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Zur Rolle der Frauen in Wolframs von Eschenbach "Parzival"

Title: Zur Rolle der Frauen in Wolframs von Eschenbach "Parzival"

Seminar Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Schachschal (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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In dieser Arbeit soll der Frage nach den Frauenrollen in Wolframs Parzival nachgegangen werden. Dazu erfolgt zunächst ein kurzer Überblick über das hochmittelalterliche Frauenbild. Anschließend wird ebenfalls in kurzer, allgemeiner Form die Rolle der Frau in der früh- und hochmittelalterlichen Dichtung betrachtet, bevor sie am Beispiel des Parzival spezifiziert wird. Ebenso werden Unterschiede zwischen gängigen Frauenbeschreibungen und denen im Parzival beleuchtet.
Herzeloyde steht unter den Frauenfiguren im Mittelpunkt der ersten Parzival-Bücher und ihr soll besondere Aufmerksamkeit zukommen. Ihre Rolle weicht nicht nur von den gängigen Frauenfiguren in früh- und hochmittelalterlicher Dichtung ab, sondern durchaus auch von den anderen Frauenrollen im Parzival.

Die Frau wurde im Hochmittelalter als unvollkommener Mensch angesehen. „Wissen¬schaftlich“ wurde dies mit der scholastischen Theorie des 13. Jahrhunderts begrün¬det. „Historische Belege“ fand man in der Bibel: die Seele der Frau galt als beschä¬digt, weil Eva die Erbsünde begangen hatte. Außerdem verwendete Gott zur Er¬schaf¬fung der Frau Adams wenig wertvolle und entbehrbare Rippe. Die Frau sei nur „dem Mann zur Hilfe“ [1] geschaffen worden.

[1] Ei adjutorium, Genesis 2, 18. Zit. nach JOACHIM BUMKE: Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. München 1986, 11. Auflage 2005. S. 455.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das hochmittelalterliche Frauenbild

2.1 Die Frau als unvollkommener Mensch

2.2 Die rechtliche Stellung der höfischen Frau

2.3 Gesellschaftliche Aufgaben und Ausbildung

2.4 Mutterrolle

3. Die Rolle der Frau in der früh- und hochmittelalterlichen Dichtung und in Wolframs Parzival

3.1 Die Rolle der Frau in der früh- und hochmittelalterlichen Dichtung

3.2 Die Rolle der Frau in Wolframs Parzival

3.2.1 Allgemeine Aussagen über das Frauenbild

3.2.2 Kämpfe für Frauen

3.2.3 Ehe

3.2.4 Handlungsspielraum der Frauenfiguren

3.2.5 Gewalt gegen Frauen im Parzival

4. Parzivals Mutter Herzeloyde und ihr Weg in die Gegenwelt

4.1 Herzeloydes Herkunft

4.2 Herzeloyde beim Turnier von Kanvoleis

4.3 Ehe mit Gahmuret und Schicksalswende

4.4 Parzivals Geburt und der Weg in die Gegenwelt

4.5 Parzival wächst heran

4.6 Parzivals Rittereigenschaften lassen sich nicht mehr unterdrücken

4.7 Herzeloydes Tod

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle der Frauen in Wolframs von Eschenbach "Parzival". Dabei wird analysiert, inwieweit diese Frauenfiguren von den zeitgenössischen Konventionen des hochmittelalterlichen Frauenbildes abweichen, wobei ein besonderer Fokus auf der Figur der Herzeloyde liegt.

  • Das hochmittelalterliche Frauenbild und dessen rechtliche und gesellschaftliche Einordnung.
  • Kontrastierung der Rolle der Frau in der allgemeinen höfischen Dichtung gegenüber ihrer Darstellung im Parzival.
  • Die spezifische Charakterisierung von Herzeloyde als Mutterfigur und ihre Rolle in der "Gegenwelt".
  • Untersuchung von Handlungsspielräumen und Abhängigkeitsverhältnissen weiblicher Figuren.
  • Reflektion über literarische Mittel wie Tugendideale, Lichtmetaphorik und Gewaltmotive im Kontext der Frauenrolle.

Auszug aus dem Buch

4.4 Parzivals Geburt und der Weg in die Gegenwelt

Die Geburt des kräftig gebauten Sohnes ist schwer: 112, 5-8: Dann über den vierzehnden tac / diu rouwe eins kindelins gelac, / eins suns, der sölher lide was / daz si vil kûme daran genas.

