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Die Rolle der Untertageverlagerung in der deutschen Rüstungsproduktion 1943-1945

Title: Die Rolle der Untertageverlagerung in der deutschen Rüstungsproduktion 1943-1945

Thesis (M.A.) , 2007 , 115 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Frederic Gümmer (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Es ist kaum auszudenken, dass vor mehr als 60 Jahren Höhlen, Bergwerke und Straßentunnel eine große Hoffnung der deutschen Rüstungswirtschaft symbolisierten: Bombensichere Produktion.

Bereits 1936 wurden im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen Überlegungen zum baulichen Luftschutz der Bevölkerung und Industrie angestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten derartige Überlegungen nur in militärischen Kreisen Berücksichtigung gefunden, etwa beim Bau der Maginot-Linie. Man erkannte jedoch, dass die Beschränkung auf Verbunkerung der Frontlinien im nächsten zwischenstaatlichen Konflikt nicht ausreichen würde.

Die Luftfahrzeugtechnik hatte sich seit 1919 erheblich weiterentwickelt und insbesondere die Vergrößerung der Einsatzreichweite ermöglichte es nun, Industriegebiete und Städte des Gegners mit schnellen und intensiven Luftangriffen erheblich zu schädigen. Die Gesamtmenge der Bombenlast, die zwischen 1941 und 1945 durch britische und amerikanische Flugzeuge auf das vom Deutschen Reich besetzte Europa abgeworfen wurde, betrug mehr als 2,6 Millionen Tonnen.

Beachtung verdient die Tatsache, dass sich die Produktion vieler deutscher Rüstungszweige trotz der umfangreichen alliierten Luftoffensiven bis zum September 1944 immer wieder erholen und sogar steigern konnte. Zahlreiche Faktoren bewirkten diese Entwicklung, aber mitunter waren dafür auch Industrieverlagerungen verantwortlich. Fraglich bleibt die Rolle der unterirdischen Verlagerung...

Eine Aufstellung verschiedener deutscher Ämter vom November 1944 sah eine Gesamtfläche von mehr als 7,8 Millionen Quadratmetern unterirdischen Raumes für die Rüstungswirtschaft vor. Die Flugzeugindustrie hatte mit ca. drei Millionen geplanten Quadratmetern den größten Anteil an dieser Fläche, nutzte Untertageverlagerungen also in besonders hohem Maße. Wie erfolgreich die Vorhaben in diesem Rüstungssektor verliefen, an welche Bedingungen ihr Erfolg oder Misserfolg geknüpft war und welche Bedeutung sie letztendlich für die Flugzeugproduktion hatten, ist bisher nicht näher untersucht worden.

Die Klärung dieses Sachverhalts ist der erste Teil der Fragestellung. Außerdem werden die Ergebnisse der Analyse zu denen zweier anderer Rüstungszweige, der Kugellager- und Mineralölindustrie, in Bezug gesetzt, um auch eine branchenübergreifende Aussage dazu treffen zu können, inwieweit unterirdische Rüstungsproduktion bedeutsam war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Untertageverlagerung – Eine geeignete Luftschutzmaßnahme?

