Nachdem der erste REIT bereits im Jahr 1960 in den USA aufgesetzt wurde konnten sich REIT`s bis Mitte der 80er Jahre aufgrund der besser positionierten Konkurrenz am Anlagemarkt sowie aufgrund regulatorischer Richtlinien nicht durch-setzen . Durch weit reichender Reformen ist die Marktkapitalisierung von REIT`s international mittlerweile jedoch durchaus beachtlich . Die Möglichkeit der indirekten Immobilienanlage in Form von REIT`s ist bereits in über 20 Ländern, insbesondere im amerikanischen und asiatischen Raum, aber auch in Europa, möglich . Die in Deutschland bestehende Lücke im Bereich der börsennotierten indirekten Immobilienanlagen soll durch die neue Anlageklasse der REIT`s geschlossen werden, um den deutschen Immobilienmarkt international wettbewerbsfähig zu machen und zu stärken .
Der Gesetzgeber hat im Rahmen des REITG erstmalig den IFRS als vorherrschendem Rechnungslegungssystem Einzug in die deutsche Gesetzgebung gewährt. Den Ausführungen des Bundestages ist zu entnehmen, dass die Rechnungs-legung für die REIT-AG primär anhand der IFRS erfolgen soll. Die Rechnungslegung nach dem HGB spielt für die REIT`s jedoch ebenfalls insbesondere im Rahmen der Ausschüttungsbemessung eine wichtige Rolle. Dieser Rechnungslegungsdualismus tritt derartig ausgestaltet erstmalig in Deutschland auf und soll im Rahmen dieser Arbeit in Teildisziplinen näher betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einführung
- 1.1 Problemstellung
- 1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
- 2 Das Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-Gesetz – REITG)
- 2.1 Ziele des REITG
- 2.2 Gesetzliche Anforderungen zur Qualifikation als REIT-AG (§§ 1 bis 15 REITG)
- 2.2.1 Gesellschafts- und kapitalmarktrechtliche Anforderungen an die REIT-AG
- 2.2.1.1 Rechtsform und Sitz
- 2.2.1.2 Firma, Unternehmensgegenstand, Mindestkapital und Aktien
- 2.2.1.3 Börsennotierung und Aktionärsstruktur
- 2.2.2 Anforderungen an die Vermögens- und Ertragsstruktur der REIT-AG
- 2.2.3 Ausschüttungsverpflichtung
- 2.2.4 Einschränkung des Immobilienhandels (§ 14 REITG)
- 2.3 Jahresabschlüsse der REIT-AG
- 2.4 Besteuerungskonzeption der REIT-AG (§§ 16 bis 21 REITG)
- 2.4.1 Besteuerung auf Ebene der REIT-AG
- 2.4.2 Besteuerung auf Ebene der Anteilseigner
- 3 Maßgeblichkeit des IFRS-Abschlusses für die Überprüfung der Ertrags- und Strukturnormen sowie für die Offenlegung
- 3.1 Vorbemerkungen
- 3.2 Zwecke des IFRS-Abschlusses
- 3.2.1 Lieferung entscheidungsnützlicher Informationen
- 3.2.2 Ergänzender Zweck des IFRS-Abschlusses der REIT-AG
- 3.2.2.1 Vermögensstruktur (§§ 12 Abs. 2, 15 REITG)
- 3.2.2.2 Ertragsstruktur (§ 12 Abs. 3 REITG)
- 3.3 Die Ansatzkonzeption in den IFRS
- 3.3.1 Allgemeine Ansatzkriterien
- 3.3.2 Die Aktivierungskonzeption des IFRS-Abschlusses
- 3.3.3 Die Passivierungskonzeption des IFRS-Abschlusses
- 3.4 Die Bewertungskonzeption der IFRS
- 3.4.1 Das Mixed Model der Aktivabewertung im IFRS-Abschluss
- 3.4.1.1 Das Fair Value Model am Beispiel von „als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien“ (IAS 40)
- 3.4.1.2 Das Revaluation Model am Beispiel von „Sachanlagen“ (IAS 16)
- 3.4.1.3 Das Anschaffungswertprinzip am Beispiel von „Vorräten“ (IAS 2)
- 3.4.1.4 Sonstige Wertmaßstäbe
- 3.4.2 Bewertung von Schulden
- 4 Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalkonzeption des IFRS-Abschlusses
