Heutzutage kommt es immer häufiger zur Zusammenarbeit zwischen Fluggesellschaften. Diese Zusammenarbeit erfolgt nicht nur auf technischer Ebene, sondern auch auf der Vertriebsebene. Es kommt zu so genannten Vertriebsabkommen. Solche Vertriebsabkommen zwischen Fluggesellschaften können in Form von General Sales Agency Agreements, Royalty Agreements und Interline-Vereinbarungen zu Stande kommen. Diese Interline-Vereinbarungen sind das Thema dieser Arbeit. Während sie in den letzten Jahren noch eine wettbewerbsrechtliche Sonderstellung in Form der Gruppenfreistellung einnahmen, wurde diese jetzt von der EU gestrichen. Auch die USA und Australien prüfen momentan die Gruppenfreistellungsverordnungen.
Im Folgenden wird deshalb das Interlining genauer erklärt und die Grundlagen des Interlining bearbeitet. In Kapitel 3 wird ein Überblick über die wettbewerbsrechtlichen Auswirkungen der Gruppenfreistellungsverordnung und deren Wegfall gegeben. Das Kapitel 4 beschäftigt sich dann mit den Zukunftsperspektiven des Interlining in Anbetracht der neuen wettbewerbspolitischen Diskussion und würdigt kritisch, ob es überhaupt eine Zukunft für das Interlining gibt. Abschließend folgt in Kapitel 5 ein Fazit zum Thema.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Interline-Systeme
2.1 Existierende Interline-Systeme
2.2 Vorteile für den Kunden
2.3 Vorteile für die Fluggesellschaften
3 Wettbewerbspolitische Situation
3.1 Status Quo
3.2 Ende der Gruppenfreistellungsverordnungen
4 Zukunftsperspektiven des Interlining
4.1 Das neue IATA-Interlining
4.1.1 Funktionsweise des E-Interlining
4.1.2 Erste Probleme des E-interlining
4.2 Interlining ohne Bedeutung für die Zukunft?
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit von Interline-Vereinbarungen im Luftverkehr unter dem Einfluss einer veränderten wettbewerbspolitischen Lage, insbesondere nach dem Wegfall von Gruppenfreistellungsverordnungen, und analysiert die Rolle technischer Neuentwicklungen wie das E-Interlining.
- Grundlagen und Vorteile von Interline-Systemen für Kunden und Fluggesellschaften
- Wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen und der Wegfall von Gruppenfreistellungen
- Analyse des E-Interlining als modernes, IATA-gestütztes System
- Technische und rechtliche Herausforderungen bei der Implementierung von E-Ticket-Systemen
- Kritische Würdigung der zukünftigen Relevanz von Interlining in einem liberalisierten Markt
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Funktionsweise des E-Interlining
Auch wenn die Beteiligung an den Interline-Systemen abgenommen hat und sie scheinbar an Bedeutung verlieren erarbeitet die IATA momentan ein im Rahmen der Umstellung auf die elektronischen Flugscheine ein digitalisiertes Interline-System. Dieses System wird Interline Electronic Ticketing (IET) genannt, an dem sich mehr als 200 Fluggesellschaften beteiligen. Die IATA selbst kündigt dieses neue System als das Interline-System von morgen an. Das System ist zwar als Reaktion auf die aufküdigung der Gruppenfreistellung für die IATA-Tarifkonferenz für Europa entwickelt worden, soll aber zukünftig weltweit eingesetzt werden.
Um zukünftig nicht mehr auf die Tarifkonferenzen angewiesen zu sein hat die IATA ein neues System entwickelt, welches automatisch den durchschnittlichen Preis für jede Route berechnet. Auf diesen Durchschnittspreis wird dann noch ein zusätzlicher Bonus gewährt, um den Preisvorteil an den Fluggast weiterzugeben. Der Fluggast kann damit auch zukünftig von den Vorteilen des Interlining profitieren ohne das die IATA Tarifkonferenz notwendig ist. Genaue Details wie diese so genannten „Flex Fares“ berechnet werden sind nicht bekannt. Sie sollen aber regelmäßig im März und Oktober jeden Jahres neu berechnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Zusammenarbeit zwischen Fluggesellschaften, insbesondere Interline-Vereinbarungen, sowie Vorstellung des inhaltlichen Aufbaus der Arbeit.
2 Interline-Systeme: Erläuterung der Grundlagen von Interline-Abkommen, ihrer Funktionsweise und der zentralen Vorteile für Kunden sowie Fluggesellschaften.
3 Wettbewerbspolitische Situation: Analyse des aktuellen Status Quo und der Auswirkungen der veränderten wettbewerbsrechtlichen Lage durch den Wegfall der Gruppenfreistellungsverordnungen.
4 Zukunftsperspektiven des Interlining: Untersuchung neuer technologischer Ansätze wie das E-Interlining zur Sicherung des Interlinings sowie Diskussion der Herausforderungen bei der Umsetzung.
5 Fazit: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung, ob Interlining angesichts des Preisdrucks und neuer Marktmodelle zukünftig noch eine bedeutende Rolle spielen wird.
Schlüsselwörter
Luftverkehr, Interlining, IATA, E-Interlining, Gruppenfreistellung, Wettbewerb, Fluggesellschaften, E-Ticketing, Preisdegression, Vertriebsnetz, Liberalisierung, Tarifkonferenz, Netzwerkcarrier, Low-Cost-Carrier, Flugtickets.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Zukunft des Interlinings im Luftverkehr unter Berücksichtigung neuer wettbewerbspolitischer Rahmenbedingungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Funktionsweise von Interline-Systemen, deren Vorteile, der Einfluss von Wettbewerbsrecht sowie die technologische Umstellung auf E-Interlining.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine kritische Analyse, ob Interline-Vereinbarungen trotz zunehmender Liberalisierung und Marktveränderungen in Zukunft noch eine relevante Rolle spielen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung aktueller verkehrspolitischer sowie branchenspezifischer Informationen und Dokumente.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Der Hauptteil behandelt die technischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekte von Interline-Systemen sowie die Konsequenzen aus dem Wegfall der Gruppenfreistellungen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Interlining, IATA, Wettbewerb, E-Interlining, Fluggesellschaften und regulatorische Rahmenbedingungen.
Warum haben sich Gruppenfreistellungen für die IATA-Tarifkonferenzen geändert?
Die EU-Kommission entschied, dass die Vorzüge des Interlinings nicht mehr pauschal über unbefristete Freistellungen vom Kartellrecht legitimiert werden können, um den Wettbewerb zu fördern.
Was ist die größte technische Herausforderung beim E-Interlining?
Die größte Hürde besteht in der Komplexität der notwendigen digitalen Verbindungen zwischen hunderten Fluggesellschaften sowie in unterschiedlichen nationalen rechtlichen Anforderungen.
- Arbeit zitieren
- Matthias Schneider (Autor:in), 2008, Die Zukunft des Interlining vor dem Hintergrund neuer wettbewerbspolitischer Rahmensetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88296