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Das Pantheum Mythicum des Pere Pomey und ausgewählte Bearbeitungen als Vorläufer von K. Ph. Moritz' Götterlehre

Title: Das Pantheum Mythicum des Pere Pomey und ausgewählte Bearbeitungen als Vorläufer von K. Ph. Moritz' Götterlehre

Seminar Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Patrick Rutishauser (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Menschen wurden von den Sagen des Altertums seit jeher angezogen. Zum einen ist es die Faszination für die Götter, die menschliche Stärken und Schwächen aufweisen, aber trotzdem über göttliche Kräfte verfügen. Sie belohnen und bestrafen die Menschen. Es gibt für jeden Menschen Götter, die sich um seine Belange kümmern und für ihn zuständig sind.
Zum anderen bieten die Sagen den Menschen eine Antwort auf die Fragen, woher der Mensch kommt und warum bestimmte Naturereignisse geschehen. Zeus schleudert beispielsweise die Blitze vom Himmel herab und Neptun lässt Stürme auf dem Meer wirbeln.
Die Menschen des Altertums haben die Götter deshalb mit Tempeln und Opfergaben zu besänftigen versucht. Dabei haben sie auch kunstvolle Bilder und Statuen der Götter geschaffen. Die Götter bekamen feste Attribute, die sie auszeichneten und die zu ihnen gehörten wie ihr Name. Diese festen Darstellungsweisen befähigten Künstler, die die Abbildungen der Götter schufen, ihr Wissen zur Schau zu stellen, indem sie jedes Attribut, das zu einem Gott gehört, darstellten. Es wurden Handbücher entwickelt, in denen man dieses Wissen erwerben konnte. Das Pantheum Mythicum gehört dazu.
Es wurde auch viel über die Bedeutung der Sagen diskutiert. Es gibt drei Deutungsrichtungen, die man unterscheiden kann:
1. Die moralische Deutung
2. Die historische Deutung
3. Die logische Deutung

Im 17. Jahrhundert, als das Pantheum Mythicum verfasst wurde, hat die Kirche die moralische Deutung im Sinne des Christentums zu einem Pflichtbestandteil der damaligen Handbücher gemacht. Eine Deutung, die historische Zusammenhänge in den Sagen, erkennt, wurde auch gestattet, wenn sie der Kirche nicht schadete. Die logische Deutungsweise, eine Mischform der beiden anderen, die auch die Dichtung als Kunstwerk an sich akzeptiert, hat der in unserem Seminar behandelte Karl Philipp Moritz in seiner Götterlehre vorgezogen. Moritz Buch ist ein Nachfolger des Pantheum mythicum, der dieses als eines der bekanntesten mythographischen Handbücher abgelöst hat. Heute ist das bekannteste Buch über die Sagen Gustav Schwabs Die schönsten Sagen des klassischen Altertums.
In dieser Arbeit wird zunächst geklärt, wann und wie die Handbücher populär wurden und wer sie zu welchem Zweck verwendet hat. Danach wird die Beziehung zwischen der Kirche und der Mythologie erläutert. Es folgen Belege für den Erfolg und Gebrauch der Handbücher.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über die mythographischen Handbücher

3. Die Kirche und die Mythologie

4. Über den Erfolg der Handbücher

4.1 Belege für den Gebrauch des Pantheum Mythicum, seiner Übersetzungen und Bearbeitungen

5. Grafisches und poetisches Argument

6. Das Pantheum Mythicum

6.1 Zum Titel

6.2 Der Pantheon

6.3 Über den Autor

6.4 Aufbau und inhaltliche Gestaltung

7. The Pantheon von Andrew Tooke

8. Johann George Hager: Kurze Einleitung in die Göttergeschichte der alten Griechen und Römer nach Anleitung des berühmten Franz Pomeys

9. Die Nachfolger des Pantheum Mythicum

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Aufbau, die historische Bedeutung und die Rezeption mythographischer Handbücher, insbesondere des Pantheum Mythicum von Pere Pomey, und analysiert deren Funktion als Lehrmittel im Kontext der kirchlichen Moralvorstellungen und pädagogischen Strömungen der Zeit.

