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Morphologie des Deutschen Bundestages

Ein Vergleich zu den historischen Vorläufern und den parlamentarischen Strukturen bis zum Ende des Kaiserreichs (1918)

Title: Morphologie des Deutschen Bundestages

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 46 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Christian Richter (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Die Evolution der menschlichen Gesellschaft, beginnend mit den einfachsten familiären Gruppierungen der Frühzeit, über die Weiterentwicklung hin zu Stämmen und Stammesvereinigungen, weiter zu den Stadtstaaten der Antike und den Ständevertretungen des Mittelalters, bis zu den heutigen Formen politischer Staaten, hat sich stetig weiterentwickelt. Dabei kam es bereits in den Anfängen zu Körperschaften, welche die Gemeinschaft vertraten und für diese relevante Entscheidungen trafen, sei es in der Frühzeit durch ein Familienoberhaupt oder einen Häuptling, sei es in der Antike durch die attische Volksversammlung oder in der römischen Republik durch den Senat bzw. die Volkstribune. Heutige Beispiele für solche Vertretungskörperschaften sind Parlamente, welche wir „inzwischen über die ganze Erde verbreitet…“ finden. Diese Parlamente haben verschiedene Aufgaben, die sie als politische Organe wahrnehmen. Dabei existieren die verschiedensten Formen von Vertretungskörperschaften, da diese in ihrer Entwicklung durch unterschiedliche Umwelteinflüsse, Strukturen, Verfahren und Überzeugungen in ihren Kulturen und Gesellschaften geprägt wurden und ständig beeinflusst werden.
Hier setzt der Evolutorische Institutionalismus in der politikwissenschaftlichen Analyse mit den Zielen an, die Tiefenstrukturen, Verhaltensweisen und Einflüsse so zu ergründen, dass Zusammenhänge und Prägefaktoren erkannt bzw. analysiert werden können. Ein Teilgebiet des Evolutorischen Institutionalismus ist die Morphologie, die als vergleichende Systemanalyse dem Wissenschaftler das Handwerkszeug zur Verfügung stellt, um zum Beispiel Vertretungskörperschaften über die Evolutionäre Erkenntnistheorie zu betrachten. Die Institution Parlament musste sich im Laufe ihrer Existenz weiterentwickeln, um ihre Funktionen, Leitideen und Verhaltensweisen den Veränderungen ihrer Umwelt anzupassen. Eine Nichtanpassung hätte wohl schwerwiegende Folgen, da die Leistungsfähigkeit nicht weiter gegeben wäre und das Fehlen von Legitimation zum Untergang der Vertretungskörperschaft führen würde. Als Beispiel wird hier der Bundestag anhand von morphologischen Ähnlichkeitskonzepten (Konrad Z. Lorenz) mit seinen Vorgängerparlamenten verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Evolutorische Institutionalismus

3 Morphologie in der Politikwissenschaft

3.1 Ziele einer Parlamentsmorphologie

3.2 Morphologische Ähnlichkeitskonzepte

3.2.1 Homodynamien und Homonomien

3.2.2 Homologien

3.2.3 Analogien

3.2.4 Homoiologien

4 Eine Morphologie des Deutschen Bundestages

4.1 Vorparlamentarismus

4.2 Die Frankfurter Nationalversammlung

4.3 Der Reichstag des Norddeutschen Bundes

4.4 Der Reichstag des 2. Deutschen Reiches

4.5 Weitere Entwicklungen (Ausblick)

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Deutschen Bundestag unter Anwendung des Evolutorischen Institutionalismus und der morphologischen Analyse, um Verwandtschaftsbeziehungen zwischen dem heutigen Parlament und dessen historischen Vorgängern im Zeitraum bis 1918 aufzuzeigen.

  • Grundlagen des Evolutorischen Institutionalismus und der politischen Morphologie
  • Analyse morphologischer Ähnlichkeitskonzepte (Homologien, Analogien, Homonomien)
  • Historische Untersuchung des Parlamentarismus von der Frühgeschichte bis zum Kaiserreich
  • Morphologischer Vergleich zwischen Strukturen wie Fraktionen, Ausschüssen und Kanzleramt
  • Identifikation von äußeren Prägefaktoren und evolutionären Entwicklungspfaden politischer Institutionen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Homodynamien und Homonomien

Homodynamien sind Vorgänge innerhalb von Entstehungsprozessen, welche durch gleichartige Abläufe zu gleichen oder einander ähnlichen Strukturen führen. Zum Beispiel besitzt der Mensch seit Urzeiten die Fähigkeiten verschiedenste Rangordnungen innerhalb der ihn umgebenden Gesellschaft zu bilden oder Probleme bzw. Problemlösungen zu verhandeln (parlamentieren) oder zu verständigen (deliberieren).

