Lokomotorisches und Positionsverhalten bei Schimpansen im Zoologischen Garten Berlin


Examensarbeit, 2005
68 Seiten, Note: 2,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Biologie der Schimpansen
1.1.1 Systematik
1.1.2 Verbreitung
1.1.3 Morphologie
1.1.4 Fortpflanzung
1.1.5 Ernährung
1.1.6 Lebensweise
1.1.7 Sozialstruktur
1.1.8 Kommunikation
1.2 Lokomotion der Primaten
1.2.1 Allgemeine Einteilung der Lokomotion der Primaten
1.2.2 Die Lokomotion der Schimpansen
1.3 Fragestellungen

2. Tiere, Material und Methoden
2.1 Beschreibung der Gruppe, der Unterbringung und des Tagesablauf
2.1.1 Die Gruppe
2.1.3 Der Tagesablauf
2.2 Datenaufnahme
2.2.1 Beobachtungszeitraum/Dauer
2.2.2 Datensammlung
2.2.3 Datenauswertung

3. Ergebnisse
3.1 Lokomotions- und Positionsverhalten insgesamt
3.2 Großgruppen insgesamt
3.3 Großgruppe ,,Sitzen“
3.4 Großgruppe ,,Biped“
3.5 Großgruppe ,,Quadruped“
3.6 Großgruppe ,,Liegen“
3.7 Großgruppe ,,Klettern“

4. Diskussion
4.1 Lokomotions- & Positionsverhalten insgesamt
4.2 Großgruppen insgesamt
4.3 Großgruppe ,,Sitzen“
4.4 Großgruppe ,,Bipedie“
4.5 Großgruppe ,,Quadruped“
4.6 Großgruppe ,,Liegen“
4.7 Großgruppe ,,Klettern“

5. Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

1.1 Biologie der Schimpansen

1.1.1 Systematik

Zu den großen Menschenaffen zählt der Gorilla (Gorilla gorilla), der Orang Utan (Pongo pygmaeus), der Zwergschimpanse (Pan paniscus) und der Schimpanse (Pan troglodytes) (Geissmann 2003).

Innerhalb der Ordnung Primates (Herrentiere) gehören sie zu den Hominoidea (Menschenähnliche). Die Gattungen Pan und Gorilla werden zu einer eigenen Familie, den Panidae, gezählt (Niemitz, 2004).

Es werden 3 Unterarten von Pan troglodytes unterschieden (Schwarz, 1934; Sommer ,1989) :

Pan troglodytes verus, westafrikanischer Schimpanse (,,Echtschimpanse“)

Pan troglodytes troglodytes, zentralafrikanischer Schimpanse (Tschego)

Pan troglodytes schweinfurthii, ostafrikanischer Schimpanse (Langhaarschimpanse)

1.1.2 Verbreitung

Die sehr anpassungsfähigen Schimpansen sind in der Lage verschiedene Lebensräume zu besiedeln. Sie können in trockenen Gebieten, wie beispielsweise im Südwesten Tansanias oder im Senegal, leben. Man findet sie aber auch im Sekundärwald, offenem Waldland, Bambus- und Sumpfwäldern und selbst in offener Savanne mit Flusswäldern sowie in Übergangszonen von Wald und Savanne (Collins & McGrew, 1988). Schimpansen sind noch in 21 afrikanischen Ländern zu finden, von der westafrikanischen Küste durch den Waldgürtel des nördlichen Zairebeckens bis zur Peripherie des Ostafrikanischen ,,Lake Tanganyka“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verbreitung der Schimpansen in Afrika (Kortlandt 1983)

1.1.3 Morphologie

Schimpansen haben schwarzes bis bräunliches Haar und rosa bis schwarze Haut. Gesicht, Ohren, Hand- und Fußflächen sind in der Regel nicht behaart. Juvenile Schimpansen habe an diesen Stellen eine sehr blasse Haut (Lawick- Goodall, 1971).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Juveniler Schimpanse Abbildung 3: Adulter Schimpanse

(Peterson &Goodall, 1994) (Peterson &Goodall, 1994)

Schimpansen weisen in Hinsicht auf Körpergröße und Gewicht einen auffälligen Geschlechtsdimorphismus auf. Männliche Schimpansen, gemessen im aufrechten Stand, werden im Durchschnitt 120 bis 130 cm groß und erreichen ein Gewicht von bis zu 60 kg. Die Weibchen dagegen werden im Schnitt 110 bis 120 cm groß und erreichen Gewicht von maximal 46 kg (Geissmann, 2003).

