In der vorliegenden Arbeit wird beschrieben, was John Dewey unter „handlungsorientiertem Lernen“, auch bekannt als „Projektunterricht“ oder „Projektorientierter Unterricht“, verstanden hat. Ziel ist es, ein umfassendes Bild von John Deweys Erziehungsphilosophie wiederzugeben und auf die Bedeutung dieser in unserer Zeit einzugehen.
Dazu wird als erstes die Biographie des Philosophen John Dewey kurz vorgestellt, auf die Herkunft des handlungsorientierten Lernens und den Einfluss in der Geschichte der deutschen Pädagogik eingegangen. Anschließend folgt seine Vorstellung von handlungsorientiertem Lernen. Weiter sollen das zugrunde liegende Menschenbild, sowie zugrunde liegende Werte beleuchten werden und auf die typischen Vorgehensweisen in der Erziehung eingegangen werden. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer kritischen Stellung zu seinem Konzept des handlungsorientierten Lernens. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Biographischer Hintergrund John Deweys
2 Handlungsorientiertes Lernen
2.1 Rezeption des handlungsorientierten Lernens in Deutschland
2.2 Philosophische Wurzeln des handlungsorientierten Lernens
2.3 Kurzbeschreibung des Konzeptes des handlungsorientierten Lernens
2.3.1 Anforderungen an Erziehungsinstitutionen
2.3.2 Deweys Konzept des handlungsorientierten Lernens
2.4 Zugrunde liegendes Menschenbild
2.5 Implizierte Wertvorstellung und deren Begründung
2.6 Typische Vorgehensweise und erzieherische Haltung
3 Kritische Stellungnahme in Bezug auf die aktuelle Praxisrelevanz
4 Persönliche Stellungnahme zur Studienarbeit
5 Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Erziehungsphilosophie von John Dewey und sein Konzept des handlungsorientierten Lernens umfassend darzustellen sowie dessen Bedeutung für die moderne Pädagogik kritisch zu reflektieren.
- Biographische Einordnung des Philosophen John Dewey
- Philosophische Grundlagen des Pragmatismus und dessen Einfluss auf die Bildung
- Merkmale handlungsorientierten Lernens und Anforderungen an Erziehungsinstitutionen
- Die zentrale Rolle der Demokratie und von Werten im Erziehungsprozess
- Kritische Reflexion über die Praxisrelevanz im heutigen Schulsystem
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Deweys Konzept des handlungsorientierten Lernens
„John Dewey selbst war Direktor an der Chicagoer Laborschule, auch „Dewey School“ genannt, die dem Campus der Universität angeschlossen war“ (vgl. Suhr 1994, S. 14): Der Unterricht sollte handlungsorientiert ablaufen, weshalb folgende Punkte bei der Planung beachtet werden mussten (vgl. Knoll 1992, S 93):
Der Unterricht sollte in ganzheitlichen „Situationen“ verlaufen, die dem Kind Raum gaben, sich „wie im Leben“ aktiv mit den Fragen seiner Umwelt auseinanderzusetzen.
Der Unterricht sollte nicht an Fachgrenzen enden, vielmehr sollte er die konkreten Erfahrungen und Probleme aufnehmen, die Kinder außerhalb der Schule kennen gelernt hatten und die sie von daher interessierten.
Die Probleme, die im Unterricht behandelt wurden sollten mal mehr praktisch, mal mehr theoretisch orientiert sein. Sie sollten aber stets so gewählt werden, dass die Schüler nicht in der Lage waren, sie allein auf Grund ihrer Vorerfahrung zu bearbeiten. Im Gegenteil, die Schüler sollten immer wieder auf die Erfahrungen früherer Generationen, das heißt auf Buch- und Fachwissen, zurückgreifen müssen, wenn sie die Arbeit zu Ende bringen wollten.
Ausgangspunkte sollten stets die Erfahrungen und Interessen der Kinder bilden, Stoffe und Inhalte der Wissenschaft stets die Endpunkte. Dadurch gelingt es, das Kind dazu zu bringen, sich mit einem Problem zu identifizieren und von sich aus motiviert ist, eine Antwort zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema des handlungsorientierten Lernens und die Zielsetzung der Arbeit.
1 Biographischer Hintergrund John Deweys: Überblick über den Lebensweg John Deweys und die Einflüsse auf seine philosophische Entwicklung.
2 Handlungsorientiertes Lernen: Analyse der Rezeption, der philosophischen Wurzeln sowie der Kernelemente des Konzepts inklusive der Anforderungen an die Erziehung.
3 Kritische Stellungnahme in Bezug auf die aktuelle Praxisrelevanz: Reflexion über die Übertragbarkeit des Konzepts auf das heutige Bildungssystem und Grenzen des Projektunterrichts.
4 Persönliche Stellungnahme zur Studienarbeit: Reflexion des Autors über den Erstellungsprozess und das Verständnis von Deweys komplexer Erziehungsphilosophie.
5 Literaturangaben: Verzeichnis der in der Arbeit genutzten Quellen.
Schlüsselwörter
John Dewey, Handlungsorientiertes Lernen, Projektunterricht, Pragmatismus, Erziehungsphilosophie, Erfahrung, Demokratische Erziehung, Laborschule, Theorie-Praxis-Transfer, Schulpädagogik, Selbstständiges Lernen, Bildungschancen, Konstruktivismus, Soziales Lernen, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erziehungsphilosophie von John Dewey und erläutert sein Konzept des „handlungsorientierten Lernens“ sowie dessen Kernideen für die schulische Bildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Philosophie des Pragmatismus, die Verzahnung von Theorie und Praxis, der Stellenwert von Demokratie in der Schule und die Rolle des Lehrers als Begleiter.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild von Deweys Erziehungsphilosophie zu zeichnen und zu hinterfragen, wie handlungsorientierte Ansätze in der heutigen Schulpraxis realisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der Originalwerke Deweys und interpretative pädagogische Fachliteratur ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie Deweys, die Erläuterung der philosophischen Wurzeln des Pragmatismus sowie die detaillierte Darstellung des handlungsorientierten Lernens und der daraus resultierenden Anforderungen an Institutionen und Lehrende.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Handlungsorientierung, Erfahrung, Projektmethode, Demokratie, Bildungschancen und die kritische Reflexion des aktuellen Bildungssystems.
Wie unterscheidet sich die „Kinderzentriertheit“ von Deweys „Kinderorientierung“?
Dewey kritisierte eine „Kinderzentriertheit“, die das Kind isoliert betrachtet; er plädierte stattdessen für eine „Kinderorientierung“, welche das Kind als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft und in Bezug zu seiner Umwelt versteht.
Warum spielt die Demokratie eine so große Rolle im Konzept?
Für Dewey ist Erziehung nicht nur Vorbereitung auf den Beruf, sondern ein Mittel zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft. Schule soll daher als „Form des Zusammenlebens“ fungieren, in der demokratische Prozesse aktiv erfahren werden.
- Quote paper
- Jan-Philip Frank (Author), 2006, Das Konzept des handlungsorientierten Lernens: Eine Darstellung von John Deweys Erziehungsphilosophie und deren Bedeutung in der heutigen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88190