Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Rechtsextremistische Jugendliche - Eine Herausforderung für die Jugendarbeit

Title: Rechtsextremistische Jugendliche - Eine Herausforderung für die Jugendarbeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andre Sonntag (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In unserer Gesellschaft ist eine geschärfte und wiedergewonnene Wahrnehmung von Rechtsextremismusphänomenen und eine verstärkte Suche nach Gegenstrategien sichtbar. Es wurde sich bei früheren Rechtsextremismus-Debatten häufig mit dem wachsenden Zulauf Jugendlicher zu rechtsextremen Parteien und mit der Schaffung national befreiter Zonen, sowie der Verbreitung rechter Kameradschaften und rechter Musik auseinander gesetzt. Gegenwärtige Themenschwerpunkte sind der Ansehensverlust für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland, die Gefahren der Verbreitung von Rechtsextremismus und Rassismus durch das Internet, sowie die Bekämpfung durch verstärkte Regression.
In meiner Arbeit möchte ich mich mit der Frage auseinandersetzen, was speziell die Jugendarbeit gegen den Rechtsextremismus bei Jugendlichen erreichen kann. Am Anfang werde ich mich mit möglichen Ursachen für das Auftreten rechtsextremer Orientierungen beschäftigen und danach schulische, sowie außerschulische Konzepte im Ungang mit Rechtsextremismus vorstellen.
Mit dem Begriff Rechtsextremismus werden häufig die Bagatellisierungen der NS-Zeit, die Auschwitzlüge, die Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaates, oder auch die manifeste und latende Gewaltbereitschaft verbunden. Vorherrschend ist der Rassengedanke mit dem Ziel eine nationalbefreite Zone, bzw. ein kleines deutschen Dorf zu erschaffen um somit eine blutige Vermischung der Völker zu vermeiden. Diese Gruppierungen beschäftigen sich mit dem Eugenismus (Vererbungslehre), der besagt, dass der Charakter und das Verhalten sich vom Körper ableiten lassen. Dieser wird als legitimierter Rassismus bis zur Vernichtung durchgezogen.
In der Alltagssprache und in der Fachliteratur wird der Begriff Rechtsextremismus oft synonym für die Bezeichnungen wie Rechtsradikalismus, Neofaschismus, Neonazismus oder Neue Rechte verwendet. Eine allgemeingültige und verbindliche Definition und Theorie von Rechtsextremismus konnte sich bisher jedoch nicht entwickeln, was zur Folge hat, dass die Begriffsbestimmungen für Rechtsextremismus unterschiedlich ausfallen, je nach dem zugrunde liegenden Forschungsansatz. Dennoch lässt sich ein Konsens erkennen, auch wenn dieser nur die Dimension der Demokratiefeindlichkeit, die lediglich ein Minimalkriterium darstellt, umfasst.
Zur Bestimmung des Begriffs Rechtsextremismus möchte ich die Definition aus politisch- verfassungsrechtlicher Sicht anführen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe rechtsextremer Orientierung

2.1 Definitionsansatz von Rechtsextremismus

2.2 Gewalt, Fremdenhass und Vorurteile

Gewalt

Fremdenhass

Vorurteile

3. Wie Jugendliche in den Rechtsextremismus gelangen

4. Herausforderungen für die Jugendarbeit

4.1 Pädagogische Ebenen gegen Rechtsextremismus

4.1.1 Die ökonomisch-soziale Ebene

4.1.2 Die politische Ebene

4.1.3 Die Ebene der Polizei und Justiz

4.1.4 Die Ebene der Kommune

4.1.5 Die Alltagsebene

4.1.6 Die Ebene der Pädagogik und der politischen Bildung

4.2 Zwei Konzepte der außerschulischen Jugendarbeit

4.2.1 Die akzeptierende Jugendarbeit

4.2.2 Das Anti- Aggressivitäts- Training

5. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche spezifischen Möglichkeiten und Grenzen der Jugendarbeit im Umgang mit rechtsextremistischen Orientierungen bei Jugendlichen bestehen. Dabei wird analysiert, welche Ursachen zur Entstehung rechtsextremer Einstellungen führen und wie pädagogische Konzepte, insbesondere in der außerschulischen Jugendarbeit, präventiv oder intervenierend wirken können.

  • Ursachen und Hintergründe rechtsextremer Orientierungen bei Jugendlichen
  • Die Rolle von Gewalt, Fremdenhass und Vorurteilen in der rechten Szene
  • Prozesse und Dynamiken beim Einstieg in rechtsextreme Gruppen
  • Pädagogische Handlungsfelder und Ebenen gegen Rechtsextremismus
  • Analyse außerschulischer Konzepte wie der akzeptierenden Jugendarbeit und Anti-Aggressivitäts-Trainings

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Die akzeptierende Jugendarbeit

Die akzeptierende Jugendarbeit verfolgt das Ziel, Jugendliche dort abzuholen, wo sie stehen. Ihre Zielgruppen sind vor allem Cliquen von Skinheads, Hooligans und Badboys. Da Belehrungen wie Bekämpfung rechter Orientierungen nicht viel ausrichten können, will akzeptierende Jugendarbeit die Probleme in den Mittelpunkt stellen, welche die Jugendlichen haben und nicht die, die sie machen. „Es soll klar unterschieden werden zwischen politischer Zielsetzung, wie zum Bsp. den Rechtsextremismus bekämpfen und der pädagogischen Zielsetzung, dem Jugendlichen sinnvolle Deutungs- und Handlungsmuster zu erschließen. Der Jugendliche an sich wird so akzeptiert wie er ist, jedoch nicht seine rechtsextreme Haltung. Diese wird eher kritisch thematisiert. Die Praxis zeigt allerdings, wie schwierig diese Gratwanderung ist, weshalb diese Form der Jugendarbeit in der Öffentlichkeit umstritten ist.“ (Vgl. Schubarth 2000, S. 46)

