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Interaktion und Gefühlsarbeit

Title: Interaktion und Gefühlsarbeit

Presentation (Elaboration) , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carolin Srocke (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Gefühlsarbeit in personenbezogenen Dienstleistungsberufen wird täglich und in fast allen Situationen geleistet, die im direkten Kontakt zum Patienten stehen. Oft werden solche Interaktionen zwischen Pflegepersonal und Patient überhaupt nicht als Gefühlsarbeit wahrgenommen oder als diese gedeutet; schließlich sieht das Berufsbild der Pflege es als selbstverständlich vor, in jeder Situation emotional richtig zu handeln und auch bei größten Belastungen ( ob durch betriebswirtschaftliche oder andere Faktoren beeinflusst) mit einem freundlichen geduldigen Wesen auf Patienten einzugehen.
Der Begriff Gefühlsarbeit wird als „allgemeingültige deutsche Übersetzung aus meist amerikanischen Veröffentlichungen und Untersuchungen“ verwendet, meint jedoch im Ursprung verschiedenste inhaltliche Themen und Bedeutungen. Das heißt, es gibt keine einheitliche Definition für Gefühlsarbeit. Strauss, Anselm et al. deuten Gefühlsarbeit als „die Arbeit, die Angehörige personenbezogener Dienstleistungsberufe im Blick auf die Gefühle anderer erbringen. Dazu gehören z. B. Vertrauensarbeit, Fassungsarbeit und Identitätsarbeit“ . Laut Dunkel meint Gefühlsarbeit den „beruflich- fachlichen Umgang mit Gefühlen“ Andere Begriffe, die die Bedeutung der Gefühlsarbeit überschneiden sind z. B. Emotionsarbeit (J. Gerhard 1988) und Gefühlsregulierung (B. Badura 1990).

Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich schon oft im täglichen Praxisalltag in der Klinik Situationen erlebt habe, die mich belastet haben, und die mich auch nach Feierabend nicht losließen. Oft denke ich darüber nach, ob ich mich zu sehr in Patienten oder Angehörige einfühle und mich damit belaste, aber andererseits gehört auch diese Arbeit zu meinem Beruf. Um eventuell besser zu verstehen, wie ich mit meinen eigenen Gefühlen und auch der der Patienten umgehen kann, werde ich dieses Thema bearbeiten. Als Grundlage dazu habe ich mich auf die Arbeit „Die Last des Mitfühlens- Aspekte der Gefühlsregulierung in sozialen Berufen am Beispiel der Krankenpflege“ von Gabriele Overlander (Krankenschwester, Soziologin und Sozialpsychologin) bezogen.

Excerpt


Gliederung

1 Einleitung

2 Allgemeine Belastungen in Pflegeberufen

3 Vorstellung der Forschungsmethode

4 Forschungsergebnisse

4.1 Leibliche Bedürfnisse

4.2 Hygiene

4.3 Gefühle des Ekels

4.4 Scham- und Peinlichkeitslasten

4.5 Lasten der Beherrschung der eigenen Gefühle

4.6 Entwicklung von Mitleid zu Empathie

4.7 Machtverhältnis zwischen Ärzten und Pflegepersonal

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die psychosozialen Arbeitsbelastungen in der Pflege um den Aspekt der Gefühlsarbeit zu erweitern und die Notwendigkeit der Kontrolle eigener Emotionen kritisch zu beleuchten.

  • Belastungsfaktoren in Pflegeberufen
  • Emotionaler Umgang mit Ekel und Scham
  • Entwicklung von Mitleid zu professioneller Empathie
  • Status- und Machtverhältnisse zwischen Ärzten und Pflegepersonal
  • Die Last der Gefühlsunterdrückung als Ursache für Berufsunzufriedenheit

Auszug aus dem Buch

4.3 Gefühle des Ekels

Ekel wurde vom Psychologen und Emotionsforscher Car Oll E. Izard „als einen Widerwillen, der oft von körperlicher Übelkeit und einem schlechten Geschmack im Mund begleitet wird. Vom Objekt des Ekels will man sich schnellst möglich abwenden, es beseitigen oder aber die Situation verändern“6. In älteren Krankenpflegelehrbüchern wird sehr deutlich über den Umgang mit Ausscheidungen, eiternden Wunden und Körpergerüchen (also Objekte, die Ekel auslösen können) geschrieben. Die heutige, verwissenschaftliche, bereinigte Sprache ist ein Zeichen für die vergrößerte Distanz zu den körperlichen Verrichtungen und Ausscheidungen mit einer zunehmenden Strenge der Ekelstandards. Hinweise dafür sind auch die Verhaltensanweisungen zur Kontrolle und den Umgang mit Ekelgefühlen: Anfangs wurde noch eindeutig beschrieben, wie man Ekel erregende Situationen meistern kann:

