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Handlungsorientierter Unterricht: praktisch nutzlos?

Title: Handlungsorientierter Unterricht: praktisch nutzlos?

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Hdl. Björn Widmann (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Die Bedeutung des Handlungsorientierten Unterrichts (HoU) hat spätestens mit Einführung des Lernfeldkonzepts an kaufmännischen Berufsschulen einen neuen Stellenwert erreicht. Dadurch ist die curriculare Vorgabe durch die Kultusministerkonferenz erfolgt, aber wird sie in der Unterrichtspraxis auch befolgt? Und worin besteht der Nutzen des HoU?
Der Nutzen dieses Unterrichtsprinzips wird anhand der beruflichen Handlungskompetenz als einer normativen Zielkategorie beurteilt. Ein solcher HoU gerät zwangsläufig in ein Spannungsfeld: Einerseits sollen die vermittelten Fachkenntnisse im Sinne beruflicher Tüchtigkeit (un)mittelbar angewendet, d.h. nutzbar gemacht werden, andererseits sollen die Schüler in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden (berufliche Mündigkeit). Inwiefern HoU dieses Spannungsverhältnis auszuhalten hat, wird in dieser Seminararbeit zu klären sein. Außerdem wird der Fragestellung nachgegangen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um einen „praktisch nutzlosen“ Unterricht zu vermeiden.
Im Anschluss an diese Problemstellung folgt das Kapitel 2 mit einer Einführung in die theoretischen Grundlagen und Erscheinungsformen des HoU. Es werden die wesentlichen Aspekte der theoretischen Handlungsforschung vorgestellt und es wird die Handlungsorientierung an zwei ausgewählten Unterrichtsformen veranschaulicht. Thema des Kapitels 3 ist die Handlungsorientierung im Schulalltag. Anspruch und Wirklichkeit des HoU werden nachgegangen und ein Szenario für einen gelingenden, am Handeln orientierten Unterricht entwickelt. In Kapitel 4 wird ein Fazit erfolgen und es wird dargestellt, unter welchen Gesichtspunkten der HoU weiterentwickelt werden sollte. Im Folgenden werden die meines Erachtens wichtigsten theoretischen Grundlagen der Hand-lungsorientierung vorgestellt. Dabei handelt es sich um die kognitive Handlungspsychologie von Aebli, die Handlungsregulationstheorie von Hacker/Volpert und den Konstruktivismus (u.a. Kersten Reich). Die kognitive Handlungspsychologie geht auf den Schweizer Hans Aebli (1923-1990) zurück. Er gilt als ein Schüler des durch seine entwicklungspsychologischen Experimente bekannt gewordenen Jean Piaget. Aebli hat sich u.a. der Psychologie des Handelns gewidmet. Sein besonderes Interesse galt der kognitionspsychologischen Grundlegung des Unterrichts (vgl. o.V. 2007a, S. 1).

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Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Handlungsorientierter Unterricht: Theoretische Fundierung und Erscheinungsformen

2.1 Theoretische Fundierung

2.1.1 Einleitende Bemerkung

2.1.2 Kognitive Handlungspsychologie

2.1.3 Handlungsregulationstheorie

2.1.4 Konstruktivismus

2.2 Ziele, Merkmale und Definition des Handlungsorientierten Unterrichts

2.3 Ausgewählte Unterrichtsformen

2.3.1 Projektunterricht

2.3.2 Fallstudie

3 Handlungsorientierung im Schulunterricht: Anspruch, Wirklichkeit und Perspektiven

3.1 Standortbestimmung: Soll-/Ist-Vergleich

3.1.1 Curriculare Vorgabe der Handlungsorientierung

3.1.2 Ergebnisse empirischer Untersuchungen

3.2 Szenario eines gelingenden Handlungsorientierten Unterrichts

4 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Nutzbarkeit des handlungsorientierten Unterrichts (HoU) an kaufmännischen Berufsschulen. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der curricularen Forderung nach Handlungsorientierung und der tatsächlichen Unterrichtspraxis zu beleuchten sowie Voraussetzungen für einen gelingenden, am Handeln orientierten Unterricht zu definieren.

  • Theoretische Fundierung des handlungsorientierten Lernens (Handlungspsychologie, Konstruktivismus)
  • Analyse idealtypischer Merkmale des HoU
  • Diskussion ausgewählter Unterrichtsformen wie Projektunterricht und Fallstudie
  • Kritische Evaluation der Umsetzung in der Schulpraxis mittels empirischer Daten
  • Entwicklung eines Modells zur Optimierung der handlungsorientierten Unterrichtsgestaltung

Auszug aus dem Buch

2.3 Ausgewählte Unterrichtsformen

Projektunterricht entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Reformbewegung bzw. Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen im Zuge der Industrialisierung Westeuropas (vgl. GUDJONS 2001, S. 74). Als Begründer der Projektmethode gilt John Dewey (1859-1952); sie wurde von seinem Schüler W.H. Kilpatrick (1871-1965) weitergeführt (vgl. im Folgenden BONZ 1999, S. 120). Die Projektmethode wurde als eine umfassende Philosophie der Erziehung konzipiert, die die erfolgreiche Lebensbewältigung zum Ziel hatte. Dieser umfassende Anspruch scheint angesichts der heutigen Schulrealität kaum realisierbar. Dementsprechend wird Projektunterricht, der berufliche Handlungskompetenz – im Gegensatz zur Lebensbewältigung – zum Ziel hat, vor allem im Sinne eines Prozesses der Problemlösung stattfinden.

