Die Zukunft des Interlining vor dem Hintergrund neuer wettbewerbspolitischer Rahmensetzungen


Seminararbeit, 2008

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Interline-Systeme
2.1 Existierende Interline-Systeme
2.2 Vorteile für den Kunden
2.3 Vorteile für die Fluggesellschaften

3 Wettbewerbspolitische Situation
3.1 Status Quo
3.2 Ende der Gruppenfreistellungsverordnungen

4 Zukunftsperspektiven des Interlining
4.1 Das neue IATA-Interlining
4.1.1 Funktionsweise des E-Interlining
4.1.2 Erste Probleme des E-interlining
4.2 Interlining ohne Bedeutung für die Zukunft?

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Heutzutage kommt es immer häufiger zur Zusammenarbeit zwischen Fluggesellschaften. Diese Zusammenarbeit erfolgt nicht nur auf technischer Ebene, sondern auch auf der Vertriebsebene. Es kommt zu so genannten Vertriebsabkommen. Solche Vertriebsabkommen zwischen Fluggesellschaften können in Form von General Sales Agency Agreements, Royalty Agreements und Interline-Vereinbarungen zu Stande kommen. Diese Interline-Vereinbarungen sind das Thema dieser Arbeit. Während sie in den letzten Jahren noch eine wettbewerbsrechtliche Sonderstellung in Form der Gruppenfreistellung einnahmen, wurde diese jetzt von der EU gestrichen. Auch die USA und Australien prüfen momentan die Gruppenfreistellungsverordnungen.

Im Folgenden wird deshalb das Interlining genauer erklärt und die Grundlagen des Interlining bearbeitet. In Kapitel 3 wird ein Überblick über die wettbewerbsrechtlichen Auswirkungen der Gruppenfreistellungsverordnung und deren Wegfall gegeben. Das Kapitel 4 beschäftigt sich dann mit den Zukunftsperspektiven des Interlining in Anbetracht der neuen wettbewerbspolitischen Diskussion und würdigt kritisch, ob es überhaupt eine Zukunft für das Interlining gibt. Abschließend folgt in Kapitel 5 ein Fazit zum Thema.

2 Interline-Systeme

2.1 Existierende Interline-Systeme

Interlining Abkommen sind dazu da, dass die Abwicklung von Fluggästen und deren Gepäck zwischen mehreren Fluggesellschaften problemlos erfolgen kann. Es kommt also zu einer Zusammenarbeit zwischen mehreren Luftverkehrsunternehmen.[1]

Ein Interlining Abkommen ist die gegenseitige Anerkennung von Flugtickets und Transportdokumenten zwischen zwei Fluggesellschaften und der finanzielle Ausgleich der dadurch entstehenden Verbindlichkeiten. Diese Abkommen werden vertraglich festgehalten und können sowohl bilateral als auch multilateral geschlossen werden.[2] Zum Teil kommt es sogar zu der gegenseitigen Anerkennung der Bonusmeilen; im Extremfall gibt es auch eine Zusammenlegung der Frequent-Flyer-Programs.[3]

Das größte und bedeutendste Interlining-Abkommen wird von der IATA organisiert und umfasst die gegenseitige Annerkennung der Beförderungsdokumente, Beförderungsbedingungen und Abrechnungsmodalitäten zwischen den teilnehmenden Fluggesellschaften. Diese müssen dabei aber nicht zwingend ein Mitglied der IATA sein. Momentan beteiligen sich ca. 300 Fluggesellschaften am IATA Interlining.[4]

Die Preise und Beförderungsbedingungen werden durch die IATA Tarifkonferenz festgelegt. An ihr nehmen alle am Interlining teilnehmenden Fluggesellschaften teil.[5] Aber es nehmen auch durchaus viele Fluggesellschaften an den Tarifkonferenzen teil, welche kein Mitglied der IATA sind.[6]

Die entsprechende Verrechnung der einzelnen Flugscheine zwischen den Fluggesellschaften übernimmt hierbei die IATA Clearing House in Genf.[7] Die Fluggesellschaften müssen so nur mit der IATA Clearing House abrechnen und nicht mit den vielen Partnern, die sonst noch am Interlining beteiligt waren.[8]

Neben den zwei bereits genannten Systemen existieren auch noch weltweite Luftverkehrsallianzen und Code-sharing-Vereinbarungen. Die größte Rolle spielt jedoch das IATA-Interlining. Dies zeigt sich schon allein durch die hohe Anzahl der teilnehmenden Fluggesellschaften.[9]

2.2 Vorteile für den Kunden

Für die Kunden der Fluggesellschaften ergeben sich aus den Interlining Vereinbarungen zwischen den Fluggesellschaften drei große Vorteile:[10]

nur ein Flugticket/Ticketheft

hohe Flexibilität

Preisdegressionseffekte

Bucht ein Fluggast aneinander anschließende Flüge bei unterschiedlichen Fluggesellschaften die ein Interline-Abkommen abgeschlossen haben erhält er für seine Reise nur ein einziges Ticket. Der Kunde hat also die Möglichkeit mehrere Fluggesellschaften mit dem gleichen Ticket zu nutzen. Dadurch muss er nicht mehr mehrere Tickets bei einer Reise mitführen, sondern nur noch ein einziges, bzw. ein Flugscheinheft.[11]

Bereits bei der Buchung von Flügen zeigt dich die hohe Flexibilität des Angebots von Fluggesellschaften mit einem Interline-Abkommen. Die Vertriebsstellen der im Rahmen des Interlining kooperierenden Fluggesellschaften haben die Möglichkeit jeden vom Kunden gewünschten Flug bei den Kooperationspartnern zu buchen und das Ticket zu verkaufen. Der Kunde kann so aus mehreren Flügen auswählen und hat Zugang zu einem größeren Liniennetz.[12]

Zusätzlich hat der Kunde den Nutzen von Durchgangsflugpreisen. Dadurch nutzt der Kunde den streckenabhängigen Preisdegressionseffekt auch wenn er eine Unterbrechung in der Reise, z.B. durch einen Umstieg, hat.[13] Je länger die Flugstrecke nämlich ist umso geringer wird der Preis pro Kilometer. Durch den Wegfall dieses Effektes müssten die teureren Teilstrecken alle einzelnen bezahlt werden, was zu einer durchschnittlichen Preissteigerung von ca. 10% führen würde.[14] Weitere Vorteile für den Kunden ergeben sich aus dem durchgehenden Transport seines Gepäckes zu seinem Reisziel beim Wechsel der Fluggesellschaft und den weitestgehend gleich bleibenden Transportbedingungen.[15]

2.3 Vorteile für die Fluggesellschaften

Interlining Abkommen sind auch für die Fluggesellschaften durchaus Vorteilhaft. Zusätzlich zu der gesteigerten Attraktivität des Angebotes durch die Vorteile für die Kunden ergeben sich auch noch zwei weitere wichtige Vorteile für die Fluggesellschaften:[16]

erweitertes Streckennetz

erweiterte Vertriebsstruktur

Die Möglichkeit die Flüge der Interlining Partner anbieten zu können erweitert das Streckennetz der Fluggesellschaften erheblich. Speziell kleinere Fluggesellschaften, welche von den großen Fluggesellschaften abhängig sind, profitieren davon.[17] Es entsteht der Eindruck für den Kunden Zugang zu einem integrierten globalen Streckennetz zu haben. Das Angebot der Fluggesellschaften wird um Reiseziele erweitert, die nicht von der Fluggesellschaft selbst angeflogen werden.[18]

Mit Interlining Vereinbarungen wächst aber nicht nur das Streckennetz der Fluggesellschaften sondern auch das Vertriebsnetz. Durch den Vertrieb der Flugtickets der Interlining Partner in den eigenen Vertriebsstellen ist es für diesen möglich Flugtickets an Orten zu vertreiben an denen er keine eigene Vertriebsstelle besitzt. Eine Ausweitung des Vertriebsnetzes ist so für die Fluggesellschaften möglich ohne selbst neue Vertriebsstellen zu errichten.[19]

[...]


[1] vgl. Stehmann, O. (2002), S.143.

[2] vgl. Hüschelrath, K. (1998), S. 388f.

[3] vgl. Joppien, M. G. (2006), S.273.

[4] vgl. Pompl, W. (2007), S.137.

[5] vgl. Joppien, M. G. (2006), S.256.

[6] vgl. Fürst, E. W. M. (2003), S.82.

[7] vgl. Joppien, M. G. (2006), S.256.

[8] vgl. Maurer, P. (2006), S.73.

[9] vgl. http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/05/1432&format=

HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en.

[10] vgl. Pompl, W. (2007), S.137.

[11] vgl. Sterzenbach, R./ Conrady, R. (2003), S.196.

[12] vgl. Pompl, W. (2007), S.137.

[13] vgl. Pompl, W. (2007), S.137.

[14] vgl. Mundt, J. W. (2004), S.391.

[15] vgl. Pompl, W. (2007), S.137.

[16] vgl. Pompl, W. (2007), S.138.

[17] vgl. Mundt, J. W. (2004), S.390.

[18] vgl. Mundt, J. W. (2004), S.390.

[19] vgl. Pompl, W. (2007), S.138.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Zukunft des Interlining vor dem Hintergrund neuer wettbewerbspolitischer Rahmensetzungen
Hochschule
Heilbronn Business School
Veranstaltung
Luftverkehrsübungen
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V88296
ISBN (eBook)
9783638041171
ISBN (Buch)
9783638939034
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukunft, Interlining, Hintergrund, Rahmensetzungen, Luftverkehrsübungen
Arbeit zitieren
Matthias Schneider (Autor), 2008, Die Zukunft des Interlining vor dem Hintergrund neuer wettbewerbspolitischer Rahmensetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88296

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