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Über den Versuch einer Ethik der Technik

Titre: Über den Versuch einer Ethik der Technik

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2001 , 17 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Nadine Müller (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Möglichkeiten des technischen Handelns und das daraus resultierende Bedrohungspotential für den Menschen lassen es zunehmend als dringlich erscheinen, die sozialen und natürlichen Folgen technischer Innovationen abschätzen zu können. Wenn es in der Beurteilung der Folgen menschlichen Handelns darum geht, eine normative Beurteilung der Technik unter Rücksicht auf die Einschätzung von Technikfolgen zu entwickeln, soll diese nicht nur bestehende Handlungszusammenhänge darstellen, sondern zugleich ermöglichen, das technische Handeln und die Folgen dieses Handelns zu beurteilen. Aus dieser Beurteilung der Folgen dieses Handelns ergibt sich – normativ – eine Aufforderung, bestimmte Handlungen zu unterlassen bzw. anderen den Vorzug zu geben. Eine Technikfolgenbeurteilung in dem Sinn, dass bestimmte Handlungen als geboten, erlaubt oder als verboten ausgezeichnet werden, übernimmt traditionellerweise die philosophische Disziplin der Ethik, die Disziplin der Rechtfertigung von Handlungen. Allerdings setzt ein frühes Abschätzen von Technikfolgen ein hohes Maß an prognostischen Fähigkeiten voraus, so dass man zweifeln kann, ob es eine Technikfolgenabschätzung in relevantem Ausmaß je geben wird und ob eine philosophische Technikbeurteilung im hier exemplarisch, durch Heiner Hastedt, entwickelten Sinn zu einem hinreichend genauen Urteil und zu einem nicht nur verantworteten, sondern auch wirksamen und für die Zukunft wünschbarem Handeln führen kann.
Heiner Hastedt war Mitarbeiter von Herbert Schnädelbach und ist derzeit als Professor der Philosophie an der Universität Rostock tätig. Mit der hier zu referierenden Arbeit, die sich mit dem Thema Aufklärung und Technik befaßt, habilitierte er im September 1990.
Im Hinblick auf den technischen Fortschritt und die Neubewertung einzelner Techniken ist das Ziel der Arbeit Hastedts, eine Erweiterung der bisherigen Ethik der Technik vorzunehmen, d.h. er will vorrangig den isolierten Bestand an philosophischen Konzepten zu diesem Thema systematisch zusammenführen und zudem neue Ideen zum Thema Technikbewertung zur Diskussion stellen. Aufklärung und Technik heißen hier die Stichworte, die er versucht thematisch aneinander zu rücken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thematische Einführung

3. Moral und empirische Technologiefolgenabschätzung

4. Inhaltliche Prinzipien der Diskursethik

5. Methoden der Anwendung oder die Frage der Realisierung

6. Der Blick in die Wirklichkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die von Heiner Hastedt entwickelte Ethik der Technik mit dem Ziel, philosophische Konzepte der Technikbewertung systematisch zusammenzuführen und auf ihre praktische Anwendbarkeit in einer technisierten Welt zu prüfen.

  • Das Verhältnis von Aufklärung und moderner Technik
  • Die Rolle der Diskursethik in der Technikfolgenabschätzung
  • Die Anwendung von Gerechtigkeitsprinzipien auf technologische Entwicklungen
  • Die Herausforderungen einer institutionellen Verankerung ethischer Technikbewertung

Auszug aus dem Buch

6. Der Blick in die Wirklichkeit

Die von Hastedt entworfene Ethik der Technik steht, wie gezeigt wurde, formal unter dem Universalisierungsprinzip, d.h. aber, dass Technikbewertung nicht nur auf nationaler Ebene betrieben werden müsste, sondern vielmehr auf globaler Ebene. Denn nur auf diesem Weg kann Technikentwicklung zunächst kontrollierbar gemacht werden. Ferner haben wir gesehen, dass die Theorie der Gerechtigkeit und des guten Lebens die dafür benötigten Kriterien an die Hand geben soll. Zur Realisierung dessen werden Institutionen als notwendig gedacht, die prinzipiell jedes menschliche Handeln im allgemeinen und jedes technologische Handeln im Speziellen beurteilen. So weit, so gut – jedoch steht aller Theorie die Praxis gegenüber: Profitdenken und Nutzenorientierung des globalen Kapitalismus und die damit wachsende Bedürfnisspirale scheinen der Technikentwicklung keinen Einhalt zu erlauben. Das gute Leben wird am Wohlstand der Reichen gemessen, wobei der Reichtum vieler, besonders in den Industriestaaten, gemehrt und der Abstand zu den Ärmsten dennoch vergrößert wird. Von sozialer und wirtschaftlicher Gleichheit kann keine Rede sein und eine Änderung ist nicht in Sicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer normativen Technikbewertung und führt in das Werk von Heiner Hastedt ein, das eine Erweiterung der bisherigen Ethik der Technik anstrebt.