„Der Dienst am Kranken bedeutet vor allen Dingen Arbeit, die oft große Selbstüberwindung kostet, und nur der Wunsch und Wille, einem kranken Menschen zu helfen und sich in dessen Welt einzufügen, und ein hohes sittliches Pflichtbewußtsein ermöglichen es, über alle Schwierigkeiten hinwegzukommen, die dieser Beruf mit sich bringt.“7

Heute findet man in Lehrbüchern überhaupt keine Anweisungen zum Umgang mit Ekelgefühlen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Gefühlsarbeit in personenbezogenen Dienstleistungsberufen ein und begründet die Wahl des Themas durch persönliche Praxiserfahrungen.

2 Allgemeine Belastungen in Pflegeberufen: Dieses Kapitel systematisiert die verschiedenen Belastungsarten, wie Arbeitszeiten, körperliche Anforderungen, Zeitdruck sowie Leidbelastungen durch den Kontakt mit Patienten.

3 Vorstellung der Forschungsmethode: Hier wird der methodische Ansatz beschrieben, der auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Krankenpflegelehrbüchern basiert, um Verhaltensanweisungen zur Gefühlsarbeit zu untersuchen.

4 Forschungsergebnisse: Das Kapitel detailliert die empirischen Befunde zu spezifischen Belastungsfaktoren wie Ekel, Scham, Hygienevorschriften und dem Machtgefüge im Krankenhaus.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Gefühlsarbeit und fordert eine Abkehr von der Unterdrückung von Emotionen hin zu mehr Supervision und Unterstützung.

6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Gefühlsarbeit, Krankenpflege, Emotionen, Belastung, Ekel, Scham, Empathie, Patientenkontakt, Stress, Berufshabitus, Supervision, Machtverhältnis, Pflegewissenschaft, Dienstleistung, Psychosoziale Belastung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die emotionale Belastung von Pflegekräften und den gesellschaftlich sowie beruflich geforderten Umgang mit eigenen Gefühlen während der Patientenbetreuung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Umgang mit Ekel und Scham, die körpernahe Pflege, die Entwicklung von Mitleid hin zu Empathie und die hierarchischen Strukturen im Krankenhaus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifischen psychischen Lasten durch Gefühlsregulierung aufzuzeigen, die in der pflegerischen Ausbildung oft vernachlässigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse, wobei Krankenpflegelehrbücher aus dem Zeitraum von 1874 bis 1987 chronologisch ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Kategorien wie leibliche Bedürfnisse, Hygieneanforderungen, Ekelempfinden, Machtverhältnisse zwischen Ärzten und Pflege sowie die Last der eigenen Emotionsbeherrschung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gefühlsarbeit, Pflegewissenschaft, Emotionale Belastung, Empathie, Ekel, Scham, Machtverhältnisse, Berufshabitus.

Wie unterscheidet sich der Begriff Mitleid von Empathie in dieser Arbeit?

Mitleid wird historisch und fachlich als Identifikation mit dem Leiden betrachtet, während Empathie als professionelle, distanzierte Art der Zuwendung propagiert wird.

Warum wird die Rolle des Pflegepersonals als "Handlanger" kritisiert?

Aufgrund des hierarchischen Systems im Krankenhaus wird der Pflegeberuf gesellschaftlich und von ärztlicher Seite oft geringer geschätzt, trotz der hohen Verantwortung, die Pflegende tragen.

Welche Folgen hat die mangelnde Verarbeitung von Gefühlsarbeit laut der Autorin?

Unverarbeitete Gefühlslasten führen häufig zu Erschöpfung, psychosomatischen Erkrankungen, Burn-out und können letztlich den Berufsausstieg zur Folge haben.

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Details

Title
Interaktion und Gefühlsarbeit
College
University of Applied Sciences Hanover
Course
Interaktionsprozesse in der Pflege
Grade
1,3
Author
Carolin Srocke (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V88201
ISBN (eBook)
9783638027953
Language
German
Tags
Interaktion Gefühlsarbeit Interaktionsprozesse Pflege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Srocke (Author), 2007, Interaktion und Gefühlsarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88201
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