Wenn man die Vordergliedmaßen mit dem Rumpf vergleicht fällt auf, dass die Schimpansen längere Vordergliedmaßen haben als der Mensch (Niemitz, 2004). Die Arme der Schimpansen sind länger als ihre Beine. Ihre Hände und Füße sind größer und länger als die des Menschen. Die Handteller sind lang gestreckt, die Finger gebogen und der Daumen ist kurz und gegen das Grundgelenk der übrigen Finger zurückgesetzt (Niemitz, 2004). Die Daumen können sie gut opponieren, so dass sie mit Händen und Füßen greifen können.

1.1.4 Fortpflanzung

Schimpansen leben polygam. Die Männchen erreichen ihre Geschlechtsreife zwischen dem 7. und dem 12. Lebensjahr, die Weibchen zwischen dem 6. und dem 10. Lebensjahr. Der weibliche Zyklus beträgt 32 bis 36 Tage. Weibchen im Östrus weisen eine Genitalschwellung auf, die in vergleichbarer Form bei keinem anderen Vertreter der Hominidae auftritt (Geissmann, 2003). Die genitale Schwellung der Weibchen ist eine indirekte Reflexion ihres Hormonstatus (Graham, 1981).

Eine Schwangerschaft dauert in Freiheit ca. 225 Tage. Schimpansen gebären das erste Mal im Alter von 12 Jahren, der Geburtenabstand beträgt 4 bis 5 Jahre (Lawick-Goodall, 1971; Goodall, 1981).

Das Lebensalter der Schimpansen kann in Freiheit 45 bis 50 Jahre und in Gefangenschaft bis zu 60 Jahren betragen.

1.1.5 Ernährung

Schimpansen ernähren sich von pflanzlicher und auch tierischer Kost. Nach Beobachtungen setzt sich die Ernährung wie folgt zusammen (Lawick- Goodall, 1971; Geissmann, 2003) :

- 45- 76% Früchte und Nüsse
- 12-45% Blätter
- 0,1- 4 % tierische Nahrung: Roter Stummelaffe (Procolobus badius), junge Paviane (Papio cynocephalus), junge Buschschweine (Potamochoerus porcus), Buschbockkitze (Tragelaphus scriptus), Nagetieroeralstoffe von brüchigen, salzhaltigen Steinen und Erde der Termitenbauten

1.1.6 Lebensweise

Schimpansen sind tagaktive, zum großen Teil terrestrisch lebende, Tiere. Mütter und Kinder halten sich zum Schutz ca. 20 % mehr in den Bäumen auf. Die Territorien einer Schimpansengruppe reichen in dichten Waldgebieten von 5 bis 40 km2 und in den Savannen sogar bis 550 km2 (Goodall, 1971). Zum Abend bauen sich die Schimpansen Nester, die ihnen als Ruhe- und Schlafgelegenheit dienen (Goodall, 1962).

Schimpansen gebrauchen nicht nur Werkzeuge, sie stellen diese auch selbst her. So präparieren sie z.B. Stöcke um an die Termiten in ihren Bauten heranzukommen (Lawick- Goodall, 1971; Boesch & Boesch- Achermann, 2000). In der Art und der Häufigkeit des Werkzeuggebrauchs können sich Schimpansenpopulationen massiv unterscheiden (McCrew, 1994).

Der Schimpanse ist ein äußerst geschickter Jäger und Sammler. Gejagt wird in Gruppen mit ausgefeilten Taktiken und vorwiegend nehmen die männlichen Mitglieder daran teil. Ihre Erfolgsaussichten bei einer Jagd liegen bei 80%. Die jagenden Tiere teilen im Anschluss ihre Beute mit den anderen Gruppenmitgliedern (Boesch, 1994; Stanford, Wallis, Mpongo, & Goodall 1994). Die Weibchen übernehmen das Sammeln, da sie oft die Juvenilen mit sich tragen und dies ein Hindernis bei der Jagd darstellen würde (Goodall, 1971). Es erfolgt also eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung.

Streitigkeiten und Konflikte innerhalb der Familie können, genauso wie bei uns Menschen, verschiedene Ursachen haben, so z.B. das Entwenden von Nahrung oder Eifersucht (Goodall, 1986). Es handelt sich dabei eher selten um ernsthafte Angriffe, als um Drohungen. Dennoch können schwerwiegende Auseinandersetzungen mit zahlreichen Verletzungen und dem darauf folgenden Tod enden.

