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Theorien zum Ursprung und zur Vielfalt der Sprachen – Locke, Leibniz und Vico

Title: Theorien zum Ursprung und zur Vielfalt der Sprachen – Locke, Leibniz und Vico

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christine Reff (Author)

French Studies - Linguistics
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Was die Beschäftigung mit den sprachtheoretischen Betrachtungen vergangener Zeiten für die gegenwärtige Diskussion der Materie leisten kann, zeigt deutlich das Beispiel Noam Chomskys: Dieser berief sich im Hinblick auf die Entwicklung seiner generativen Transformationsgrammatik auf cartesianische Ideen und löste mit diesem Beweis der Fruchtbarkeit scheinbar verstaubter sprachwissenschaftlicher und sprachphilosophischer Relikte eine Rückbesinnung auf historische Autoren aus (Vgl. Bossong 1990: 28).
Die Beschäftigung mit den Sprachursprungs- und Sprachvielfaltstheorien der Epoche der Aufklärung ist insofern nahe liegend, als in dieser Zeit die ersten wissenschaftlichen Erklärungsversuche entworfen wurden, wissenschaftlich insofern, als sie sich nicht mehr auf alttestamentarische Dogmen stützen wie die Schöpfungsgeschichte und die babylonische Sprachverwirrung.
In dieser Arbeit sollen nun drei sehr unterschiedliche Erklärungsversuche zum Sprachursprung und zur Sprachenvielfalt dargestellt und verglichen werden, um das mögliche Spektrum an Möglichkeiten zu verdeutlichen, die durch Denken hervorgebracht wurden, und, um ein Denken in mehrere, sehr verschiedene Richtungen anzuregen, die für die Beantwortung der aufgeworfenen Fragen hilfreich und von Interesse sein können. Es handelt sich dabei erstens um die Theorie von John Locke, dem Begründer des Empirismus, zweitens um die Überlegungen von Gottfried Wilhelm Leibniz, der rationalistisch auf Locke antwortet und der im Hinblick auf seine Methodik eine schwerpunktmäßige Betrachtung verdient; und drittens, um die Sprachtheorie Giambattista Vicos, der heute vor allem als Begründer der Kulturwissenschaft bekannt ist und dessen Gedanken zu Entstehung und Vielfalt der Sprachen sich ganz grundlegend von den anderen beiden Theorien absetzen. Diese drei Theorien sind wohl durchaus geeignet, den Anspruch einer größtmöglichen Vielfältigkeit von Erklärungsansätzen zu erfüllen.
Es bleibt zu bemerken, dass die Beschäftigung mit den Sprachtheorien der Aufklärungszeit stets eine bedeutende epistemologische Komponente beinhalten muss, da Erkenntnistheorie und Sprachtheorie häufig argumentativ aufeinander aufbauen. Dass die beiden Bereiche im Kontext der Fragestellung untrennbar miteinander verbunden sind, wird im Laufe der Arbeit deutlich werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Relevanz der Themenstellung

2. Réné Descartes

3. John Locke

3.1. Zum erkenntnistheoretischen Interesse Lockes

3.2. Lockes Ideenlehre

3.3. Arbitarität und Konventionalität der Sprache

4. Leibniz

4.1. Monadologie (1714) und prästabilisierte Harmonie

4.2. Sprachverwandtschaft

4.3. Sprache und Denken

5. Giambattista Vico

5.1. Der Sprachursprung: Die Theorie der drei Zeitalter

5.2. Sprachverschiedenheit

6. Vergleich der Theorien von Locke, Leibniz und Vico

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sprachtheoretischen Ansätze von John Locke, Gottfried Wilhelm Leibniz und Giambattista Vico im Kontext der Aufklärung. Ziel ist es, die unterschiedlichen Erklärungsmodelle zum Ursprung und zur Vielfalt der menschlichen Sprachen darzustellen, zu vergleichen und deren Abhängigkeit von den jeweiligen erkenntnistheoretischen Grundhaltungen (Rationalismus vs. Sensualismus) zu analysieren.

  • Die Kontroverse zwischen natürlichem Ursprung und willkürlicher Konventionalität der Sprache.
  • Der Zusammenhang zwischen den Strukturen des menschlichen Denkens und sprachlichen Ausdrücken.
  • Die Rolle der Epistemologie für die Entwicklung sprachtheoretischer Konzepte.
  • Die Bedeutung der Sprachenvielfalt als Ausdruck kultureller oder rationaler Prozesse.