- 4.1 Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalerhaltung des IFRS-Abschlusses der REIT-AG
- 4.1.1 Bewertungskonzeption
- 4.1.2 Erhaltungsmaßstab
- 4.1.3 Erhaltungsziel
- 4.1.4 Gewinnbegriff
- 4.2 Betriebswirtschaftliche Analyse des Mengengerüsts der IFRS
- 4.3 IFRS als Maßstab für die Vermögens- & Ertragsstruktur der REIT-AG
- 4.4 Entscheidungsnützlichkeit versus Kapitalerhaltung
- 5 Maßgeblichkeit des handelsrechtlichen Jahresabschlusses für die Ausschüttungsbemessung
- 5.1 Vorbemerkung
- 5.2 Zwecke des handelsrechtlichen Jahresabschlusses
- 5.2.1 Die Sicherung des Rechtsverkehrs
- 5.2.2 Der Zweck des Gläubigerschutzes
- 5.2.3 Ausprägungen des Gläubigerschutzes im handelsrechtlichen Jahresabschluss
- 5.3 Die Ansatzkonzeption des HGB
- 5.3.1 Die Aktivierungskonzeption des HGB
- 5.3.2 Die Passivierungskonzeption des HGB
- 5.4 Die Bewertungskonzeption des HGB
- 5.4.1 Bewertung von Vermögensgegenständen
- 5.4.2 Bewertung von Schulden
- 5.5 Modifikation der Bemessungsgrundlage im REITG
- 6 Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalkonzeption des REITG für Zwecke der Ausschüttungsbemessung
- 6.1 Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalerhaltungskonzeption des REITG
- 6.1.1 Bewertungskonzeption
- 6.1.2 Erhaltungsmaßstab
- 6.1.3 Erhaltungsziel
- 6.1.4 Gewinnbegriff
- 6.2 Betriebswirtschaftliche Analyse des Mengengerüsts des REITG
- 6.3 Kapitalkonzeption und Gläubigerschutz im handelsrechtlichen Jahresabschluss der REIT-AG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Kapitalkonzeptionen des REIT-Gesetzes (REITG) vergleichend unter Berücksichtigung des Gesetzeszwecks. Der Fokus liegt auf der Betriebswirtschaftlichen Analyse der Kapitalerhaltung und des Mengengerüsts im Kontext von IFRS und HGB.
- Vergleich der Kapitalkonzeptionen im REITG mit IFRS und HGB
- Analyse der Ausschüttungsbemessung im REITG
- Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalerhaltung im Kontext des REITG
- Bewertungskonzeptionen im IFRS und HGB im Hinblick auf REIT-AGs
- Gläubigerschutz im handelsrechtlichen Jahresabschluss der REIT-AG
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Dieses Kapitel dient als Einleitung in die Thematik und stellt die Problemstellung dar. Es werden die Zielsetzung der Arbeit sowie der Aufbau erläutert. Die Problemstellung benennt die Notwendigkeit einer detaillierten Analyse der Kapitalkonzeptionen des REITG im Hinblick auf IFRS und HGB, um die Übereinstimmung mit dem Gesetzeszweck zu überprüfen. Der Aufbau der Arbeit wird skizziert, um dem Leser einen Überblick über die Struktur und die behandelten Aspekte zu geben.
2 Das Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-Gesetz – REITG): Dieses Kapitel beschreibt das REITG, seine Ziele und die gesetzlichen Anforderungen an REIT-AGs. Es werden die gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Anforderungen, die Anforderungen an die Vermögens- und Ertragsstruktur, die Ausschüttungsverpflichtung sowie die Einschränkung des Immobilienhandels detailliert erläutert. Die Kapitelteile befassen sich mit der Rechtsform, dem Mindestkapital, der Börsennotierung und der Aktionärsstruktur. Zusätzlich wird die Besteuerungskonzeption auf Ebene der REIT-AG und der Anteilseigner beleuchtet. Es erfolgt eine umfassende Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen für REIT-AGs in Deutschland.