In der Regel respektieren sich verschiedene Gemeinschaften von Schimpansen, insbesondere wenn genug Nahrung vorhanden ist. Es kann sogar vereinzelt zu Freundschaften kommen. Dennoch wurden Kriege zwischen Schimpansengemeinschaften beobachtet, was zur völligen Auslöschung einer Gemeinschaft führen kann (Nishida & Kawanaka 1972, Lawick-Goodall 1971).

1.1.7 Sozialstruktur

Schimpansen leben in Gemeinschaften bzw. Gruppen, die streng geführte Patriarchate sind, in denen ein männliches Alpha-Tier über die ganze Gruppe herrscht. Die Größe einer Gemeinschaft kann je nach Region von 20 bis 100 Mitglieder umfassen. Alle Männchen dominieren über die Weibchen und haben eine klar gegliederte Hierarchiestruktur. Die Hierarchie der Weibchen ist eher flexibel. (Dunbar, 1988). Schimpansen leben in einer ,,fission-fusion“ Organisation (Kummer, 1971). Sie sind flexibel in der Zusammensetzung ihrer Sozialgruppen und kommen mit anderen Individuen vorübergehend zu Assoziationen oder Subgruppen zusammen (Geissmann, 2003; Boesch, 1996).

Schimpansen betreiben soziale Fellpflege, das so genannte ,,Grooming“. Diese Art der Hygiene dauert meist länger als die Reinigung des Fells wirklich erfordert (Dunbar, 1988). Die subdominanten Gruppenmitglieder ,,groomen“ die Dominanteren, um deren Unterstützung zu erhalten und somit ihren sozialen Status zu festigen (Seyfarth, 1977). ,,Grooming“ hat also eine Sozial- Bindungsfunktion (Dunbar, 1988).

Männliche Mitglieder verbleiben ihr Leben lang in den Familien, im Gegensatz zu den weiblichen Mitgliedern, die sich meist anderen Familien anschließen, um dort ein passendes Männchen zur Fortpflanzung zu finden. Während der Schwangerschaft kommen sie oft zu ihrer ursprünglichen Familie zurück (Goodall, 1986; Goodall, 1983). Schimpansenweibchen haben eine starke Bindung zu ihren Kindern. Die Mutter hat Einfluss auf die körperliche als auch soziale Entwicklung ihres Jungtiers. (Goodall, 1971)

Oft schließen die Männchen Koalitionen untereinander, um ihre Ansprüche gegen den Anführer durchzusetzen. Dabei kann es auch passieren, dass der Herrscher vollkommen gestürzt wird und somit ein Machtwechsel herbeigeführt wird. Der gestürzte Anführer verlässt die Gruppe. Aufgrund seiner Verletzungen hat er meist keine Überlebenschance. Soziale Bindungen zwischen Männchen sind stärker als die zwischen Weibchen (Goodall, 1986).

1.1.8 Kommunikation

Schimpansen haben eine gut ausgeprägte Kommunikation, die aus zahlreichen Gesten und einer vielseitigen Mimik, sowie verschiedenen Lautäußerungen besteht. Jedes Individuum hat eigene unverwechselbare Rufe, sodass man es anhand derer genau identifizieren kann. Schimpansen unterstützen die Lautäußerung mit einer Vielzahl Gesichtsausdrücken (Goodall, 1971).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Beispiele für Gesichtsausdrücke der Schimpansen (Goodall, 1971)

1.2 Lokomotion der Primaten

1.2.1 Allgemeine Einteilung der Lokomotion der Primaten

Nach Fleagle (1988) und Martin (1990) wird die Lokomotion der Primaten in 4 Kategorien unterteilt:

I. Arboricole Quadrupedie

In der Primatenlokomotion ist die arboricole Quadrupedie die Grundform der Fortbewegung. Dabei werden alle 4 Extremitäten zum Laufen, Klettern, Rennen etc. in den Bäumen benutzt.

II. Terrestrische Quadrupedie

Terrestrische Quadrupedie ist die Fortbewegung mit allen vier Extremitäten auf dem Boden. Dabei bewegen sich manche auf den Handflächen oder auf den Handgelenkknöcheln im Knöchelgang.