  • Die historische Rolle und Popularität mythographischer Handbücher vom 17. bis 19. Jahrhundert.
  • Das Spannungsfeld zwischen christlicher Moral und antiker Mythologie.
  • Die Bedeutung der visuellen Darstellung (grafisches Argument) in Verbindung mit dem textlichen Inhalt (poetisches Argument).
  • Vergleichende Analyse der Bearbeitungen durch Andrew Tooke und Johann George Hager.
  • Die Entwicklung vom zweckgebundenen Handbuch hin zur literarischen Rezeption bei Karl Philipp Moritz und Gustav Schwab.

Auszug aus dem Buch

6. Das Pantheum Mythicum

In diesem Kapitel werden der Aufbau und die inhaltliche Struktur des Handbuchs Pantheum mythicum seu fabulosa deorum historia, hoc primo epitomes eruditionis volumine breviter dilucideque comprehensa von Pere Francisco Pomey erläutert.

Es ist erstmals 1651 erschienen und wurde in das Niederländische, Spanische, Englische, Polnische und Deutsche übersetzt bzw. in diesen Sprachen als Bearbeitung herausgegeben. Insgesamt wurden etwa 40 Editionen herausgegeben.

Pomey sagt in seinem Vorwort, dass er den Spuren von Boccaccio, Gyraldi und Conti folgt und Seznec geht noch etwas weiter, indem er behauptet, dass Pomey viel von ihnen abgeschrieben hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Faszination für antike Sagen ein und erläutert die Bedeutung mythographischer Handbücher für Künstler, bevor sie den Aufbau der Arbeit beschreibt.

2. Über die mythographischen Handbücher: Dieses Kapitel behandelt die Popularität der Handbücher im 16. Jahrhundert, ihre ästhetische sowie theologische Natur und ihre Rolle als Wissensquelle für Künstler.

3. Die Kirche und die Mythologie: Hier wird der Kompromiss zwischen der christlichen Kirche und der heidnischen Mythologie beleuchtet, wobei die Allegorie als Instrument zur Legitimierung dient.

4. Über den Erfolg der Handbücher: Das Kapitel untersucht die weite Verbreitung der Handbücher durch zahlreiche Auflagen und deren Nutzung als Nachschlagewerke durch Künstler und Gelehrte.

4.1 Belege für den Gebrauch des Pantheum Mythicum, seiner Übersetzungen und Bearbeitungen: Dieser Abschnitt führt konkrete historische Quellen und Editionen an, die den Bekanntheitsgrad und die Verbreitung des Pantheum Mythicum belegen.

5. Grafisches und poetisches Argument: Die theoretische Verbindung zwischen visuellen Kupferstichen und dem erklärenden Text als methodisches Werkzeug der Wissensvermittlung wird hier analysiert.

6. Das Pantheum Mythicum: Das Kapitel bietet eine detaillierte Untersuchung von Pomeys Werk, inklusive der Bedeutung des Titels, der Wahl des Autors und der strukturellen Gestaltung des Inhalts.

6.1 Zum Titel: Eine semantische Analyse der lateinischen Bedeutung des Buchtitels im Kontext des Bildungsauftrags.

6.2 Der Pantheon: Der Begriff Pantheon wird als architektonisches Bauwerk und als Oberbegriff für die Götterwelt einer Religion erläutert.

6.3 Über den Autor: Eine Kurzbiografie des Jesuiten Pere Francisco Pomey und die Einordnung seiner Tätigkeit im jesuitischen Kontext.

6.4 Aufbau und inhaltliche Gestaltung: Detaillierte Darstellung der einheitlichen Struktur der Kapitel am Beispiel der Minerva.

7. The Pantheon von Andrew Tooke: Analyse der englischen Übersetzung, ihrer Anpassungen für den Schulgebrauch und der veränderten Zitierweise.