3 Maßgeblichkeit des IFRS-Abschlusses für die Überprüfung der Ertrags- und Strukturnormen sowie für die Offenlegung: Das Kapitel untersucht die Relevanz des IFRS-Abschlusses für die Prüfung der Ertrags- und Strukturnormen von REIT-AGs. Es beleuchtet die Zwecke des IFRS-Abschlusses, insbesondere die Bereitstellung entscheidungsnützlicher Informationen für Investoren. Die verschiedenen Ansatz- und Bewertungskonzeptionen nach IFRS werden detailliert dargestellt und am Beispiel von Immobilien, Sachanlagen und Vorräten illustriert. Der Fokus liegt auf dem „Mixed Model“ der Aktivabewertung und der Bedeutung des Fair Value, des Revaluation Models und des Anschaffungswertprinzips. Die Kapitelteile erläutern den ergänzenden Zweck des IFRS-Abschlusses im Kontext der REITG-spezifischen Vermögens- und Ertragsstruktur.
4 Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalkonzeption des IFRS-Abschlusses: Dieses Kapitel analysiert die Kapitalkonzeption des IFRS-Abschlusses aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Es untersucht die Kapitalerhaltung, den Erhaltungsmaßstab, das Erhaltungsziel und den Gewinnbegriff im Kontext des IFRS. Die Analyse umfasst die Bewertungskonzeption und das Mengengerüst des IFRS. Es wird ein Vergleich mit dem REITG und der Entscheidungsnützlichkeit gegenüber der Kapitalerhaltung angestellt, welche eine wichtige Rolle für die Bewertung und die Entscheidungsfindung der Investoren spielt.
5 Maßgeblichkeit des handelsrechtlichen Jahresabschlusses für die Ausschüttungsbemessung: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses (HGB) für die Bemessung der Ausschüttungen von REIT-AGs. Es erläutert die Zwecke des HGB-Abschlusses, insbesondere die Sicherung des Rechtsverkehrs und den Gläubigerschutz. Die Ansatz- und Bewertungskonzeptionen des HGB werden im Detail dargestellt und mit denen des IFRS verglichen. Es wird auf die Modifikationen der Bemessungsgrundlage im REITG eingegangen und die Unterschiede zwischen den beiden Abschlusssystemen für die Ausschüttungsbemessung analysiert.
6 Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalkonzeption des REITG für Zwecke der Ausschüttungsbemessung: Das Kapitel analysiert die Kapitalkonzeption des REITG aus betriebswirtschaftlicher Perspektive und konzentriert sich auf die Ausschüttungsbemessung. Die Kapitalerhaltungskonzeption des REITG wird detailliert untersucht, einschließlich der Bewertungskonzeption, des Erhaltungsmaßstabs, des Erhaltungsziels und des Gewinnbegriffs. Die Analyse berücksichtigt das Mengengerüst des REITG und beleuchtet die Beziehung zwischen der Kapitalkonzeption und dem Gläubigerschutz im handelsrechtlichen Jahresabschluss der REIT-AG. Der Schwerpunkt liegt auf der Erklärung, wie die verschiedenen Konzepte zusammenwirken, um die Ausschüttungen zu regulieren und den Gläubigerschutz zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
REIT-Gesetz, REIT-AG, Immobilien-Aktiengesellschaften, IFRS, HGB, Kapitalkonzeption, Ausschüttungsbemessung, Bewertungskonzeption, Kapitalerhaltung, Vermögensstruktur, Ertragsstruktur, Gläubigerschutz, Betriebswirtschaftliche Analyse, Gesetzeszweck.
Häufig gestellte Fragen zum Dokument: Analyse der Kapitalkonzeptionen des REIT-Gesetzes
Was ist der Gegenstand dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert vergleichend die Kapitalkonzeptionen des REIT-Gesetzes (REITG) unter Berücksichtigung des Gesetzeszwecks. Der Fokus liegt auf der betriebswirtschaftlichen Analyse der Kapitalerhaltung und des Mengengerüsts im Kontext von IFRS und HGB. Es wird untersucht, wie die Kapitalkonzeptionen des REITG mit IFRS und HGB zusammenhängen und die Ausschüttungsbemessung beeinflussen.
Welche Themen werden im Detail behandelt?