III. Brachiation/ Hangeln

Bei der Brachiation hängt der Körper abwechselnd an einem oder dem anderen Arm und schwingt mit dem abwechselnden Vorgreifen der Arme so mit, dass er dabei hin und her gedreht wird. Schimpansen, Zwergschimpansen, Orang Utans und auch Gorilla zeigen modifizierte Brachiation. Modifizierte Brachiation ist das Armschwingen und vierhändiges Klettern mit gelegentlicher Brachiation (Napier u. Napier, 1969).

IV. Bipedie

Als Bipedie bezeichnet man das Laufen auf den Hinterextremitäten. Nur der Mensch kann in aufrechter Körperhaltung und gleichzeitiger Streckung des Kniegelenks laufen. Menschenaffen strecken beim bipeden Gehen ihre Knie nicht und bewegen sich somit in der Kniebeuge fort. Deshalb brauchen sie für das bipede Gehen viel mehr Energie als der Mensch.

1.2.2 Die Lokomotion der Schimpansen

Die Fortbewegung der Schimpansen erfolgt terrestrisch im vierbeinigen Knöchelgang (Geissmann, 2003). Dabei setzen sie die Rückseite ihrer Fingergelenke auf und die Fußsohlen werden glatt auf dem Untergrund aufgesetzt. Arboricol bewegen sich die Schimpansen vierbeinig kletternd oder suspensorisch fort. Das bedeutet, sie klettern oder zeigen modifizierte Brachiation. In der Häufigkeit, mit der sie suspensorische Fortbewegung nutzen, sind die Schimpansen zwischen Gorilla und Gibbons einzuordnen (Geissmann, 2003).

1.3 Fragestellungen

Schimpansen zeigen ein vielseitiges Repertoire in der Art ihrer Fortbewegung. Jede dieser unterschiedlichen Fortbewegungsweisen, die spezielle anatomische Adaptationen der Muskeln und Knochen erfordern, ermöglicht dem Individuum seine Umwelt zu erkunden und sich ihrer anzupassen. Die lokomotorischen Fähigkeiten der Schimpansen sind sehr viel variabler als die vier Lokomotionstypen ausdrücken.

Das Lokomotions- und Positionsverhalten der Schimpansen unter Zoobedingungen soll Gegenstand dieser Untersuchung sein. Ziel ist es, das Lokomotions- und Positionsverhalten der Schimpansen des Berliner Zoo`s quantitativ zu untersuchen, den Umfang der beobachteten Verhaltensweisen darzustellen und dabei den Aspekt der Geschlechtsdifferenzierung zu betrachten. Im Einzelnen sollten folgende Fragen beantwortet werden:

- Wie setzt sich das Lokomotions- und Positionsverhalten der Schimpansen des Berliner Zoos zusammen? In welchem Umfang treten die verschiedenen Lokomotions- und Positionsweisen auf?
- Gibt es signifikante Unterschiede des Positions- und Lokomotionsverhalten zwischen den Männchen und den Weibchen des Berliner Zoo`s ? Wie sind diese Unterschiede zu erklären bzw. zu interpretieren?
- Wie sind diese Ergebnisse mit den Beobachtungen an freilebenden Schimpansen zu vergleichen?

2. Tiere, Material und Methoden

2.1 Beschreibung der Gruppe, der Unterbringung und des Tagesablauf

2.1.1 Die Gruppe

Die Schimpansengruppe des Berliner Zoo`s setzt sich aus 5 Tieren (3 Weibchen und 2 Männchen) zusammen :

