Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Medios / Comunicación: Periodismo, publicidad

Berichterstattung über Ausländer

Problemzonen journalistischer Ethik

Título: Berichterstattung über Ausländer

Trabajo de Seminario , 2007 , 29 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Nina Köstler (Autor)

Medios / Comunicación: Periodismo, publicidad
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

„Im gesamten laufenden Hauptprogramm müssen die öffentlich-rechtlichen genauso wie die privaten Sender stärker dafür sorgen, der Vielfalt unserer Bevölkerung besser gerecht zu werden.“1
Diese eindeutige Forderung stellte die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer im Dezember letzten Jahres an die Fernsehsender in unserem Land. Allerdings solle sich der Wunsch nach mehr ,Multikulti’ in den Medien nicht nur auf das Programm beschränken, „auch die Köpfe vor und hinter den Kameras und Mikrofonen“2 seien davon betroffen. Noch immer gäbe es zu wenig Menschen ausländischer Herkunft unter den Journalisten, so Böhmer.
Und obwohl man hier und dort des Öfteren gut gemeinte Versuche findet, dem Bevölkerungsanteil der Ausländer im Programm Rechnung zu tragen oder Integration und Migration zum Medienthema zu machen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ausländer im Mediendiskurs immer noch sträflich vernachlässigt werden. Tauchen sie dennoch als Thema auf, ist dieses entweder negativ besetzt – da meist über kriminelle Handlungen von Migranten berichtet wird – oder es handelt sich um die Berichterstattung über fremdenfeindlich motivierte Gewalttaten gegen Ausländer. Manchmal sind sogar die Äußerungen diverser Journalisten in ihrer Berichterstattung hochgradig rassistisch.
Diese Arbeit soll deshalb einen kurzen Überblick über die Berichterstattung in bundesdeutschen Medien über Ausländer und Migranten bieten. Zunächst wird dabei die enorm wichtige Rolle von Fernsehen, Rundfunk und der Presse beim Abbau von Fremdenangst und Fremdenhass aufgezeigt werden, woraufhin auch die Bestimmungen des Presserates zur Berichterstattung über Ausländer näher erläutert werden sollen. Anschließend geben die Daten aus einigen Studien der vergangenen 20 Jahre Aufschluss darüber, wie über Migranten in deutschen Medien berichtet wird und was sich in der Berichterstattung über die Jahre hinweg verändert hat. Anhand dieser Ergebnisse sollen dann einige Verhaltensrichtlinien für Journalisten im Umgang mit dem Thema Ausländer zusammengetragen werde. Des Weiteren wird die gesamte Arbeit von diversen Beispielen aus der journalistischen Praxis durchsetzt sein, um einen besseren Einblick in die Thematik bieten zu können. Abschließend soll diskutiert werden, ob es sich bei der Berichterstattung über Ausländer tatsächlich um eine Problemzone journalistischer Ethik handelt.

1 Gangloff, Tilmann P. "Böhmer will mehr Ausländer im TV-Programm" Unter: www.netzeitung.de/deutschland/471443.html
2 ebd.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2. Die Rolle der Medien im Migrantendiskurs

3. Die Theorie – Grundlagen des Pressekodex

4. Beispiel 1: Von Ausländern begangene Straftaten

5. Die Datengrundlage – Studien zur Berichterstattung über Ausländer

5.1 Das Bild der Ausländer in der deutschen Presse: Studie von Klaus Merten

5.2 Fremde als Objekt: Studie von Walter Hömberg und Sabine Schlemmer

5.3 Migranten in den Medien Studie von Georg Ruhrmann Denise Sommer

6. Die Realität – Asylrechtsdebatte Anfang der neunziger Jahre

7. Beispiel 2: Berichterstattung über Ausländer im SPIEGEL

8. Beispiel 3: Rügen des Presserates

9. Das Ideal – Verhaltensrichtlinien für Journalisten

10. Zusammenfassung: Berichterstattung über Ausländer – Eine Problemzone journalistischer Ethik?

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht kritisch die Berichterstattung über Ausländer und Migranten in deutschen Medien, um aufzuzeigen, wie journalistische Praxis das gesellschaftliche Bild von Fremden beeinflusst und ob dabei ethische Standards verletzt werden.

  • Mediale Konstruktion von Ausländern und Migranten
  • Analyse der Rolle des Deutschen Presserates und des Pressekodex
  • Kritische Auswertung empirischer Studien zur Ausländerberichterstattung
  • Praxisbeispiele für diskriminierende Medienberichterstattung
  • Entwicklung von Empfehlungen für eine ethisch verantwortungsbewusste journalistische Arbeitsweise

Auszug aus dem Buch

3. Die Theorie – Grundlagen des Pressekodex

Der Deutsche Presserat hat die Aufgabe Missstände im deutschen Pressewesen festzustellen und sie zu beseitigen, so wie Beschwerden über diverse Presseorgane zu bearbeiten und im gegebenen Fall Rügen oder Missbilligungen auszusprechen. Außerdem geben sie im so genannten Pressekodex Empfehlungen und Richtlinien für die journalistische Arbeit.10

Natürlich hat der Presserat darin auch Empfehlungen zur ethisch einwandfreien Berichterstattung über Ausländer ausgesprochen. Für diesen Themenkomplex relevant ist die Ziffer 12 des Pressekodex. Darin wird festgehalten, dass in der Berichterstattung der deutschen Presse „niemand (…) wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden“11 darf. Diese Vorgabe wird durch die Richtlinie 12.1 erweitert; die Grundsätze der vorangegangenen Ziffer werden hier noch zusätzlich für die Berichterstattung über Straftaten genauer erläutert.