1.2 Forschungsstand

1.3 Fragestellung

1.4 Vorgehensweise

1.5 Verwendete Literatur und Quellen

2. Die Entwicklung der deutschen Rüstungsindustrie

2.1 Aufrüstungspläne und die Ausgangslage der Rüstung 1939

2.2 Die Entwicklung der Flugzeugindustrie

2.3 Die Entwicklung der Kugellagerindustrie

2.4 Die Entwicklung der Mineralölindustrie

2.5 Betrachtung der drei Rüstungssektoren

3. Der Bombenkrieg und die Industrieverlagerungen

3.1 Die Luftbedrohungslage des Deutschen Reichs

3.2 Industrieverlagerungen als Luftschutzmaßnahme

3.2.1 Typologie der Verlagerungen

3.2.2 Oberirdische Verlagerungen

3.2.3 Untertageverlagerungen

3.3 Die „Combined Bomber Offensive“ im Sommer 1943

3.3.1 Luftangriffe auf die Flugzeugindustrie

3.3.2 Luftangriffe auf die Kugellagerindustrie

3.3.3 Luftangriffe auf die Mineralölindustrie

3.4 Betrachtung der Luftangriffe und Gegenmaßnahmen

4. Untertageverlagerungen der Flugzeugindustrie

4.1 Daimler-Benz AG

4.1.1 Die Entwicklung des Unternehmens

4.1.2 Konzeptionen zur Untertageverlagerung

4.1.3 Die unterirdischen Verlagerungen des Werkes Genshagen

4.1.4 Die unterirdischen Verlagerungen des Werkes Sindelfingen

4.1.5 Ergebnis

4.2 BMW Flugmotorenbau-GmbH

4.2.1 Die Entwicklung des Unternehmens

4.2.2 Untertageverlagerungen

4.2.3 Ergebnis

4.3 Messerschmitt AG

4.3.1 Die Entwicklung des Unternehmens

4.3.2 Die Verlagerungen des Standortes Augsburg

4.3.3 Die Verlagerungen des Standortes Regensburg

4.3.4 Bunkerwerke

4.3.5 Ergebnis

4.4 Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG

4.4.1 Die Entwicklung des Unternehmens

4.4.2 Der Beginn der Verlagerungsmaßnahmen

4.4.3 Untertageverlagerungen der Flugmotorenwerke

4.4.4 Untertageverlagerungen der Flugzeugzellenwerke

4.4.5 Ergebnis

4.5 Reichsmarschall Hermann Göring Werke

4.5.1 Die Gründung der REIMAHG

4.5.2 Eine bombensichere Jägerfabrik

4.5.3 Ergebnis

5. Auswertung

5.1 Einflussgrößen auf den Erfolg von Untertageverlagerungen

5.2 Eine geeignete Luftschutzmaßnahme?

5.3 Verdeckte Ziele der Unternehmen

5.4 Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Untertageverlagerung in der deutschen Rüstungsproduktion zwischen 1943 und 1945, mit dem primären Ziel zu bewerten, wie erfolgreich diese Maßnahmen in der Flugzeugindustrie waren und unter welchen Bedingungen sie stattfanden, wobei ein Vergleich zu anderen Rüstungssektoren gezogen wird.

  • Rüstungswirtschaftliche Bedeutung der Flugzeug-, Mineralöl- und Kugellagerindustrie
  • Einfluss alliierter Luftangriffe auf die deutsche Rüstungsproduktion
  • Dezentralisierungsmaßnahmen als Luftschutz
  • Vergleichende Analyse von Untertageverlagerungsprojekten anhand von Fallbeispielen
  • Einflussfaktoren für Erfolg oder Misserfolg von Verlagerungsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

1.1 Untertageverlagerung – Eine geeignete Luftschutzmaßnahme?

Das Passieren eines Straßentunnels geschieht bei den Geschwindigkeiten heutiger Kraftfahrzeuge schnell und ruft keine besonderen Hintergrundgedanken hervor. Vielleicht werden einige kurzzeitig von einem beklommenen Gefühl ergriffen, weil ihnen die Enge und Dunkelheit unbehaglich ist. Es ist kaum auszudenken, dass vor mehr als 60 Jahren Tunnel wie dieser eine große Hoffnung der deutschen Rüstungswirtschaft symbolisierten: Bombensichere Produktion. Bereits 1936 wurden im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen Überlegungen zum baulichen Luftschutz der Bevölkerung und Industrie angestellt.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten derartige Überlegungen nur in militärischen Kreisen Berücksichtigung gefunden, etwa beim Bau der Maginot-Linie. Man erkannte jedoch, dass die Beschränkung auf Verbunkerung der Frontlinien im nächsten zwischenstaatlichen Konflikt nicht ausreichen würde. Die Luftfahrzeugtechnik hatte sich seit 1919 erheblich weiterentwickelt und insbesondere die Vergrößerung der Einsatzreichweite ermöglichte es nun, Industriegebiete und Städte des Gegners mit schnellen und intensiven Luftangriffen erheblich zu schädigen. Die Bedrohung war deutlich größer als bei den Zeppelinangriffen des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Grund musste dem zivilen Luftschutz vor dem nächsten Konflikt große Beachtung geschenkt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Untertageverlagerung als Luftschutzmaßnahme ein, beleuchtet den Forschungsstand und erläutert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Die Entwicklung der deutschen Rüstungsindustrie: Hier werden die rüstungswirtschaftlichen Hintergründe und die Entwicklung der drei zentralen Sektoren Flugzeug-, Kugellager- und Mineralölindustrie bis zum Kriegsausbruch skizziert.

3. Der Bombenkrieg und die Industrieverlagerungen: Dieses Kapitel analysiert die zunehmende Luftbedrohung, die alliierte Bomberoffensive und die daraus resultierende Notwendigkeit für ober- und unterirdische Industrieverlagerungen.

4. Untertageverlagerungen der Flugzeugindustrie: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der anhand von fünf spezifischen Fallbeispielen (Daimler-Benz, BMW, Messerschmitt, Junkers, Reichswerke) die praktische Umsetzung und den Erfolg unterirdischer Produktionen analysiert.

5. Auswertung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Einflussfaktoren auf den Erfolg der Verlagerungen und gibt einen Ausblick auf die Nachkriegszeit.

Schlüsselwörter

Untertageverlagerung, Rüstungsproduktion, Zweiter Weltkrieg, Luftkrieg, Flugzeugindustrie, Mineralölindustrie, Kugellagerindustrie, Jägerstab, Reichsluftfahrtministerium, Zwangsarbeit, Organisation Todt, Dezentralisierung, Bombenschutz, Rüstungsstab, Industrieproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Strategie der deutschen Rüstungsindustrie, ihre Produktion während des Zweiten Weltkriegs durch Verlagerung in unterirdische Anlagen vor alliierten Luftangriffen zu schützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rüstungswirtschaft im NS-Staat, die Auswirkungen des alliierten Bombenkriegs auf verschiedene Industriezweige und die organisatorische Durchführung sowie die Probleme der Untertageverlagerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Erfolg und die Bedingungen der Untertageverlagerungen in der Flugzeugindustrie zu bewerten und die gewonnenen Erkenntnisse mit der Kugellager- und Mineralölindustrie zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die durch die Untersuchung der Literatur, den Vergleich verschiedener Rüstungssektoren und eine detaillierte Fallstudienanalyse von fünf großen Flugzeugherstellern erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine branchenübergreifende Analyse der Luftangriffe und Gegenmaßnahmen sowie eine detaillierte Untersuchung der Verlagerungsprojekte bei fünf führenden Flugzeugherstellern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Untertageverlagerung, Rüstungsproduktion, Flugzeugindustrie, Allierte Bomberoffensive, Zwangsarbeit und Rüstungsstab.

Wie effektiv waren die Verlagerungen laut der Analyse?

Die Effektivität war sehr unterschiedlich; während die Kugellagerindustrie teils erfolgreich dezentralisieren konnte, scheiterten viele Großprojekte in der Flugzeugindustrie an Ressourcenmangel, logistischen Problemen und geologischen Hürden.

Warum spielt der Zwangsarbeitereinsatz eine zentrale Rolle?

Ohne die massive Ausbeutung von Zwangsarbeitern durch SS und Organisation Todt wäre der Bau der aufwendigen unterirdischen Anlagen in der Endphase des Krieges organisatorisch und arbeitskräftemäßig nicht möglich gewesen.

Welche Bedeutung hatten die Bunkerfabriken ("Jägerpilze")?

Diese als bombensichere Großprojekte geplanten Jägerfabriken sollten eine Massenproduktion ermöglichen, wurden jedoch durch Ressourcenknappheit und den Kriegsverlauf zum Großteil nicht fertiggestellt oder erwiesen sich als ineffektiv.

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Details

Title
Die Rolle der Untertageverlagerung in der deutschen Rüstungsproduktion 1943-1945
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,3
Author
Frederic Gümmer (Author)
Publication Year
2007
Pages
115
Catalog Number
V88012
ISBN (eBook)
9783638023399
ISBN (Book)
9783638923934
Language
German
Tags
Rolle Untertageverlagerung Rüstungsproduktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frederic Gümmer (Author), 2007, Die Rolle der Untertageverlagerung in der deutschen Rüstungsproduktion 1943-1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88012
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