Schon hier bestätigt sich der Traums teilweise. Laut Scheuble sei die Kraft des Säuglings die Vorausdeutung seiner späteren Stärke. Herzeloyde zieht ihr Kind im Gegensatz zu vielen Adeligen Frauen im Mittelalter selbst auf, sie fungiert quasi als Mutter und Amme. Auch darin zeigt sich ihre Fähigkeit zur Durchsetzung eines unkonventionellen Lebensweges. Sie will Parzival vor dem Rittertum bewahren, durch das ihr Gatte umkam. So gibt Herzeloyde freiwillig ihre Besitztümer – drei Länder – auf und wählt den Gang in die Gegenwelt, Abgeschiedenheit, Einsamkeit und armuot (116,15ff): in die Einöde Soltâne. Sie lässt ihr bisheriges Leben voll Reichtum und Macht hinter sich um Parzival und sich selbst vor weiteren Enttäuschungen zu schützen. So wird sie geläutert.

116, 28-32: vrou Herzeloyd diu rîche / ir drîer lande wart ein gast: / si trouc der vröuden mangels last. / der valsch sô gar an ir verswant / ouge noch ôre innie dâ vant.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung nach den Frauenrollen im "Parzival" und ordnet das geplante Vorgehen in den Kontext des hochmittelalterlichen Frauenbildes ein.

2. Das hochmittelalterliche Frauenbild: Dieses Kapitel erläutert die damaligen Vorstellungen von der Frau als unvollkommenem Wesen, ihre rechtliche Stellung sowie ihre gesellschaftlichen Aufgaben und ihre Rolle als Mutter.

3. Die Rolle der Frau in der früh- und hochmittelalterlichen Dichtung und in Wolframs Parzival: Hier wird das literarische Ideal der Frau in der allgemeinen Dichtung mit der spezifischen, oft unkonventionellen Ausgestaltung durch Wolfram von Eschenbach verglichen.

4. Parzivals Mutter Herzeloyde und ihr Weg in die Gegenwelt: Das zentrale Kapitel analysiert den Lebensweg von Herzeloyde, ihre bewusste Entscheidung für die Isolation in Soltâne und ihr ambivalentes Verhältnis zu Parzivals Erziehung und Zukunft.

Schlüsselwörter

Parzival, Herzeloyde, Frauenrolle, Hochmittelalter, Wolfram von Eschenbach, Höfische Dichtung, Mutterrolle, Minnekonzeption, Soltâne, Tugendlehre, Geschlechterbeziehungen, Literaturwissenschaft, Ritterethik, Mittelalterliche Literatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Frauenrollen in Wolframs von Eschenbach Werk "Parzival" und vergleicht diese mit den gängigen Frauenbildern des Hochmittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die rechtliche und soziale Rolle der höfischen Frau, die Unterschiede zwischen dem allgemeinen höfischen Frauenideal und den Figuren bei Wolfram sowie die spezifische Rolle der Mutter Herzeloyde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wolfram von Eschenbach durch unkonventionelle Frauenfiguren die traditionellen Geschlechterrollen und die höfische Ethik seiner Zeit literarisch hinterfragt oder bricht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung von Fachliteratur interpretiert und in den historischen sowie gattungsspezifischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Frauenbild des Mittelalters, eine vergleichende literarische Analyse und eine detaillierte Fallstudie zu Herzeloyde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören "Parzival", "Herzeloyde", "Frauenrolle", "Höfische Dichtung" sowie "Gegenwelt".

Wie unterscheidet sich Herzeloyde von anderen höfischen Frauenfiguren?

Herzeloyde zeichnet sich durch ihren bewussten Rückzug aus der Gesellschaft und ihre aktive, wenn auch teils eigennützige Rolle als Mutter aus, die nicht dem klassischen Bild der höfischen Dame entspricht.

Warum wählt Herzeloyde den Gang in die "Gegenwelt"?

Ihr Gang in die Einöde Soltâne ist eine Reaktion auf den Tod ihres Gatten Gahmuret; sie will Parzival vor dem Rittertum bewahren, um ihm das Leid zu ersparen, das ihr durch das ritterliche Leben widerfahren ist.

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Details

Title
Zur Rolle der Frauen in Wolframs von Eschenbach "Parzival"
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Course
Proseminar: Einführung in die Germanistische Midiävistik I. Wolfram von Eschenbach: Parzival.
Grade
1,3
Author
Thomas Schachschal (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V87900
ISBN (eBook)
9783638037631
Language
German
Tags
Rolle Frauen Wolframs Eschenbach Parzival Proseminar Einführung Germanistische Midiävistik Wolfram Eschenbach Parzival
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Schachschal (Author), 2007, Zur Rolle der Frauen in Wolframs von Eschenbach "Parzival", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87900
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