtheoretische Sichtweisen haben die Annahme gemein, dass dem Menschen aus biologischen Gegebenheiten und genetischen Ursachen die Vorraussetzung für aggressives Verhalten grundlegend innewohnt, bedeutet, dass der Hang zur ausgelebten Aggression angeboren ist. (vgl. BARON, 1994 et al., nach BIEDERMANN/PLAUM, 1999, S. 16) Anders ausgedrückt gehen triebtheoretische Erklärungsansätze von der Vermutung aus, dass der Mensch gesteuert von Trieben und Instinkten, in bestimmten Schlüsselsituationen dem Drang ausgesetzt ist, sich zielgerichtet aggressiv zu verhalten, um diesem Drang gerecht und somit von ihm befreit zu werden; dies geschehe auch unter Einfluss eines erbgenetischen Anteils. (vgl. BIEDERMANN/PLAUM, 1999, S. 17)

Zunächst zur psychoanalytischen Triebtheorie nach FREUD, in der er zwischen zwei angeborenen Grundtrieben, dem Eros (Sexualtrieb) und dem Thanatos (Todestrieb, Aggressionstrieb), unterscheidet, wobei diese im ständigen antagonistischen Kampf zueinander stehen. (vgl. FREUD, 1942, nach HANKE, 1998, S. 68) Nach FREUD werden sämtliche Verhaltensweisen sowohl von Eros, als auch von Thanatos bestimmt, dies soll heißen, dass jede Handlung immer auch Komponenten beider Grundtriebe ineinander vereint. (vgl. FREUD 1942, nach HANKE, 1998, S. 69)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Zunahme von Gewalt unter männlichen Jugendlichen und stellt die zentrale Frage nach deren psychologischen Ursachen sowie effektiven Präventionsmöglichkeiten.

2. Definitionen und Begriffseingrenzungen: Dieses Kapitel differenziert die häufig synonym verwendeten Begriffe Aggression, aggressives Verhalten und Gewalt, um eine einheitliche Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.

3. Diskussion theoretischer Ansätze: Hier werden psychologische Erklärungsmodelle wie die Triebtheorie, die Frustrations-Aggressions-Theorie und lerntheoretische Ansätze kritisch hinsichtlich ihrer Validität geprüft.

4. Empirische Befunde: Dieses Kapitel präsentiert Forschungsdaten zu biologischen Faktoren, dem Einfluss von Gleichaltrigengruppen sowie Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen auf Jugendliche.

5 Prävention und Intervention: Es werden präventive Ansätze auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen sowie das spezifische Interventionsprogramm des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT) detailliert vorgestellt.

6. Zusammenfassung und abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass insbesondere lerntheoretische Ansätze eine tragfähige Erklärung für aggressives Verhalten bieten.

Schlüsselwörter

Aggression, Gewalt, männliche Jugendliche, externalisierende Problemverarbeitung, Jugendkriminalität, Lerntheorie, Modelllernen, Frustration, Prävention, Anti-Aggressivitäts-Training, AAT, Gleichaltrigengruppe, Medienwirkung, Sozialpädagogik, Triebtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologischen Hintergründe und Ursachen für aggressives Verhalten bei männlichen Jugendlichen und bewertet aktuelle Ansätze zur Prävention und Intervention.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Definition von Aggression, die empirischen Erkenntnisse zu Einflussfaktoren sowie praktische Konzepte für Erziehung, Jugendarbeit und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Entstehungszusammenhang von Gewalt bei männlichen Jugendlichen zu verstehen und aufzuzeigen, wie pädagogische Interventionen effektiv eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Autoren nutzen eine systematische Literaturanalyse psychologischer und soziologischer Theorien sowie die Auswertung empirischer Studien zur Gewaltforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Diskussion verschiedener Aggressionstheorien, eine empirische Analyse der Bedingungsfaktoren und die Vorstellung pädagogischer Interventionsmethoden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das Modelllernen, die externalisierende Problemverarbeitung sowie das Anti-Aggressivitäts-Training.

Warum wird speziell auf die Gruppe männlicher Jugendlicher fokussiert?

Da männliche Jugendliche in der Gewaltstatistik deutlich überrepräsentiert sind, liegt hier eine besondere Relevanz für die pädagogische Praxis und die Erforschung externalisierender Verhaltensweisen.

Welche Rolle spielt der sogenannte "Heiße Stuhl" im AAT?

Der "Heiße Stuhl" ist eine Methode innerhalb des Trainings, bei der Jugendliche gezielten Provokationen ausgesetzt werden, um ihre Erregungsschwelle zu erhöhen und eine Verhaltensänderung zu fördern.

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Details

Title
Aggressives Verhalten als externalisierende Problemverarbeitung männlicher Jugendlicher
College
University of Hannover  (Institut für pädagogische Psychologie)
Course
Probleme des Jugendalters
Grade
1,0
Authors
Sophia Stefanidou (Author), Matthias Büren (Author)
Publication Year
2006
Pages
42
Catalog Number
V87804
ISBN (eBook)
9783638035880
ISBN (Book)
9783638932875
Language
German
Tags
Aggressives Verhalten Problemverarbeitung Jugendlicher Probleme Jugendalters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophia Stefanidou (Author), Matthias Büren (Author), 2006, Aggressives Verhalten als externalisierende Problemverarbeitung männlicher Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87804
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