Doch Projektunterricht sollte mehr sein: Nach BONZ (vgl. 1999, S. 121) handelt es sich um einen interdisziplinären bzw. fächerübergreifenden Unterricht, der durch weitgehende Schülerorientierung gekennzeichnet ist und in dem realitätsnahe, komplexe Aufgabenstellungen gelöst werden. Weiteres Merkmal ist die Produktorientierung – als praktische Ausführung des Geplanten (z.B. Erstellen einer Präsentation) – und die gemeinsame Bearbeitung im Team bzw. in der Gruppe. BONZ (1999, S. 119) spricht in diesem Zusammenhang von der „Projektmethode [...] als Idealform von handlungsorientierten Methoden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des handlungsorientierten Unterrichts (HoU) ein und skizziert das Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung im schulischen Alltag.

2 Handlungsorientierter Unterricht: Theoretische Fundierung und Erscheinungsformen: Hier werden die theoretischen Wurzeln des HoU dargelegt und zentrale Merkmale sowie Unterrichtsformen wie Projektunterricht und Fallstudien definiert.

3 Handlungsorientierung im Schulunterricht: Anspruch, Wirklichkeit und Perspektiven: Dieses Kapitel vergleicht curriculare Vorgaben mit empirischen Befunden zur Unterrichtspraxis und entwirft ein Szenario für eine erfolgreiche Umsetzung.

4 Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird die Ausgangsfrage beantwortet und ein Ausblick auf zukünftige Anforderungen an die Unterrichtsgestaltung gegeben.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierter Unterricht, Berufliche Handlungskompetenz, Projektunterricht, Fallstudie, Konstruktivismus, Handlungsregulationstheorie, Schülerorientierung, Ganzheitlichkeit, Unterrichtsqualität, Lernmotivation, Lernleistung, Lehr-Lern-Methoden, Berufsbildung, Didaktik, Kompetenzerwerb

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und der praktischen Anwendung des handlungsorientierten Unterrichts (HoU) an kaufmännischen Berufsschulen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die theoretische Fundierung durch Psychologie und Konstruktivismus, die Definition von Qualitätsmerkmalen des HoU sowie die kritische Reflexion der Umsetzung in der Schulpraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie der HoU den Anspruch der beruflichen Handlungskompetenz erfüllen kann und welche Voraussetzungen nötig sind, um einen „praktisch nutzlosen“ Unterricht zu vermeiden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und bezieht sich kritisch auf vorliegende empirische Studien zur Lehr-Lern-Methodenforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Erläuterung von Unterrichtsmethoden sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Soll-Ist-Vergleich von curricularen Vorgaben und Realität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Handlungskompetenz, Schülerorientierung, Ganzheitlichkeit, Projektunterricht und Unterrichtsqualität geprägt.

Wie bewerten die Schüler den handlungsorientierten Unterricht?

Die Lernmotivation wird in ersten Stellungnahmen positiv hervorgehoben (durch Gruppenarbeit und Selbststeuerung), jedoch zeigen sich bei der Lernleistung keine signifikanten Vorteile gegenüber dem konventionellen Unterricht.

Warum schneidet der handlungsorientierte Unterricht in den Leistungstests teilweise schlechter ab?

Dies wird auf eine mögliche mangelnde Anleitung durch die Lehrkräfte zurückgeführt, die die Schüler noch nicht ausreichend zur eigenständigen Problembewältigung befähigt haben.

Welche Rolle spielt die Lehrperson im handlungsorientierten Modell?

Der Lehrer wandelt sich vom reinen Instruktor zum Moderator und Berater, wobei die Intensität der Anleitung je nach individuellem Fortschritt der Schüler variieren sollte.

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Details

Title
Handlungsorientierter Unterricht: praktisch nutzlos?
College
University of Hohenheim  (Berufs- und Wirtschaftspädagogik)
Course
Didaktik/Wirtschaftsdidaktik
Grade
1,3
Author
Dipl.-Hdl. Björn Widmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V87966
ISBN (eBook)
9783638039956
ISBN (Book)
9783640861699
Language
German
Tags
Handlungsorientierter Unterricht Didaktik/Wirtschaftsdidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Hdl. Björn Widmann (Author), 2007, Handlungsorientierter Unterricht: praktisch nutzlos?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87966
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