Auszug aus dem Buch

3.3. Arbitarität und Konventionalität der Sprache

Wie bereits erwähnt, folgert auch Locke, ähnlich wie Descartes, die Arbitrarität zwischen Laut und Idee. So schreibt auch er, die Zeichen seien willkürlich, sie würden durch „voluntary imposition“ gesetzt. Die Menschen nähmen an, dass die Wörter und Zeichen für die Ideen anderer ständen, so wie man auch annähme, dass sie für die Wirklichkeit der Sachen ständen, man wisse jedoch nicht, ob die anderen dieselben Ideen hätten oder nicht. (Vgl. Coseriu 1970:142f.) Wörter sind für Locke also nicht mehr Zeichen einer Sache, sondern Zeichen der Idee des Sprechers (Vgl. Haßler 1984: 23). Das reale und das nominale Wesen fallen nicht zusammen.

„Da die Namen – nach LOCKE – „meine“ Ideen „bedeuten“, ist die Namensgebung an sich frei. Diese Freiheit existiert prinzipiell immer und für jeden Menschen, sie ist nur durch die Tradition, durch den sozialen Sprachgebrauch eingeschränkt.“ (Coseriu 1970: 143)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Relevanz der Themenstellung: Das Kapitel begründet die Notwendigkeit der historischen Auseinandersetzung mit sprachtheoretischen Modellen der Aufklärung für die moderne Linguistik und Philosophie.

2. Réné Descartes: Die Darstellung erläutert Descartes’ rationalistische Position, seinen Dualismus zwischen Körper und Geist und wie diese die Basis für die Debatte um die Arbitrarität der Sprache legte.

3. John Locke: Es wird Lockes sensualistische Erkenntnistheorie beleuchtet und dargelegt, warum er die Sprache als arbiträres und konventionelles Instrument zur Bezeichnung subjektiver Ideen begreift.

4. Leibniz: Dieses Kapitel behandelt Leibniz’ Ablehnung des strikten Nominalismus, seine Suche nach der natürlichen Motiviertheit von Wörtern und seine Hypothese einer universellen Sprachverwandtschaft.

5. Giambattista Vico: Die Ausführungen konzentrieren sich auf Vicos geschichtsphilosophischen Ansatz, in dem Sprache und Mythos in drei Zeitaltern eng miteinander verwoben sind.

6. Vergleich der Theorien von Locke, Leibniz und Vico: Die unterschiedlichen philosophischen Ausgangspunkte werden gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten in den Schlussfolgerungen trotz gegensätzlicher methodischer Wege aufgezeigt werden.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Sprachtheorie, Sprachursprung, Sprachvielfalt, John Locke, Gottfried Wilhelm Leibniz, Giambattista Vico, Arbitrarität, Konventionalität, Erkenntnistheorie, Rationalismus, Sensualismus, Sprachphilosophie, Ideenlehre, Denken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen sprachtheoretischen Erklärungsmodelle des 17. und 18. Jahrhunderts, die den Ursprung und die Diversität der Sprachen aus verschiedenen erkenntnistheoretischen Perspektiven beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Zusammenhang von Denken und Sprache, die Frage nach der Arbitrarität versus der natürlichen Motiviertheit von Zeichen sowie die Bedeutung der Sprache im Erkenntnisprozess.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, wie Locke, Leibniz und Vico den Sprachursprung sowie die Sprachenvielfalt begründen und inwieweit diese Ansätze durch ihre jeweilige rationalistische oder sensualistische Grundhaltung geprägt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine historisch-vergleichende Methode an, die die zentralen Primärwerke der Philosophen in den sprachtheoretischen Diskurs der Epoche einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Positionen von Descartes, Locke, Leibniz und Vico, wobei deren Ansichten zu Ideenlehre, Sprachkonventionen, Sprachverwandtschaft und der Entwicklung des menschlichen Geistes im Zentrum stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachtheorie, Arbitrarität, Aufklärung, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie definiert.

Wie unterscheidet sich Lockes Auffassung der Sprache von der Descartes'?

Während Descartes Sprache als Ausdruck einer universellen Ratio sieht, betrachtet Locke sie als ein konventionelles Instrument, das subjektive Ideen einer Sprechergemeinschaft bezeichnet und somit auf individueller Erfahrung beruht.

Was versteht Vico unter der „Theorie der drei Zeitalter“?

Vico postuliert eine historische Entwicklung der Sprache, die parallel zur kulturellen Entwicklung verläuft: von einer poetischen, bildhaften Sprache der Götterzeit hin zur abstrakten, artikulierten Sprache des menschlichen Zeitalters.

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Details

Title
Theorien zum Ursprung und zur Vielfalt der Sprachen – Locke, Leibniz und Vico
College
University of Augsburg
Course
Sprachtheorien der Aufklärung
Grade
1,0
Author
Christine Reff (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V88025
ISBN (eBook)
9783638023467
Language
German
Tags
Theorien Ursprung Vielfalt Sprachen Locke Leibniz Vico Sprachtheorien Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Reff (Author), 2006, Theorien zum Ursprung und zur Vielfalt der Sprachen – Locke, Leibniz und Vico, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88025
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