8. Johann George Hager: Kurze Einleitung in die Göttergeschichte der alten Griechen und Römer nach Anleitung des berühmten Franz Pomeys: Untersuchung der deutschen Bearbeitung Hagers, die den Dialog durch Prosa ersetzte und den Fokus auf sittliche Belehrung verstärkte.

9. Die Nachfolger des Pantheum Mythicum: Ein Überblick über spätere Werke wie Moritz’ Götterlehre und Schwabs Die schönsten Sagen des klassischen Altertums, die den Wandel im Umgang mit dem Mythos verdeutlichen.

10. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont den Beitrag der Kirche zur Erhaltung der Sagen und resümiert den Wandel von der symbolischen zur inhaltlichen Betrachtung der Mythologie.

Schlüsselwörter

Pantheum Mythicum, Pere Pomey, mythographische Handbücher, Antike Mythologie, Allegorie, jesuitische Erziehung, grafisches Argument, Rezeptionsgeschichte, Schulbuch, Wissensvermittlung, Andrew Tooke, Johann George Hager, Karl Philipp Moritz, Gustav Schwab, Götterattribute.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Rezeption mythographischer Handbücher, speziell des Pantheum Mythicum, und deren Bedeutung für die Vermittlung antiken Wissens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Rolle der Kirche bei der mythologischen Allegorese, der pädagogische Nutzen der Handbücher für Künstler und Schüler sowie der Wandel der mythologischen Literatur bis hin zum 19. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Aufbau und den Erfolg des Pantheum Mythicum sowie seiner wichtigsten Bearbeitungen zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich der Umgang mit Mythologie von einem instruktiven Handbuch zur ästhetischen Dichtung gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primäre Texte (Handbücher) vergleichend betrachtet und durch Sekundärliteratur zur Kultur- und Bildungsgeschichte einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der theoretischen Grundlagen (grafisches/poetisches Argument), die Untersuchung der Originalausgabe von Pomey sowie der Bearbeitungen durch Tooke und Hager.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Pantheum Mythicum, Allegorie, Jesuiten, Wissensvermittlung, mythographische Handbücher und Rezeptionsgeschichte.

Was ist das „grafische Argument“ in Pomeys Buch?

Das grafische Argument bezeichnet die Abbildungen der Gottheiten in Form von Kupferstichen, die dem Leser eine visuelle Identifikation und schnelle Erfassung der Attribute ermöglichen.

Warum war die Dialogform im 17. Jahrhundert so bedeutend?

Die Dialogform zwischen Lehrer und Schüler diente der anschaulichen und lehrreichen Vermittlung, die besonders für den Bildungssektor und die Jesuiten als Instrument zur moralischen Unterweisung geeignet erschien.

Welchen Einfluss hatte die Kirche auf die Mythologie?

Die Kirche forderte die allegorische Deutung der Mythen, wodurch diese legitimiert und in einem moralischen Kontext konserviert wurden, anstatt sie vollständig zu verbieten.

Wie unterscheidet sich Karl Philipp Moritz’ Götterlehre von Pomeys Ansatz?

Während Pomey den Mythos allegorisch und im christlichen Sinne deutete, betrachtet Moritz ihn als eigenständiges Kunstwerk und „Sprache der Phantasie“, losgelöst von moralischer oder theologischer Interpretation.

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Details

Title
Das Pantheum Mythicum des Pere Pomey und ausgewählte Bearbeitungen als Vorläufer von K. Ph. Moritz' Götterlehre
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Karl Philipp Moritz, Götterlehre
Grade
2+
Author
Patrick Rutishauser (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V88305
ISBN (eBook)
9783638034265
ISBN (Book)
9783638935654
Language
German
Tags
Pantheum Mythicum Pere Pomey Bearbeitungen Vorläufer Moritz Götterlehre Karl Philipp Moritz Götterlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Rutishauser (Author), 2007, Das Pantheum Mythicum des Pere Pomey und ausgewählte Bearbeitungen als Vorläufer von K. Ph. Moritz' Götterlehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88305
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