Name Geschlecht Geburtsdatum Geburtsort sonstiges

Pedro männlich 1982 Afrika

Karel männlich 11.07.1981 Zoo Amsterdam

Gusta weiblich 30.01.1979 Zoo Rotterdam Mutter von Soko

Lilly weiblich 10.12.1980 Zoo Krefeld

Soko weiblich 06.03. 1989 Zoo Berlin Handaufzucht

Pedro kam als 4 jähriger in die Gruppe. Er ist das Alphatier und beobachtet daher ständig das Geschehen in der Gruppe. Meist hält er sich in einer erhobenen Position über den anderen Gruppenmitgliedern auf. Sitzt Pedro mit in der Gruppe, wird er von den anderen gegroomt. Auffällig ist Soko, die von den anderen Gruppenmitgliedern selten beachtet wird. An der sozialen Fellpflege beteiligt sie sich nie. Sie interagiert kaum mit den anderen Gruppenmitgliedern und zeigt ein auffälliges Interaktionsverhalten mit den Zoobesuchern. Gusta ist Sokos Mutter. Nachdem Gusta`s erstes Kind tot im Käfig gefunden wurde, entzog man ihr Soko gleich nach der Geburt und zog sie mit der Hand auf. Der vermutliche Vater ist, nach Angaben der Pfleger, Karel. Karel und Gusta nehmen wenig direkten Kontakt zu den Zoobesuchern auf. Lilly ist ein sehr aktives Gruppenmitglied. Sie interagiert auffällig mit den anderen Gruppenmitgliedern und auch mit den Zoobesuchern.

Alle Fotos wurden vor den Gehegen gemacht. Das Innengehege als auch das Außengehege sind verglast. Deshalb sind vereinzelt Reflexionen auf den Bildern zu sehen.

Fotos der Schimpansenzoogruppe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Pedro (13.04.2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Karel (13.04.2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 : Gusta (13.04.2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Lilly (13.04.2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Soko (13.04.2005)

2.1.2 Die Unterbringung

Die Schimpansen haben ein Außen- und ein Innengehege. Das Außengehege ist ca. 315 m2 groß, vollkommen eingezäunt, verglast und von einem Gitter überdacht. Es besteht aus einem felsigen Abschnitt und einer davor gelegenen Wiese. Die Tiere haben die Möglichkeit an der Einzäunung, am Dach, an Seilen und auf Baumstämmen zu klettern. Ein kleiner Teich, der mit Wasser gefüllt ist, bildet den Mittelpunkt des Geheges. Einzige Rückzugsmöglichkeit für die Tiere ist eine Felsspalte. Das Außengehege ist durch einen Gang mit dem Innengehege verbunden, der nur zur Überführung der Tiere geöffnet wird.

Das Innengehege ist ca. 60 m2 groß. Ein quadratisch gefliester Raum in dessen Mitte sich ein hohes Gestell mit 2 Etagen befindet. Darauf können die Tiere sitzen und klettern. Rechts und links im Gehege befinden sich jeweils 2 Rutschen, auf denen die Tiere nach oben zur Verbindungstür zum Außengehege gelangen. Von der Decke hängen 4 Wiegen herab, in die sich die Tiere zum schlafen zurückziehen können. Außerdem sind ein paar Seile vorhanden, die von der Decke herabhängen. In der Decke ist ein Sonnendach eingebaut, dass geöffnet werden kann. Die Decke ist vergittert und an ihr kann ebenfalls geklettert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10 : Umrisskarte der Schimpansengehege im Berliner Zoo, kennzeichnet den Verbindungskanal vom Aussen- zum Innengehege (Gehegeplan Berliner Zoo)

2.1.3 Der Tagesablauf

Der Tagesablauf wird von der Jahreszeit bestimmt. Soweit die Witterung es zulässt, werden die Tiere ins Außengehege gelassen, da sie dort wesentlich mehr Platz haben. Bei schönem Wetter wird das Außengehege morgens gereinigt und die Tiere erhalten danach ihr Futter, welches auf dem Boden verteilt wird. Es umfasst diverses Obst und Gemüse. Nüsse, Rosinen, und Milch bekamen die Schimpansen als Leckerbissen durch die Gitter zugereicht. Eine Besonderheit sind die kleinen Boxen, die am Gerüst angebracht sind. Diese werden manchmal mit Apfelmus gefüllt und die Tiere können mit Hilfe von Stöcken danach ,,angeln“, ähnlich wie sie dies beim ,,Termiten angeln“ tun. Bis zum Abend verbleiben sie im Außengehege, und zur Nachtruhe kommen sie wieder ins Innengehege.

[...]

Ende der Leseprobe aus 68 Seiten

Details

Titel
Lokomotorisches und Positionsverhalten bei Schimpansen im Zoologischen Garten Berlin
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,1
Autor
Jahr
2005
Seiten
68
Katalognummer
V88052
ISBN (eBook)
9783638017145
ISBN (Buch)
9783638918701
Dateigröße
1514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lokomotorisches, Positionsverhalten, Schimpansen, Zoologischen, Garten, Berlin
Arbeit zitieren
Marion Pforr (Autor), 2005, Lokomotorisches und Positionsverhalten bei Schimpansen im Zoologischen Garten Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88052

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