2. Thematische Einführung: In diesem Kapitel werden drei Modelle (Überholungsmodell, Identitätsmodell, Reflexionsmodell) vorgestellt, um das spannungsvolle Verhältnis zwischen Aufklärung und moderner Technik zu charakterisieren.

3. Moral und empirische Technologiefolgenabschätzung: Das Kapitel erörtert die Notwendigkeit einer anwendungsorientierten Ethik, die den menschlichen Umgang mit Technik durch handlungsleitende Vorstellungen über das Gute normativ leitet.

4. Inhaltliche Prinzipien der Diskursethik: Hier wird der Fokus auf die universelle Akzeptierbarkeit von Technik gelegt und in Anlehnung an John Rawls ein Gerechtigkeitsprinzip als Maßstab für die Technikbewertung eingeführt.

5. Methoden der Anwendung oder die Frage der Realisierung: Dieses Kapitel diskutiert die schwierige institutionelle Verankerung ethischer Vorgaben und die Rolle fachübergreifender Gremien bei der Kontrolle technischer Entwicklungen.

6. Der Blick in die Wirklichkeit: Das abschließende Kapitel kontrastiert die theoretischen Ansprüche der Ethik mit der ökonomischen Realität des globalen Kapitalismus und hinterfragt die Möglichkeiten einer echten gesellschaftlichen Umsetzung.

Schlüsselwörter

Ethik der Technik, Technikfolgenabschätzung, Aufklärung, Diskursethik, Universalisierbarkeit, Gerechtigkeit, Technikbewertung, Instrumentelle Vernunft, Autonomie, Handlungsleitende Moral, Globaler Kapitalismus, Institutionen, Techniksteuerung, Gutes Leben, Gesellschaftliche Verantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Grundprobleme einer Ethik der Technik basierend auf der Habilitationsschrift von Heiner Hastedt und untersucht, wie technisches Handeln in einer modernen Gesellschaft moralisch begründet und gesteuert werden kann.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verbindung von Aufklärung und Technik, der Rolle der Diskursethik, der Anwendung von Gerechtigkeitstheorien nach John Rawls auf die Technik sowie der praktischen Umsetzbarkeit ethischer Anforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die bestehenden philosophischen Konzepte zur Technikbewertung zu systematisieren und zu prüfen, ob diese Ansätze ausreichen, um das reale technologische Handeln in einer globalisierten Welt wirksam zu lenken.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit verwendet?

Es handelt sich um eine referierende und kritisch-analytische Arbeit, die auf der Auseinandersetzung mit fachphilosophischer Literatur (insbesondere Hastedt) basiert und diese in den Kontext aktueller gesellschaftlicher Fragestellungen stellt.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die philosophische Herleitung einer anwendungsorientierten Ethik, die Etablierung von Kriterien für die Technikbewertung und die kritische Reflexion über die Schwierigkeiten bei der institutionellen Umsetzung solcher Ethik-Konzepte.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten beschreiben?

Wesentliche Begriffe sind Technikfolgenabschätzung, Diskursethik, Gerechtigkeit, Aufklärung, Technikbewertung, Autonomie und die Spannung zwischen ethischer Norm und ökonomischer Praxis.

Warum hält die Autorin die Umsetzung von Hastedts Ethik für problematisch?

Die Autorin weist darauf hin, dass eine rein philosophische Reflexion nicht ausreicht; die ökonomischen Zwänge des globalen Kapitalismus und die fehlende institutionelle Verankerung machen eine praktische Kontrolle der Technikentwicklung derzeit kaum realisierbar.

Welche Rolle spielen die von Rawls entlehnten Gerechtigkeitsprinzipien?

Sie dienen als inhaltliche Kriterien, um zu beurteilen, ob eine Technik den Anforderungen eines "guten Lebens" gerecht wird und ob sie die Interessen aller Betroffenen – inklusive zukünftiger Generationen – angemessen berücksichtigt.

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Résumé des informations

Titre
Über den Versuch einer Ethik der Technik
Université
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Cours
Seminar Technikphilosophie
Note
1,0
Auteur
Nadine Müller (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
17
N° de catalogue
V87849
ISBN (ebook)
9783638027786
Langue
allemand
mots-clé
Versuch Ethik Technik Seminar Technikphilosophie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nadine Müller (Auteur), 2001, Über den Versuch einer Ethik der Technik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87849
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Extrait de  17  pages
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