Die Richtlinie 12.1 des Pressekodex besagt: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründeter Sachbezug besteht.“12 Der Presserat trägt damit der Tatsache Rechnung, dass eine unnötige Herausstellung und Betonung der rassischen Zugehörigkeit eines Straftäters bestehende Vorurteile in der Bevölkerung noch zusätzlich anschüren könnte. Daher sollte nur in Fälle, in denen die Staatszugehörigkeit der Täter zum Verständnis des Tathergangs unbedingt notwendig ist, diese auch explizit erwähnt werden. In allen anderen Fällen ist auf die Nennung der Nationalität oder der Rasse ausdrücklich zu verzichten.

Doch gerade diese eben zitierte Richtlinie wird in den Medien selten ernst genommen, wie im Anschluss folgende Beispiele aus der journalistischen Praxis verdeutlichen sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Forderung nach mehr Repräsentation von Migranten in den Medien und stellt die Forschungsfrage der Arbeit vor.

2. Die Rolle der Medien im Migrantendiskurs: Dieses Kapitel hinterfragt die Mitschuld der Medien an fremdenfeindlichen Stimmungen und deren Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung.

3. Die Theorie – Grundlagen des Pressekodex: Hier werden die ethischen Vorgaben des Deutschen Presserates sowie die Richtlinien zur diskriminierungsfreien Berichterstattung erläutert.

4. Beispiel 1: Von Ausländern begangene Straftaten: Anhand konkreter Fälle wird aufgezeigt, wie die Betonung der Herkunft bei Kriminalitätsberichten gegen ethische Richtlinien verstößt.

5. Die Datengrundlage – Studien zur Berichterstattung über Ausländer: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse wissenschaftlicher Inhaltsanalysen, die eine überwiegend negative Darstellung von Migranten belegen.

6. Die Realität – Asylrechtsdebatte Anfang der neunziger Jahre: Es wird analysiert, wie die mediale Berichterstattung während der politischen Asyldebatte zur Panikmache beigetragen hat.

7. Beispiel 2: Berichterstattung über Ausländer im SPIEGEL: Eine Fallstudie untersucht die metaphorische und oft stigmatisierende Sprache des Magazins „Der Spiegel“ in der Asylberichterstattung.

8. Beispiel 3: Rügen des Presserates: Anhand der Bild-Zeitung und der Rheinischen Post werden Sanktionen durch den Presserat für diskriminierende Berichterstattung dargestellt.

9. Das Ideal – Verhaltensrichtlinien für Journalisten: Dieses Kapitel schlägt konkrete Maßnahmen zur Professionalisierung und Sensibilisierung für den Umgang mit dem Thema Migration vor.

10. Zusammenfassung: Berichterstattung über Ausländer – Eine Problemzone journalistischer Ethik?: Das Fazit resümiert die ethischen Defizite und betont den dringenden Handlungsbedarf für die Zukunft.

Schlüsselwörter

Journalistische Ethik, Migrantendiskurs, Pressekodex, Ausländerberichterstattung, Fremdenfeindlichkeit, Medienanalyse, Asylpolitik, Stigmatisierung, Kriminalitätsberichterstattung, Integration, Rassismus, Deutsche Presse, Medienverantwortung, Stereotype, Minderheiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethischen Probleme und Defizite bei der Berichterstattung über Ausländer und Migranten in deutschen Medien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Zusammenhang zwischen Medienberichten und Fremdenhass, die Einhaltung des Pressekodex sowie die mediale Konstruktion von Migranten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den negativen Tenor der Ausländerberichterstattung aufzuzeigen und Strategien für eine ethisch verantwortungsvollere journalistische Praxis zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung verschiedener empirischer Studien und eine qualitative Untersuchung von Praxisbeispielen (Fallanalysen) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen, die Analyse spezifischer Studien sowie die kritische Untersuchung von Praxisbeispielen aus verschiedenen Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Journalistische Ethik, Migrantendiskurs, Pressekodex, Fremdenfeindlichkeit, Stigmatisierung und Medienverantwortung.

Welche Rolle spielt der Pressekodex konkret in der Argumentation?

Der Pressekodex dient als ethische Benchmark, an der die journalistische Praxis gemessen wird; insbesondere Ziffer 12 zur Vermeidung von Diskriminierung ist zentral.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des „Spiegels“?

Die Autorin sieht den „Spiegel“ als Beispiel für eine Berichterstattung, die durch plakative Sprache und panikmachende Metaphorik zu einer negativen Wahrnehmung von Migranten beigetragen hat.

Welche Empfehlungen gibt die Autorin für die journalistische Praxis?

Sie empfiehlt eine verstärkte interkulturelle Kompetenz, eine differenziertere Sprache, eine diversere Personalpolitik in Redaktionen und mehr positive Integrationsbeispiele.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Berichterstattung über Ausländer
Subtítulo
Problemzonen journalistischer Ethik
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Curso
Ethik der öffentlichen Kommunikation
Calificación
1,7
Autor
Nina Köstler (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
29
No. de catálogo
V87847
ISBN (Ebook)
9783638033947
ISBN (Libro)
9783638932417
Idioma
Alemán
Etiqueta
Berichterstattung Ausländer Ethik Kommunikation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nina Köstler (Autor), 2007, Berichterstattung über Ausländer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87847
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  29  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint