Angesichts ihrer angespannten Haushaltslage, gekoppelt mit der schwachen Entwicklung auf der Einnahmeseite, waren die Kommunen in der Vergangenheit dazu gezwungen, notwendige Neu oder Ersatzinvestitionen in öffentlichen Einrichtungen stark zu reduzieren oder aufzuschieben. Mit den herkömmlichen Beschaffungsarten können die öffentlichen Verwaltungen den fortschreitenden Investitionsstau oft nicht mehr bewältigen und suchen daher nach Alternativen.
Eine Lösungsmöglichkeit, um weiter handlungsfähig zu bleiben und dem erheblichen Stau von Investitionen entgegen zu treten, stellt Public Private Partnership (PPP) dar. Viele Kommunen versuchen mit dieser Beschaffungsform private Investoren in die effiziente Erbringung von bisher öffentlichen Aufgaben einzubinden und von deren Fachwissen zu profitieren. PPP findet in Deutschland in den letzten Jahren immer stärkere Verbreitung. Einer aktuellen Studie zur Folge, hat bereits jede sechste befragte Stadt PPP-Projekte durchgeführt, wobei Schulsanierungen und -neubauten im Vordergrund standen. Sowohl die Bundesregierung, einige Länder, als auch die Bauindustrie und Banken gehen davon aus, dass PPP einen nicht unerheblichen Beitrag zur Realisierung und Bereitstellung zusätzlicher Investitionsprojekte leisten kann.
Dem wird in der vorliegenden Arbeit nachgegangen, wobei zu Beginn ein Überblick über Public Private Partnership gegeben wird. Untersuchungsgegenstand sind dabei das Begriffsverständnis und die Anwendungsfelder, die Gründe für den verstärkten Einsatz von PPP sowie die Ziele der öffentlichen Hand und des privaten Partners. Des Weiteren werden die Voraussetzungen für das Zustandekommen von PPPs, die Erfolgsvoraussetzungen zur Realisierung von Effizienzvorteilen sowie die Phasen des PPP-Beschaffungsprozesses thematisiert. Zudem wird den PPP-Vertragsmodellen und den praxisrelevanten Finanzierungsvarianten besonderes Augenmerk geschenkt. Darüber hinaus sind die mit dieser Beschaffungsvariante einhergehenden Chancen und Risiken Gegenstand der Betrachtung. Die Arbeit schließt unter anderem mit einem Ausblick zur zukünftigen Entwicklung von Public Private Partnerships.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN, MOTIVE UND ZIELE VON PPP
2.1 Begriffsverständnis und Anwendungsfelder
2.2 Gründe für den verstärkten Einsatz
2.3 Ziele der öffentlichen Hand und des privaten Partners
3 PPP - EINE ALTERNATIVE BESCHAFFUNGSVARIANTE DER ÖFFENTLICHEN HAND
3.1 Voraussetzungen für das Zustandekommen von PPPs
3.2 Erfolgsvoraussetzungen zur Realisierung von Effizienzvorteilen
3.3 Phasen des PPP-Beschaffungsprozesses
3.4 PPP-Vertragsmodelle
3.5 Praxisrelevante Finanzierungsvarianten
4 MÖGLICHKEITEN UND GEFAHREN DES PPP-ANSATZES
4.1 Chancen
4.2 Risiken
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Public Private Partnerships (PPP) als alternative Beschaffungsvariante der öffentlichen Hand in der Immobilienfinanzierung, um durch Kooperationen mit privaten Investoren Investitionsstaus in öffentlichen Gebäuden effizient zu bewältigen und Haushaltsbelastungen zu steuern. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit den Erfolgsvoraussetzungen, Chancen und Risiken dieses Modells.
- Grundlagen und Definitionen des Lebenszyklusansatzes bei PPP-Projekten.
- Anforderungen an die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privatem Sektor.
- Analyse verschiedener PPP-Vertragsmodelle und Finanzierungsvarianten.
- Bewertung der ökonomischen Potenziale und der damit verbundenen Risiken.
Auszug aus dem Buch
3.1 Voraussetzungen für das Zustandekommen von PPPs
Je nach Sichtweise der öffentlichen Hand bzw. des privaten Investors unterscheiden sich die Voraussetzungen, die für das Zustandekommen von PPPs erfüllt sein müssen, erheblich. Aus dem Blickwinkel des privaten Akteurs sind nachfolgende Aspekte von entscheidender Bedeutung:
Profitabilität: Unter diesem Gesichtspunkt kann der kapazitätsauslastende Charakter eines PPPs grundsätzlich zu einer Profitabilitätssteigerung beim privaten Investor beitragen.