Die Arbeit behandelt folgende Themen im Detail: Vergleich der Kapitalkonzeptionen im REITG mit IFRS und HGB; Analyse der Ausschüttungsbemessung im REITG; Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalerhaltung im Kontext des REITG; Bewertungskonzeptionen im IFRS und HGB im Hinblick auf REIT-AGs; Gläubigerschutz im handelsrechtlichen Jahresabschluss der REIT-AG.
Was ist das REIT-Gesetz (REITG) und welche Rolle spielt es in der Arbeit?
Das REIT-Gesetz (REITG) schafft die rechtlichen Rahmenbedingungen für deutsche Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-AGs). Die Arbeit analysiert detailliert die Anforderungen des REITG an REIT-AGs, einschließlich der gesellschafts- und kapitalmarktrechtlichen Anforderungen, der Anforderungen an die Vermögens- und Ertragsstruktur, der Ausschüttungsverpflichtung und der Einschränkung des Immobilienhandels. Die Besteuerungskonzeption auf Ebene der REIT-AG und der Anteilseigner wird ebenfalls beleuchtet.
Welche Bedeutung haben IFRS und HGB in der Arbeit?
IFRS (International Financial Reporting Standards) und HGB (Handelsgesetzbuch) sind die relevanten Rechnungslegungsstandards. Die Arbeit untersucht die Maßgeblichkeit des IFRS-Abschlusses für die Überprüfung der Ertrags- und Strukturnormen sowie für die Offenlegung bei REIT-AGs. Sie analysiert die Ansatz- und Bewertungskonzeptionen nach IFRS und HGB und vergleicht sie miteinander. Der Fokus liegt auf dem Einfluss dieser Standards auf die Kapitalkonzeption und die Ausschüttungsbemessung von REIT-AGs.
Wie wird die Kapitalerhaltung im Kontext des REITG analysiert?
Die Arbeit analysiert die Kapitalerhaltungskonzeption des REITG aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Sie untersucht die Bewertungskonzeption, den Erhaltungsmaßstab, das Erhaltungsziel und den Gewinnbegriff im Kontext des REITG, IFRS und HGB. Der Vergleich der verschiedenen Kapitalerhaltungsansätze und deren Auswirkungen auf die Ausschüttungspolitik bildet einen zentralen Bestandteil der Analyse.
Welche Rolle spielt der Gläubigerschutz?
Der Gläubigerschutz spielt eine wichtige Rolle im handelsrechtlichen Jahresabschluss der REIT-AG. Die Arbeit untersucht, wie die Kapitalkonzeption des REITG und die Anwendung von HGB den Gläubigerschutz gewährleisten. Die Analyse betrachtet die Unterschiede zwischen den Anforderungen an die Kapitalerhaltung im REITG und den allgemeinen Prinzipien des Gläubigerschutzes im HGB.
Welche Kapitel umfasst die Arbeit und was ist deren Inhalt?
Die Arbeit umfasst sechs Kapitel: Kapitel 1 (Einführung), Kapitel 2 (Das REITG), Kapitel 3 (Maßgeblichkeit des IFRS-Abschlusses), Kapitel 4 (Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalkonzeption des IFRS-Abschlusses), Kapitel 5 (Maßgeblichkeit des handelsrechtlichen Jahresabschlusses), und Kapitel 6 (Betriebswirtschaftliche Analyse der Kapitalkonzeption des REITG). Jedes Kapitel behandelt einen spezifischen Aspekt der Kapitalkonzeptionen im Kontext des REITG, IFRS und HGB. Die Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel liefern einen detaillierten Überblick über den jeweiligen Inhalt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter, die die Arbeit charakterisieren, sind: REIT-Gesetz, REIT-AG, Immobilien-Aktiengesellschaften, IFRS, HGB, Kapitalkonzeption, Ausschüttungsbemessung, Bewertungskonzeption, Kapitalerhaltung, Vermögensstruktur, Ertragsstruktur, Gläubigerschutz, Betriebswirtschaftliche Analyse, Gesetzeszweck.
- Citation du texte
- Marcel Kunze (Auteur), 2007, Die Kapitalkonzeptionen des Gesetzes zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REIT-Gesetz) , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88168