Die Tourenplanung ist ein Teilproblem der Einsatzplanung von Reisenden . Als besonders problematisch stellen sich meist nicht die Modelle zur Lösung der Tourenplanungsaufgabe selbst, sondern die Ermittlung der hierfür benötigten Daten dar.
Zur Lösung der Planungsaufgabe werden insbesondere Informationen aus dem Teilproblem der Besuchspolitik benötigt, welches wiederum Angaben über die Anzahl der Verkaufsmitarbeiter und die Zuordnung dieser zu den Verkaufsaufgaben oder
Verkaufsgebieten voraussetzt. Diese Teilprobleme werden daher ausführlich dargelegt. Da zur Ausgestaltung der Lohnanreizsysteme kaum bedeutende Interdependenzen bestehen, wird auf eine Darstellung dieses letzten Teilproblems verzichtet.
In der Literatur wird von einem Traveling-Salesman-Problem gesprochen, "wenn die Aufgabe darin besteht, durch eine vorgegebene Zahl von n Punkten, die hier als Städte interpretiert werden sollen, die kürzeste, alle Städte verbindende, geschlossene Tour zu legen."
Im Rahmen dieser Arbeit soll der Begriff Tourenplanung als Lösung des Traveling-Salesman-Problems betrachtet werden. Synonym zum Begriff Traveling-Salesman-Problem (TSP) werden oft auch die Bezeichnungen Handlungsreisendenproblem, Handelsreisendenproblem und Rundreiseproblem benutzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
1.1 Abgrenzung und Definition
1.2 Kosten des Außendienstes
2. Tourenplanung im Außendienst
2.1 Ermittlung der Größe des Verkaufsstabes
2.2 Zuordnung der Verkaufsaufgaben und Verkaufsgebiete
2.3 Besuchspolitik
2.4 Methoden der Tourenplanung
2.4.1 Heuristische Verfahren
2.4.2 Mathematisch exakte Verfahren
3. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Tourenplanung im Außendienst, um die Effizienz der Kundenbetreuung bei gleichzeitiger Kostenkontrolle zu steigern. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, wie durch den Einsatz geeigneter mathematischer Verfahren und organisatorischer Ansätze das Traveling-Salesman-Problem (TSP) gelöst werden kann.
- Methoden zur Ermittlung des optimalen Verkaufsstabes
- Kriterien der Gebietszuordnung und Aufgabenverteilung
- Strategien zur Besuchspolitik und Frequenzoptimierung
- Vergleich heuristischer und mathematisch exakter Tourenplanungsmodelle
- Integration moderner Informationssysteme in die Tourenplanung
Auszug aus dem Buch
2.4 Methoden der Tourenplanung
Nach einer Erhebung von Zentes aus dem Jahre 1978 wurde die Tourenplanung nur von sehr wenigen Handelsreisenden mittels EDV-Unterstützung durchgeführt – offenbar im Gegensatz zur Tourenplanung bei Auslieferungsproblemen, wo sie schon damals deutlich häufiger angewandt wurde. Mittlerweile benutzen immerhin 37% der Unternehmen Softwareprogramme zur Tourenplanung. „Aber immerhin noch 54 Prozent vertrauen auf die bewährte „von-Hand-Methode““, wobei 38% der befragten Unternehmen dieser Gruppe angaben, dass Tourenplanungssoftware im jeweiligen Unternehmen nicht anwendbar ist oder aber der Kosten-Nutzen-Effekt nicht gegeben sei (ein Drittel der Befragten dieser Gruppe).
Aufgrund dieser Ergebnisse werden folgend sowohl diese „von-Hand-Methoden“, als auch eher elektronisch umsetzbare Tourenplanungsmethoden dargestellt.
In der Literatur werden verschiedene Varianten des Traveling-Salesman-Problems dargestellt: Neben dem eingangs definierten TSP werden noch das Multiple-Traveling-Salesman-Problem (MTSP) und das Capacitated-Vehicle-Routing-Problem (CVRP) erwähnt.
Bei einem MTSP können mehrere Reisende zum Einsatz kommen, welche jeweils nur eine Teilmenge der anzufahrenden Städte oder Adressen besuchen. Charakteristisch hierbei ist, dass eine Stadt oder Adresse als Depot bezeichnet wird, von dem aus die einzelnen Touren beginnen und an dem sie auch enden. Anders als das TSP ist das MTSP kein reines Reihenfolgeproblem, da zusätzlich auch eine Zuordnung der Städte auf die einzelnen Reisenden vorgenommen wird. Das Zielkriterium besteht hier in der Minimierung der Gesamtstrecke über alle Rundreisen hinweg.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Das Kapitel definiert den Rahmen der Tourenplanung als Teilproblem der Einsatzplanung von Reisenden und erläutert die hohen Kosten des Außendienstes.
2. Tourenplanung im Außendienst: Hier werden Verfahren zur Dimensionierung des Verkaufsstabes, zur Gebietszuordnung sowie Modelle der Besuchspolitik und verschiedene mathematische Algorithmen für die Tourenplanung detailliert analysiert.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Effektivität moderner Heuristiken und zeigt das zukünftige Potenzial der computergestützten Flottenoptimierung auf.
Schlüsselwörter
Tourenplanung, Außendienst, Traveling-Salesman-Problem, Besuchspolitik, Verkaufsgebiete, Heuristische Verfahren, Marginalanalyse, Vertriebsmanagement, Kostenoptimierung, Gebietszuordnung, Kundenbesuch, EDV-Unterstützung, Optimierungsmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Planung und Optimierung von Kundenbesuchsreisen im Außendienst, um sowohl Kosten zu senken als auch die Effizienz der Vertriebsmitarbeiter zu maximieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Personalbedarfsermittlung, die Strukturierung von Verkaufsgebieten, die Besuchspolitik und der Vergleich verschiedener mathematischer Lösungsmethoden für Tourenplanungsprobleme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über Methoden zu geben, die den Außendienst dabei unterstützen, unter Berücksichtigung von Reisezeiten und Kapazitäten optimale Routen zu planen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu Optimierungsmodellen, wie die Marginalanalyse, heuristische Verfahren und mathematisch exakte Ansätze wie die Ganzzahlige Lineare Optimierung.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden zunächst die Bestimmung der Teamgröße und Aufgabenaufteilung diskutiert, gefolgt von der Besuchspolitik und einer differenzierten Darstellung von Algorithmen zur Routenplanung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Tourenplanung, TSP, Vertriebsmanagement, Besuchsreaktionsfunktion und Gebietsoptimierung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich das MTSP vom klassischen TSP?
Beim Multiple-Traveling-Salesman-Problem (MTSP) kommt eine weitere Komponente hinzu: die Zuordnung der Kunden auf mehrere Reisende, während beim TSP nur eine einzelne Tour für einen Reisenden optimiert wird.
Was ist die Kernkritik am "Arbeitslastverfahren"?
Die Kritik besteht darin, dass die Annahme, jeder Mitarbeiter bewältige dieselbe Arbeitslast, oft realitätsfern ist und die tatsächliche Produktivitätsverteilung vernachlässigt.
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- Andreas Weber (Author), 2001, Tourenplanung im Außendienst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8791