Positiver Cash-Flow: Bedingt durch die Langfristigkeit des Arrangements tendiert ein PPP dazu, dass der Private in den ersten Jahren Vorleistungen erbringt, die zu einem negativen Cash-Flow führen. Der private Investor ist daher an einem möglichst frühzeitig erzielbaren positiven Zahlungsstrom interessiert.
Langfristigkeit des Arrangements: Je kürzer die Vertragslaufzeit der Kooperation, desto geringer fällt die Wahrscheinlichkeit aus, dass der Private an einer Kooperation mit der öffentlichen Hand interessiert ist. Denn ein Investment des privaten Partners lohnt sich erst dann, wenn er die Kosten auf das PPP umlegen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Problematik des Investitionsstaus bei Kommunen ein und stellt PPP als eine Lösungsmöglichkeit zur effizienten Erbringung öffentlicher Aufgaben vor.
2 GRUNDLAGEN, MOTIVE UND ZIELE VON PPP: Dieses Kapitel definiert PPP als Lebenszyklusansatz und erläutert die unterschiedlichen Ziele sowie Motive der öffentlichen Hand und der privaten Partner.
3 PPP - EINE ALTERNATIVE BESCHAFFUNGSVARIANTE DER ÖFFENTLICHEN HAND: Der Hauptteil beschreibt detailliert die Voraussetzungen, den Prozessverlauf, die Vertragsmodelle sowie die Finanzierungsmöglichkeiten von PPP-Projekten.
4 MÖGLICHKEITEN UND GEFAHREN DES PPP-ANSATZES: Hier werden die Chancen, wie Risikooptimierung und Managementwissen, den Risiken, wie Transaktionskosten und verdeckte Verschuldung, gegenübergestellt.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die zukünftige Bedeutung von PPP zusammen und warnt gleichzeitig davor, PPP als allgemeines Allheilmittel für Haushaltskonsolidierungen zu betrachten.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Immobilienfinanzierung, Kommunalfinanzen, Lebenszyklusansatz, Investitionsstau, Risikomanagement, Contracting, Forfaitierung, Projektfinanzierung, Infrastruktur, öffentliche Hand, Wirtschaftlichkeit, Vertragscontrolling, Beschaffungsvariante.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Public Private Partnerships als eine Methode für die öffentliche Hand, Immobilienprojekte durch die Einbindung privater Partner und Ressourcen effizienter zu realisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Lebenszyklusansatz, die Risikoverteilung zwischen Staat und Wirtschaft, die Finanzierungsmodelle sowie eine kritische Abwägung von Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über das PPP-Konzept im öffentlichen Hochbau zu geben und aufzuzeigen, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen diese Partnerschaften erfolgreich umgesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Auswertung bestehender Studien sowie Erfahrungswerte aus bereits realisierten PPP-Projekten.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Voraussetzungen für PPPs, die Phasen des Beschaffungsprozesses, verschiedene Vertragsmodelle wie BOT oder Inhabermodelle sowie Finanzierungswege wie die Projektfinanzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie PPP, Lebenszyklusansatz, Risikoallokation, Effizienzsteigerung, öffentliche Immobilie und kommunale Finanzierung geprägt.
Worin besteht der Hauptunterschied zur konventionellen Beschaffung?
Bei einem PPP erfolgt die Realisierung des gesamten Leistungspakets (Planen, Bauen, Finanzieren, Betreiben) aus einer Hand durch einen privaten Partner, wodurch Risiken besser verteilt werden.
Was ist das Risiko bei einer Forfaitierung mit Einredeverzicht?
Das Risiko besteht darin, dass die öffentliche Hand sich verpflichtet, Zahlungen auch bei Schlechtleistung der Projektgesellschaft zu leisten, wodurch wichtige Gewährleistungsrechte eingeschränkt werden können.
Warum ist das Vertragscontrolling bei PPP so entscheidend?
Da PPP-Projekte sehr langfristig angelegt sind, ist ein professionelles Controlling notwendig, um sicherzustellen, dass die vertraglich vereinbarten Leistungs- und Qualitätsstandards über den gesamten Zeitraum eingehalten werden.
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- Achim Steffan (Author), 2007, Public Private Partnership in der Immobilienfinanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88147