Dabei kam es sehr wahrscheinlich oft zu ähnlichen Strukturen, wie Ältestenräte oder auch Kriegsräte, welche beispielsweise einen Häuptling an ihrer Spitze hatten. Die Möglichkeiten dieser durch solche Strukturbildungsfähigkeiten entstandenen Institutionen wurden der Menschheit in vielen Bereichen offensichtlich, was dazu führte, dass diese nicht mehr nur gelegentlich oder durch Zufall zusammen traten, sie wurden vielmehr zu festen Bestandteilen der menschlichen Gesellschaften und somit strukturell und funktionell stark bebürdet. Homodynamien sind also die einfachsten Ähnlichkeitskonzepte der Morphologie und man kann sie in allen Arten von Parlamenten finden, da zu den Grundfunktionen einer parlamentarischen Institution die Fähigkeiten gehören Rangordnungen zu bilden, zu parlamentieren und zu deliberieren.

Die Suche nach Homonomien als strukturelle Ähnlichkeiten in Parlamenten gestaltet sich ebenso einfach wie die Suche nach Homodynamien. Homonomien sind identische Massenbauteile von Institutionen, welche durch ihre relativ einfachen Baupläne immer wieder neu entstehen und auch in die verschiedensten „Funktionszusammenhänge“ eines Parlaments eingebaut werden. So entstehen innerhalb von Parlamenten beispielsweise alle möglichen Arten von Ausschüssen, Referaten oder Kommissionen, um das Bedürfnis nach Arbeitsteilung in einer Vertretungskörperschaft zur besseren Problemerkennung und Lösung zu befriedigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der morphologischen Analyse parlamentarischer Institutionen ein und verknüpft gesellschaftliche Evolution mit der Entwicklung von Vertretungskörperschaften.

2 Der Evolutorische Institutionalismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Evolutorischen Institutionalismus, ausgehend von der biologischen Evolutionstheorie hin zur Übertragung auf soziale und kulturelle Strukturen durch Memetik.

3 Morphologie in der Politikwissenschaft: Hier werden das Konzept der Morphologie in der Politikwissenschaft sowie spezifische Ähnlichkeitskategorien definiert, die als analytisches Handwerkszeug für den Vergleich von Parlamenten dienen.

4 Eine Morphologie des Deutschen Bundestages: Das Kernkapitel wendet die zuvor entwickelten morphologischen Konzepte auf den deutschen Parlamentarismus an, von seinen historischen Wurzeln über die Frankfurter Nationalversammlung bis zum Ende des Kaiserreichs.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse der morphologischen Analyse und bestätigt die strukturelle Verwandtschaft des Bundestages zu seinen historischen Vorläuferparlamenten.

Schlüsselwörter

Evolutorischer Institutionalismus, Morphologie, Parlament, Deutscher Bundestag, Homologie, Analogie, Homonomie, Homoiologie, Parlamentsgeschichte, Evolutionsbiologie, Memetik, Politische Systeme, Repräsentation, Strukturen, Verwandtschaftsbeziehungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das deutsche Parlament unter einem evolutionstheoretischen Blickwinkel, um zu verstehen, wie sich politische Institutionen morphologisch entwickelt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Themen sind die Theorie des Evolutorischen Institutionalismus, die morphologische Analyse von Institutionen sowie die historische Entwicklung des deutschen Parlamentarismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist der Nachweis von morphologischen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Strukturen und Funktionen des Deutschen Bundestages und seinen historischen Vorgängerparlamenten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Verwendet wird die morphologische Analyse, welche biologische Konzepte der Strukturforschung auf politische Organisationen und deren Entstehungsprozesse überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die deutsche Parlamentsgeschichte von den frühen Formen über die Paulskirche und den Norddeutschen Bund bis zum Kaiserreich, unter Anwendung der Vergleichskategorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Evolutorischer Institutionalismus, Morphologie, Homologie, Memetik und die historische Entwicklung der parlamentarischen Institutionen in Deutschland.

Warum spielt das Konzept der Memetik eine Rolle für das Verständnis von Parlamenten?

Die Memetik erlaubt es, die Übertragung von Strukturen und Funktionen (Meme) als kulturelle Evolution zu betrachten, ähnlich wie Gene biologische Merkmale weitergeben.

Welche Bedeutung kommt dem "Plenum" bei der morphologischen Analyse zu?

Das Plenum wird als ein zentrales und stabiles Element der Parlamentarismusgeschichte identifiziert, das als Homonomie in nahezu allen parlamentarischen Bauplänen auftritt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Homologie und Analogie?

Homologien basieren auf einem gemeinsamen Ursprung oder memetischen Bauplan, während Analogien auf ähnliche Anforderungen durch äußere Bedingungen ohne direkte Verwandtschaft zurückzuführen sind.

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Details

Title
Morphologie des Deutschen Bundestages
Subtitle
Ein Vergleich zu den historischen Vorläufern und den parlamentarischen Strukturen bis zum Ende des Kaiserreichs (1918)
College
Dresden Technical University  (Lehrstuhl Politische Systeme und Systemvergleich)
Course
Evolutionstheorie in der Politikwissenschaft (Evolutorischer Institutionalismus)
Grade
2,5
Author
Christian Richter (Author)
Publication Year
2007
Pages
46
Catalog Number
V88060
ISBN (eBook)
9783638034111
ISBN (Book)
9783638930925
Language
German
Tags
Morphologie Deutschen Bundestages Evolutionstheorie Politikwissenschaft Institutionalismus) Paulskirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Richter (Author), 2007, Morphologie des Deutschen Bundestages, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88060
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