„Für Jugendliche sind extreme Auffassungen, Provokationen und Gewalt immer wieder ein Mittel, auch dort wahrgenommen zu werden, wo sie es eigentlich nicht erwarten. Wenn Jugendliche gelingendere und befriedigendere Wege der Lebensbewältigung finden, sind diese in aller Regel auch sozial verträglichere Wege, als der Eintritt in die rechte Szene. Als Sozialarbeiter muss man akzeptieren, dass es für die Jugendlichen einen Sinn ergibt, sich so und nicht anders zu orientieren und zu verhalten. Die Jugendlichen werden nur dann ihre Auffälligkeiten ablegen, wenn sie für sich sinnvollere und befriedigendere Wege entdeckt haben, um ihre Lebensbewältigung an zu gehen. Die Jugendarbeit hat die Aufgabe sie dabei zu begleiten und unterstützend zu wirken. Dazu dient nicht zuletzt die personale Konfrontation mit dem tiefgreifend Andersseins, die wir ihnen bieten. Es geht nicht um das Akzeptieren von vorurteilenswerten Auffälligkeiten, sondern darum, Menschen mit kritikwürdigen oder vorurteilenswerten Auffälligkeiten so anzunehmen wie sie sind. Die soziale Arbeit darf nicht zulassen, dass gesellschaftliche Probleme zu Jugendproblemen und zu pädagogischen Aufgaben umdefiniert werden.“ (Vgl. Krafeld 1996, S. 14f)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die gestiegene Relevanz von Rechtsextremismusphänomenen und stellt die zentrale Frage nach den Möglichkeiten der Jugendarbeit als Gegenstrategie.

2. Hintergründe rechtsextremer Orientierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Rechtsextremismus aus verfassungsrechtlicher Sicht und analysiert psychologische sowie soziale Ursachen für rechtsextreme Einstellungen bei Jugendlichen.

3. Wie Jugendliche in den Rechtsextremismus gelangen: Es wird dargestellt, wie rechtsextreme Gruppen Gleichaltrigengruppen und Cliquen als Einstiegsportale nutzen und durch Gemeinschaftsgefühle sowie Kameradschaft Jugendliche an sich binden.

4. Herausforderungen für die Jugendarbeit: Hier werden pädagogische Strategien auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen analysiert und Ansätze wie die akzeptierende Jugendarbeit sowie das Anti-Aggressivitäts-Training kritisch bewertet.

5. Schlusswort: Die Autorin resümiert, dass es kein Allheilmittel gegen Rechtsextremismus gibt, betont jedoch die Bedeutung einer stabilen primären Sozialisation und der Notwendigkeit kontinuierlicher finanzieller sowie personeller Ressourcen für die pädagogische Arbeit.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Jugendarbeit, Sozialarbeit, Prävention, Gewalt, Fremdenhass, Vorurteile, Akzeptierende Jugendarbeit, Anti-Aggressivitäts-Training, Politische Bildung, Demokratiefähigkeit, Gruppenidentität, Lebensbewältigung, Sozialisation, Rechtsextreme Szene

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die rechtsextremistische Jugendliche an die professionelle Jugendarbeit und Sozialpädagogik stellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Ursachen rechtsextremer Orientierungen, die Funktion von Gewalt und Vorurteilen sowie die Bewertung pädagogischer Interventionskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, was Jugendarbeit gegen den Zulauf Jugendlicher zum Rechtsextremismus erreichen kann und wo ihre Möglichkeiten sowie Grenzen liegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender sozialpädagogischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse, eine Beschreibung des Einstiegs in die rechte Szene und eine detaillierte Erörterung pädagogischer Handlungsebenen und spezifischer Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Prävention, akzeptierende Jugendarbeit, soziale Identität und Demokratiefähigkeit charakterisiert.

Warum wird die akzeptierende Jugendarbeit kritisch diskutiert?

Sie steht in der Kritik, da die Gefahr besteht, dass rechtsextreme Einstellungen stabilisiert werden könnten, anstatt sie politisch aktiv zu bekämpfen.

Welche Bedeutung hat das Anti-Aggressivitäts-Training laut der Autorin?

Es wird als ergänzende, konfrontative Methode für gewaltbereite Jugendliche angesehen, die jedoch in einen breiteren pädagogischen Prozess eingebettet sein muss.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtsextremistische Jugendliche - Eine Herausforderung für die Jugendarbeit
College
University of Applied Sciences Jena
Course
Rechtsextremismus und Bildungsarbeit mit Jugendlichen
Grade
2,0
Author
Andre Sonntag (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V88162
ISBN (eBook)
9783638034142
Language
German
Tags
Rechtsextremistische Jugendliche Eine Herausforderung Jugendarbeit Rechtsextremismus Bildungsarbeit Jugendlichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andre Sonntag (Author), 2007, Rechtsextremistische Jugendliche - Eine Herausforderung für die Jugendarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88162
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint